Sport

Ausgeglichene Liga? In den letzten Jahren holten immer die gleichen Teams den Stanley Cup. bilD: ap/watson

Salary Cap und Draft: Darum geht auch Pittsburghs Herrschaft wieder vorbei

Die NHL ist nicht so ausgeglichen wie gerne behauptet wird. In den vergangenen Jahren haben – wie in der Schweiz – vor allem drei Teams dominiert. Ist das Erfolgsrezept gar nur ein Mythos?

13.06.17, 13:57 13.06.17, 16:54
Adrian Bürgler
Adrian Bürgler

Der Salary Cap sorgt in der NHL für eine ausgeglichene Liga? Das stimmt nur teilweise. Seit der Einführung des Salary Caps in der Saison 2005/06 gab es zwar sieben verschiedene Stanley-Cup-Sieger. Nachdem sie sich mit den Umstellungen arrangiert hatten, dominieren aber seit 2009 (mit einer Ausnahme) drei Teams das Titelrennen in der besten Liga der Welt: Chicago, Pittsburgh und Los Angeles.

bild: watson, quelle: nhl.com

Die Pittsburgh Penguins (Champion 2009, 2016 und 2017), die Chicago Blackhawks (2010, 2013, 2015) und die LA Kings (2012, 2014) sind der SC Bern, der HC Davos und die ZSC Lions von Nordamerika. Seit 2009 gingen die Titel in der NHL mit einer Ausnahme – in der NLA ohne Ausnahme – immer an diese drei Teams. Einzig den Boston Bruins gelang es 2011, das Top-Trio zu sprengen.

Mehr Geld bringt nicht mehr Erfolg

Natürlich ist die NHL durch den Salary Cap ausgeglichener geworden. So standen seit 2009 neben den bereits erwähnten Stanley-Cup-Siegern sieben verschiedene Teams im Final. Fast die halbe Liga schaffte es also, in diesem kurzen Zeitraum zumindest einmal in den Endkampf um den Stanley Cup vorzustossen. Doch am Ende blieben diese Mannschaften gegen Pittsburgh, Chicago oder Los Angeles alle auf der Strecke.

So funktioniert der Salary Cap in der NHL

In den Salary Cap geht das Gehalt eines Spielers ein, das er pro Saison verdient. Bei Spielerverträgen über mehrere Jahre, wird das Gesamtvertragsvolumen durch Vertragslaufzeit geteilt (Bsp. Erste Saison 5 Mio. Dollar, zweite Saison 3 Mio., dritte Saison 2 Mio. So fliessen jährlich 3,33 Millionen Dollar in den Salary Cap des Teams ein). Zusammengerechnet darf die Lohnsumme einer Mannschaft aktuell nicht mehr als 73 Millionen Dollar pro Jahr betragen. 

Wie kommt es, dass trotz Salary Cap weiterhin wenige Teams die Liga dominieren können? Ist die vielbeschwörte Ausgeglichenheit der NHL durch den Salary Cap am Ende nur ein Mythos? Ja und nein. Der Salary Cap verhindert lediglich, dass ein Team dank Investoren die besten Spieler mit Unsummen anlockt und so das Gleichgewicht der Liga stört. Mehr Geld bringt so nicht automatisch mehr Erfolg, weil die Lohnmöglichkeiten begrenzt sind.

bild: watson quelle: nhl.com

Drafts sind entscheidend

Die Lohnobergrenze sorgt aber nicht dafür, dass schwächere Teams plötzlich wieder oben stehen können. Das schafft man einerseits mit gutem Management, sprich mit intelligenten Trades und einer guten Zusammenarbeit mit dem Farmteam, andererseits aber vor allem durch Drafts. So haben auch die Pittbsurgh Penguins und die Chicago Blackhawks ihre Meisterteams zusammengestellt.

