Sport

Ob Kanada auch 2018 Olympia-Gold holen kann, wenn es auf seine besten Spieler verzichten muss? Bild: LASZLO BALOGH/REUTERS

NHL-Stars und Hockey-Fans hässig – Reaktionen auf den Olympia-Verzicht

Die Besitzer der NHL-Teams haben sich gegen eine Teilnahme ihrer Spieler an den Olympischen Spielen 2018 ausgesprochen. Ein Entscheid, der besonders von den Betroffenen kritisiert wird.

04.04.17, 08:35 04.04.17, 08:53

Keine NHL-Stars in Pyeongchang: Die Teambesitzer entschieden, den Ligabetrieb nicht zu unterbrechen. Das Eishockeyturnier der Olympischen Winterspiele 2018 wird so zu einem Wettbewerb zweitklassig besetzter Nationalteams werden. Denn die besten Spieler der Welt sind in der NHL in Nordamerika engagiert. Sport-Fans werden so um ein Spektakel gebracht und die Akteure um einmalige Erfahrungen.

«Die Spieler sind extrem enttäuscht und mit dem Entscheid der NHL nicht einverstanden.»

Spielergewerkschaft NHLPA

Mit den Olympischen Spielen 2018 (Pyeongchang/Südkorea) und 2022 (Peking) in Asien stünden einzigartige Möglichkeiten vor der Tür, schreibt die Spielergewerkschaft NHLPA. «Die Möglichkeit, unseren Sport und dessen beste Spieler auf einer enorm grossen internationalen Bühne zu präsentieren.» Der Entscheid der NHL schränke das Wachstum ein. «Er ist sehr unglücklich für den Sport, die Spieler und Millionen treuer Eishockey-Fans.»

«Scheisse. Ich verstehe das nicht. Wir können nicht mitreden. Wer auch immer diesen Entscheid gefällt hat, sie hatten keine Ahnung, was sie damit anrichten.»

Erik Karlsson (Ottawa Senators, Schweden)

Zieht Owetschkin seine Ansage durch?

Stars wie der Russe Alexander Owetschkin hatten bereits vor der Olympia-Absage erklärt, 2018 in jedem Fall dabei zu sein. Der Besitzer der Washington Capitals will ihm und allen anderen Spielern, die bei Olympia mitspielen wollen, keine Steine in den Weg legen. «Wie soll ich das ablehnen, wenn sie für ihr Land spielen wollen?», fragte Ted Leonsis im Dezember. «Ich könnte dafür gebüsst oder in einer anderen Form bestraft werden. Aber ich fühle mich den Spielern verbunden.»

Henrik Lundqvist (New York Rangers, Schweden)

«Enttäuschende Nachrichten. Eine grosse Möglichkeit, den Sport auf der grössten Bühne zu vermarkten, wird vertan.»

«Aber am schlimmsten ist, dass die Spieler beim aussergewöhnlichsten Sport-Anlass der Welt nicht dabei sein können.»

Das Problem: Aus Gewerkschaftskreisen ist das Gerücht zu vernehmen, wonach die NHL die Teambesitzer dazu aufrufe, Spieler nicht für eine Olympia-Teilnahme freizustellen. Die Liga könnte als Druckmittel eine lange Sperre dieser Akteure androhen. Und eine solche würde wohl mehr wirken als eine Geldstrafe. Ausserdem soll dem US-Verband sanft die Pistole auf die Brust gedrückt werden. Schliesslich wird dieser finanziell von der NHL unterstützt und dürfte deshalb keine NHL-Spieler aufbieten, selbst wenn diese gerne nach Südkorea reisen würden.

«Eishockey ist eine der grössten Wintersportarten. Hier wird eine grosse Gelegenheit verpasst, den Fans das beste Hockey zu zeigen.»

Dylan Larkin (Detroit Red Wings, USA)

Profiteur des Zwists könnte die National League A sein. Schliesslich geniesst die Schweizer Liga nicht erst einen guten Ruf, seit ZSC-Stürmer Auston Matthews im letztjährigen Draft als Nummer 1 gezogen wurde. Die Löhne sind gut, das Land ist schön, die Wege sind kurz – und die NLA pausiert während Olympia. Paradiesische Zustände wie während der Lockout-Saisons in der NHL, mit Superstars in fast jedem Schweizer Klub?

