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Denis Hollenstein hat den EHC Kloten wieder in die Spur gebracht. Bild: PPR

Dem «Verräter» sei Dank – darum ist der Ligaerhalt für Kloten plötzlich ganz nahe

Kloten hat den Ausweg aus einer scheinbar aussichtslosen Situation gefunden und steht nach dem dritten Sieg in Serie vor dem Ligaerhalt. Das hat die Mannschaft Denis Hollenstein zu verdanken.

22.04.18, 10:14 22.04.18, 17:15


Was war das wieder für ein Krimi gestern Abend in der Ligaqualifikation! Schnelle Führung für Kloten, Wende von Rapperswil und Overtime-Drama – alles war vorhanden. Ich persönlich habe im Laufe des Abends beide Mannschaften mehrmals abgeschrieben.

Am Ende jubelt aber der EHC Kloten. Zum dritten Mal in Folge gewinnt der Oberklassige in der Ligaqualifikation gegen den Unterklassigen. Zum erst zweiten Mal seit dem Abstieg verlieren die Lakers wieder einmal drei Spiele in Serie. Und zum erst zweiten Mal überhaupt gewinnt der EHC Kloten in dieser Saison drei Spiele hintereinander. Die Wende ist perfekt, der Ligaerhalt für die Zürcher zum Greifen nahe. Was ist passiert?

Die Highlights der Partie.  Video: YouTube/MySports

Denis Hollenstein ist passiert. Der Captain der Flughafenstädter ist der Grund, warum es Kloten plötzlich wieder läuft. Ausgerechnet Hollenstein, der nächste Saison für die ZSC Lions auflaufen wird. Hollenstein, der von einem Teil der Klotener Fans als «Verräter» beschimpft und – ungerechtfertigterweise – als Grund für die miserable Saison genannt wurde. 

Talent, Tore und Wille

Der Nationalstürmer hat die Serie mit seinen Toren, seinem Talent und seinem unermüdlichen Einsatzwillen gedreht. Wer diese Serie mitverfolgt hat, hat gesehen, wie gut Hollenstein wirklich ist. Er sorgt in jedem seiner Einsätze für Torgefahr. Er deckt die Scheibe ab wie kein Zweiter und läuft die Lakers-Abwehr schwindlig.

Der 28-Jährige ist klar der beste Einzelspieler auf dem Feld. Einzig Vincent Praplan könnte mit ihm mithalten. Doch der Flügel, der nächste Saison sein Glück in Nordamerika versucht, ist derzeit noch etwas in der Krise. 

Die ersten zwei Spiele kämpfte Hollenstein noch glücklos. Er schoss viel auf den gegnerischen Kasten, blieb aber ohne Torerfolg.

Hollenstein entscheidet Spiel 3 in der dritten Verlängerung.

Ab der dritten Partie kam dann endlich der Lohn: Im Rekordspiel von Kloten flog der Flügel auch in der zweiten und dritten Verlängerung noch übers Eis und schoss in der 103. Minute den entscheidenden Treffer. Es war eine Initialzündung: Im vierten Spiel traf er erneut und gestern gelang ihm mit etwas Glück der wichtige Treffer zum 3:3-Ausgleich 49 Sekunden vor der Sirene.

Röthelis Schachzug

Im Windschatten von Denis Hollenstein nehmen plötzlich andere Klotener wieder Fahrt auf. Auch Patrick Obrist, Steve Kellenberger, Tim Bozon und Tommi Santala treffen nun das Tor wieder und tragen so ihren Teil zum Erfolg der Zürcher Unterländer bei. 

Im Windschatten von Denis Hollenstein läuft auch Steven Kellenberger wieder heiss. Bild: KEYSTONE

Das ist unter anderem auch Trainer André Rötheli zu verdanken. Der 47-Jährige hat die Flügelzange mit Hollenstein und Praplan auseinandergenommen und Letzteren in die zweite oder dritte Linie verfrachtet. So bleiben nicht mehr der ganze Druck und die ganze Produktion an einer Reihe hängen und Kloten kann seine grösste Stärke ausspielen: die Kadertiefe. Denn obwohl sie eine miserable Saison einziehen, sind sie über alle vier Linien gesehen immer noch talentierter als Rapperswil.

Alle gegen Nyffeler

Die Zürcher dominierten über die ganze Serie gesehen denn auch das Spielgeschehen. In vier von fünf Partien hatten sie deutlich mehr Schussversuche zu verzeichnen. Einzig im zweiten Spiel war Rappi etwas besser (Kloten kam auf einen Corsi-Wert von 45,71%). Doch sonst kontrollierte der EHC bislang durchschnittlich über 60 Prozent aller Schussversuche.

