Sport

Vier Mal wurde Plüss mit dem SC Bern Meister, nun ist mit 40 Jahren Schluss. Bild: KEYSTONE

Martin Plüss beendet seine Karriere: «The best is always yet to come»

16.11.17, 15:25 16.11.17, 17:29

Wenige Wochen nach Mark Streit tritt mit Martin Plüss ein weiterer Spieler zurück, der das Schweizer Eishockey in den vergangenen zwei Jahrzehnten geprägt hat. Der 40-jährige Stürmer war bis im Frühling Captain beim SC Bern, mit dem er insgesamt vier Mal Meister wurde, zuletzt 2016 und 2017.

Mit der Nationalmannschaft feierte Plüss seinen grössten Erfolg mit dem Gewinn von WM-Silber 2013 in Stockholm. Bei jenem Exploit war der smarte, nur 1,74 m grosse Center eine der Schlüsselfiguren im Team von Sean Simpson. Zuletzt war Plüss vertragslos. Den Rücktritt hatte er bis heute offen gelassen.

Plüss beim wertvollsten Erfolg, dem Gewinn von WM-Silber 2013. Bild: KEYSTONE

Eine Fortsetzung der Karriere blieb bis zuletzt eine Option

«Nach der letzten Saison und der Titelverteidigung mit dem SC Bern sagte mir mein Bauchgefühl, dass dies der richtige Moment sein könnte, aufzuhören und meine Prioritäten im Leben anders zu setzen», wird Plüss in einer Mitteilung des SCB zitiert. Sein Ziel, bis zum Alter von 40 Jahren auf seinem persönlichen Top-Level zu spielen, habe er erreicht.

Martin Plüss in Zahlen

Wichtigste Eckdaten. Klub: 7 Meistertitel (2010, 2013, 2016 und 2017 mit Bern, 1995 und 1996 mit Kloten, 2005 mit Frölunda/SWE; dort von 2004 bis 2008). Total 956 NLA-Spiele für Kloten (1994 bis 2004) und Bern (2008 bis 2017).
Auszeichnungen (u.a.): Dreimal wertvollster NLA-Spieler (2001, 2013, 2015). - Bester Schweizer im Ausland (2015).
Nationalteam: 236 Länderspiele (ab Saison 1997/1998 bis 2014). - Zwölf WM-Teilnahmen zwischen 1998 und 2013. - Vier Olympia-Teilnahmen (2002, 2006, 2010, 2014).
Grösster Erfolg: WM-Silber 2013 in Stockholm (Plüss damals mit 6 Assists in 10 Spielen/+6 Bilanz/171:52 Minuten Einsatzzeit total). - Persönliche Skorerwerte Wettbewerbsspiele (WM und Olympia): 56 Skorerpunkte (26 Tore und 30 Assists) in 102 Spielen. (sda)

Plüss gibt zu, dass das Weitermachen reizvoll gewesen sei und natürlich auch eine Option: «Aufgrund der noch immer voll vorhandenen Leistungsfähigkeit, der grossen Leidenschaft für das Eishockey sowie diverser verlockender Angebote.» Gleichzeitig sei ihm aber auch klar gewesen, dass irgendwann Schluss sein müsse und er diesen Schritt selber bestimmen wolle, weshalb er sich für eine halbjährige Auszeit entschieden habe.

Er habe in dieser Zeit weiterhin trainiert, sei aber auch viel bei der Familie gewesen. «So wuchs aus dem anfänglichen Bauchgefühl der Entschluss, meine Karriere als Eishockeyprofi zu beenden.»

2005 stemmt Plüss den Meisterkübel in Schweden in die Höhe. Bild: AP PRESSENS BILD

236 Länderspiele und sieben Meistertitel mit drei Klubs

Ganz nach dem Motto «The best is always yet to come» («das Beste kommt stets noch») blicke er auf eine «unglaublich inspirierende und erlebnisreiche Zeit» zurück. Er sei gespannt und freue sich darauf, wie es weitergehe, so Plüss weiter.

