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Was wird einmal aus ihnen?

Die Vorbilder für Leo und Lenny Federer? Elf Zwillingspaare, die es in der Sportwelt weit gebracht haben

Nachdem die Familie Federer nach den Zwillingsmädchen Charlene Riva und Myla Rose mit Leo und Lenny um zwei männliche Thronfolger erweitert wurde, gibt's hier elf Doppelpaare, die in der Sportwelt für Aufsehen sorg(t)en.

07.05.14, 14:05 07.05.14, 16:18

Als ich einst bei den Junioren in einem Fussballspiel gegen Zwillinge spielte, stellte der Schiedsrichter den falschen Übeltäter vom Platz. Sein unschuldiger Zwillingsbruder regte sich fürchterlich auf. Doch normalerweise ist es in der Sportwelt ein Segen, einen Zwilling an seiner Seite zu wissen. Diese Paare können das sicher bestätigen. 

Philipp und David Degen

Die zwei unzertrennlichen Brüder haben am 15. Februar 1983 das Licht der Welt erblickt. Die Degen-Zwillinge haben in der Fussballwelt für einige Furore gesorgt. David hat unter anderem für Borussia Mönchengladbach gespielt, Philipp durfte sogar für Dortmund und Liverpool auflaufen. Inzwischen sind beide wieder bei ihrem Stammklub Basel engagiert. Trainer Murat Yakin ist aber kein Zwillingsliebhaber und setzt die beiden Degens öfters auf die Ersatzbank.

David (l.) und Philipp Degen. Bild: KEYSTONE

Daniel und Henrik Sedin

Die Sedin-Twins sind am 26. September 1980 geboren. Nachdem sie bei MoDo in der schwedischen Eliteserie für Furore sorgten, zeigten sie auch in der NHL ihre Klasse. Seit 2000 spielen sie bei den Vancouver Canucks, bis heuer ohne Titel. Im schwedischen «Tre Kronor»-Dress sind sie jedoch erfolgreicher. Nach dem Olympiasieg 2006 schlugen sie auch letztes Jahr die Schweizer bei der WM 2013, wo sie die überragenden Spieler auf dem Eis waren.

Henrik (l.) und Daniel Sedin. Bild: AP/CP

Bob und Mike Bryan

Die Hoffnung für alle Federer-Fans sind die Bryan-Twins, die am 28. April 1978 auf die Welt kamen: Sie gelten als eines der besten Tennisdoppel aller Zeiten und führen zurzeit auch die ATP-Weltrangliste im Doppel an. 

Insgesamt 15 Grand-Slam-Titel sammelten die Brüder bereits, die praktischerweise Rechtshänder (Mike) und Linkshänder (Bob) vereinen. Gegen Roger Federer und Stanislas Wawrinka kassierten sie 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking eine empfindliche Niederlage, als die Schweizer die Amerikaner im Halbfinal rauskegelten und später Olympiagold holten. 

Mike (l.) und Bob Bryan. Bild: AP

Hamit und Halil Altintop

Am 8. Dezember 1982 durfte Familie Altintop doppelten Nachwuchs begrüssen. Die beiden Brüder wuchsen in Gelsenkirchen auf. Der schussgewaltige Hamit schnupperte bei Schalke 04 die erste Bundesligaluft. 

Danach spielte der Mittelfeldspieler für renommierte Vereine wie Bayern München, Real Madrid oder aktuell für Galatasaray Istanbul in den grossen Fussballstadien, während sein Bruder Halil ein wenig kleinere Brötchen backen musste: Kaiserslauten, Schalke 04, Frankfurt, Trabzonspor und momentan Augsburg heissen die Fussballstationen des Stürmers. In die türkische Nationalmannschaft haben es jedoch beide geschafft.

Halil (l.) und Hamit Altintop. Bild: AP

Claudio und Sandro Moggi

Am 30. Dezember 1982 kommen zwei nur 1800 Gramm schwere Babies auf die Welt. Bei den Junioren in Herisau galten die Moggis nicht als überaus talentiert, wie die «Berner Zeitung» schreibt. Nachdem sie in Rapperswil nicht richtig Fuss in der NLA fassen konnten, wechselten sie in die Organisation der ZSC Lions, wo sie meist im Farmteam GCK Lions eingesetzt wurden. 

Seit 2007 haben die technisch begabten Stürmer im Emmental eine neue Heimat gefunden und skoren regelmässig für den SC Langnau. Seit dem Abstieg des Dorfklubs im letztem Jahr sind die Moggis leider nur noch zweitklassig.

