Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06563408 Silver medalists of Team Germany stand in line during the medal ceremony after the Men's Ice Hockey Gold Medal Game between the Olympic Athlete from Russia (OAR) and Germany at the Gangneung Hockey Centre during the PyeongChang 2018 Winter Olympic Games, in Gangneung, South Korea, 25 February 2018.  EPA/SRDJAN SUKI

Der heimliche Sieger des Eishockey-Turniers: Team Deutschland. Bild: EPa

So dramatisch war der Final, in dem Deutschland den Russen alles abverlangte

Das deutsche Märchen nahm kein Happy End. Die Russen vom Team OAR gewannen den spektakulären Final mit 4:3 nach Verlängerung und holten die Goldmedaille in Pyeongchang.



Das Team OAR befand sich in Gangneung auf einer Mission. Aufgrund des Fehlens der NHL-Stars als klarer Favorit angetreten, wäre für die Equipe von Trainer Oleg Snarok alles andere als Gold eine Enttäuschung gewesen, umso mehr, als zuletzt 1992 in Albertville ein russisches Eishockey-Team Olympiasieger geworden war. Allerdings mussten sich die Russen den Erfolg im Final gegen den krassen Aussenseiter Deutschland mehr als hart erkämpfen.

epa06563446 Team OAR poses for a photograph with their gold medals after winning in the Men's Ice Hockey Gold Medal Game between the Olympic Athlete from Russia (OAR) and Germany at the Gangneung Hockey Centre during the PyeongChang 2018 Winter Olympic Games, in Gangneung, South Korea, 25 February 2018.  EPA/LARRY W. SMITH

Olympiasieger: Die olympischen Athleten aus Russland. Bild: EPA

Zum Helden avancierte Kirill Kaprisow, der in der 70. Minute im Powerplay nach einem Querpass des überragenden Nikita Gussew, zuvor zweifacher Torschütze, mit einem Direktschuss erfolgreich war. Der Treffer fiel in Überzahl, nachdem Patrick Reimer wegen eines hohen Stocks auf die Strafbank musste. Ein Entscheid der hart schien, jedoch gemäss dem designierten Schiedsrichterchef der IIHF, Danny Kurmann, korrekt war: «Reimer ist für seinen Stock verantwortlich.»

4:3 Russland: Kirill Kaprisow.

«Unglaublich, dass wir jetzt Silber gewonnen haben und dennoch das Gefühl nicht los werden, dass Gold für uns bereit gelegen wäre. Wir waren verrückt genug, vor dem Turnier als Gruppe von Gold zu träumen. Vielleicht war es dieser Mut und dieser Grössenwahn, der uns so weit getragen hat.»

Jonas Müller, deutscher Spieler

In der 67. Minute hatte der deutsche Goalie Danny auf den Birken das 3:4 mit einer mirakulösen Parade noch verhindert. Die Chance vergab Ilja Kowaltschuk, der im Anschluss an den Final als wertvollster Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde.

Verlängerung: Chance Ilja Kowaltschuk.

Unfassbare Schlussphase

Das dritte Drittel war an Dramatik kaum zu überbieten. Zunächst brachte Gussew die Russen in der 54. Minute mit einem haltbaren Schuss aus spitzem Winkel zum zweiten Mal in Führung. Diese hielt aber nur zehn Sekunden, dann gelang Dominik Kahun, von Frank Mauer herrlich freigespielt, aus kurzer Distanz das 2:2 für die Deutschen. In der 57. Minute schoss Jonas Müller gar das 3:2 für den Aussenseiter.

2:1 Russland: Nikita Gussew.

2:2 Deutschland: Dominik Kahun.

3:2 Deutschland: Jonas Müller.

Und es kam noch besser für die DEB-Auswahl, musste doch der Russe Sergej Kalinin 131 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit auf die Strafbank. Die Sensation schien perfekt.

