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Roman Josi kam letzte Saison in 81 NHL-Spielen der Regular Season auf 40 Assists. Bild: Mark Humphrey/AP/KEYSTONE

Wie werden eigentlich Eishockey-Assists gezählt? Diese 10 Videos zeigen es dir

«Dafür gibt's einen Assist?», fragt sich manch ein Eishockey-Fan, wenn der Speaker die in ein Tor involvierten Spieler aufzählt. Denn nicht immer ist es auf den ersten Blick ersichtlich, weshalb einem Akteur bei einem Treffer ein Assist gut geschrieben wird.

22.11.15, 13:22 12.02.18, 14:44


In der NHL fegen kürzlich die Nashville Predators die Winnipeg Jets mit 7:0 vom Eis. Dem Schweizer Star-Verteidiger Roman Josi wird dabei ein Assist zugeschrieben – für einen Schuss, der neben das Tor geht:

Video: streamable

Dafür gibt's einen Assist? Es wird wohl niemand behaupten, Josi habe mit seinem Schuss bewusst einen Angriff einleiten wollen. Viel grösser dürfte die Schar jener sein, die im Knaller von der blauen Linie einen Torschuss sehen.

Doch die Regeln sagen: Josi hat beim Tor von James Neal zurecht den zweiten Assist erhalten. Denn in den Spielregeln ist nicht festgehalten, dass ein Assist ein konstruktiver Pass sein muss. Es heisst z.B. im Regelbuch der NHL bei Regel 78, Absatz 3: «Wenn ein Spieler ein Tor erzielt, soll ein Assist demjenigen Spieler oder denjenigen Spielern (maximal zwei) gut geschrieben werden, die den Puck vor dem Torschützen zuletzt berührt haben; vorausgesetzt, dass ihn kein Gegenspieler berührt hat.»

Dafür gibt's Assists

Die National League hat für die Statistiker der Schweizer Klubs Weisungen erlassen, wann ein Spieler einen Assist gut geschrieben erhält. Wir zeigen die neun verschiedenen Situationen:

Situation 1

Tor Keith, Assists Kane, Panarin.
Panarin passt den Puck zu Kane, der weiter zu Keith passt, der trifft.
Video: streamable

Situation 2

Tor Neal, Assists Wilson, Josi.
Josi schiesst den Puck Richtung Tor, nicht aber auf den Torhüter. Wilson holt sich den Puck und passt diesen zu Neal, der trifft.
Video: streamable

Situation 3

Tor Scheifele, Assists Perreault, Wheeler.
Wheeler (neben dem Tor) passt zu Perreault. Der passt zu Scheifele, wobei der Puck von einem Gegenspieler zwar berührt wird, dieser aber keine Kontrolle über den Puck hat. Scheifele trifft.
Video: streamable

Situation 4

Tor Zuccarello, Assists McDonagh, Girardi.
McDonagh schiesst den Puck auf den Torhüter, der ihn abprallen lässt. Zuccarello verwertet den Nachschuss. Auch McDonaghs Passgeber Girardi kriegt keinen Assist gut geschrieben.
Video: streamable

Situation 5

Tor Tavares, keine Assists.
Lee passt den Puck zu Bailey. Gegenspieler Larsson bringt den Puck kurz unter Kontrolle (gut zu sehen in der Zeitlupe), bevor ihn sich Tavares schnappt und trifft.
Video: streamable

Situation 6

Tor Hanzal, Assists Duclair, Domi.
Hanzal spielt zu Duclair, der wieder zu Hanzal. Dessen ersten Schuss lässt der Torhüter abprallen, Hanzal verwertet den Nachschuss. Auch Domi, der ganz zu Beginn auf Hanzal passt, verbucht einen Assist.
Video: streamable

Situation 7

Tor Domi, Assist Stone.
Stone passt zu Domi, der wieder zurück zu Domi, welcher trifft. Domi erhält nur das Tor gut geschrieben, er kann nicht gleichzeitig auch noch einen Assist erhalten.
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Situation 8

Tor Boychuk, Assists Okposo, Nielsen.
Okposo passt zu Nielsen. Der passt zu Boychuk, welcher den Puck wiederum zu Okposo schiebt. Okposo passt zu Boychuk zurück, der schiesst und trifft.
Video: streamable

Situation 9

Dieses Beispiel ist im Grunde genommen die Beschreibung eines «gewöhnlichen» Tores. Aus der Weisung abgeleitet: «1 will den Puck zu 3 passen. Sein Pass wird durch 2 zu 4 abgelenkt. 4 gibt einen Schuss aufs Tor ab und erzielt ein Tor. Es gilt: Tor 4, Assists 2, 1.»

Situation Eigentor 1

Tor Perry, Assists Rakell, Vatanen.
Vatanen passt zu Rakell, der weiter zu Perry. Dieser schiesst den Puck an den Schlittschuh eines Gegners, von dort geht er ins Tor. Das ist kein Eigentor, weil der Gegenspieler den Puck nicht unter Kontrolle hatte. Somit dürfen Assists vergeben werden.
Video: streamable

Situation Eigentor 2

Tor Saripow.
Hat ein Spieler den Puck unter Kontrolle und ihm passiert ein Eigentor, dann wird das Tor demjenigen Spieler der gegnerischen Mannschaft gut geschrieben, der den Puck als letzter berührt hat. Assists gibt es dann keine. Im Beispiel: Philippe Furrers Eigentor an der WM 2008 gegen Russland.
Video: streamable

Die Schweizer in der NHL und der AHL 2015/16

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Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mandushandu 22.11.2015 16:39
    Highlight Danke für den informativen Artikel. Zwei kleine Anmerkungen: Bitte bei den streamable-Videos das auto-replay deaktivieren (sonst laufen 9 videos gleichzeitig) und wenn möglich das Watson-Auge unten rechts entfernen, damit man auf den Vollbild-Button klicken kann :) Merci!!
    18 0 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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