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Auf dem Eis schenkten sich Martin Plüss und Mathias Seger nichts. Bild: Urs Lindt/freshfocus

Mit 40 nochmals im Playoff-Final – Seger adelt seinen «Seelenverwandten» Plüss

Vor dem Playoff-Final zwischen Bern und Zug analysiert der eine NLA-Saurier den anderen. ZSC-Captain Mathias Seger spricht mit der Nachrichtenagentur SDA über seinen langjährigen Hockey-Copain Martin Plüss, der heute seinen 40. Geburtstag feiert.



Martin Plüss und Mathias Seger gehören zu einer aussterbenden Spezies. Die beiden langjährigen Nationalmannschafts-Gefährten gehören zu den letzten NLA-Dinosauriern. Die beiden Häuptlinge sind aber beide noch kein Fall für die Hall of Fame. Rekordmann Seger wird seine Karriere in der Lions-Organisation um eine 19. und letzte Spielzeit verlängern. Der SCB-Captain Plüss gehört im Playoff-Showdown gegen den EV Zug gar zu den Protagonisten. Seger sagt über seinen Kumpel: «Er hat einen beeindruckenden Weg gemacht und ist ein Vorbild für alle.»

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Gut möglich, dass der 40-jährige Zürcher Plüss – heute feiert er Geburtstag – sein Palmarès mit einem sechsten NLA-Titelgewinn vergoldet. Nicht auszuschliessen ist weiterhin eine Fortsetzung seiner 24-jährigen Profi-Laufbahn ausserhalb der Stadt Bern. «In ihm stecken ganz bestimmt noch ein paar Jahre Hockey», ist Seger überzeugt und holt zu einer mittleren Laudatio aus: «Vor ihm ziehe ich den Hut. Was er noch immer zeigt und leistet, ist unfassbar gut. Sein Biss ist beispiellos, seine Konstanz ist herausragend.»

«Er blieb klein, ich bin gewachsen.»

Seger über Plüss

Die Ur-Gesteine sind seit bald drei Jahrzehnten Weggefährten. «Sie sind die letzten Mohikaner, aber sie werden verschwinden», sagt Arno Del Curto über das Duo. Sie spielten nie in den gleichen Klubs, aber auf allen Stufen in denselben Verbands-Auswahlen. Irgendwie seien sie Seelenverwandte, schmunzelt Seger. Bereits in den Achtzigerjahren kreuzten sie im Schulbubenalter die Holzstöcke: «Ich bei Uzwil, er bei Kloten. Wir lieferten uns harte und gute Duelle.»

Aus dem Kleinen wurde doch ein Grosser

Im Team Zürich lernten sich die beiden «Spätentwickelten» (Seger) besser kennen und schätzen. Zusammen wurden die beiden schmalbrüstigen Talente an das renommierte Pee-Wee-Turnier in Québec eingeladen. «Uns verband damals, dass wir zu den Kleinsten gehörten», kommt Seger im Zusammenhang mit der inoffiziellen Moskito-WM in den Sinn. Und er flachst: «Er blieb klein, ich bin gewachsen.»

Plüss sei schon immer der «kleine, bullige Spieler gewesen, einer mit dem absoluten Willen, sich durchzuzwängen. Er musste sich gegen körperlich Überlegene durchsetzen. Das machte ihn zu jenem Akteur, der er heute ist.» Der Hockey-Instinkt von Plüss sei Gold wert: «Er war nie nur Konsument, sondern immer einer, der sich zu jeder Aktion ernsthafte Gedanken machte. Vorbereitung, Ablauf, Taktik – das alles beschäftigt ihn bis zum heutigen Tag.»

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Mathias Seger und Martin Plüss kommen zusammen auf 544 Länderspiele. Bild: Andy Mueller

Und trotz gewisser Startnachteile, kaum ein Scout hat sich in den Neunzigern ernsthaft mit einem 1,72 Meter kurzen Center auseinandergesetzt, stieg Plüss zur NLA-Ikone auf. «Dank seiner Erdverbundenheit und seiner Klubtreue hat er sich in einem Business behauptet, das sich schnelllebiger anfühlt und von immer mehr externen Faktoren beeinflusst wird.» Seine sympathische Zurückhaltung gegen aussen hin, sein stabiles familiäres Umfeld, seine positive Art könnten matchentscheidend sein, vermutet Seger.

Sonderstatus für den Pionier

Die Ex-Junioren haben sich parallel zu international respektierten Grössen entwickelt; zusammen kommen sie auf 544 Länderspiele. Seger attestiert Plüss, die Entwicklung im Schweizer Klub-Hockey massgeblich geprägt und forciert zu haben. «Er kam zu einem Zeitpunkt an, als sich nur wenige für das Ein- und Auslaufen interessierten. ‹Plüssi› war ein Vorreiter, er lebte eine neue Form von Professionalität vor», verleiht der 16-fache WM-Starter dem zwölffachen WM-Teilnehmer den Status eines Sonderbotschafters.

ARCHIVBILD ZUR MELDUNG DES SC BERN ZUM VERZICHT AUF EINE VERTRAGSVERLAENGERUNG MIT MARTIN PLUESS, AM DONNERSTAG, 16. FEBRUAR 2017 ---- SC Bern Spieler Martin Pluess laeuft aufs Eis, vor dem Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und dem EHC Biel, am Samstag, 14. Januar 2017 in der PostFinance-Arena in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Martin Plüss ist beim SCB noch immer eine Schlüsselfigur. Bild: KEYSTONE

Er sei wie Mark Streit, der sich als erster Schweizer Feldspieler in der NHL etablierte, ein Pionier gewesen, der es gewagt habe, in die starke schwedische Liga zu Frölunda nach Göteborg zu wechseln. «Für mich geniesst er gemessen an dem, was er erreicht hat, fast eine zu geringe Bedeutung in der Öffentlichkeit.» Die gescheiterten SCB-Vertragsgespräche mit Plüss kann Seger nicht nachvollziehen: «Er besitzt eine gewaltige Leadership und erreicht bestimmt noch immer die besten Fitnesswerte.» (pre/sda)

Ohne Martin Plüss: Der 1000er-Klub des Schweizer Eishockeys

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Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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