«Mein erster Gedanke, als wir die letzten zwei Minuten in Überzahl spielen konnten: ‹Oh nein!› Denn ich habe genau das, was uns passiert ist, auch als Spieler schon erlebt.»

Marco Sturm, Deutschlands Trainer

Das Team OAR riskierte alles, ersetzte Torhüter Wassili Koschetschkin durch einen fünften Feldspieler. Und tatsächlich traf erneut Gussew mit einem herrlichen Backhand-Schuss zum 3:3 – den Deutschen fehlten 55,5 Sekunden zur Sensation.

3:3 Russland: Nikita Gussew.

Russlands Führung in Extremis

Im Startdrittel waren die Russen zu einem perfekten Zeitpunkt in Führung gegangen, nämlich 0,5 Sekunden vor der Pausensirene. Das Tor erzielte Verteidiger Wjatscheslaw Woinow, dem im Slot zu viel Platz gewährt wurde. Das 1:0 ging absolut in Ordnung – der Favorit verzeichnete im ersten Abschnitt doppelt so viele Torschüsse wie die DEB-Auswahl (12:6).

1:0 Russland: Wjatscheslaw Woinow.

Im Mitteldrittel kontrollierten die Osteuropäer zunächst die Partie, allerdings suchten sie das 2:0 zu wenig konsequent. Das rächte sich. Nach einem Konter der Deutschen gelang Felix Schütz in der 30. Minute der Ausgleich, in dem er den Puck von der Seite aufs Tor brachte und ihn Goalie Koschetschkin unglücklich selber über die Linie beförderte. Das gab den Deutschen sichtlich Auftrieb, worauf es eine packende Partie wurde.

1:1 Deutschland: Schütz.

Dazjuk im «Triple Gold Club»

Nach dem Sieg der Russen, die erst die zweite Goldmedaille an diesen Winterspielen nach jener von Eiskunstläuferin Alina Sagitowa holten, gehört Pawel Dazjuk nun dem so genannten «Triple Gold Club» an, das heisst, dass er Olympiasieger, Weltmeister und Stanley-Cup-Gewinner ist. Die Osteuropäer, die mit einer 2:3-Niederlage gegen die Slowakei ins Turnier gestartet waren, traten mit einer sehr eingespielten Mannschaft an – 15 Spieler von SKA St.Petersburg gehörten zum Kader.

Für Deutschland, das im Achtelfinal die Schweiz, danach Weltmeister Schweden und Titelverteidiger Kanada ausgeschaltet hat, war Silber die erste olympische Eishockey-Medaille seit Bronze 1976 in Innsbruck. (ram/sda)

Diese Eishockey-Legenden sind im Triple-Gold-Club

Südkoreaner jodeln für den Bundesrat

Play Icon

Video: srf

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

Link to Article

Liechtenstein ist so klein, dass es fast in eine Gondelbahn passt. Wieso uns der Nachbar 1980 trotzdem abgetrocknet hat

Link to Article

Heinzers Bindung bricht – was für eine Blamage für den Olympia-Favoriten

Link to Article

09.02.1964: Die Schweiz erlebt mit der «Schmach von Innsbruck» ein historisches Debakel

Link to Article

26.02.1988: Vreni, vidi, vici

Link to Article

20.02.2014: Ein Sturz produziert das beste Photo-Finish aller Zeiten – zumindest für Profiteur Armin Niederer

Link to Article

17.02.2006: Tanja Frieden freut sich schon über den silbernen «Plämpu», als Lindsey Jacobellis ihr Gold schenkt

Link to Article

Die Geburtsstunde einer Legende: Jamaika hat 'ne Bobmannschaft!

