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Zugs Reto Suri beim Eishockeyspiel der National League zwischen dem EV Zug und Fribourg-Gotteron, am Freitag, 3. November 2017, in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Reto Suri bleibt im Dress des EV Zug. Bild: KEYSTONE

Reto Suri und das Warten auf den Eklat

Reto Suri bleibt beim EV Zug, wechselt nicht nach Lugano und erfüllt den Vertrag bis Ende Saison. Punkt. Alles also halb so will? Nein. Der Eklat ist programmiert.

17.05.18, 17:08


Zugs Sportchef Reto Kläy hat wieder einmal wie ein guter Politiker geschwindelt und fabuliert und ist am Ende ungeschoren davongekommen. Er heuchelte, es nähme ihn schon Wunder, woher die Gerüchte um den Wechsel von Reto Suri nach Lugano kommen. Da sei gar nichts dran.

Und tatsächlich konnte er nun vermelden, dass Reto Suri in Zug bleibt und den Vertrag bis Ende der nächsten Saison erfüllt. Punkt. Wir könnten uns eigentlich wieder der Tagesordnung zuwenden. Aber das sollten wir nicht tun.

Am besten erklären wir die Situation etwas frivol mit einem Beispiel aus dem richtigen Leben.

Kommt es gut, wenn wir die Frau (oder die Freundin), die fremd gegangen ist, am Ende doch dazu bringen zu bleiben, ihr womöglich noch das Blaue vom Himmel herunter versprechen oder gar ein neues Auto kaufen? Nein. In der Regel endet die Angelegenheit vor dem Scheidungsrichter.

Reto Suri ist transfer- und hockeytechnisch fremdgegangen. Luganos Sportchef Roland Habisreutinger fragt ja in Zug nicht um den Transfer eines Spielers an, der mit einem Transfer nicht einverstanden wäre. Woraus wir ersehen: Reto Suri ist in Zug nicht zufrieden.

In einer idealen Welt kommt nun alles gut. Zugs neuer Trainer Dan Tangnes rockt die Liga. Reto Suri wird sein Lieblingsspieler. Ab November gibt es schon erste Gerüchte über eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit Reto Suri über drei Jahre. Die Transferepisode mit Lugano ist vergessen und vergeben.

Manchmal ist die Welt nicht ideal. Es ist nicht vollständig auszuschliessen, dass Dan Tangnes die Liga nicht gleich rockt. Dass Reto Suri nicht sein Lieblingsspieler wird. Oder dass er Reto Suri eine Rolle als Defensivstürmer zuweist. Dass es in Zug nicht windstill bleibt. Dann ist die Transfer-Episode mit Lugano wieder präsent und wird nicht mehr aus der Welt zu bringen sein. Und es ist gut möglich, dass es doch noch zum Wechsel nach Lugano kommt. Warum nicht im Tausch mit Damien Brunner? Das war nämlich die Absicht von Luganos Sportchef: Damien Brunner für Reto Suri nach Zug schicken. Immerhin war Brunner in Zug ja mal Liga-Topskorer.

Zugs tüchtiger Sportchef unterschätzt die Brisanz dieser Situation. Aber ein Vorteil hat diese Transferposse: Sollte es in Zug tatsächlich zu einer Krise kommen, dann ist der Sündenbock schon bekannt. Reto Suri. Klar doch. Der wollte ja schon vor der Saison weg. Der ist nicht mehr mit Leib und Seele dabei. Hinweg mit ihm. Abfahren nach Lugano.

So muss es nicht kommen. Aber so kann es kommen. Aber der Eklat ist programmiert. Vielleicht ist es wie in «Warten auf Godot» in Samuel Beckets berühmtem Theaterstück: ein vergebliches Warten, Godot bzw. der Eklat kommen nicht.

Aber es ist auch möglich, das es endet wie bei der Vertreibung aus dem Paradies. Weil Reto Suri vom Apfel des Transfers ass.

Zugs Sportchef Reto Kläy hat einen Anfängerfehler gemacht: Er hat auf die Gerüchte mit einer offiziellen Erklärung reagiert – und damit hat er bestätigt, wie wichtig die Sache ist.

Hätte er dazu nichts gesagt, dann wäre die ganze Angelegenheit ein Gerücht geblieben. Oder um es mit den Worten des römischen Philosophen Boethius zu sagen: «Hättest Du geschwiegen, wärest du ein smarter Sportchef geblieben.»

