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Wales players celebrate at the end of the Euro 2016 quarterfinal soccer match between Wales and Belgium, at the Pierre Mauroy stadium in Villeneuve d’Ascq, near Lille, France, Friday, July 1, 2016. Wales won 3-1. (AP Photo/Martin Meissner)

Wales spielt und jubelt als Einheit. Bild: Martin Meissner/AP/KEYSTONE

Dass Island und Wales an der EM überraschen, hat Gründe – das gemeinsame Klatschen ist es nicht

Wir Schweizer verfolgen die EM zuhause vor den Bildschirmen und müssen neidisch mitansehen, wie Wales und Island die Überraschungen sind, die wir gerne wären. Was haben die zwei Teams, was wir nicht haben?

02.07.16, 11:49 02.07.16, 14:52
Donat Roduner
Donat Roduner



Teamgeist, Zusammenhalt, Solidarität, Einheit, Kampfgeist. Es sind ähnliche Begriffe, die stets im Zusammenhang mit Überraschungen im Fussball genannt werden. Sie sind auch an der EM zutreffend, um die Phänomene Island und Wales zu erklären, aber sie reichen noch nicht aus, um zu erklären, warum diese zwei Teams Erfolg haben und beispielsweise die Schweiz nicht.

Ähnlicher Erfolg, ähnlicher Jubel

Football Soccer - Wales v Belgium - EURO 2016 - Quarter Final - Stade Pierre-Mauroy, Lille, France - 1/7/16
Wales' Gareth Bale and teammates celebrate at full time
REUTERS/Carl Recine
Livepic

Wales.
Bild: Carl Recine/REUTERS

Football Soccer - England v Iceland - EURO 2016 - Round of 16 - Stade de Nice, Nice, France - 27/6/16
Iceland players celebrate after the game
REUTERS/Michael Dalder
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Island.
Bild: Michael Dalder/REUTERS

Die hiesige Nationalmannschaft hat sich in Frankreich viel erhofft. Berechtigterweise, ist man geneigt zu sagen. Doch wie so oft hat das vielzitierte «nötige Wettkampfglück» gefehlt. Trotz guter Leistungen war nach dem Penaltyschiessen im Achtelfinal gegen Polen Schluss.

Individuell inferior

Die «Drachen» und die «Wikinger» dagegen sind die Überraschungen, die wir gerne wären. Sie schafften es beide in die Viertelfinals – Letztere stehen nach dem Coup gegen Belgien gar schon im Halbfinal – und das mit Teams, die objektiv nicht die Qualität des helvetischen Ensembles haben. 

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  • 33%Der Halbfinaleinzug von Wales
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Überlegen wir mal, welche Spieler von Wales und Island die Nati effektiv besser machen würden? Unbestritten Real-Superstar Gareth Bale, in der aktuellen Form ist er eine Bereicherung für jedes Team. Techniker wie Gylfi Sigurdsson oder Aaron Ramsey könnten sich bei den Schweizern wohl auch behaupten. Und Innenverteidiger wie Ragnar Sigurdsson, Ashley Williams oder Ben Davies würden wir mit Handkuss nehmen. Aber dann ...? Schwierig.

Football Soccer - England v Iceland - EURO 2016 - Round of 16 - Stade de Nice, Nice, France - 27/6/16
Iceland's Ragnar Sigurdsson in action with England's Gary Cahill 
REUTERS/Kai Pfaffenbach
Livepic

Ragnar Sigurdsson (r.) gewinnt ein Kopfballduell gegen Englands Gary Cahill. Bild: Kai Pfaffenbach/REUTERS

Die individuelle Klasse hebt die Waliser und Isländer definitiv nicht von den Schweizern ab – im Gegenteil. Die mannschaftliche Geschlossenheit ist es aber auch nicht, denn diesbezüglich hat das Team von Vladimir Petkovic an der EM überzeugt, was an anderer Stelle bereits ausgeführt worden ist. Im Gegensatz zu anderen Jahren ist die Schweizer Multikulti-Truppe zu einer Einheit zusammengewachsen.

Für 90 Minuten alles andere egal

Sicher ist es bei den Walisern und den Isländern einfacher, ein homogenes Team zu formen, weil die ethnischen Hintergründe – besonders bei den Nordländern – nicht so divers sind wie bei den Schweizern. Aber das bringt die Exploits auch noch nicht auf den Punkt.