Wessen Kontrakt in der NHL ohnehin ausläuft, wer in Nordamerika schon genügend verdient hat und mit seiner Nationalmannschaft eine Medaillenchance in Pyeongchang sieht, könnte sich dazu entscheiden. Natürlich ist für diese Spieler auch die russische KHL zu einer valablen Option geworden.

Wird aus Biels Micflikier ein kanadischer Olympia-Held?

Wie krass anders die Teams der grossen Nationen aussehen, wenn sie keine NHL-Spieler haben, zeigt ein Vergleich der Zeitung Globe and Mail. Sie hat zwei mögliche kanadische Teams zusammengestellt. Sind im A-Team lauter Titanen wie Carey Price, Shea Weber, P.K. Subban, Sidney Crosby, Connor McDavid oder Steven Stamkos versammelt, wurde das B-Team ohne NHL-Stars zusammengestellt. So könnten aus Daniel Vukovic (Servette), Cory Emmerton (Ambri) oder Jacob Micflikier (Biel) plötzlich Olympia-Teilnehmer werden.

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  • 4%Das ist mir egal, ich schaue eh nur Eiskunstlauf.

Dies wiederum könnte zu einer Chance für die Schweizer Nationalmannschaft sein, 2018 zu überraschen. Denn die Nati muss deutlich weniger Ausfälle von NHL-Spielern verkraften als die Top-Nationen. Ein Fakt, über den auf watson.ch im Verlaufe des Tages eine Einschätzung von Eismeister Zaugg publiziert wird.

Olympia-Organisatoren hoffen weiter

Die Organisatoren der Olympischen Winterspiele 2018 geben die Hoffnung auf eine Teilnahme der besten NHL-Spieler beim Eishockey-Turnier in Pyeongchang noch nicht auf. Es gebe noch Zeit «für sinnvolle Diskussionen» über die Olympia-Teilnahme zwischen der nordamerikanischen Profiliga NHL, der Spielergewerkschaft NHLPA, dem internationalen Eishockeyverband IIHF und dem Internationalen Olympischen Komitee IOC, sagte Nancy Park, die Sprecherin des Organisationskomitees Pyeongchang 2018. Sie sei zuversichtlich, dass eine «Lösung gefunden wird.» (sda)

Diese Eishockey-Legenden sind im Triple-Gold-Club

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

02.05.2000: In St. Petersburg schreibt ein SMS Hockeygeschichte

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

31.03.2009: Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweizer Nati gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • greeZH 04.04.2017 14:04
    Highlight Scheint mir gewisse Eishockeyverantwortliche haben keine Ambitionen ihren Sport weltweit bekannt zu machen. Ja ich weiss, ein grosser Teil der Erde wird es mangels Schnee und Infrastruktur sowieso nie spielen. Der asiatische Markt wäre aber eine Chance. Hat sogar die NHL schon gemerkt, deshalb lassen sie bald Spiele in China austragen. Und jetzt ziehen sie den Stecker für Südkorea. Ja mol, clever. Fussball, Basketball, Rugby und andere wachsen unterdessen schön weiter.
    4 0 Melden
  • länzu 04.04.2017 11:24
    Highlight Was sind denn das für arrogante, geldgierige A.......? Und wieso macht die, doch sonst sehr stark,e Spielergewerkschaft nicht massiv Opposition? Das muss unbedingt noch umgebogen werden.
    18 1 Melden
  • whatthepuck 04.04.2017 11:06
    Highlight Da geht sie dahin, meine Motivation mir für die Playoffs ein NHL.TV-Abo zu lösen. Reddit-NHLStreams all the way. Dieser Liga zahle ich keinen Rappen mehr. Werde entsprechend auch keine mysports-Dienste o.Ä. lösen, oder sonstige Produkte konsumieren, die direkt oder indirekt Einnahmen für die NHL verursachen.