Sandro (l.) und Claudio Moggi. Bild: KEYSTONE

Ronald und Frank de Boer

Am 15. Mai 1970 wurde in Holland ein Zwillingspaar geboren, welches dem Land viel Freude bereiten würde. Bereits der Vater war kurz im Profifussball tätig, die Söhne machten es noch besser. Die de Boers setzten bei Ajax Amsterdam die ersten Ausrufezeichen, als sie Teil des legendären Teams waren, das 1995 die Champions League gewann. 1999 wechselten sie im Doppelpack zum FC Barcelona

Während Verteidiger Frank dort insgesamt vier Jahre blieb, wechselte Ronald bereits ein Jahr später nach Schottland zu den Glasgow Rangers. 2004 gesellte sich dann der um zehn Minuten ältere Frank nach einem Umweg über Galatasaray Istanbul dazu. Danach spielten sie beide sogar noch zusammen in der katarischen Wüste. Doch auch ihnen gelang es trotz zahlreichen Einsätzen im Oranje-Team nicht, einen Nationalmannschaftstitel zu feiern.

Ronald (r.) und Frank de Boer. Bild: AP PA

Fabio und Rafael da Silva

Fabio und Rafael da Silva sind am 9. Juli 1990 in Petropolis nahe Rio de Janeiro geboren. Nachdem die Brüder bei Fluminense einem Scout von Manchester United auffielen, wechselten sie nach Erreichen der Volljährigkeit 2008 nach England. Während Rafael seitdem knapp 100 Mal im Trikot der «Red Devils» auflaufen durfte, kam Fabio nur sporadisch zu Einsätzen. Nach einer Leihe zu Queens Park Rangers steht Fabio seit 2014 bei Cardiff City unter Vertrag. 

Steve und Phil Mahre

Am 10. Mai 1957 kamen Steve und Phil Mahre zur Welt. Obwohl sie sehr ähnlich aussehen, sind sie keine eineiige Zwillinge. Insgesamt hatte die Familie Mahre neun Kinder. Phil gewann in seiner Karriere dreimal den Gesamtweltcup sowie je ein Olympia- und Weltmeistertitel. 

Auch Steve gewann 9 Mal ein Weltcuprennen und wurde 1982 Riesenslalom-Weltmeister. 1984 traten die Mahre-Brüder zurück und gründeten in Utah ein Trainingscenter. Vor einigen Jahren gab Phil Mahre im Alter von 49 Jahren ein Comeback und konnte sich bei FIS-Rennen in den USA sogar mehrfach in den Top-Ten klassieren.

Lars und Sven Bender

Am 27. April 1989 durfte sich Hartmut Bender – Zollbeamter von Beruf – über undeklarierten Nachwuchs freuen. Nachdem die Benders bei 1860 München in der 2. Bundesliga für Aufsehen sorgten, wurden die beiden laufstarken Mittelfeldspieler von unterschiedlichen Vereinen abgeworben. Während Sven 2009 zu Borussia Dortmund wechselte, ging Lars im selben Jahr zu Bayer Leverkusen. Auch Jogi Löw berief die beiden Brüder schon ins Nationalkader. 

Sven (l.) und Lars Bender. Bild: EPA

Antonio Rodrigo und Antonio Rogerio «Minotauro» Nogueira

Die zwei brasilianischen MMA-Kämpfer haben im Ring ihre Spuren hinterlassen. Vor allem der ältere der Nogueira-Brüder hat einige Gegner auf die Matte gelegt. «Big Nog», auch unter seinem martialisch klingenden Kampfnamen «Minotauro» bekannt, gehört in die Top Ten der besten Free Fighter und war auch schon UFC-Champ. Litte Nog hat auch schon einige gefürchtete Kontrahenten besiegen können.

Tyler und Cameron Winklevoss

Am 21. August 1981 durfte Professor Howard sich mit den Söhnen Tyler und Cameron doppelt freuen. Die hochbegabten Harvard- und Oxfordstudenten gründeten das soziale Netzwerk ConnectU, welche das universitäre Zusammenleben im Internet fördern sollte. 

Nachdem sie Mark Zuckerberg mit einer Weiterentwicklung beauftragt hatten, baute dieser kurz darauf seine eigene Firma mit einer ähnlichen Idee namens Facebook auf, die in die Geschichte eingehen sollte. Die Brüder Winklevoos einigten sich mit Zuckerberg über einen Vergleich von 65 Millionen US-Dollar. Doch neben Hirn besitzen die zwei Brüder auch über genügend Muskelkraft. Im Zweier ohne Steuermann erreichten sie bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 immerhin den 6. Platz.

Cameron (l.) und Tyler Winklevoss. Bild: Keystone

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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