Ihren Übernamen entsprechend verhalten sich die walisischen Drachen auf dem Feld wie wildgewordene, feuerspeiende Riesenechsen und die isländischen Wikinger wie unzerstörbare, bärtige Seefahrer, die gerne Dörfer überfallen, ohne Gefangene zu nehmen. Für jeweils 90 Minuten geben sich sämtliche Spieler komplett dem Fussball hin. Jeder Zweikampf wird so geführt, als würde der ganze Stolz des eigenen Stammes davon abhängen.

Ein Defensivverhalten, wie es die Belgier beim 2:1 durch Hal Robson-Kanu an den Tag gelegt haben, wird man bei Wales und Island an dieser EM nicht zu sehen bekommen. Bei beiden wird auf dem Platz alles dem Nationalteam untergeordnet. Verletzungen, die Klubkarriere, die Freundin, das Instagram-Profil – alles egal. Was zählt, ist nur der Sieg!

Beispiel von Einsatz: Die Waliser werfen sich gegen Belgien in jeden Schuss. streamable

Inspiration

Jeder Spieler weiss, dass jeder gelaufene Meter der entscheidende sein kann und daher wird keine Sekunde eingeteilt. Jeder Zweikampf wird angenommen und mit einer fairen Härte bestritten. Gekämpft wird bis zur Auswechslung oder bis zum Schlusspfiff, Umfallen kommt nicht infrage. Genau diese Leidenschaft ist es im Übrigen auch, die den, nennen wir ihn mal «Fussball der bescheidenen Mittel», so sehenswert macht.

Den Hatern, die jetzt denken «die Schweizer haben aber auch gekämpft, schau doch nur den Behrami an, oder Xhaka», sei gesagt: Haben sie! Manchmal sehr überzeugend sogar. Aber eben nicht mit derselben Konsequenz wie Wales oder Island. In diesem Belangen können sich die Schweizer noch eine Scheibe abschneiden. Zur Inspiration gibt es noch mindestens zwei Spiele: morgen den Viertelfinal der Isländer gegen Gastgeber Frankreich und den Halbfinal der Waliser gegen Portugal am Mittwoch.

Huh? *klatsch* Huh!