Als Schussversuche werden Schüsse aufs Tor, Schüsse neben das Tor und an die Torumrandung und geblockte Schüsse gewertet. quelle: sihf.ch; Bild: watson, infogr.am

So gesehen ist es vor allem Melvin Nyffeler zu verdanken, dass Kloten nicht schon früher den Tritt gefunden hat. Der 23-jährige Torhüter der Lakers spielt eine unglaubliche Serie. Obwohl er in fünf Spielen zwölf Gegentreffer kassiert hat, liegt seine Fangquote bei über 94 Prozent. Er hat in den bisherigen Partien fast 50 Saves mehr machen müssen als sein Gegenüber Luca Boltshauser. 

Ausgerechnet in der Verlängerung kassiert Nyffeler ein Ei.

Gestern kassierte der frühere ZSC-Junior wieder einmal einen haltbaren Treffer – und das ausgerechnet in der Verlängerung. Doch Nyffeler ist nicht der Grund, weshalb die Lakers plötzlich wieder mit dem Rücken zur Wand stehen. Der Grund heisst Denis Hollenstein. Kriegt das Team von Jeff Tomlinson den Klotener Topskorer im nächsten Spiel nicht in den Griff, geht die Zeit der Zweitklassigkeit am Obersee weiter. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Eingestein 23.04.2018 19:01
    Highlight Dario98, Ich dachte Rappi sei A Ligist, hhhhmmm also doch B eben.
    0 2 Melden
  • Chloote 23.04.2018 06:48
    Highlight Unglaublich die Auferstehung nicht nur bei Denis Hollenstein.
    Der Siegestreffer in der 103 Minute der Overtime im Spiel Nr.3 hat die Lebensgeister im ganzen Team entgültig neu geweckt.
    Das dieser Treffer zum 3:2 Sieg durch Hollenstein erzielt wurde, war um so schöner.
    Weil er viel Kritik über sich ergehen lassen musste.
    Jetzt scheint das ganze Team einen Weg gefunden zu haben, der Rapperswil vor Probleme stellt.
    Kloten führt jetzt nach zwei weiteren Erfolgen in der Serie mit 3:2 Siegen und hat nun die Möglichkeit mit einem weiteren Erfolg am Montag in Rapperswil die Serie zu beenden.
    9 13 Melden
  • Der müde Joe 22.04.2018 16:44
    Highlight Ja es ist schön das Hollenstein doch noch etwas Charakter zeigt. Habe ihn nie so ein bodenständiges Interview geben sehen, wie nach dem Siegtreffer in der Verlängerung.
    Und jetzt kommt das grosse aber: Aber es ist seine verdammte Pflicht, als Teamleader Verantwortung zu übernehmen!
    Wenn er mit Kloten den Ligaerhalt schafft, -ja dann hat er es verdient das man ihm auf die Schulter klopft und ihn als Held feiert.
    29 6 Melden
    • San_Fernando 22.04.2018 20:22
      Highlight Er ist aber nicht der einzige vermeintliche Leader....
      14 2 Melden
  • c_meier 22.04.2018 15:18
    Highlight Dann hat also Denis Hollenstein im Verlauf der Serie entschieden, dass Kloten in der NLA bleiben soll? :)
    45 16 Melden
  • bullygoal45 22.04.2018 13:54
    Highlight Kann sich Watson (Eismeister & Co) beim Verband für eine Modusänderung einsetzten? Wenn noch de 4. Ausländer in der Liga quali und mehr folgt werden die Fans im B langsam weniger und weniger..

    Wir halten das B Budget noch 3 Jahre durch und verschwinden dann auch im Sumpf..

    „Manche Dinge vermisst man erst, wenn sie nicht mehr da sind.“
    25 33 Melden
    • Adrian Buergler 22.04.2018 15:00
      Highlight @bullygoal45: So stark ist unser Einfluss (wenn wir denn überhaupt einen haben) wohl nicht.
      42 3 Melden
  • Myk38 22.04.2018 11:55
    Highlight Schussverhältnisse 17:6 im 1. 7:16 im 2. Und 14:4 im 3. Das spiel hätte man inkl den Powerplays mit dieser Kadertiefe schon vor der Verlängerung gewinnen müssen. Kloten war hinten sackschwach. Kellenberger und Hollenstein Top. Wenn Praplan auch mal noch mitspielen würde, schaffen sie es.
    33 16 Melden
  • chr1zz 22.04.2018 11:40
    Highlight Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Also das was Hollenstein diese Saison zusammengspielt hat war seines Fürstlichen Lohnes nicht wert! Klar spielt er zur Zeit besser aber man muss es immer noch in der Realität sehen, Kloten spielt gegen einen Nati B Klub!!
    101 19 Melden
  • Dario98 22.04.2018 11:36
    Highlight Zu Praplan: 1 Assist in 5 Spielen gegen einen B-Ligist. Ich weiss ja nicht wie er das nächste Saison in der NHL "händeln" will.
    Und sonst sucht glaub ich Ambri für nächste Saison noch einen Stürmer für die 4. Linie...
    123 18 Melden
    • Vinz Roberts 22.04.2018 13:22
      Highlight In der NHL setzen sich nur die wenigsten durch. Aber der SCB wird ihn sicher gerne holen. ;)
      45 8 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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