Pittsburgh durfte 2003 (Marc-André Fleury, Nummer Eins), 2004 (Evegeni Malkin, Nummer Zwei) und 2005 (Sidney Crosby, Nummer Eins) dreimal in Serie sehr früh von den besten Junioren der Welt auswählen. Diese drei Spieler bildeten auch in diesem Jahr wieder die Basis für den Titel. Mit Spielern wie Matt Murray und Jake Guentzel hatten die Penguins auch Glück mit ihren Drittrundenpicks. Der frühere General Manager Ray Shero und nun auch sein Nachfolger Jim Rutherford sind durch geschickte Trades, wie beispielsweise den von Chris Kunitz, ebenfalls ein Puzzleteil zum Erfolg.

Pittsburg gewinnt den Stanley Cup 2017

Ähnlich sieht es bei Chicago aus. Die Hawks bauten ihre Meistermannschaften um die Erstrundenpicks Jonathan Toews (2006, Nummer Drei) und Patrick Kane (2007, Nummer Eins) auf. Bei Los Angeles waren es Drew Doughty, Dustin Brown oder Anze Kopitar, welche die Meisterteams prägten.

Der Salary Cap führt also erst durch die Kombination mit dem Draftystem zu einer ausgeglichenen Liga. Wobei «ausgeglichen» relativ ist. Dass Teams einige Jahre lang dominieren, lässt sich auch durch diese Massnahmen nicht verhindern. Er wird aber dafür gesorgt, dass es regelmässig zu Umstürzen kommt.

So haben die Kings nach ihrem letzten Triumph zwei von drei Mal die Playoffs verpasst. Auch die Zukunft der «Pens» nach den Karrieren von Crosby und Malkin ist alles andere als gesichert. Vieles deutet momentan darauf hin, dass jüngere Teams wie Toronto oder Minnesota in Zukunft die Penguins und Chicago ablösen werden.

Wenn Schweizer Hockey-Teams daten würden

2m 34s

So sieht es aus, wenn NLA-Teams Frauen anflirten

Video: watson

Unvergessene Eishockey-Geschichten

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

31.03.2009: Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweizer Nati gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

02.05.2000: In St. Petersburg schreibt ein SMS Hockeygeschichte

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

NHL-Star Darryl Sittler stellt einen Rekord für die Ewigkeit auf

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
25
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Connor McSavior 14.06.2017 06:55
    Highlight Natürlich kann man sagen, es war Glück mit Spielern wie Guentzel oder Sheary und Rust letztes Jahr, aber meiner Meinung nach gibt dieser Artikel dem Management und Scouting der jeweiligen Teams zu wenig Kredit: Pittsburgh z.B. hat 2015 bis Anfang Dezember schlecht gespielt und um die Playoffs gekämpft. Dann hat das Management zum einen den Coach gewechselt und zum anderen Trades gemacht, die Perfekt auf das Team zugeschnitten waren (Hagelin für Perron, etc.). Beide haben dann auf dem Weg zum Cup entscheidende Rollen gespielt.

