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Pro und Kontra: Kann der SC Bern seinen Meistertitel verteidigen?

Heute Abend beginnt die Finalserie zwischen dem SC Bern und dem EV Zug. Seit 2001 ist es keinem Team mehr gelungen, zweimal in Folge den Titel zu gewinnen. Der SCB nimmt in diesem Jahr den nächsten Anlauf, diesen Fluch zu durchbrechen. Zwei Sportredaktoren diskutieren im Pro und Kontra.

Klaus Zaugg und Marcel Kuchta



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Der SC Bern ist der selbstsicherste Titelverteidiger dieses Jahrhunderts: Der SC Bern wäre verwundbar, wenn sein Torhüter ein Lottergoalie wäre. Aber im Tor steht ausgerechnet der derzeit beste Schlussmann der Schweiz: Leonardo Genoni.

Der Chronist hofft alleine aus Bequemlichkeit auf einen meisterlichen Triumph des SC Bern. Eine schöne Würdigung meisterlicher Taten in blumigen Worten ist einfach. Scheitern wäre hingegen eine gewaltige journalistische Herausforderung. Weil Scheitern nichts als Langeweile bringen würde. Keine Polemik. Keine Schuldzuweisungen.

Bern hat keinen Druck

Ja, es wäre nicht einmal möglich, eine Trainerentlassung oder Spielertransfers zu fordern, wie das sonst bei einem Scheitern gang und gäbe ist. Es wäre die langweiligste Finalniederlage eines Titanen seit Einführung der Playoffs (1986). Womit wir gleich beim wichtigsten Punkt sind: den Erfolgsdruck, von dem alle Welt redet, gibt es nämlich für den Meister nicht.

Bern's goalkeeper Leonardo Genoni during the second Playoff semifinal game of National League A (NLA) Swiss Championship between Switzerland's HC Lugano and SC Bern, at the ice stadium Resega in Lugano, Switzerland, Thursday, March 23, 2017. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Leonardo Genoni ist der Berner Rückhalt. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Die Saison ist mit der Final-Qualifikation gerettet, und SCB-General Marc Lüthi ist so oder so der König von Bern. Entweder wird er nach dem Finale erneut auf einem meisterlichen Thron sitzen oder auf einem noch grösseren Haufen Geld. Der SCB ist der selbstsicherste Titelverteidiger dieses Jahrhunderts. Mit jener Zuversicht, die in der DNA grosser Sportunternehmen wie Basel, Bayern München oder eben Bern steckt.

Trainer Kari Jalonen, der auf jeden Fall auch nächste Saison an der Bande stehen wird, hat das Zweckhockey perfektioniert, und im Playoff geht es nur um Zweckhockey. Er lässt ein Hockeyschach spielen, das im Normalfall jeden Gegner mattsetzt.

ZUR MELDUNG, DASS DER FINNE KARI JALONEN NEUER HEADCOACH DES SCHWEIZER MEISTERS SC BERN WIRD, STELLEN WIR IHNEN AM Montag, 18. APRIL 2016, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - New Lev coach Kari Jalonen is seen during the KHL match HC Lev Praha vs HC Traktor Chelyabinsk in Prague, Czech Republic, October 11, 2013. (AP Photo/CTK /Michal Kamaryt)

Kari Jalonen kann glücklich sein: Er wird auch nächste Saison an der Bande des SCB stehen. Bild: AP NY

Und selbst dann, wenn es Zug gelingen sollte, dem taktischen Schachbrett zu entfliehen und zum offenen Bewegungshockey überzugehen, wird es nicht reichen: In einer Serie über sieben Spiele wird Kari Jalonen genug Zeit haben, um seine Taktik den neuen Gegebenheiten anzupassen, zu justieren und das Spiel wieder zu entschleunigen und unter Kontrolle zu bringen. Aber Harold Kreis wird nicht den Mut zu offensivem Lauf- und Tempohockey in Bern haben – aber nur, wenn er in Bern mindestens ein Mal gewinnt, kann er Meister werden.

Der SCB wäre verwundbar, wenn der Torhüter ein Lottergoalie wäre. Aber ausgerechnet diese defensiv so solide, stabile Mannschaft wird auch noch vom besten Schweizer Torhüter abgesichert. Von Leonardo Genoni.

