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25.02.2014; Bern; Eishockey NLA - SC Bern - Rapperswil-Jona Lakers : Trainer Guy Boucher (Bern) (Christian Pfander/freshfocus)

Guy Boucher hält grosse Stücke auf Marc Reichert. Bild: freshfocus

Reichert für Dostoinov

Der SC Bern hat den dümmsten Spielertausch unserer Eishockeygeschichte eingefädelt

Zurzeit wird der wahrscheinlich dümmste Spielertausch unserer Hockeygeschichte eingefädelt: Der SCB ist daran Alexei Dostoinov (24) gegen Marc Reichert (34) einzutauschen. 

16.04.14, 12:58 16.04.14, 17:55

Update: Deal definitiv – Reichert neu in Bern, Dostoinov in Ambri

Das Tauschgeschäft ist perfekt: Ambris Stürmer Marc Reichert wechselt zum SC Bern und Berns Alexei Dostoinov nach Ambri.

Ambris Sportchef und Trainer Serge Pelletier und SCB-Sportchef Sven Leuenberger haben sich geeinigt, das Geschäft ist in trockenen Tüchern: Der SCB übernimmt den noch ein Jahr laufenden Vertrag von Marc Reichert und umgekehrt Ambri den ebenfalls noch ein Jahr laufenden Kontrakt von Alexei Dostoinov.

Es wäre der erste Transfer, der auf Wunsch von SCB-General Guy Boucher gemacht wird. Es wäre ein Spielertausch, den wir mit ein bisschen Boshaftigkeit als «Drei-Affen-Transfer» bezeichnen können. Der Ausdruck kommt aus der japanischen Kultur und steht für den vorbildlichen Umgang mit Schlechtem. Symbolisiert durch die drei Affen, die nichts sehen, nichts hören und nicht sagen. 

Wie kommt es zu diesem wahrlich abenteuerlichen Tausch? Guy Boucher, im Wesen ein moderner, kommunikativer NHL-Coach, im taktischen und spielerischen Denken im Eishockey vor dem Zweiten Weltkrieg verhaftet, will einen Spieler mit Wucht und Postur. Da schnalzt er natürlich beim Anblick von Reichert mit der Zunge: 190 Zentimeter gross, 96 Kilo schwer. 

18.03.2014; Ambri; Eishockey NLA Playoff - HC Ambri-Piotta - HC Fribourg-Gotteron; Marc Reichert (M, Ambri) nach dem Spiel (Michela Locatelli/freshfocus)

Marc Reichert: Boucher passt sein Spielertyp. Bild: Michela Locatelli

Dostoinov zu kreativ für den SCB

Nicht umsonst ist Reichert einst als «Burgdorf-Lindros» verehrt worden. Und produktiv ist er ja auch noch: 21 Punkte in 47 Qualifikationsspielen, zwei Punkte in vier Playoffpartien. Auch vom Alter her passt er bestens zum SCB. Er ist er ja erst 34. Zudem ist er ja bei den SCB Junioren gross geworden. Er passt gut in die opportunistische SCB-Kultur. Man wolle, so wird begründet, Reichert auch wegen seiner Qualitäten in der Garderobe. Sozusagen ein «Garderobe-Transfer». Warum dann nicht Todd Elik? Der ist in der Garderobe noch besser. 

Alexei Dostoinov, einer der talentiertesten jungen Stürmer, passt mit seinem Hang zur Kreativität nicht so recht ins taktische Konzept von Guy Boucher. Er hat zwar in der NLB bei Lausanne in der Aufstiegssaison einen Punkt pro Spiel gebucht. Aber beim SCB waren es letzte Saison in 44 Spielen nur 15 Punkte. Und er hat die Unart, mit Risiko vorwärts zu spielen, etwas zu versuchen, unkonventionell zu sein. Dabei verliert er halt mal ab und zu an der blauen Linie die Scheibe. Da heisst es bei Guy Boucher bald einmal: So nicht! Marsch, marsch, im System spielen. 