    2 0 Melden
  • Tom Foolish 14.06.2017 05:36
    Highlight Sorry, Herr Bürgler. Sie müssen sich noch
    10 Jahre gedulden. 🤣
    2 2 Melden
  • Boogie Lakeland 13.06.2017 19:20
    Highlight Einfach mal so am Inhalt vorbei: ich find die intensive Berichterstattung zur NHL richtig geil. Man liest viel, erfährt viel und es ist Fakten basiert und nicht auf polemischen Prognosen. Danke und weiter so :-)!
    Könnte man bei der NLA auch so einführen
    88 2 Melden
    • spiox123 14.06.2017 01:27
      Highlight Da kann ich dir nur zustimmen. Was der Klaus jeweils erfindet ist nicht informativ und schon gar nicht gut zum Lesen. Bitte mehr so Berichte!
      12 3 Melden
  • Züzi31 13.06.2017 16:14
    Highlight Washington hätte anstatt dem Flügel Owetschkin, den Center Malkin ziehen müssen. Das alleine hätte mindestens 1, vielleicht auch sogar alle 3 Titel der Pens in eine andere Richtung verschoben.
    16 39 Melden
    • Gelöschter Benutzer 13.06.2017 17:01
      Highlight Warum? Die beiden sind ziemlich gleichauf, Ovi hat sogar etwas die Nase vorn. Und dann hätten die Pens immer noch Crosby, Letang und Fleury...
      40 4 Melden
    • Coliander 13.06.2017 17:31
      Highlight Darum: Center > Flügel
      21 3 Melden
    • Züzi31 13.06.2017 17:35
      Highlight Malkin macht bei den Pens die zweite Linie gleich stark wie Crosby die erste. Das ist mit einem Flügel und einem Spieler wie Owetschkin komplett was anderes.
      Pittsburgh holt 2009 den Cup nicht ohne Malkin. Deshalb sag ich sicher 1, vielleicht aber auch die anderen zwei Cups nicht.
      21 4 Melden
  • Ozy 13.06.2017 14:57
    Highlight Das Team der Zukunft sind meiner Meinung nach klar die Oilers mit McDavid, Draisaitl und Nugent-Hopkins. Nach ein paar schlaue Trades und die kommen nächstes Jahr sehr weit.
    80 7 Melden
    • Xi Jinping 13.06.2017 15:57
      Highlight hoffe es nicht.... Go Flames
      12 34 Melden
    • Gretzky 13.06.2017 21:07
      Highlight Du hast es genau erfasst. Bei den Oilers braucht es nicht mehr viel, um sie bereits nächste Saison zu einem Contender zu machen. McDavid macht ähnlich wie Crosby das ganze Team besser. Sie haben zudem in den nächsten zwei Jahren genügend Capspace, um all die jungen Talente zu binden. Die Oilers könnten wieder ganz gross werden!
      18 0 Melden
    • Connor McSavior 14.06.2017 06:48
      Highlight @Ozy das ist jetzt nach dieser Saison die offensichtliche Prognose. Allerdings darf man nicht vergessen, dass Edmonton seit 2010 4 Mal 1st overall gedraftet hat und jetzt das erste (!) Mal seit dort in den PO's war. Das nächste Jahr werden sie allerdings kein Underdog mehr sein und Teams werden auf sie vorbereitet sein, deshalb würde ich lieber noch eine Bestätigungssaison sehen, bevor ich ihnen die Zukunft "gebe". Das gleiche gilt denke ich auch für Toronto. Es gab in der Vergangenheit schon viele "One year wonders" (Colorado das letzte), deshalb warte ich lieber auf eine Bestätigung.
      4 1 Melden
    • Xi Jinping 14.06.2017 08:41
      Highlight So viele Oilers fans :(
      2 1 Melden
  • JJ17 13.06.2017 14:38
    Highlight Nimmt mich wunder was die Zukunft bringt. Auch die Edmonton Oilers könnten wieder zu alter Stärke zurückfinden. Und was aus den Las Vegas Knights wird kann auch noch niemand so richtiger erahnen.
    47 4 Melden
  • Gelöschter Benutzer 13.06.2017 14:36
    Highlight Interessant wie die Situation der Blackhawks und Penguins kaum unterschiedlicher sein könnte: Die Hawks werden wie alle Jahre wieder einen ihrer besseren Spieler abgeben müssen um unter dem Cap zu bleiben, während die Pens relativ viel Spielraum haben (schon ganz wenn Fleury weg geht). Einerseits ist das weil die Hawks die beiden teuersten Spieler der Liga haben (21 Mio. für Toews & Kane), während die Pens für Crosby, Malkin & Kessel nur 4 Mio. mehr ausgeben. Andererseits ist auch das Konzept der Pens perfekt aufgegangen, zahlreiche billige Neulinge (Guentzel, Murray, Schultz, Sheary...).
    46 2 Melden