Dem Titelverteidiger fehlt am Ende der Biss, der um Sein oder Nichtsein entscheidet

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Der EV Zug hat sich als Mannschaft, die niemand auf der Meisterrechnung hatte, bis in den Playoff-Final gekämpft. Die Sehnsucht nach dem zweiten Meistertitel wird die Zuger zum Triumph treiben.

Kaum jemand hatte vor den Playoffs den EV Zug auf der Rechnung. Eine schwache Schlussphase der Qualifikation plus zwei miserable Auftritte in den Playoffs der letzten beiden Saisons waren für die zahlreichen Zweifler Grund genug, den EVZ auch heuer vorzeitig abzuschreiben. Zug ein Meisterkandidat? Undenkbar! Und jetzt? Jetzt stehen sie im Final, diese Zuger, die keinen Kredit genossen und alle Kritiker Lügen gestraft haben.

Raphael Diaz von Zug, beim vierten Playoff-Halbfinalspiel der National League A zwischen dem HC Davos und EV Zug, am Dienstag, 28. Maerz 2017, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Raphael Diaz ist Leistungsträger der Zuger. Er trägt die Verteidigung auf seinen Schultern. Er hat aber auch ein grandioses Faible für die Offensive. Bild: KEYSTONE

Auf dem Weg in die Endspielserie gegen den SC Bern zeigte die Mannschaft genau die Qualitäten, die es braucht, um Meister zu werden. Im Viertelfinal ertrug sie die Brutalität und Unbeherrschtheit von Gegner Servette mit einer bewundernswerten Mischung aus Gleichmut und Coolness. Im Halbfinal gegen den HC Davos liessen sie sich von einem Gegner, der nie aufgab und immer wieder aufstand, nicht aus dem Konzept bringen und hatten stets die richtige Antwort parat. Genau aus diesem Holz sind Meistermannschaften geschnitzt. Mental stabil, physisch robust, taktisch gewieft und spielerisch talentiert.

Im Team von Trainer Harold Kreis sind alle Spielertypen vertreten, die es braucht, um am Ende den Pokal in die Höhe stemmen zu dürfen: Goalie Tobias Stephan gehört zu den Besten seines Fachs. In der Verteidigung zieht NHL-Rückkehrer Raphael Diaz umsichtig die Fäden, während die Bösewichte Timo Helbling und Johan Morant abräumen. Im Sturm sorgen vor allem die Ausländer für Musik. Angeführt vom bisher überragenden David McIntyre.

ZUM EISHOCKEY PLAYOFF-VIERTELFINAL ZWISCHEN DEM EV ZUG UND SERVETTE GENEVE HC STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG – Zug's defender Timo Helbling drives the puck, during the game of National League A (NLA) Swiss Championship between Geneve-Servette HC and EV Zug, at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Tuesday, December 20, 2016. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

EVZ-Verteidiger Timo Helbling gilt als Bösewicht und kann den Gegner einschüchtern, wenn es sein muss. Bild: KEYSTONE

