Sport

Denis Malgin hat seine erste A-WM im Visier. Bild: ap

Malgin vor Nati-Debüt ausgerechnet gegen Russland: «Bin Schweizer im Herzen»

Im WM-Test gegen Russland spielt Denis Malgin heute Abend erstmals für die A-Nati. Ausgerechnet gegen Russland – das Land, aus dem sein Vater stammt. Doch das lässt den Schweizer NHL-Stürmer kalt.

21.04.17, 13:26 21.04.17, 17:36

Mit zwei Länderspielen gegen Russland in Freiburg und Biel steigt das Schweizer Nationalteam an diesem Wochenende in die zweite Hälfte der WM-Vorbereitung. Erstmals dabei ist NHL-Stürmer Denis Malgin. In der Vergangenheit lief er bisher einzig für die Schweizer Junioren-Auswahlen auf, letztmals vor einem Jahr an der U20-Weltmeisterschaft. Nach seiner ersten Saison in der NHL, in welcher der Center in 47 Partien 10 Skorerpunkte erzielt hat, debütiert der 20-jährige Malgin nun auch auf Stufe Nationalteam bei den Erwachsenen.

Wie für jeden Spieler aus der NHL hat Nationaltrainer Patrick Fischer an der WM in Paris und Köln auch für Malgin eine wichtige Rolle vorgesehen. Der Stürmer geht die bevorstehende Aufgabe entspannt an. «Zuerst einmal muss ich es an die WM schaffen», sagte er gestern nach seinem ersten Eistraining mit dem Team bescheiden.

In der NHL schaffte Malgin auf Anhieb den Durchbruch. Bild: Wilfredo Lee/AP/KEYSTONE

Dass er für das Turnier gesetzt ist, dürfte auch Malgin wissen. Er schob deshalb nach, dass er sehr glücklich sei, dabei zu sein, und dass er sich auf die Spiele gegen Russland freue. «Ich mache mir nicht zu viel Druck, gehe einfach raus und spiele, wie ich immer spiele. Ich versuche nicht daran zu denken, welche Rolle ich habe oder haben werde. Dann kommt es schon gut.»

«Ich bin überglücklich, wie es gelaufen ist»

Gut gekommen ist es für Malgin, der noch letzte Saison für die ZSC Lions in der NLA gespielt hatte, in dieser Saison auch in Florida. «Ich ging mit dem Traum nach Nordamerika, dass ich in der Mannschaft spielen kann. Aber ich dachte nicht, dass ich es auf Anhieb schaffe. Dank einem guten Vorbereitungscamp und einem guten Start hat es dann gereicht. Ich bin überglücklich, wie es gelaufen ist.»

Dass er sein Länderspiel-Debüt ausgerechnet gegen Russland gibt, jenes Land, aus dem seine Eltern stammen, beeindruckt Malgin nicht gross: «Ich bin ein Schweizer im Herzen, meine Nationalmannschaft war immer jene der Schweiz. Insofern ist es ein ganz normales Spiel.» Malgin dürfte an der Seite von Kevin Romy und Cody Almond spielen.

In Biel, wo das Nationalteam diese Woche trainiert, hatte Denis Malgin als Junior seine Karriere lanciert, bevor er in die Organisation der ZSC Lions wechselte. Im Mittelland war sein Vater Albert sesshaft geworden, nachdem dieser 1993 in die Schweiz gekommen war und dann viele Jahre für Olten in der NLB spielte.

Vater Albert Malgin (links) erhält 2004 die Auszeichnung als NLB-Topskorer. Bild: KEYSTONE

Welche NHL-Spieler kommen noch dazu?

Malgin ist als bisher einzige Verstärkung aus Nordamerika zum Schweizer Team gestossen. Trainer Fischer hofft, dass zumindest Sven Bärtschi (Vancouver Canucks) und Sven Andrighetto (Colorado Avalanche) noch folgen werden. Bei beiden ist aber noch offen, ob sie an der WM teilnehmen können. Bärtschi erlitt kurz vor dem Abschluss der NHL-Qualifikation eine Nackenverletzung, Andrighetto leidet an Leistenproblemen.

