Sport

NLA-Playoffs 2015

Goliath bleibt gegen David am längeren Hebel – Bern und ZSC ziehen in die Halbfinals

Der Titelverteidiger ZSC Lions qualifiziert sich doch noch für die Playoff-Halbfinals. Der Qualifikationssieger feiert im entscheidenden siebenten Spiel gegen Biel einen diskussionslosen 5:2-Sieg. Bern setzt sich in der Serie gegen Lausanne doch noch durch und steht in den Halbfinals, in denen es auf Davos trifft. Das siebte und entscheidende Spiel gewinnt der Cupsieger 2:1 nach Verlängerung.

14.03.15, 22:45 15.03.15, 01:41

ZSC Lions – EHC Biel 5:2 – Stand 4:3

Die Lions bestritten in der sechsten Playoff-Serie unter Headcoach Marc Crawford zum vierten Mal ein siebentes Spiel, und zum vierten Mal setzten sie sich durch. Da spielte es keine Rolle, dass der ZSC in diesem Showdown nach den Zu-Null-Siegen gegen Davos (2:0), Lausanne (1:0) und Genève-Servette (4:0) erstmals Gegentreffer zuliess.

Die Stadtzürcher agierten vor 11'200 Zuschauern im ausverkauften Hallenstadion von Beginn weg sehr entschlossen, störten früh und waren klar spielspielbestimmend. Für das wichtige 1:0 zeichnete in der 7. Minute Patrik Bärtschi verantwortlich - nach einem Wechsel der Gäste zur Unzeit.

Beim 2:0 lenkte der PostFinance-Topskorer Roman Wick einen Pass von Marc-André Bergeron unhaltbar ab. Die Lions benötigten bloss 35 Sekunden, um ihr erstes Powerplay auszunutzen. Kurz nach dem 1:2 von Gaëtan Haas (19.), der nach einem Abpraller von Lukas Flüeler reüssiert hatte, hätte Robert Nilsson den ZSC beinahe wieder mit zwei Toren in Führung gebracht, doch rettete der Bieler Keeper Simon Rytz spektakulär.

Der ZSC jubelt im entscheidenden 7. Spiel. Bild: KEYSTONE

Das Verpasste holte der starke Mike Künzle in der 29. Minute nach. Der 21-Jährige liess Oliver Kamber alt aussehen, provozierte einen Abpraller und verwertete diesen gleich selber. 161 Sekunden später bereitete Künzle das 4:1 des im Slot völlig freihstehenden Morris Trachsler vor.

Biel gelang in der 48. Minute durch Pär Arlbrandt nur noch das 2:4 - der Schwede schoss in Überzahl seinen fünften Treffer in dieser Serie. Das 5:2 von Ryan Shannon (60.) war ein Schuss ins leere Gehäuse.

Erfreuliches hatte es für den ZSC schon vor der Partie gegeben, bestritt doch Captain Mathias Seger, der am 27. Januar im Heimspiel gegen Zug ein Fraktur am rechten Unterarm erlitten hatte, sein Comeback - wie auch Mark Bastl, der gar seit dem 18. November ausgefallen war.

Für einmal fand Kevin Schläpfer mit seinen Bielern kein Mittel. Bild: KEYSTONE

Die Bieler dagegen hinterliessen den Eindruck, als hätten sie die Saison schon mit dem 3:1-Heimsieg am Donnerstag beendet. Es fehlte den Gästen lange Zeit so ziemlich an allem, das Defensivverhalten war teilweise dilettantisch. Im zweiten Drittel lautete das Schussverhältnis 21:4 zu Gunsten der Lions.

Das sagt alles aus. Die Seeländer waren für eine solch wichtige Begegnung schlichtweg nicht bereit. Deshalb reichte es ihnen wie 2013, als sie Qualifikationssieger Fribourg-Gottéron ebenfalls mit 3:4 Siegen unterlegen waren, erneut nur zu einer Ehrenmeldung und können nun die Bagger das alte Eisstadion abreissen. Insgesamt kann Biel aber mehr als stolz sein auf die Saison.

SC Bern – HC Lausanne 2:1 – Stand: 4:3

Bern setzt sich in der Serie gegen Lausanne doch noch durch und steht in den Halbfinals, in denen es auf Davos trifft. Das siebte und entscheidende Spiel gewinnt der Cupsieger 2:1 nach Verlängerung.

Bern stand bereits mit einem Bein im Halbfinal, als Lausanne seinen Torhüter heraus nahm und durch den Finnen Harri Pesonen 50 Sekunden vor dem Ende doch noch zum 1:1 ausglich.

In der 60. Minute gelingt Lausanne doch noch der Ausgleich. Bild: KEYSTONE

Und als alle bereits mit der Verlängerung rechneten, hätte sich Bern beinahe doch in der regulären Spielzeit aus der Affäre gezogen. Doch der Abschluss von Byron Ritchie zehn Sekunden vor dem Ende prallte vom Pfosten zurück. Ein Pfostenschuss stand auch am Ursprung des Berner Siegtreffers. Marc-André Gragnani traf den Pfosten, Joensuu profitierte vom Abpraller und sorgte für die grossen Jubelstürme in der ausverkauften PostFinance-Arena. 

Berns Sieg in diesem entscheidenden Spiel war letztlich verdient. Aber wie eng diese Serie verlief, zeigt nicht nur die spektakuläre Schlussphase, sondern auch, dass sechs der sieben Partien mit nur einem Treffer Differenz endeten, fünf davon mit 2:1. Zwei davon endeten nach Penaltyschiessen (3. Spiel), respektive in der Verlängerung (7.). 

Bern vergab nach dem frühen 1:0 durch Christoph Bertschy (5.) eine höhere Führung bereits im Startdrittel und musste sich an der eigenen Nase nehmen, dass es nicht frühzeitig für klare Verhältnisse gesorgt hatte. 

Am Schluss jubelt der SC Bern. Bild: Urs Lindt/freshfocus

Weil Bern im Abschluss sündigte, blieb Lausanne dran. Die Waadtländer ackerten aufopferungsvoll und realisierten den späten Ausgleich nicht unverdient. Davor hatte der ehemalige Berner Thomas Déruns - ebenfalls im Powerplay - die beste Chance zum 1:1 vergeben (38.). Am Ende aber schied Lausanne zum zweiten Mal in Folge in einem siebten Viertelfinal-Spiel aus. Im Vorjahr waren die Romands an den ZSC Lions gescheitert. 

Zu den Siegern dieser Serie gehörte insbesondere auch Marco Bührer. Der 35-jährige Torhüter des SCB leistete sich in der ganzen Serie keinen einzigen entscheidenden Fehler. Rechtzeitig auf die Playoffs hin steigerte sich Bührer wieder einmal in Topform. Sein Gegenüber Cristobal Huet spielte zwar alles andere als schlecht, kassierte aber in den Spielen 4 und 5 je einen haltbaren Treffer. Nicht nur das Duell zwischen den beiden Teams, sondern auch jenes zwischen den Torhütern entschied Bern ganz knapp für sich.  (si/zap)

Hier geht's zu den Live-Tickern der Partien.

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Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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