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Nikolaj Ehlers bejubelt seinen neunten Saisontreffer in der NHL. Bild: X02835

Ein Ex-Bieler als perfektes Vorbild? Ehlers macht es Hischier und Co. vor

Nikolaj Ehlers steht bei den Winnipeg Jets etwas im Schatten des Top-Rookies Patrik Laine, doch der 20-jährige Däne mit Schweizer Vergangenheit spielt eine sackstarke NHL-Saison. Bestätigend erzielt er gegen Vancouver seine Saisontore 8 und 9.

23.12.16, 17:51 24.12.16, 08:25
Donat Roduner
Donat Roduner

Es kamen keine Diskussionen auf, wer bei Winnipeg gestern im inner-kanadischen Duell gegen Vancouver Mann des Spiels war. Nikolaj Ehlers erzielte beim 4:1 in der Fremde im letzten Drittel nicht nur die wegweisenden Tore zum 2:1 und 3:1, sondern er bereitete zuvor schon den Ausgleich durch Patrik Laine vor.

Ehlers' Einzeleffort zum 2:1. Video: streamable

Laine ist es, der bei den Jets die meiste Aufmerksamkeit abbekommt. Was auch nicht von ungefähr kommt, denn der 18-jährige Finne ist Neuankömmling in der Liga, hat aber bereits 19 Tore erzielt. Mehr gelangen in der aktuellen Spielzeit nur dem absoluten Superstar, Sidney Crosby (23).

Von Biel nach Kanada

Wegen dem «Sniper» aus Finnland geht die auffallende Leistungssteigerung von Ehlers etwas unter. Der Sohn von Langnau-Trainer Heinz Ehlers hat in der vergangenen Saison, seiner ersten in der NHL, in 72 Spielen 38 Punkte erzielt. Nun sind es in 36 Spielen schon deren 29. Die Aufsplittung in 9 Tore und 20 Assists suggeriert ganz klar die Rolle des Vorbereiters, was Laine im Scherz zum bösen Kommentar verleitete: «Ehlers trifft nicht einmal auf der Playstation

Der Dritte im Bunde:

Es wäre vermessen, neben den beiden Skandinaviern den Dritten des Jets-Topsturms auszulassen: Mark Scheifele ist zwar der «Veteran» des Trios, aber auch erst 23 Jahre alt. Und der kanadische Center ist sogar noch etwas punktefreudiger als seine beiden Flügel. Er steht bei 31 Zählern und ist damit auf Rang 14 der NHL-Topskorerliste zu finden. Laine (18.) und Ehlers (20.) folgen aber nur unweit dahinter. (drd)

Die bemerkenswerte Punktausbeute von Winnipegs Topformation. bild: nhl.com

Tut er wohl. Und sein Karriereverlauf könnte einem künftigen NHL-Schweizer als Blaupause dienen. Denn Ehlers ist selbst ein «halber» Schweizer. Er hat zwar den dänischen Pass und spielt auch für die Nationalmannschaft mit dem «verkehrten» Landeswappen, doch er ist beim EHC Biel gross geworden, besitzt die hiesige Lizenz und spricht auch fliessend Schweizerdeutsch.

Nikolaj Ehlers als Jüngling bei Biel. Bild: KEYSTONE

Massarbeit an der diesjährigen WM: Ehlers trifft gegen seinen ehemaligen Teamkollegen Reto Berra ins Lattenkreuz (verliert aber 2:3). Video: streamable

Bei Biel gab Ehlers in der Saison 2012/13 als 16-Jähriger sein NLA-Debüt, entschied sich aber wenig später zum Sprung über den Teich. Er heuerte in der kanadischen Juniorenliga QMJHL bei den Halifax Mooseheads an. Also beim selben Verein, wo momentan das Schweizer Talent Nico Hischier für Aufsehen sorgt.

Rosige Zukunft

Wie Hischier war auch Ehlers der Star des Teams aus Halifax, der Hauptstadt der Provinz Nova Scotia im Osten Kanadas. Der nicht übermässig körperstarke Flügel (182 cm/78 kg) lieferte bereits in der ersten Saison in 63 Spielen 104 Punkte ab, was einem Punkteschnitt von 1,65 entspricht. Ähnlich unterwegs ist auch Hischier, der in der laufenden Meisterschaft in 31 Spielen 48 Punkte erzielt hat (Schnitt: 1,55).

Wird als kommender Schweizer NHL-Star gehandelt: Nico Hischier.

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Ehlers wurde dann in der QMJHL (Quebec Major Junior Hockey League) folgerichtig zum «Rookie der Saison» gewählt, im NHL-Draft als Nummer 9 von den Jets gezogen, aber bei den Mooseheads belassen. Der junge Däne konnte seine Leistungen noch einmal toppen. In der Regular Season gelangen ihm zwar nur noch 100 Punkte, dafür mit einem Schnitt von 1,96 pro Partie, den er in den Play-offs gar noch steigerte: 31 Punkte in 14 Spielen!

Ehlers gratuliert seinem Schweizer «Buddy» Timo Meier zum ersten NHL-Goal, mit dem er gemeinsam bei den Moosheads gespielt hat.

In seiner zweiten Saison bei den ganz Grossen hat Nikolaj Ehlers nun auch in der besten Hockeyliga der Welt Fuss gefasst. Und seine Zukunft scheint angesichts seines Alters und seiner Qualitäten rosig. Der Vertrag mit den Jets, die momentan nicht auf einem Play-off-Rang liegen, läuft noch bis 2018. Die von Laine und Scheifele, die beide auch noch besser werden können, sogar bis 2019 respektive 2024.

Winnipeg Jets – Tattoos

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