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Jubel zum 2:0 bei Zuerichs Kevin Klein, links, dem doppeltem Torschuetzen Fabrice Herzog, Mitte, und Reto Schaeppi, rechts, im vierten Eishockey Playoff-Halbfinalspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem SC Bern, am Montag, 2. April 2018, im Zuercher Hallenstadion. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Sechs Tore in neun Spielen: Mit den ZSC Lions hat sich auch Fabrice Herzog in den Playoffs gesteigert. Bild: KEYSTONE

Kaum zählt's, mutiert Fabrice Herzog wieder zum Spektakel-Stürmer 

Enttäuschend in der Qualifikation, grandios in den Playoffs: Wie die ZSC Lions als Team blüht auch Fabrice Herzog in der entscheidenden Meisterschaftsphase so richtig auf. Den vierten Halbfinal gegen Bern entscheidet der Flügel fast im Alleingang und kommt so seinem grossen Traum wieder ein Stück näher. 

03.04.18, 11:14 03.04.18, 15:41


Drei Tore beim 3:1-Sieg gegen den SCB! Keine Frage: Fabrice Herzog war gestern im vierten Playoff-Halbfinal-Spiel der grosse Matchwinner für den ZSC. Beim 1:0 aus spitzem Winkel patzte Leonardo Genoni, beim 2:0 erwischte Herzog den SCB-Keeper in Unterzahl zwischen den Beinen und beim 3:1 kurz vor Schluss spielte Berns Gaetan Haas ihm den Puck in den Stock, so dass der ZSC-Flügel ihn nur noch ins leere Tor schieben musste.

Die drei Herzog-Tore und die restlichen Highlights der vierten Halbfinal-Partie. Video: YouTube/MySports

«Drei Tore zu einem 3:1-Sieg in den Playoffs? Nein, so etwas ist mir vorher noch nie gelungen», freute sich Herzog nach der Partie. Wobei freuen vielleicht etwas übertrieben ist. Selbst nach einer solchen Gala bleibt der stets zurückhaltende, ja fast scheu wirkende Frauenfelder ruhig und besonnen. So fügt Herzog trotz dreier Matchpucks in der Halbfinal-Serie wenig euphorisch an: «Eine 3:1-Führung ist zwar schön und gut, aber wir müssen auch in den nächsten Spielen wieder 60 Minuten lang alles geben.»

Nein, aus diesen Aussagen von Fabrice Herzog gibt's keine grossen Schlagzeilen. Video: YouTube/MySports

Ein Mann für grosse Spiele

Dass Herzog in der entscheidenden Meisterschaftsphase auf dem Eis derart explodiert, konnte nicht erwartet werden. Der 1,89 Meter grosse, aber trotzdem wendige Powerflügel hat eine enttäuschende Qualifikation gespielt, nur 15 Punkte (7 Tore/8 Assists) sammelte er in 46 Spielen. Viel zu wenig für einen Mann mit seinem Potenzial. In der aufgeheizten Playoff-Atmosphäre blüht Herzog nun aber wieder auf: Sechs Tore hat er bereits erzielt – mehr sogar als Topskorer Frederik Pettersson.

Überhaupt scheint Herzog ein Mann für grosse Momente zu sein. Sein Stern ist nämlich nicht erst in den diesjährigen NL-Playoffs aufgegangen, sondern bereits an der letzten WM. Obwohl er als 13. Stürmer zunächst kaum Eiszeit bekam, wartete er geduldig auf seine Chance und trumpfte beim 3:2-Sieg gegen Kanada mit zwei Toren schliesslich gross auf. Das Game-Winning-Goal in der Verlängerung war dabei ein absolutes Traumtor. 