    • Adrian Buergler 13.06.2017 14:47
      Highlight @Hotdogman: Ja, Chicago muss auch diesen Sommer wieder mit den Zahlen jonglieren.
      42 1 Melden
    • Gretzky 13.06.2017 21:09
      Highlight Zumal sie schon jetzt ein unausgewogenes Team haben. Die Hawks müssen definitiv über die Bücher
      6 0 Melden
    • Blackhawk 13.06.2017 23:00
      Highlight leider. die abgänge von shaw oder ladd oder teravainen wurden noch nicht ganz verdaut. mal schauen wer dieses jahr geht. allerdings: nichts geht über das duo toews/kane.
      1 1 Melden
    • Connor McSavior 14.06.2017 07:05
      Highlight @Hotdogman meine Rede: bei den Hawks kann man noch Seabrook, Keith, Hjalmarsson und Hossa zum "Core" der Championship Teams rechnen, dann hat man schon knapp 43 Mio von 77 Mio in nur 6 (!) Spieler investiert, und das bei allen ausser Hjalmarsson noch mind. 4 Jahre.
      Ich kann mir auch gut vorstellen, dass, wenn man Seabrook nicht traden kann, die Hawks über eine Buyout nachdenken werden.
      1 0 Melden
  • Coliander 13.06.2017 14:34
    Highlight Jüngere Teams wie Minnesota? Die sind nicht wirklich jung. Ich würde eher Sagen Toronto (Matthews, Marner) oder Edmonton mit McDavid und Draisaitl die nächsten grossen Teams werden.
    59 3 Melden
    • Adrian Buergler 13.06.2017 14:39
      Highlight @Coliander: Ja, Edmonton kann man da auch dazuzählen. Minnesota ist etwas älter als Toronto oder die Oilers, hat aber viele gute Spieler im besten Hockeyalter (Niederreiter, Granlund, Spurgeon, Scandella). Die könnten gemeinsam mit den erfahreneren Staal, Koivu oder Suter kurzfristiger etwas erreichen als Toronto oder Edmonton.
      33 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 13.06.2017 14:50
      Highlight Minnesota wird es in den nächsten Jahren weiterhin schwer haben aus der ersten Runde rauszukommen, die Konkurrenz in der Central Division ist nach wie vor gross. Wenn man sieht was Edmonton schon dieses Jahr erreicht hat, würde es mich nicht überraschen wenn sie es spätestens in 3-4 Jahren mal in den Final schaffen (vorausgesetzt ihr Management macht keine dummen Trades, man weiss ja nie bei den Oilers...).
      56 1 Melden
    • Coliander 13.06.2017 16:48
      Highlight Minnesota sehe ich eher als One Hit Wonder.
      Bei Edmonton sehe ich Parallelen zu Pittsburgh Crosby-McDavid, Malkin-Draisaitl.
      22 4 Melden
    • Gretzky 13.06.2017 21:14
      Highlight Die Wilds haben ebenfalls Probleme mit dem Cap Hit. Die werden schon diesen Sommer Federn lassen. Sie sind sicherlich ein gutes Team und vielleicht schaffen sie es sogar mal in den Final, aber ein zukünftiger Dominator sind sie bestimmt nicht. Zudem ist alles andere als sicher, dass Niederreiter nächste Saison noch dort spielen wird.
      14 0 Melden
    • Connor McSavior 14.06.2017 07:13
      Highlight Minnesota könnte auch darüber nachdenken, z.B. einen Niederreiter oder Brodin zu traden, um sie nicht "gratis" zu verlieren. Natürlich nur aus dem Grund, dass der Expansiondraft bevorsteht und sie nicht alle Spieler schützen können, aber einige Spieler schützen müssen (wegen entsprechenden Klauseln in den Verträgen).
      0 0 Melden

68 Fakten zu Jaromir Jagr, dessen NHL-Karriere mit 45 Jahren endet

Die NHL-Karriere von Eishockey-Legende Jaromir Jagr dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach zu Ende sein. Der 45-jährige Tscheche wechselt von den Calgary Flames zurück nach Tschechien. Zu seinen Ehren bringen wir 68 Fakten über den Superstar.

Jagr kehrt in seine Heimat zu seinem Stammklub Kladno zurück. Er hat wegen einer Unterkörperverletzung seit dem 31. Dezember nicht mehr gespielt und erzielte in dieser Saison lediglich ein Tor und markierte fünf Assists.

Der tschechische Ausnahmekönner hat Olympia, WM und Stanley Cup gewonnen und gehört damit zum exklusiven «Triple Gold Club». Insgesamt bestritt er 1733 Spiele in der Regular Season der NHL und liegt damit an dritter Stelle der ewigen Bestenliste. Dazu kommen 208 Partien in …

Artikel lesen