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ratchet 02.07.2016 19:39
    Highlight Für mich ist diese "für 90 Minuten ist alles andere als der Sieg egal" Einstellung der entscheidende Faktor zur Schweiz. Ganz wortwörtlich, muss unsere Nati lernen manchmal alles andere zu vergessen. Spielkontrolle, Ballbesitz, Position, Fehlpassquote, Fairplay, die Existenz von Favoriten und Aussenseiter, all dies spielt für den Sieg keine Rolle. Das einzige Ziel muss heissen, mehr Tore zu schiessen als zu kassieren, wie das erreicht wird, ist egal.
    Dieser Opportunismus fehlt uns. Die CH Spieler scheinen mehr daran interessiert zu sein, "gut zu spielen", als den Sieg anzustreben.
    6 0 Melden
  • Aufblasbare Antonio Banderas Liebespuppe 02.07.2016 13:08
    Highlight Island hat mich schon mehr überrascht. Von Island kannte ich nur Bjarnason und das wohl auch nur weil er bei Basel spielt. Drücke aber beiden die Daumen. Was wäre das für ein Finale!
    32 1 Melden
  • SuicidalSheep 02.07.2016 12:52
    Highlight Ich hoffe Island schafft morgen die Sensation! Es macht so Spass Island und Wales zuzusehen! Eine willkommene Abwechslung zu der Defensivstrategie der grossen Teams oder das "Alle Bälle zu Ronaldo statt selbst zu schiessen" der Portugiesen.
    33 9 Melden
    • Pana 02.07.2016 18:03
      Highlight Du meinst also im Gegensatz zu Deutschland, Italien, Frankreich etc, spielen die Isländer und Waliser einen erfrischenden Offensiv-Fussball?
      7 2 Melden
    • Ratchet 02.07.2016 18:49
      Highlight Eine willkommende Abwechslung zur Defensivstrategie der grossen Teams?
      Island und Wales spielen doch genau den grössten Defensiv-Fussball der ganzen EM. 90min lang mit 11 Mann verteidigen und auf Konter und Standards (bei Island vor allem Einwürfe und bei Wales Eckbälle) hoffen.
      Ob einem diese defensive Strategie gefällt, ist Geschmacksache, aber zu behaupten das wäre Offensvifussball oder eine erfrischendere Taktik als die von Portugal ist einfach falsch. Sympathie hin oder her, würde die Schweiz gegen solch eine Mannschaft verlieren, würde hier jeder wieder von "unverdient" sprechen.
      5 4 Melden
    • Tartaruga 02.07.2016 18:55
      Highlight Sorry aber de check ich nöt.
      Island = 90% Defensiv
      5 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Luca Brasi 02.07.2016 12:47
    Highlight Also die Waliser hätten noch Andy King von Meister Leicester City und Spieler von Swansea City können wohl auch mit Spielern vom HSV oder Eintracht Frankfurt mithalten. Aber es stimmt. Man hat wirklich das Gefühl, dass bei beiden Mannschaften der Teamgeist und der Zusammenhalt mit den Fans stimmt und dass Transfers und die eigene sportliche Karriere nicht so im Vordergrund stehen wie bei anderen Mannschaften (was aber nicht heißen soll, daß die natürlich auch interessante Angebote prüfen ;)). Ich finde einfach, daß das Offensivspiel bei beiden besser klappt als bei der Schweiz.
    14 0 Melden
  • The Origin Gra 02.07.2016 12:29
    Highlight Ich bin eigentlich kein Fussballfan aber für beide Teams hebe ich Sympathien :)
    12 0 Melden
    • droelfmalbumst 02.07.2016 15:52
      Highlight Dem sagt man klassisch bandwagon
      15 5 Melden
  • rodolofo 02.07.2016 12:23
    Highlight Vielleicht sind die anderen Fussballspieler der sogenannt "Grossen" auch einfach ausgelaugt und ausgebrannt von den vielen Spielen für Europäische Clubmannschaften?
    Wie in der übrigen Wirtschaft werden im Profi-Fussball die Fälle von "Burn out" immer häufiger.
    Und die Chance, die sich aus dem mit der Zeit wohl sehr einseitig und langweilig gewordenen "Einem Ball nachrennen" ertgibt, können dann eben "Fussballzwerge" nutzen, um in einem Turnier erstaunlich weit zu kommen
    Immer noch erinnern wir uns an die Griechische Mannschaft, die mit einem sehr unatraktiven 10-1-System Europameisterin wurde!
    6 7 Melden
  • Dubio 02.07.2016 12:17
    Highlight Gut analysiert. Das Gegentor im Spiel gegen Polen hätten weder Island noch Wales gekriegt. Denn im Gegensatz zu unseren Innenverteidiger rennen deren Innenverteidiger nach einem Eckball wie von der Tarantel gestochen zurück an ihre angestammte Position.
    21 1 Melden
    • Ratchet 02.07.2016 19:12
      Highlight Diese ständige IV-Kritik ist Hauptgrund wieso wir nie Erfolg haben. Am Polen-Treffer waren ganz klar Xhaka, Behrami und Mehmedi die Hauptschuldigen, die trotz 3facher Überzahl zu passiv verteidigten und den Polen einfach laufen liessen, anstatt ihn anzugreifen. Mal wieder hatte man Angst, was falsch zu machen, also unternahm man nichts, ist ja sowieso Aufgabe der Verteidigung. NEIN! Genau diese Solidarität fehlt. Den Isländer ist es komplett egal wie, wer und wieso. Das Tor muss einfach verhindert werden, selbst wenn es heisst, dass man als Stürmer den Fehler eines Verteidiger begleichen muss.
      2 0 Melden
  • Mehmed 02.07.2016 12:06
    Highlight ich glaube, die beiden jubelnden isländer haben eine errektion :-)
    8 10 Melden
    • bobi 02.07.2016 18:11
      Highlight Verständlich bei so einem Sieg gegen England ;) Ich glaube das ist auch vielen Zuschauern fast "eine Abgange" 😂 Mir als England Fan natürlich nicht 😉😅
      3 0 Melden

Nati-Debütant Mvogo «musste leiden, aber es war für mich ein Supermatch»

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In den Schlussminuten mussten die Schweizer doch noch zittern. Alfred Finnbogason hatte in der 81. Minute mit einem herrlichen Weitschuss den starken Debütanten Yvon Mvogo bezwungen, womit die Isländer plötzlich wieder an sich glaubten.

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