    Ich hoffe sehr, dass die Russen um Alex Owetschkin ihren Worten Taten folgen lassen und die Lust für ihr Land spielen zu wollen über die Gier dieser verblendeten Business-Ä***** stellen.
    40 0 Melden
  • die 200 04.04.2017 10:32
    Highlight So eine unglaubliche Arroganz ist echt nicht zu glauben!!! Eine nationale Liga über die Olympischen Spiele zu stellen finde ich schlichtweg eine unerhörte Frechheit gegenüber Sportlern und Fans!!!
    Und dann noch von einer Liga wo nicht mal das sportliche zählt (kein Auf- oder Abstieg), sondern bloss das Geld regiert... Shame on NHL!!!!!!!!!!
    32 2 Melden
  • sansibar 04.04.2017 09:52
    Highlight Es wären durchaus sinnvolle Lösungen möglich gewesen! Reduzierter Spielbetrieb in der NHL oder die Auflage dass jeder Club maximal 3 Spieler ziehen lassen muss, mit einer Art "Draft" der Nationaltrainer... Die Bundesliga hat ja so ein System beispielsweise wenn Olympia ist.
    23 0 Melden
  • Predator1997 04.04.2017 09:52
    Highlight Macht mich richtig traurig. Hockeytechnisch war Olympia für mich immer ein Highlight.
    44 1 Melden
    • lily.mcbean 04.04.2017 11:36
      Highlight In meiner Ansicht sogar das einzig richtig spannende an Olympia!
      26 1 Melden
  • Scaros_2 04.04.2017 09:44
    Highlight Mal wieder kurzfristiges Denken. Lieber keine pause und die Einnahmen haben in der Zeit wo es kein Football etc. gibt als eine Langzeitstrategie zu verfolgen in der man einen Markt erobert der noch das Potential hat hohes Wachstum zu haben.
    18 1 Melden
  • släppschött 04.04.2017 09:00
    Highlight schade schade wieder gehts mal nur ums Geld...
    30 3 Melden
  • Schnuderbueb 04.04.2017 08:52
    Highlight Warum die Aufregung? Während den Sommerspielen, spielen ja auch nur 2. Klassige Fussballteams. Olympia ist sowieso ein Auslaufmodel.
    4 72 Melden
    • MacB 04.04.2017 09:46
      Highlight Sommerspiele = U23 Turnier, ist nicht zu vergleichen.
      43 3 Melden
    • sevenmills 04.04.2017 10:41
      Highlight Wieso ist Olympia ein Auslaufmodell?
      19 0 Melden
    • satyros 04.04.2017 11:04
      Highlight Wenn schon mit Fussball vergleichen, dann richtig: Stell Dir vor, es ist WM und die Topligen möchten im Sommer lieber durchspielen.
      22 1 Melden
    • Schnuderbueb 04.04.2017 12:05
      Highlight sevenmills: Weil es nur noch ein Mammon, Diktatoren und Doping Event ist. Die haben auch einige Gegenden in der zivilisierten Hemisphäre per Volksentscheid bestätigt.
      satyro: Eben! WM ist nicht Olympia! Zumindest im Fussball. Zum Glück sehen das die Bündner anders als die Watsonleser.
      3 6 Melden
    • satyros 04.04.2017 15:21
      Highlight WM ist auch beim Hockey nicht Olympia. Die WM ist dort eine zweitklassige Veranstaltung. Vergleichbar mit dem olympischen Fussballturnier. Bei Mammon, Doping und Diktatoren hast Du allerdings recht. Aber Du wirst ja nicht ernsthaft behaupten, die FIFA sei auch nur einen Deut besser als das IOC?
      3 0 Melden
    • Schnuderbueb 04.04.2017 20:28
      Highlight Habe ja niemals behauptet der eine oder andere sei besser. Sind alles Verbrecher.
      1 1 Melden
  • Der müde Joe 04.04.2017 08:50
    Highlight Die Nhl könnte ja den Spielbetrieb wärend den Olympischen spielen reduziert weiterführen (max. 2 Spiele pro Woche). Ahl Spieler könnten sich in Szene setzen und der Saisonverlauf wird nur minimal tangiert.
    27 3 Melden
    • satyros 04.04.2017 11:05
      Highlight Und wer soll sich das anschauen, wenn gleichzeitig die besten der Welt um olympisches Gold kämpfen?
      4 3 Melden
    • Der müde Joe 04.04.2017 11:12
      Highlight Ganz einfach, man setzt die NHL-Spiele dann an, wenn Canada oder die USA spielfrei haben. Und Zeitlich sollten die Spiele (Zeitverschiebung) sich auch nicht groß tangieren.
      6 1 Melden

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