Mit Plüss tritt einer der ganz grossen Schweizer Eishockey-Spieler ab. Er nahm an vier Olympischen Spielen und 12 Weltmeisterschaften teil, lief 236 Mal für die Nationalmannschaft auf. Seine Karriere begann er beim EHC Kloten, als junger Spieler erlebte er die letzten beiden der vier Meistertitel in Folge Mitte der 90er-Jahre. 2004 wechselte Plüss nach Schweden, wo er mit Frölunda auf Anhieb Meister wurde. 2008 kehrte er in die Schweiz zurück, er schloss sich dem SC Bern an und feierte mit den Mutzen vier weitere Meistertitel. (ram)

2m 44s

Despacito mit Eishockey-Spielern

Video: watson/Laurent Aeberli, Reto Fehr, Lea Senn

Der SC Bern ist Meister 2017

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

02.05.2000: In St. Petersburg schreibt ein SMS Hockeygeschichte

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

31.03.2009: Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweizer Nati gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
12
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rüdiger Rasenmeier 16.11.2017 19:08
    Highlight Plüsch Ferdu heisst er doch... zumindest bei Hardboiled SCB 🤣
    5 0 Melden
  • Aareschwumm 16.11.2017 18:36
    Highlight Danke für alles. Du bist wahrlich ein grosser.
    6 0 Melden
  • Der müde Joe 16.11.2017 17:20
    Highlight Ich hätte ihn gerne nochmal im Kloten-Dress gesehen, er wäre sicher eine enorme Verstärkung gewesen. Aber hüt ab für seine Karriere!🧢👏🏼
    4 0 Melden
    • MARC AUREL 17.11.2017 09:33
      Highlight Er wusste schon wieso nicht joe...
      1 3 Melden
  • Thurgauo 16.11.2017 16:03
    Highlight Schade, mit Plüss und wohl auch bald Seger geht eine Ära zu Ende. Danke für alles!
    46 0 Melden
  • Tikkanen 16.11.2017 15:44
    Highlight ...Plüss, ein wahrer Titan👏🏻Merci🍻
    72 10 Melden
    • Yotanke 16.11.2017 16:22
      Highlight ist halt ein Zürcher.
      22 46 Melden
    • Jürg Müller #BringBackHansi 16.11.2017 17:03
      Highlight Häuptling Tatanke, der musste sein, ja ?

      Von mir wars glaub das erste ❤️ für Esa. Aber hast auch eins bekommen 😅.
      1 2 Melden
    • MARC AUREL 16.11.2017 19:10
      Highlight Inzwischen mehr Berner als Züzi! Er hat nicht vor von Bern wegzuziehen...
      7 7 Melden
  • Balfur 16.11.2017 15:27
    Highlight Danke für aues, Plüssi!
    71 0 Melden
    • Yotanke 16.11.2017 15:31
      Highlight Nebst dem kantonalen Finanzausgleich wo ihr immer viel Geld aus Züri bekommt, habt ihr auch noch Plüss geholt.
      25 83 Melden
    • AlpenMaradona 16.11.2017 17:44
      Highlight @Yotanke

      15 3 Melden

Das denken die Kloten-Fans von Hollenstein. Und er reagiert, naja: eiskalt

Servette holt einen wichtigen Zusatzpunkt im Strichduell gegen Ambri. Auch Langnau, Lausanne und Biel holen Siege im Kampf um die Playoffs.

Kloten ist nach 25 Runden bei 18 Niederlagen angelangt. Der siebtplatzierte EHC Biel hingegen erreichte beim 3:2 gegen den Tabellenletzten im zweiten Spiel unter Interims-Coach Martin Steinegger den zweiten Sieg.

Zu reden gab aber vor allem die Fan-Akton gegen Denis Hollenstein. Er meinte ziemlich trocken: «Ich muss Profi bleiben. Ich war lange in Kloten. Der Wechsel ist vielleicht etwas speziell. Aber so ist das Business.»

Im Derby gegen die ZSC Lions (1:4) war Kloten mit einer Gegentor-Triplette …

Artikel lesen