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hanns Wipf 19.05.2018 01:37
    Highlight Ich denke auch, Suri ist derart charakterstark und gebodigt, dass er selbst keinen Ankass für einen Eklat gibt. Der Eismeister sucht diesmal zu weit. Da tropft nichts aus dem Kühler der Zamboni.
    2 1 Melden
  • Adriano2010 18.05.2018 12:33
    Highlight Suri will MEISTER werden!
    und Alle bon Zug die nach Lugano gingen schlugen ein!
    Suri zu Lugano..wahrscheinlich rines der letzten meisterpuzzle.
    zudem spielen in Lugano 7-11 eigens Ausgebildete Spieler-was in Zug nicht derfall ist.zudem spielte Suri in Zug im 3.Block..beschämend.in Zug dtimmt einiges nicht.
    1 8 Melden
    • Hallo22 18.05.2018 23:45
      Highlight @Adriano2010 zu deiner Info Suri spielte diese Saison im 2. Block und letztes Jahr so wie die paar Jahre davor sogar im 1. informier dich zuerst mal bevor du irgend etwas behauptest.

      LG
      Ein Zuger Fan mit Saisonabonnement
      4 0 Melden
  • Adumdum 18.05.2018 05:22
    Highlight Warum immer so negativ??
    4 0 Melden
  • holden27 17.05.2018 23:24
    Highlight http://slapshot.ch.sportalsports.com/sportch/generated/article/eishockey/2018/05/16/57859200000.html

    Da hat wohl jemand ein interview verpasst 😏
    Die Initiative kam nicht allein von suri...
    Und wie schon geschrieben wurde, halte ich ihn für Profi genug um mit der Situation umzugehen.

    Und wegen brunner... ich glaube da würde der Transfer schon rein daran scheitern, dass er nicht zu zug zurückkehren wollen würde. Zudem zu teuer und zu viel verletzt
    17 0 Melden
  • goldmandli 17.05.2018 20:09
    Highlight Die Sache wurde von Zug nicht gut gehandhabt. Das war ein unnötiger Aufruhr, der vermeidbar gewesen wäre. Naja, hauptsache Suri geht nicht zu den vergoldern unter Palmen, die haben wahrlich schon genug Leistungsträger abgeworben in der Vergangenheit. Applaudiere generell allen, die zur Ausgeglichenheit der Liga beitragen.
    14 26 Melden
  • SalamiSandwich 17.05.2018 17:34
    Highlight Ich begreiffe etwas nicht. Warum nach Lugano?
    Wieso sollte jemand wie Reto suri der bei fast jedem anderen Team in den ersten zwei Reihen spielt nach Lugano zu wechseln um in der dritten bzw vierten Linie zu spielen?

    Reto Suri für Damien Brunner?
    Wirklich? Das muss ein Witz sein.. als ob man in der Vereinsführung so dumm ist und einen Kämpfer gegen einen schönwetter Spieler austauscht. Zudem kostet Brunner knapp das doppelte von Suri.

    Für mich macht das kein bis wenig sinn.
    Und der Vergleich mit dem Fremdgehen ist jetzt wirklich schlecht...
    #HauptsachPolemik
    57 26 Melden
    • Eifach öpis 17.05.2018 18:22
      Highlight Zum ersten Teil: Ein Profisporler hat normalerweise das Ziel Titel zu gewinnen, weshalb er sich für die Lösung mit den besten Aussichten darauf entscheidet und nicht fürs gemachte Nest. Zudem hat ein Profi normalerweise auch genug selbstvertrauen um sich auch in Top-Vereinen einen Platz in den ersten zwei Linien zuzutrauen.
      29 2 Melden
    • Eskimo 17.05.2018 18:52
      Highlight Ein Spielertausch mit Suri hätte für den EVZ nur Sinn gemacht wenn man für ihn Merzlikins bekommen hätte. Sonst sehe ich in Lugano keinen Spieler der für Zug Sinn gemacht hätte.
      30 19 Melden
    • Eifach öpis 17.05.2018 19:23
      Highlight @Eskimo: Lugano ist mitlerweile ein Spitzenteam und stand zurecht im Finale. Meiner bescheidenen Meinung nach hat Lugano den EVZ mitlerweile sogar überholt. Da gibt es bestimmt einige Spieler im Kader, die den EVZ weierbringen könnten😉
      39 9 Melden
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  • Freilos 17.05.2018 17:26
    Highlight Entfernt. Bitte formuliere deine Kritik sachlich. Danke, die Redaktion.
  • egemek 17.05.2018 17:19
    Highlight Suri ist genügend Vollblutprofi und hat einen vorbildlichen Charakter, so dass der Eklat ausbleibt. Kann sein, dass er im September schon in Lugano unterschreibt für 19, aber das Kapitel Zug bringt er würdig zu Ende.
    77 12 Melden

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