Die besten Szenen des 3:2-Siegs n.V. gegen Kanada. Video: YouTube/IIHF Worlds 2018

Auf der Tribüne damals: Mike Babcock, Headcoach der Toronto Maple Leafs, die Herzog 2013 unspektakulär in der 5. Runde an 142. Position gedraftet hatten. Wie alle Hockeyspieler will sich auch Herzog dereinst in der NHL versuchen. Noch läuft sein Vertrag mit den ZSC Lions bis 2019, doch der 23-Jährige hat sich eine Ausstiegsklausel für die beste Liga der Welt in den Kontrakt schreiben lassen.

Sollte Herzog tatsächlich ein Aufgebot für ein Trainingscamp erhalten, würde er wieder auf Auston Matthews treffen. Mit dem heutigen NHL-Superstar harmonierte der linke Flügel vor zwei Jahren prächtig. Weil er meist an der Seite des genialen Centers wirbeln durfte, skorte er in 38 Spielen ordentliche 24 Punkte.

Vom Oberthurgau in die NHL?

In Übersee hat sich Herzog bereits einmal versucht. Nachdem er mit 17 von den Pikes Oberthurgau in den Zuger Nachwuchs gewechselt war, spielte er – nach zwei Lehrjahren in Zug, ersten NLA-Einsätzen und einer abgebrochenen Lehre als Automechaniker – eine Saison für die Québec Remparts in der kanadischen Nachwuchs-Liga QMJHL. Dank starken Leistungen durfte Herzog ausserdem fünfmal in der AHL für die Toronto Marlies, das Farmteam der Maple Leafs, auf Eis. Er zog dieses Lehrjahr damals einer weiteren Saison in der Schweiz vor, «weil es für meine Weiterentwicklung besser war.»

Die bisherigen Stationen von Fabrice Herzog. bild: wikipedia

Nach seiner Rückkehr spielte Herzog zunächst wieder für den EV Zug, wo sein Talent aber nicht richtig eingeschätzt wurde. So schlugen die ZSC Lions zu und sicherten sich 2015 die Dienste des ruhigen Powerflügels. Dort reifte er innert zwei Saisons zum gestandenen NL-Profi, der sich mittlerweile sogar für die NHL empfohlen hat. Ob es wirklich dazu reicht, wird die Zukunft weisen.

Während beruflich also noch vieles unklar ist, hat der Nati-Stürmer die Weichen im Privatleben bereits gestellt. Mit 23 Jahren ist der ZSC-Shootingstar bereits verheiratet und Vater einer zweijährigen Tochter. Hin und wieder darf die kleine Emma ihrem Papi sogar live im Stadion zuschauen, denn auch Ehefrau Tamara ist hockeyverrückt. Sie ist die Schwester von Goalie Gianluca Hauser, der mit Fabrice als Junior bei den Pikes und der Zuger U20 zusammenspielte. Momentan spielt Hauser beim EHC Bülach in der My Sports League, während Kumpel Herzog von der grossen NHL träumen darf.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ah-Jah 03.04.2018 21:02
    Highlight So wie der SCB gestern gespielt hat,frage ich mich wo ist das Feuer in dieser Mannschaft. Optisch ein wenig mehr Spielanteile aber keine zwingende Aktionen vor dem Tor! Die Mannschaft macht den Eindruck müde zu sein oder warum begehen sie so viele dumme Fehler und Puckverluste in der eigenen Zone!
    9 2 Melden
  • Eingestein 03.04.2018 19:09
    Highlight Ich frag mich wieso spielt man eine Qualifikation von 50 Spiele ? Das ist doch die Eishockeyfans Irregeführt. Ist der Modus der NL noch akzeptabel ? Es muss nicht alles was aus Kanada kommt auch für die CH gut sein. Wenn der Z tatsächlich noch Meister werden wird, ist die Frage mehr als berechtigt. Da spielt man 5-6 Monate ein Sch. und wird dan mit dem M-Titel belohnt. Und die Spieler bekommen dann noch hohe Prämien. ZUM NACHDENKEN !
    8 45 Melden
    • Bettina Lüthi 03.04.2018 19:23
      Highlight Genau wie Bern vor 2 Jahren... die waren nur 8ter nach der Quali und spielten noch beschissener. Playoff ist die geilste Zeit des Jahres. Akzeptier das oder schau Fussball da gewinnt YB bzw. Basel jeweils verdient mit riesem Vorsprung und viel Langeweile die Meisterschaft.
      37 1 Melden
    • Larionov 03.04.2018 20:57
      Highlight warum nicht? Was für alternativen hat man? Wie im fussball, ende saison ist der meister, der am meisten punkte hat? Wie laaaaangweilig!!! Wo ist den bitteschön der anreiz nach 20 spielen, wenn du schon 15 punkte rückstand hast? Nichtmal der anreiz für camp. Liig oder sonst was. Oder ein direkter abstieg gibts! Es gibt 50 quali spiele( 44 würden reichen) punkt! Wie es ja schon beschrieben: QUALI spiele zum sich qualifizieren für die geilste zeit im jahr!!!
      17 0 Melden
    • bullygoal45 04.04.2018 08:27
      Highlight Rappi souverän 1. in der Tabelle. 16 Punkte auf den zweiten, 27 Punkte auf den dritten Olten.