Ob sie rechtzeitig fit werden und die Freigabe ihrer Klubs erhalten, dürfte sich in den nächsten Tagen entscheiden. Erst später wird klar, ob im Lauf der WM allenfalls weitere Spieler aus der NHL, konkret aus Nashville, dazustossen werden. Fischer rechnet aber nicht mit dem Trio Roman Josi/Yannick Weber/Kevin Fiala: «So wie Nashville derzeit spielt, gehe ich davon aus, dass die drei noch lange in den Playoffs beschäftigt sind.»

Fischer: «Nun folgt Stufe zehn»

Gegen die Russen ebenfalls noch nicht dabei sind die Spieler der beiden Playoff-Finalisten Bern und Zug. Fischer wird diese für die nächste Woche aufbieten. Auf rund zehn Positionen dürfte sich das Schweizer Team noch verändern. Supertalent Nico Hischier wird nicht dabei sein. In Rücksprache mit dem Spieler entschieden sich die Verantwortlichen des Nationalteams um Direktor Raeto Raffainer und Trainer Fischer dafür, die Saison des 18-jährigen Stürmers nach der U18-WM nicht mehr zu verlängern. Hischier hat in dieser Saison über 90 Partien bestritten. «Eine weitere WM wäre zuviel für ihn», so Raffainer.

Russland ist auf dem Papier der bisher klar stärkste Gegner der Schweizer Auswahl in der Vorbereitung. Fischer erwartet in den ersten beiden von total fünf Heimauftritten vor der WM temporeiche Spiele: «Frankreich war vielleicht Stufe fünf und die Slowakei Stufe acht. Nun folgt Stufe zehn.» Den unter Fischer bisher einzigen Vergleich mit Russland verlor die Schweiz an der letzten WM in Moskau 1:5. (ram/sda)

Erkennst du diese Eishockey-Stars als Bilderrätsel?

02.05.2000: In St. Petersburg schreibt ein SMS Hockeygeschichte

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

31.03.2009: Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweizer Nati gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lindros88 21.04.2017 20:09
    Highlight Alle jammern die Schweiz habe so wenige gute Center, sogar der Flügel Ambühl müsse deshalb in der Nati als Center spielen, aber dann spielen 3 Center in einer Linie??? 🤦🏼‍♂️🤦🏼‍♂️
    Wenn das so stimmt (ich hoffe ja das ist ein Irrtum), dann ist Fischer endgültig nicht mehr zu helfen! Vielleicht spielt ja dann Hischier auch noch Verteidiger....?
    6 1 Melden
  • HabbyHab 21.04.2017 14:16
    Highlight "Malgin dürfte an der Seite von Kevin Romy und Cody Almond spielen." Drei Center in einer Linie? Das wäre etwas.. unnötig.
    27 0 Melden
    • Mario Siegenthaler 21.04.2017 14:50
      Highlight War auch mein erster Gedanke vorallem da wir nicht gerade mit zu vielen Centern angeben können
      20 0 Melden

Hischier trifft nach Gretzkys Sonderlob bei spektakulärem Devils-Sieg

Zum zweiten Mal gelingen Nico Hischier in einem NHL-Spiel drei Skorerpunkte. Beim 7:5-Erfolg von New Jersey in Chicago schiesst er ein Tor und leistet zu zwei weiteren die Vorarbeit.

Nico Hischier reitet in der NHL weiter auf der Erfolgswelle. Beim 7:5-Sieg der New Jersey Devils bei den Chicago Blackhawks erzielte der Nummer-1-Draft den Treffer zum 4:4, dazu liess er sich auch noch zwei Assists notieren.

Hinter Teamkollege Miles Wood wurde Hischier zum zweitbesten Spieler des Abends gewählt. Wood schoss in Chicago gleich drei Tore. Bemerkenswert war die Aufholjagd der New Jersey Devils, welche zwischen der 17. und der 37. Minute aus einem 1:4-Rückstand eine 6:4-Führung …

Artikel lesen