Sport

EHC Arosa plant das NLB-Comeback – so will der neunfache Schweizer Meister zurück ins grosse Hockey-Geschäft

33 Jahre nach dem finanziell bedingten Rückzug aus der NLA bereitet der EHC Arosa ein Comeback in der zweithöchsten Liga vor. Trotz Abstieg aus der 1. Liga ist das möglich: Dank der Öffnung der NLB.

09.03.15, 17:29 09.03.15, 18:00

In den 50ern dominierte der EHC Arosa um die legendären Poltera-Brüder die nationale Hockey-Szene in einem Ausmass, wie es zuvor nur dem HC Davos gelungen war. Dem Titelrausch folgte Anfang der 80er-Jahre ein Revival. Im Sog von Guido Lindemann, Reto Dekumbis und Beni Neininger setzte der EHC abermals neue Schweizer Massstäbe. 

Ein Bild aus besseren Zeiten: Der EHC Arosa feiert 1982 ausgerechnet beim HC Davos den neunten und bisher letzten Schweizer Meistertitel. Bild: KEYSTONE

Weil die Geldquellen dann aber versiegten, verschwand Arosa von der Bildfläche. Während Jahren darbte die Nummer 3 der ewigen Meisterliste am Ende der 1.-Liga-Skala, einzig im Kinostreifen «Champions» tauchte der frühere Topklub temporär wieder aus der Versenkung auf. Die sportliche Realität hingegen ist trostlos. Vor wenigen Wochen stürzten die Bündner gar in die vierte Klasse (2. Liga) ab.

Eigenständiger Klub oder Partnerschaft?

Eine regional verankerte Gruppe will den Mythos wieder aufleben lassen. Innovative Kräfte ziehen die Vorwärtsstrategie dem Fall in die Anonymität des Amateursports vor. In den kommenden Tagen werden bei der National League entsprechende Dokumente eingereicht. Geplant ist ein Budget in der Höhe von 1,6 Millionen Franken. Der Hauptsponsor (ein nationaler Reiseanbieter) prüft, das wirtschaftliche Engagement zu erhöhen. «Wir werden alle gestellten Auflagen erfüllen», erklärte Klubchef Ludwig Waidacher. 

Arosa will von der Öffnung der gegenwärtig nur neun Teams umfassenden NLB profitieren. Der Verband hat zuletzt die Aufnahmebedingungen gelockert: Es zählen nicht mehr nur rein sportliche, sondern primär strukturelle und wirtschaftliche Aspekte für eine Teilnahme am Ligabetrieb.

In einer ersten Phase peilt der EHC eine Aufnahme als eigenständiger Klub an. Es sei aber auch möglich, eine Partnerschaft mit einem NLA-Verein einzugehen, war aus dem Präsidium zu vernehmen. Tourismus-Direktor Pascal Jenny begrüsst das Projekt: «Der EHC Arosa ist eine tolle Marke im Schweizer Sport.» 

Die Eishalle Arosa ist NLB-tauglich. Bild: KEYSTONE

Fetscherin in der Pipeline 

Mit einem Transfer auf strategischer Ebene wäre im Falle eines doppelten Aufstiegs am grünen Tisch ebenfalls zu rechnen. Adrian Fetscherin, bis vor wenigen Wochen beim HC Thurgau engagiert und zuvor Kommunikationschef der GC-Fussballsektion, ist als Geschäftsführer der neuen EHC Arosa Sport AG vorgesehen. (pre/si)