31.01.2014; Bern; Eishockey NLA - SC Bern - HC Ambri-Piotta; 
Alexei Dostoinov (R, Bern) gegen Patrick Sidler (Ambri) und Torhueter Nolan Schaefer (Ambri)
(Urs Lindt/freshfocus)

Alexei Dostoinov konnte sich in Bern nicht durchsetzen. Bild: freshfocus

Ambris Pelletier würde Dostoinov mit Handkuss nehmen

Gewährsleute melden, Ambris Sportchef und Trainer Serge Pelletier wolle eine Flasche Wein öffnen, wenn der Deal in trockenen Tüchern sei. Er würde einen potenziellen Nationalmannschaftsstürmer mit internationaler Postur (186 cm/90 kg) bekommen. Beim SCB hat Alexei Dostoinov gar nie eine richtige Chance bekommen. Serge Pelletier wird ihn, so der Deal klappt, in den beiden ersten Sturmreihen einbauen. 

Mit ein bisschen Boshaftigkeit darf der angestrebte Tausch Alexei Dostoinov gegen Marc Reichert als der wahrscheinlich dümmste Spielertausch unserer Hockeygeschichte bezeichnet werden: Jugend gegen Alter, Kreativität gegen taktischen Gehorsam, Unberechenbarkeit gegen Langeweile. Ein Drei-Affen-Transfer halt. 

Ambris Trainer Serge Pelletier und sein Assistent Diego Scandella, rechts, am Samstag, 23. November 2013, beim NLA  Eishockey Meisterschaftsspiel zwischen dem HC Ambri-Piotta und HC Lausanne in der Valascia Halle von Ambri. (KEYSTONE/Karl Mathis)

Serge Pelletier würde sich angeblich eine Flasche Wein genehmigen, würde der Transfer klappen. Bild: KEYSTONE



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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Pascal Mona 17.04.2014 09:28
    Highlight Im Gegensatz zu den anderen Kommentaren, gebe ich Zaugg zum grössten Teil recht!
    In Bern wird seit einigen Jahren (zu recht) über den fehlenden "Mittelbau" gesprochen und nun gibt man einen definitiv talentierten 25-jährigen ab und erhält dafür einen einen (durchschnittlichen, aber kämpferisch sicher guten) 34-jährigen?!?
    Auf die besseren Statistiken von Reichert hinzuweisen ist doch seeehr gewagt. Dostoinov hatte definitiv nicht seine beste Saison, aber wer hatte die schon beim scb? Wäre es dem Team besser gelaufen, stünde auch Dostoinov deutlich besser da. Reichert erhält in Ambri seeehr viel Eiszeit und kommt deshalb auf beachtliche 17 resp. 22 Punkte (obwohl letzte Saison mit eine - 23 Bilanz), verwunderlich dass niemand seine letzte Saison beim scb anspricht.
    Ambri hat hier den besseren Deal gemacht.

    Ach ja und noch du Django; Transfers wie Deruns, Rubin, Bärtschi usw. zu erwähnen ist doch ein Witz, diese konnten vor dem Transfer definitiv nicht als "Dumm" bezeichnet werden. Diese haben sich erst später als Fehlgriffe herausgestellt (obwohl zumindest ein Bärtschi statistisch auch bei Bern die deutlich besseren Werte als Reichert hatte).
    1 0 Melden
  • länzu 17.04.2014 01:24
    Highlight Warum Leuenberger nicht schon lange in die Wüste geschickt wurde, weiss nur Herr Lüthi. Seine Inkompetenz hat er einmal mehr unter Beweis gestellt mit diesem Spielertausch. Es zeigt sich einmal mehr, dass SL über keine Kontakte verfügt, um an gute Spieler zu kommen. Darum wird alles, was noch ohne Sauerstoffgerät Schlittschuhfahren kann, wieder nach Bern geholt. Die Reihe von Beispielen ist unendlich lang: Reichert, Neuenschwander, Krüger sind nur die aktuellsten Namen. Für das hat er jetzt so lange Zeit gebraucht. Warten wird ab, er wird sicher noch andere ehemalige Spieler finden, die gerne wieder nach Bern zurückkommen: Hänni z.B. oder vielleicht sogar Rauch. Habe gehört, dass Beutler mit einem Comeback liebäugelt. Nur zugreifen, Herr Leuenberger, damit das Durchschnittsalter bald reicht, um die Seniorenmeisterschaft zu spielen.
    An und für sich ist mir eher zum Weinen als zum lachen, denn die Hilflosigkeit, mit der Sven L. das Team zusammenstellt ist absolut beängstigend. Noch ist es nicht zu spät, ihn endlich von seinem Leiden als sportchef beim SCB zu erlösen. Nur machen, sollte man es endich.
    1 0 Melden
  • Eselsohr 16.04.2014 21:58
    Highlight Jetzt kann Marc wieder in der 26 auflaufen. Ist dieser Tausch so schlecht?
    Reichert hat in Ambri wohl seine beste Saison NLA gespielt. Ich hoffe, dass das Alter jetzt noch keine Rolle spielt. Wenn er so spielt wie in Ambri ist es ein guter Tausch.
    1 0 Melden
  • Django Gigi 16.04.2014 21:49
    Highlight Eismeister Zaugg,