Und dann kommt noch der Faktor dazu, der eigentlich das meiste Gewicht hat: Der Fluch der verpassten Titelverteidigung. Der SC Bern versucht, als erste Mannschaft seit den ZSC Lions im Jahr 2001, zweimal in Serie die Meisterschaft zu gewinnen. Die letzten 16 Jahre haben zur Genüge bewiesen, dass dieses Unterfangen fast unmöglich ist. Wenn es wirklich darauf ankommt, dann fehlt dem Titelverteidiger genau jener Biss, der am Ende um Sein oder Nichtsein, um Sieg oder Niederlage entscheidet. Die Zuger sind 19 Jahre nach ihrem ersten und bisher einzigen Meistertitel reif für den so lange herbeigesehnten Triumph.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Eingestein 06.04.2017 19:16
    Highlight Highlight Jaaaaa Herr Zaugg Chläisu Sportredaktor und Eismeister.
    Was Sie da veröffentlichen haben wir schon an Weihnachten gewusst. Lottergoali, Der Meister soll nicht unter Druck stehen. etc. Ja klar der Thom Lüthi ist bestimmt ein Hockeykenner und Hervorragender Geschäftsmann. Ob er König von Bern ist oder sein will? Nee, passt gar nicht. Eishockey ist Top weil so unberechenbar. Daher kann es schon sein dass es anders kommt als man denk.
  • TEE-Zug 06.04.2017 16:19
    Highlight Highlight Ein kräftiges "HOPP ZUG" und virtuelle Unterstützung von einem Bieler Fan!
  • Röschtigraben 06.04.2017 14:39
    Highlight Highlight Ich war vor 19 Jahren beim Zuger Meistertitel dabei. Es war echt spannend und dafür bin ich auch gerne fast durch die halbe Schweiz gereist.
    Nun würde ich mir wünschen, dass es wieder klappt.
    Hopp EVZ
  • Coffey 06.04.2017 13:50
    Highlight Highlight Freunde, echt jetzt? KEINEN Druck? In einer Finalserie um den Schweizer Meistertitel? Egal auf welcher Seite, natürlich ist da "Druck" vorhanden! Es gibt im Vorfeld logischerweise Argumente dafür, dass die Serie so oder so ausgehen kann. Sind aber letztlich alles Spekulationen. Die ersten brauchbaren Anhaltspunkte hat man heute Abend so um 23.00 Uhr.
  • goschi 06.04.2017 12:04
    Highlight Highlight Ich würde es Zug sehr gönnen, wenn sie dieses Jahr Meister werden würden, sie haben gezeigt, was sie können und wollen, aber Bern hat auch einfach eine tolle Saison gezeigt und als Stadtberner würde es mich natürlich auch etwas freuen, wenn der Plastikkübel wieder hierhin kommt.