Link to Article

Der historische Schrei des berühmtesten Münstertalers

Link to Article

Der Adler ist gelandet – «Eddie the Eagle» springt in die Herzen der Fans

Link to Article

07.02.1972: Wie «Aroma-Kaffee» Bernhard Russi zum Abfahrts-Olympiasieger machte

Link to Article

Strassenbauer, Pistencowboy, Pechvogel, Stehaufmännchen, Olympiasieger

Link to Article

25.02.1994: Am Ende strahlt die Schöne Nancy Kerrigan und das Biest Tonya Harding vergiesst bittere Tränen

Link to Article

Mit Full-Doublefull-Full springt Sonny Schönbächler zum Olympiasieg

Link to Article

16.02.2002: Der krasse Aussenseiter Steven Bradbury schreibt das schönste Olympia-Märchen überhaupt 

Link to Article

Tanja Frieden freut sich schon über den silbernen «Plämpu», da schenkt ihr Jacobellis Gold

Link to Article

Strassenbauer, Pistencowboy, Olympiasieger, Pechvogel, Stehaufmännchen

Link to Article

18.02.2006: Als die «Eisgenossen» kanadischer spielen als die Kanadier und sich für eine uralte Schmach rächen

Link to Article

23.02.1980: Das zweite «Miracle on Ice» – in neun Tagen fünfmal Olympiasieger

Link to Article

03.02.1972: «Ogis Leute siegen heute» wird zum Motto einer ganzen Nation

Link to Article

Steven Bradbury schreibt das schönste Olympia-Märchen überhaupt 

Link to Article

26.02.2002: Hexerei, von der Putzfrau geweihtes Wasser und Doping – Johann Mühlegg läuft, bis er auffliegt

Link to Article

10.02.2002: Simon Ammann, der voll geile Harry Potter der Lüfte, wird Olympiasieger

Link to Article

11.02.1972: Wie die DDR dem Vogelmenschen die Flügel stutzte 

Link to Article

12.02.2006: Die Ösi-Reporter reiben schon gierig die Hände – da klaut ein Franzose doch tatsächlich noch «ihr» Abfahrts-Gold

Link to Article

27.02.2010: Alles scheint nach dem Sturz verloren – da schwimmt sie einfach übers Eis und rettet Deutschland in den Final

Link to Article

04.02.1932: Eisschnellläufer Jack Shea wird Olympiasieger und ahnt nicht, was er damit auslöst