    Der dümmste Transfer unserer Geschichte, oha.

    Ich kenne dümmere:
    Guggi zu Kloten
    Rubin zu Bern
    Deruns zu Bern
    Metropolit zu Lugano (Rückkehr)
    Bärtschi zu Bern
    Dino Kessler zu Bern
    Abby zu Rappi
    Steiner zu Lugano
    Und etliche mehr.

    Sie schrieben, dass die Berner schlafen und nach dem größten Scheitern aller Zeiten und Ligen nichts tun.

    Was oder wen gibt denn der Spielermarkt her zur Zeit? Blum, Abby, das war es.

    Wer will nach Bern wenn die Leaderpositionen richtigerweise indiskutabel besetzt sind?

    Dem SCB fehlt der Mittelbau. Ok, Josi, Lötscher, Gerber sind nicht verfügbar. Die Eishockey Schweiz entwickelt sich weiter, nun hat auch der SCB nach Hartley und Crawford einen NHL Coach und der genießt das Vertrauen und macht unser Eishockey besser! Lockout und einiger Spinner sei Dank. Wie damals bei Cadieux, Brooks, Bykov Chomutov, Sletvoll, Stu Robertson und Barry Thorndycraft (müssen Sie nachlesen, nicht?) oder McSorley.

    Ich mag mich erinnern, dass Klaus Zaugg von den Big Bad Bears schrieb und dass da noch was ging. Nun kommt Boucher, Rüfenacht, Reichert. Vielleicht noch Blum. Rock and Roll. Mit System, nicht wie in Zug.

    Der dümmste Transfer aller Zeiten? Reichert in die dritte Linie, Checks, Verdrängung... Läuft. Er wird größere Wirkung erzielen als Rubin, bei allem Respekt. Dostoinov passt zum viel kritisierten Törmänen Stil. Nicht zum SCB. Zu kreativ? Ja. System System System? Ja! Wo ist Nilsson? Cunti? System System System?

    Nächstes Jahr rumpelt es in der Allmend echli, übernächstes Jahr echli mee. Es braucht etwas Zeit und Geduld für einen Neubau. Bei Arno ist es genial, obwohl ohne Reto nix mehr läuft in den Playoffs. In Bern der dümmste Transfer aller Zeiten.

    Gestern fragten Sie nach dem Rockstar? Zaugg ein Eishockey Romantiker?

    Zumindest bei mir verlieren Sie langsam Ihre Glaubwürdigkeit. Ja, ich will Sie lesen. Nur Herr Zaugg, Sie sind gar nicht in Form, oder haben zu wenig System.

    Ein spannender Transfer, der im Moment absolut Sinn macht.

    PS: hätten Sie ein Ticket für Spiel fünf am Ostermontag?