    Schlussendlich hoffe ich auf eine spannende, ausgeglichene Serie mit vielen Höhepunkten, die Fair aber Hart erkämpft wird, wer gewinnt ist mir schlussendlich fast egal, ein klein bisschen mehr hoffe ich aber schon für den SCB. ;-)
  • Professor Chaos 06.04.2017 12:00
    Highlight Highlight Ich gebe Klaus recht. Der SCB wird es packen. Bern ist auf fast allen Positionen gleich gut oder besser besetzt mit Spielern die den Playoff Final nicht nur aus dem TV kennen. Das einzige was man bei Zug anführen könnte ist der "Hunger" nach dem Titel. Doch mit diesem kann man sich nichts kaufen. Und das mit dem gewinnen "dürfen" ist so eine Sache. Zug "darf" keineswegs, Zug "muss"! Gewinnen dürfen tut man im 1/8 oder im 1/4 Final. Im Final gibt es kein dürfen mehr. Wohl eher darf Bern die Titelverteidigung nicht schaffen "dürfen".
  • Cyman 06.04.2017 11:56
    Highlight Highlight Wir Zuger Fans warten seit Urzeiten auf diesen Titel - die Zuger sind schlichtweg hungriger und die gesamte Stadt ist euphorisiert. Das wird der entscheidende Unterschied sein - das beflügelt die Mannschaft. Der SCB hingegen ist zu erfolgsverwöhnt und wird untergehen:)
    • Goon (Zeuge Del Curtos) 06.04.2017 12:59
      Highlight Highlight Wenn du ehrlich bist hattet ihr ihn auch nicht verdient. Deswegen ist das warten nur normal
  • Eichelberger Ruedi 06.04.2017 11:50
    Highlight Highlight Bern hat Druck und Zug keinen? Ich denke der Druck für Zug ist mindestens so hoch. Wer war das letzte mal vor 19 Jahren Meister? Wann kommt man wohl das nächste mal in den Final? Welcher Torhüter möchte das erste mal Meister werden?😏
    • DerHans 06.04.2017 13:14
      Highlight Highlight Zug hat immerhin seit 19 Jahren keinen Playoff-Final mehr verloren. 😂
  • släppschött 06.04.2017 11:33
    Highlight Highlight Hey Chläusu du kannst ja dann ausnahmsweise darüber schreiben wieso der EVZ besser war und nicht darüber wieso der SCB gescheitert ist.....Wäre mal was ganz neues
  • @michelstef 06.04.2017 11:03
    Highlight Highlight Wenn der SCB so unzusammenhängend und fahrig spielt, wie Herr Zaugg seine Kolumne schreibt, ist Zug am Donnerstag in der Bossard Arena Schweizer Meister
    • Professor Chaos 06.04.2017 12:03
      Highlight Highlight Immerhin besteht sein Beitrag in diesem Artikel aus Fakten die man nicht abstreiten kann. Beim Pro-Zug Teil lese ich nur "Zug darf", "Zug kann" und "Zug wird". Aber wo bleiben die Argumente? 😉
  • Goon (Zeuge Del Curtos) 06.04.2017 11:00
    Highlight Highlight Ich tippe auf den SCB. Hat meiner Meinung nach mehr breite und tiefe im Kader.
  • DerRaucher 06.04.2017 10:45
    Highlight Highlight Wird ein enges ding, aber am ende werden die Schiedsrichter zum Entschluss kommen, dass man dem FC Basel auch den Eishockeytitel zuschreiben sollte.
  • Tikkanen 06.04.2017 10:28
    Highlight Highlight ...Chlöisu 100 Punte👍🏻Schon bald beginnt das Warm-Up🍻für das erste Schaulaufen der grandiosen Berner Hockeymaschine gegen das Freilos Zug🤗Vorfreude pur, insbesondere im Wissen das sich heuer die Geschichte wiederholt. Auch dieses Mal werde ich vermutlich am Gründonnerstag einen langen Tag haben. Nachmittags jassen und einen feinen Weissen im Briefkasten-Käffli, Abends im sterilen Stadiönli der 🏆-Übergabe beiwohnen und anschliessend den Einzug der Titanen im Tempel bis in die Morgenstunden geniessen😁Herrliche Aussichten, 4 Kantersiege und fertig EV Weltkonzern💰
    Nur noch bis 4🐻🏆🍺😎
    • Rihanna is Evil 06.04.2017 10:44
      Highlight Highlight Hochmut kommt vor dem Fall....
    • josi#59 06.04.2017 10:53
      Highlight Highlight Immer wieder sehr amüsant deine Kommentare :D
    • mukeleven 06.04.2017 11:06
      Highlight Highlight tikkanen auf betriebstemperatur - herrlich! 😂
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerHans 06.04.2017 10:07
    Highlight Highlight Ich vermisse das Wort Freilos bei Zaugg. Wenn Zaugg wieder so "richtig" liegt, feiert Zug schon nächsten Donnerstag schon ihren 2. Meistertitel.
    • das Otzelot 06.04.2017 11:24
      Highlight Highlight Freilos hat euch hart getroffen. :-)
    • Bobo B. 06.04.2017 11:41
      Highlight Highlight Wer jahrelang immer wegen angeblicher Benachteilgung durch die Schiris rumheult, wird zwangsläufig irgendwann als Freilos betrachtet...
    • DerHans 06.04.2017 12:12
      Highlight Highlight Wenn du mit hart getroffen den Finaleinzug meinst, dann muss ich dir recht geben. :)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Predator1997 06.04.2017 10:05
    Highlight Highlight Ich als Davos Fan habe das Gefühl das Stephan ebenbürtig, wenn nicht sogar besser ist als Genoni. Andererseits hat Genoni schon einige Meistertitel in seinem Palmares was für ihn spricht. Ich denke, dass diese Serie sehr eng werden wird. Der EVZ ist hungrig auf den Titel doch der SCB ist abgeklärter. Ich wage keine Prognose zu stellen. Freuen wir uns einfach auf zwei Mannschaften die (hoffentlich) sieben Spiele lang ihr bestes Eishockey zeigen. Möge der bessere gewinnen.
    • Danyboy 06.04.2017 10:43
      Highlight Highlight Die Chance für den EVZ ist, dass man hungrig ist, keinen Druck hat und befreit aufspielen kann. Es muss aber schon vieles für den EVZ laufen, damit es klappt. Keine Nervosität darf aufkommen.
      Andererseits KANN Bern nur verlieren...
    • Apfel Birne 06.04.2017 11:07
      Highlight Highlight Ich hoffe Genoni wird es der ganzen Schweiz zeigen, dass er der beste Torhüter der Schweiz ist!
    • Alano 06.04.2017 19:08
      Highlight Highlight Genau Predator
      Seit Genoni nicht mehr bei euch spielt soll Stephan besser sein? So ein Schwachsinn...
    Weitere Antworten anzeigen

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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