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Ottawa-Coach Guy Boucher macht im Moment düstere Zeiten durch. Bild: AP/The Canadian Press

Wann fliegt er? Ex-SCB-Trainer Guy Boucher steckt mit Ottawa tief in der Krise

Vergangene Saison überraschten Guy Boucher und seine Ottawa Senators alle. Sie schafften es in die Playoffs und stiessen bis in den Conference-Final vor. Nun sieht alles wieder anders aus. Ottawa ist tief in die untere Tabellenhälfte gefallen und der Trainer bangt um seinen Job.

07.12.17, 12:07 07.12.17, 12:44
Adrian Bürgler
Adrian Bürgler

0:3 in Anaheim, schon wieder verloren. Es war die neunte Niederlage Ottawas in den letzten zehn Spielen. Mittlerweile haben nur noch die Buffalo Sabres und die Arizona Coyotes noch weniger Punkte geholt als die Senators. Sie befinden sich in einer tiefen Krise. Das Team vom früheren SCB-Trainer Guy Boucher hat sich in den letzten Wochen neun Punkte Rückstand auf die Playoff-Plätze eingehandelt. Der Stuhl des Trainers wackelt gewaltig.

Was ist passiert? Eigentlich spielen die Ottawa Senators nun ungefähr so, wie das vielerorts bereits vergangenes Jahr von ihnen erwartet wurde. Der Erfolg der letzten Saison kam für viele Experten überraschend. Man war sich einig, dass Bouchers Team insbesondere in den Playoffs über seinen Verhältnissen gespielt hat.

Im Mai 2017 spielte Ottawa noch im Conference-Final gegen den späteren Stanley-Cup-Sieger Pittsburgh Penguins. Bild: AP

Dass die «Sens» nun aber gleich wieder derart brutal tauchen, kommt doch eher unerwartet. Im Training nach der 0:5-Niederlage in der Nacht auf Montag gegen die Winnipeg Jets sprach Boucher engagiert zu seinen Spielern, wie die «Ottawa Sun» berichtet. Er forderte sie auf, endlich wieder mit «der nötigen Dringlichkeit und Intensität» zu spielen.

Dass die Jets derzeit eines der besten Teams seien, das habe Boucher schon vor dem Spiel gewusst. «Doch der Leistungsunterschied zwischen ihrer Mannschaft und der unseren war nicht akzeptabel», sagt der 46-Jährige.

Eine der grössten Schwachstellen ist im Moment Torhüter Craig Anderson. Seine Fangquote beläuft sich auf 89,5 Prozent. Das reicht in der besten Liga der Welt einfach nicht. Vielleicht täte der Trainer gut daran, wiedermal auf Ersatztorhüter Mike Condon zu setzen. 

Aber auch der Rest der Mannschaft überzeugt nicht. Die «Sens» scheinen bei ihrem letzten Trade den kürzeren gezogen zu haben. Während der von Ottawa nach Nashville gezogene Kyle Turris bei den Predators aufblüht, geschieht genau das Gegenteil mit der Senators-Neuerwerbung Matt Duchene.

Während Turris für Nashville in 13 Spielen bereits zwölf Punkte erzielt hat, sind es bei Duchene in Ottawa ein Tor und ein Assist in elf Partien.

GameScore

GameScore ist eine Statistik, die versucht, die Produktivität eines Spielers aufzuzeigen. Dabei werden verschiedenste Statistiken, wie Tore, Strafen, Schüsse, Bullys oder Blocks gewichtet, um einen benennbaren Wert zu kreieren. Die Skala ist so angepasst, dass sie ungefähr der Anzahl Punkte entspricht. (Micha Hofer)

Doch nicht nur der Erstrundendraft von 2009 enttäuscht. Auch der Rest des Teams hat über den ganzen November gesehen an Produktivität eingebüsst. Wie «The Athletic»-Analyst Dom Luszczyszyn schreibt, hat bis auf eine Ausnahme (Flügel Mark Stone) jeder Spieler des Kaders in der GameScore-Statistik abgebaut. Wenn ein ganzes Team an Produktivität einbüsst, läuft irgendwo etwas schief.

Auch Starverteidiger und Captain Erik Karlsson kann Ottawa derzeit nicht aus dem Loch reissen. Bild: AP/The Canadian Press

Das schwächste Glied ist in einem solchen Fall immer der Trainer. Mit einer neuen Philosophie und neuen Impulsen – Boucher vertraut weiterhin seiner defensiven «Falle» 1-3-1-System – könnte Ottawa vielleicht wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Auch deshalb wackelt der Stuhl des ehemaligen SCB-Trainers so stark wie zuletzt im Herbst 2015 in Bern.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ketchum 07.12.2017 18:21
    Highlight Für den Metzger ist jetzt auch in Ottawa gnueg Heu dunne ... Das kennen wir doch
    11 0 Melden
  • DonChirschi 07.12.2017 14:53
    Highlight Die einzige statistische Erklärung die man hier kennen muss ist das Prinzip der Regression zum Mittelwert. Letztes Jahr überdurchschnittlich, jetzt unterdurchschnittlich, dies sorgt halt für einen krassen Kontrast. Ist eigentlich aber ganz normal und im Sport immer zu beobachten. Aber Boucher wird trotzdem früher oder später fliegen.
    20 1 Melden
  • BeatBox 07.12.2017 13:37
    Highlight Biel sucht noch einen Trainer ;-)
    24 2 Melden
    • Baccara 07.12.2017 15:10
      Highlight ...er wurde ja bereits bei seinem Erstbesuch in Biel gesichtet..(weiss ich aus sicherer Quelle..).
      13 5 Melden
  • Max Dick 07.12.2017 13:35
    Highlight Ottawa könnte es ja dann mit Lars Leuenberger versuchen.
    89 3 Melden
    • Stogge 07.12.2017 15:31
      Highlight Du meinst schon Herr Lionhill?! ;-)
      32 2 Melden
    • Max Dick 07.12.2017 15:38
      Highlight Nein, den wenn er Lionhill heissen würde, dann hätte der SCB ihn entweder behalten oder er wäre längst bei einem anderen NLA Team Bandengeneral. Quelle: Ein Chronist bei Watson, dessen Name mir soeben entfallen ist.
      64 1 Melden
    • c_meier 07.12.2017 18:30
      Highlight @Max Dick: Highlight-Kommentar aber subito! 👍:)
      10 1 Melden
    • dondor 07.12.2017 18:48
      Highlight mehr, bitte :)
      3 1 Melden
  • Dory..hä? 07.12.2017 12:34
    Highlight 1-3-1 Trap-patoni Hockey ist für die Katz! Langweiliger gehts nicht!
    42 4 Melden
  • Züzi31 07.12.2017 12:21
    Highlight Ottawa steht und fällt mit der Leistung von Erik Karlsson. Momentan spielt er so schlecht wie noch nie und kommt vielleicht an 20% des Niveaus heran, welches er in den letzten Playoffs zeigte. Bleibt das weiterhin so, können sie in Ottawa schon mal Ferien planen.
    41 2 Melden
    • zellweger_fussballgott 07.12.2017 13:00
      Highlight Wobei sie nach bisherigem Stand auch den Trade deutlich verloren haben mit Duchene.
      18 2 Melden

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