    Handshake, Gigi
    7 1 Melden
  • Duc 16.04.2014 20:04
    Highlight Dostoinov mag in der NL B eine grosse Nummer sein. In der NL A fehlt im aber das Auge, um seine technischen Fähigkeiten einzubringen. Marc Reichert wird dem SCB mehr bringen, als es Dostoinov könnte.
    1 2 Melden
    • länzu 17.04.2014 01:28
      Highlight Träume weiter. Leuenberger würde besser das Team mit Spielern des eigenen nachwuchs ergänzen. Was sollen im vierten Block die Alten laufen. Dort gehören Junioren hin. Die sollen sich beweisen, dürfen aber auch noch Fehler machen. Es hätte bei den Elite A einen ganzen Block, den man gut einsetzen könnte (inkl. Torhüter). Aber das geht wohl an Leuenberger vorbei. Der geht lieber nach Kanada Spiele schauen und träumt von Spielern, die er trotzdem nie engagieren kann, weil ihm schlicht die guten Kontakte fehlen und er partout ohne Agenten arbeiten will.
      1 0 Melden
    • „Lotter“Leser 17.04.2014 06:51
      Highlight Da stimme ich definitiv zu! Bei Dost. sah man im Ansatz oft die technische Qualität - das mag zum Urteil vom Eismeister verführen... aber ein wenig über den Tellerrand hinaus geschaut, verstehe ich den Transfer und finde diesen sogar gut. Und seien wir ehrlich und diplomatisch: des Eismeisters Auftrag sind nicht die fundierten Artikel sondern die provozierenden und unterhaltsamen ;-)
      0 1 Melden
  • Licorne 16.04.2014 19:09
    Highlight Auf Reichert hätte Ambrì diese Saison nicht verzichten können. Er hat oft mirakulös gekämpft, nie aufgegeben und ich sah ihn gerne in unseren Reihen (im letzten Spiel gegen Bern war er auch der einzige Ambrìspieler, der getroffen hat). Aber er ist trotz seiner eindrücklichen Erscheinung viel zu nett, um andere Spieler zu vernaschen - auch wenn diese nur 1.50 gross wären.

    Zu Dostoinov kann ich nichts sagen, ich kenne ihn zu wenig.

    Reichert werde ich vermissen, deshalb kann ich diesem Tausch (noch) nichts Positives abgewinnen. Aber ich gönne es ihm von ganzem Herzen und hoffe, dass sie den kleinen Diamanten mit grossem Herz nicht wieder aufs Abstellgleis stellen..
    0 0 Melden
  • Brian 16.04.2014 17:27
    Highlight Typisch Klaus Zaugg = Polemik pur und Provokation auf höchstem Niveau. Wie heisst es so schön: je älter ein Wein um so besser wird er....... diese Weisheit trifft bei Klaus Zaugg wohl nicht zu.....
    5 1 Melden
    • Micha Moser 16.04.2014 18:56
      Highlight Absolut. Reisserisch wie eh und je
      1 1 Melden
    • Licorne 16.04.2014 22:26
      Highlight Definitiv. Reisserisch, provokativ und in meinen Augen auf keinem hohen Niveau. Sorry.. aber ein anderer Journalist wäre mir hier viel lieber.. er passt halt schon zum Blick..
      1 1 Melden
    • länzu 17.04.2014 01:30
      Highlight Der Zaugg ist der einzige Journi, der es auf den Punkt bringt und nicht vor den Eishockeymächtigen kuscht. Ihm ist es egal, ob er mit Lüthi, Leuenberger, Gaydoul etc. auskommt oder nicht. Mag er auch manchmal übers Ziel hinausschiessen, hat er doch mehrheitlich recht. Einen Perspektivespieler gegen einen 34-jährigen Mitläufer einzutauschen, macht definitiv keinen Sinn und zeigt die Hilflosigkeit von Leuenberger einmal mehr auf.
      1 0 Melden
    • rüfi 18.04.2014 12:05
      Highlight Länzu.....klar macht dies Sinn.Dost hatte 3 verschiedene Trainer in dieser Saison.Alle drei kamen mit der trainingsfaulen Diva nicht zurecht.Was spricht denn dann gegen einen Austausch?
      Und die Leier in Sachen Alter ist abgelutscht!Könnte dir etliche Namen nennen die auch in der diesjährien Saison trotz etlich mehr Jahren auf dem Buckel als es Reichert hat immer noch sehr wichtige Puzzlesteine sind in ihren Teams...Seger,Jenni,Von Arx,Plüss,Bezina etc.Weiter hat Reichert in Ambri bewiesen dass auf ihn jederzeit Verlass ist!
      Ich bleib dabei.....es ist mehr als sinnvoll einen Typen wie Reichert zurück zu holen!
      0 0 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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