Link to Article

Pirmin Zurbriggen krönt seine Karriere mit dem Abfahrts-Olympiasieg in Calgary

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

24
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
24Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • 00892-B 25.02.2018 14:17
    Highlight Highlight Da habe ich mich doch tatsächlich dabei erwischt, wie ich das 3-2 der Deutschen bejubelt habe.
    Respekt, wie sich dieses Team heute geschlagen hat. Die haben sich nicht einfach durchgemogelt, die haben richtig gut mitgespielt und hätten den Sieg auch verdient gehabt.
    Hätte ev. ein Timeout bei der 2-Minuten-Strafe kurz vor Ende in der regulären Spielzeit geholfen? Marco Sturm sagt ja sogar noch, dass er ein ungutes Gefühl hatte bei dieser Strafe. Wie auch immer - Gratulation und Respekt an unsere nördlichen Nachbaren.
  • Walser 25.02.2018 11:49
    Highlight Highlight Gratulation an unsere Nachbarn im Norden. Sie haben gezeigt was möglich ist. Ich mag ihnen den Erfolg gönnen. Die Schweiz war auch stark. Manchmal bräuchte es halt auch einen „ Lucky Punch“. Kopf hoch, die nächste Chance kommt bald.
  • redeye70 25.02.2018 11:03
    Highlight Highlight Kein Grössenwahn sonder durchaus möglich. So nah dran war ein deutsches Eishockeyteam wohl noch nie. Respekt unserem nördlichen Nachbarn.
  • hcb78 25.02.2018 10:38
    Highlight Highlight Was wäre mit einem fähigen Trainer bloss alles möglich gewesen, für die Schweiz, an dieser Olympiade.
    • Ambraham 25.02.2018 11:56
      Highlight Highlight Ich hoffe, dass mit Fischer nicht für die Zeitdauer einer Olympiade verlängert worden ist 🥇🥈🥉🚮
  • Brucho 25.02.2018 10:33
    Highlight Highlight Bullys gewinnen, die Zone vor dem Tor wie eine Mauer abschirmen, Konter eiskalt verwerten, dem Puck irgendwie die Chance geben ins Tor zu fallen, schiessen aus allen Lagen, so wenige Strafen wie nur möglich nehmen, kämpfen bis zum umfallen, in die Schüsse liegen ..... hat Herr Fischer schon ein Video zusammen gestellt wie die Deutschen sich vom 1/4 Finale bis in die Verlängerung des Finales auf dem Eis verhalten haben. Nur mit einem einfachen und kleveren Gameplan ala Marco Sturm kann eine der kleinen Hockeynationen Erfolg haben. Die Deutschen haben es vor gemacht, kopieren ist erlaubt!
  • Lümmel 25.02.2018 09:45
    Highlight Highlight Und zuletzt werden die Russen dann disqualifiziert wegen Dopingmissbrauchs?
    • Moudi 25.02.2018 10:10
      Highlight Highlight Schreib dein Russen Bashing in irgend einem anderen Artikel! Von denen gibst mehr als genug!
      Hier geht's um Eishockey!
      Gratulation an die Russen und ein chapeau an die Deutschen ganz grosses Kino! BRAVO!
    • Lümmel 25.02.2018 10:23
      Highlight Highlight Mein Kommentar hatte null Prozent mit Russen-Bashing zu tun! Im Gegeteil.
    • redeye70 25.02.2018 11:00
      Highlight Highlight Dann hättest du es auch so artikulieren müssen. Habe dich auch geblitzt weil deine eigentliche Aussage so einfach nicht rüberkommen kann 😉
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nelson Muntz 25.02.2018 09:34
    Highlight Highlight Was wäre für uns ohne Fischer wohl möglich gewesen? Wir sprachen davon, die Deutschen setzen es um.
  • Normi 25.02.2018 09:25
    Highlight Highlight Sieger der Herzen

    Die Kommentatoren auf eurosport hätten auch Gold verdient :-D
    • dizzy 25.02.2018 10:16
      Highlight Highlight so wie der deutsche kommentator auf mysports,der ist voll erfrischend im gegensatz zu den schweizer schlaftabletten.bitte mehr davon🙏🏻
    • Mia_san_mia 25.02.2018 11:04
      Highlight Highlight Die Kommentatoren auf Eurosport sind sehr schlecht.
  • Mia_san_mia 25.02.2018 09:13
    Highlight Highlight Das war geil. Ich habe mitgefiebert, als wär es die Schweiz.
    • LebeauFortier 25.02.2018 09:21
      Highlight Highlight Absolut. Habe in Minute 52 eingeschaltet. Diese Deutschen hätten mehr verdient gehabt.
    • Valon Gut-Behrami 25.02.2018 09:25
      Highlight Highlight Ja! Ich traf leider nicht.😶
    • Fibeli 25.02.2018 09:34
      Highlight Highlight mia meint natürlich für die russen gell :)
    Weitere Antworten anzeigen

Daniela Ryf und Nino Schurter sind die Schweizer Sportler des Jahres

Nino Schurter und Daniela Ryf wurden an den Credit Suisse Sports Awards in Zürich als Schweizer Sportler und Sportlerin des Jahres ausgezeichnet. Den Preis für das Team des Jahres erhielt die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft.

Zahlreiche Schweizer Sportler haben 2018 Ausserordentliches geleistet, deshalb präsentierte sich das Feld der Nominierten für die Sports Awards von heute hochkarätig wie selten zuvor. Mit Triathletin Daniela Ryf und Mountainbiker Nino Schurter setzten sich im Gegensatz zum Vorjahr, als Wendy Holdener und Roger Federer triumphierten, zwei Athleten durch, die eher aus Randsportarten stammen.

Die weiteren Awards in der TV-Gala gingen an Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer (Trainer …

Artikel lesen
Link to Article