Sport

Der HC Davos nimmt die Niederlage gegen Jekaterinburg mit professioneller Gelassenheit. 
Bild: SPENGLER CUP

1:5 verloren – Na und? Der HCD liefert 2015 einfach keinen Stoff für Polemik

Eigentlich müsste das 1:5 (0:1, 1:3, 0:1) des HC Davos gegen Jekaterinburg ein Grund zur Aufregung sein. Aber 2015 ist nicht 2014.

28.12.15, 12:40 28.12.15, 16:20

Der HC Davos ist das Epizentrum des Spengler Cups. Logisch. Denn der HCD ist Besitzer aller Rechte und Organisator des Turniers. Je besser der HCD, desto besser das Turnier, desto besser für den HCD.

Arno Del Curto will mit dem HCD die Champions League gewinnen. 
Bild: SPENGLER CUP

So gesehen ist ein 1:5 zum Auftakt eigentlich ein Grund zur Beunruhigung. Ja, mit etwas Boshaftigkeit liesse sich sogar ein wenig polemisieren. Es gibt dieses Jahr ausnahmsweise sogar für die Davoser wichtigeres als den Spengler Cup. Der HCD strebt im Januar im Halbfinale der Champions Hockey League gegen das schwedische Spitzenteam Göteborg nach der europäischen Krone. Darauf konzentriert sich Arno Del Curto. Also liesse sich polemisieren, der Trainer habe zu sehr die Champions League und zu wenig den Spengler Cup im Kopf gehabt. Daher sei diese Niederlage logisch. Denn der HCD spielt so, wie der Trainer denkt.

Mit viel Tempo und guter Defensiv-Arbeit: Jekaterinburg führte den HCD am Spengler Cup vor. 
Bild: freshfocus

Aber die Grundstimmung nach der gestrigen Niederlage lässt sich am besten mit professioneller Gelassenheit auf hohem Niveau umschreiben. Gegen Jekaterinburg verloren – na und? Es gibt ja auch eine fachtechnisch unpolemische Erklärung für die Niederlage: der HCD hat gegen eine Mannschaft verloren, die defensiv perfekt UND schnell gespielt hat. Eine Kombination, die es in der NLA so nicht gibt. Ausser … vom HCD.

Aber der tiefere Grund für die erstaunliche Gelassenheit ist ein anderer: Noch nie seit dem Wiederaufstieg von 1993 war es rund um den HCD beim Spengler Cup so windstill. Im Vergleich zum Vorjahr eine erstaunliche Entwicklung.

Spengler Cup 2014. Der HCD ist das zentrale Thema. Der Unterhaltungswert ist gross. Ja, es werden sogar in aller Seriosität «Untergangs-Szenarien» entworfen. Die gehen so: ein Zeitalter geht zu Ende. Der HCD steht zwar in der Meisterschaft gut da. Auf Platz zwei. Aber es rumort. Arno Del Curto und Reto von Arx haben auslaufende Verträge.

Vor einem Jahr war der HCD am Spengler Cup das zentrale Thema. 
Bild: KEYSTONE

Sogar Kenner schliessen nicht mehr aus, dass Arno Del Curto am Ende der Saison den HCD verlassen wird. Und es wird nicht ohne Reto von Arx gehen. Wird der Vertrag mit dem Leitwolf verlängert? Und wenn nicht, tritt er zurück oder kehrt er dann am Ende gar zu den SCL Tigers zurück? Und es gibt auch Diskussionen ums Geld. 2015 wird der HCD das Turnier erstmals wieder selber vermarkten. Kann er das? Die Kritiker sind sich einig: Da hat sich HCD-Präsident wohl verrechnet. Das können die nicht. Hätte der HCD vor einem Jahr auch noch das Auftaktspiel 1:5 verloren, dann hätte es gerockt und gerollt. Der HCD liefert den Chronisten sechs Tage lang jeden Tag reichlich Stoff.

Del Curto steht ausserhalb jeder Kritik

Spengler Cup 2015. Ein Jahr ist vergangen. Die Verträge der wichtigen Spieler laufen weiter. Niemand zweifelt daran, dass Arno Del Curto im Frühjahr beim HCD erneut verlängern wird. Der HCD ist Titelverteidiger und diese Saison geht es auch ohne Reto von Arx. Der HCD hat das Turnier 2015 in Eigenregie sehr gut vermarktet. Die Organisation funktioniert bestens. Präsident Gaudenz Domenig hat sich nicht verrechnet. Arno Del Curtos Kultstatus ist grösser und strahl heller denn je. Der HCD-Trainer steht selbst nach einem 1:5 im Auftaktspiel des Spengler Cups ausserhalb jeder Kritik steht.

Der HCD kommt auch ohne Reto von Arx in dieser Saison aus.  
Bild: PHOTOPRESS

Es ist für die Chronisten beim Spengler Cup 2015 nicht einfach. Der HCD bietet zum ersten Mal seit Jahrzehnten einfach keinen Stoff für Polemik.

Die Spengler-Cup-Sieger im neuen Jahrtausend

Du hast watson gern?
Sag das doch deinen Freunden!
Mit Whatsapp empfehlen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dubox 28.12.2015 15:41
    Highlight Es kann für den HCD sehr gefährlich werden, sollte das Signal "wir nehmen den SC nicht ganz so ernst" bis zu den Zuschauern und Sponsoren durchdringt.
    7 7 Melden
    • Staal 28.12.2015 17:09
      Highlight die HCD Fans können sicher abschätzen was heuer mehr Gewicht hat ;-)
      2 3 Melden

«Eine Schande fürs Hockey!» Adler Mannheim dreht kurz vor Schluss komplett durch 

Adler Mannheim scheidet in der Champions Hockey League im Achtelfinal aus und präsentiert sich dann als miserabler Verlierer. Mehrere unsportliche Aktionen bescheren dem deutschen Vertreter eine Strafenflut und einen Shitstorm in den sozialen Medien. Mittendrin: der frühere Nati-Coach Sean Simpson.

Wüste Szenen im Champions-Hockey-League-Spiel zwischen der schwedischen Mannschaft Brynäs IF und dem deutschen Vertreter Adler Mannheim. Die Schweden setzen sich mit 2:1 durch und können somit das Achtelfinal-Duell für sich entscheiden. 

Die Schlussphase ist hitzig und kurz vor dem Ende brennen Adler Mannheim, dem Team des früheren Nati-Coachs Sean Simpson, die Sicherungen komplett durch:

Bereits der Check an Brynäs' Nummer 31 hinter dem Tor ist in einem Graubereich. Der grösste Übeltäter …

Artikel lesen