      Aber spannend wird es erst dann wenn man gegen Ajoie fast rausfliegt und Olten kämpf und auf Augenhöhe spielt. Wenn sicher der „Bessere“ nicht durchsetzt, ist er nicht der Bessere 😉🔥🔥🔥
      7 0 Melden
  • släppschött 03.04.2018 18:03
    Highlight Sind wir mal realistisch auch wenn Herzog gute Playoffs spielt reicht das noch lange nicht für die NHL. Erstrecht nicht bei einem Kader wie es die Maple Leafs haben... Bei einem Ligaschlusslicht wie Buffalo oder Arizona vielleicht mit viel Glück aber dazu braucht es länger gute Leistungen und nicht nur über einen Monat!
    17 2 Melden
    • Adrian Buergler 03.04.2018 18:15
      Highlight @släppschött: Nein, ins NHL-Kader wird es nicht reichen. Aber ins Trainingscamp vielleicht schon.
      12 1 Melden
  • w'ever 03.04.2018 16:35
    Highlight kurze frage:
    da hab ich also gestern mein erstes hockey spiel gesehen. muss diese "motivationsmusik" zwischen den spielunterbrechungen und nach einem tor eigentlich unbedingt sein? findet die mehrheit der fans diese lässig?
    7 33 Melden
    • natalie74 03.04.2018 17:02
      Highlight Hast Du Dein erstes Spiel am Fernseher oder Dein erstes Spiel im Stadion gesehen?
      Am Fernseher mag es störend wirkend, im Stadion gehört's dazu, finde ich.
      28 2 Melden
    • Einer Wie Alle 03.04.2018 17:07
      Highlight Mir gefällts, aber ich kann nur für mich schreiben.
      24 1 Melden
    • Mia_san_mia 03.04.2018 18:39
      Highlight Ich finde das gut.
      17 0 Melden
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  • PizzaPestoni 03.04.2018 12:42
    Highlight Ein super Spieler, würde es ihm wirklich gönnen, falls er den Sprung schaffen würde.

    Die Nati Linie des Z ( Herzog, Schäppi, Balti) spielt überragend in den Playoffs, sie sind massgeblich am Höhenflug des Z beteiligt.
    92 4 Melden
    • NichtswissenderBesserwisser 03.04.2018 13:02
      Highlight Piuuuuuuuuus nicht vergessen! 😄
      52 4 Melden
    • Einer Wie Alle 03.04.2018 14:10
      Highlight Ich sehe Klein, Phil Baltisberger und Flüeler auch noch massgeblich am Höhenflug beteiligt! Und natürlich de Freddi :-)
      41 3 Melden
    • KönigHockey 03.04.2018 14:25
      Highlight Eigentlich sind beim Z im Moment alle im Hoch und enorm stark!
      36 3 Melden
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Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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