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    Alle Leser-Kommentare
  • länzu 10.03.2015 00:56
    Highlight Wenn Arosa in die Nati B will, dann ist das soweit ok. Arosa sollte aber das mit Herrn Fetscherin noch einmal sehr gut überlegen. Bis jetzt ist er bei allen Clubs gescheitert, bei denen er sich angedient hat. Diese Nullnummer wird Arosa nicht weiterbringen. Fetscherin wäre wohl eher der erste Nagel im Sarg.
    6 5 Melden
  • hereal 09.03.2015 23:49
    Highlight vor einem jahr wurde erfolgstrainer andi ritsch weggehebelt,viele spieker wurde durch witzverträge weggeekelt.
    die folge war dass arosa als einer der schwächsten 2. liga absteiger aller zeiten in die geschichte eingehen wird.
    belohnt wird die unsagliche clubführung nun mit dem aufstieg in die nlb ,
    anders als die huttwil falcons;welche sportlich aufgestiegen waren,in der folge vom verbabd aber faktisch zerstirt wurden.
    der sport wird so ad absurdum geführt...!
    ein grund mehr für uns tigers,diese witzliga schleunigst zu verlassen...!rappi passt eh viel besser dorthin...!
    4 5 Melden
  • rüfi 09.03.2015 22:25
    Highlight Fetscherin der Sportchefwandervogel der Schweiz.
    Wusste ja dass was im Busch ist wenn dieser bei Thurgau abhaut!
    18 1 Melden
  • Furka74 09.03.2015 22:22
    Highlight Ich finde das Engagement großartig! Aber schießt bitte nicht schon vor Spielbeginn das erste Eigentor und macht Fetscherin zum Geschäftsführer! Bitte nicht!
    13 1 Melden
  • Fab_bu 09.03.2015 22:18
    Highlight
    Geld regiert die welt... Tradition hin oder her ich finde es einfach schade das überall im sport diese investoren mit ihren geldern meinen sie können tun und lassen was sie wollen...
    6 0 Melden
  • Gigi,Gigi 09.03.2015 18:33
    Highlight Der SC Bern ist ja auch gar nie sportlich aufgestiegen, sondern nur am grünen Tisch. (Kann man nicht oft genug wiederholen!!!)
    Obwohl mir das nur wegen dem Geld aufsteigen widerstrebt, warum nicht? Hockey ohne Arosa ist doch nur ein besseres Hornussen! Daher Hopp Arosa! Schade ist nur, dass wohl kaum ein Einheimischer B-tauglich ist.
    21 20 Melden
    • Gelöschter Benutzer 09.03.2015 19:23
      Highlight es interessiert niemanden mehr, dass der scb am grünen tisch aufgestiegen ist... ohne jetzt als scb fan angeben zu wollen... aber der scb hat im schweizer eishockey in den letzten jahren neue masstäbe gesetzt (zuschauerzahlen, gastrokonzept etc.). sportlich hätte es sicher noch besser laufen können, doch ist es auch schön, in einer ausgeglichenen liga zu spielen und für einen titel kämpfen zu müssen...
      18 15 Melden
    • Mario Siegenthaler 09.03.2015 19:38
      Highlight Ich frage mich wo sie mit so "wenig" Geld überhaut NLB taugliche Spieler finden wollen
      15 2 Melden
    • Tino Bö 09.03.2015 21:42
      Highlight i würde sagen hockey lebt auch ohne arosa weitter meiner meinung! B taublich finde ich momentan Chur aber janu es ist respektlos vom ehc arosa
      8 11 Melden
  • sevenmills 09.03.2015 18:31
    Highlight Toll, nun steuern wir also auf eine NLB mit 3 Farmteams zu, weitere zeigen Interesse. Man stelle sich das vor: Angenommen Langnau schafft den Aufstieg dieses Jahr nicht, dann spielen sie demnächst gegen Herisau, obwohl sie nicht unbedingt schlechter sind als deren Mutterteam SCRJ. Ähnliches gilt für andere Mannschaften. Das Resultat: eine geteilte NLB. Vorne die Top-Mannschaften wie Tigers, Visp, Olten und die üblichen Verdächtigen, bei denen alle spielen wollen, hinten die anderen inkl. den besseren Junioren/Farmteams. Ob das dem Eishockeyniveau in der CH dienlich ist, wage ich zu bezweifeln.
    17 10 Melden
  • Boniek 09.03.2015 18:26
    Highlight Hach, das waren noch Zeiten, als drei Bündner Vereine der NLA angehörten. Als Arosa-Kind (damals immer im Konflikt mit den doofen HCD-Kindern und ich kann den HCD immer noch nicht ausstehen) hoffe ich natürlich, dass der Plan erfolgreich umgesetzt wird.
    28 7 Melden
    • Staal 09.03.2015 20:57
      Highlight die doofen Arosa Kinder bekamen von uns Davoser auf dem Schulplatz auch Mütze.
      aber wenn es so ist lieber Arosa als die kHUREr
      12 11 Melden
  • Tino Bö 09.03.2015 18:14
    Highlight Finde ich gar nicht ok. Den ein team aus spielischen gründen abstieg sollen sie das auch!
    11 15 Melden

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