Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Langnaus Topscorer Rob Schremp waehrend dem Eishockey-Qualifikationsspiel der National League A zwischen dem EV Zug und den SCL Tigers, am Donnerstag, 22. Dezember 2016, in Zug. (PPR/Urs Flueeler)

In Schieflage und nun ganz weg: Langnau-Schillerfalter Rob Schremp. Bild: PPR

Frank Sinatra im Gotthelf-Land – das musste ja schiefgehen

Der talentierteste Einzelspieler geht freiwillig und ohne Kostenfolge. Das ist nur mit Rob Schremp (31) und Langnau möglich.

31.01.17, 18:46 31.01.17, 21:09


Der Eklat kommt nicht überraschend. Es grenzt an ein vergessenes Hockey-Wunder, dass Rob Schremp im Januar 2017 überhaupt noch für die SCL Tigers gespielt hat und seit Saisonbeginn liefen Wetten auf einen vorzeitigen Abgang. Die werden nun ausbezahlt. Der eigenwillige Amerikaner hat das Emmental per sofort verlassen. Er erzielte als Tiger in 33 Partien 10 Tore und 17 Assists.

Jörg Reber ist knurrig. «Eigentlich sollte uns Schremp noch Geld überweisen. So ein Verhalten geht doch nicht!» Der Amerikaner hat Langnaus Sportchef am Sonntagabend aufgesucht und um umgehende Auflösung des bis Ende Saison laufenden Vertrages gebeten. «Er hat erklärt, dass seine Karriere unter einem Trainer wie Heinz Ehlers in Gefahr sei. Was bleibt uns da anderes übrig als ihn ziehen zu lassen?» Es gäbe theoretisch eine Möglichkeit, Rob Schremp wegen «Kündigung zur Unzeit» zu verklagen. Aber eben: Das ist nur eine theoretische Variante.

Immerhin ist es eine «Gratis-Entlassung». Der Vertrag ist per Saldo aller Ansprüche per Ende Januar aufgelöst worden. Ab sofort hat Jörg Reber Geld frei, um einen neuen Ausländer zu verpflichten.

Ehlers kennt keine Einzelgänger

Was steckt hinter dieser spektakulären Trennung? Immerhin ist Rob Schremp Langnaus talentiertester Einzelspieler in der zentralen Position des Mittelstürmers. Aber er ist ein eben auch ein eigenwilliger Spieler. Er hat seit seinem Wechsel nach Europa in den letzten sechs Jahren für sieben verschiedene Teams gespielt. Diese Biographie weist darauf hin, dass seine Integration in ein Team nicht so einfach ist. Für alle, die es gerne pathetisch und in grossen Worten haben: Wir können Rob Schremp durchaus als Frank Sinatra des Hockeys bezeichnen.

This April 9, 1974 file photo shows Frank Sinatra performing at the Nassau Veterans Memorial Coliseum, in Uniondale, NY.  Sinatra, who died in 1998, at 82, would have celebrated his 100th birthday on Dec. 12, 2015. (AP Photo/Richard Drew, File)

Rob Shremp Frank Sinatra. Bild: Richard Drew/AP/KEYSTONE

Nicht weil er so gut singen kann, so reich oder so berühmt ist wie es der wohl grösste amerikanische Sänger aller Zeiten war. Aber weil er hockeytechnisch das gleiche Lebensmotto pflegt, dem Frank Sinatra  seinen besten Song gewidmet hat: 

«I did it my way»

For what is a man, what has he got?
If not himself then he has naught
To say the things he truly feels
And not the words of one who kneels
The record shows I took the blows
And did it my way
Yes, it was my way

Was ist ein Mann, was hat er denn schon?
Wenn nicht sich selbst, so hat er nichts
Das zu sagen, was er wirklich fühlt
Und nicht mit den Worten eines Knienden
Die Bilanz zeigt: Ich habe einstecken müssen
Aber ich habe es auf meine Weise getan
Ja, auf meine Weise

In Zug hat es Rob Schremp eine Saison ausgehalten (2013/14). Aber auch dort ist er knapp am Raufwurf «vorbeigeschrempt». Aber in einem so talentierten Team wie Zug mochte es einen Einzelgänger leiden.

In einer von Bandengeneral Heinz Ehlers kommandierten Hockey-Einheit gibt es hingegen keine Einzelgänger. Schon gar nicht im Gotthelf-Land. Hier ist das Geld knapp und die Mannschaft hat so wenig Talent, dass sie nur mit einem guten taktischen Konzept bestehen kann – und dieses Konzept funktioniert nur, wenn sich alle dem System unterordnen.

«Wir wünschen ihm alles Gute»

Der offensive Schillerfalter Rob Schremp wollte Hockey auf seine, auf die offensive, kreative, spektakuläre Weise spielen. Trainer Heinz Ehlers war erstaunlich langmütig. Der Konflikt schwelte schon seit einiger Zeit und Jörg Reber bestätigt unwirsch: «Ja, es stimmt, Rob Schremp wollte schon vor einiger Zeit nicht mehr. Er kam mit Heinz Ehlers nicht mehr aus. Wir konnten ihn aber noch zum Bleiben überreden.»

Zum letzten Mal stürmte der Amerikaner am 20. Januar in Biel bei der 1:2-Niederlage nach Penaltys. Er versenkte als einziger Langnauer seinen Penalty. Seine letzte Tat.

Seit dem Biel-Match sass Rob Schremp auf der Tribune und Langnau siegte gegen Gottéron 4:2 und gegen Ambri 2:1. So kann Jörg Reber mit leichtem Herzen sagen, er weine seinem Stürmer keine Träne nach. «Wir haben auch ohne ihn zweimal gewonnen.» Und wohin es Rob Schremp nun zieht, kümmert ihn nicht mehr. «Ich weiss nicht, welche Pläne er hat. Wir wünschen ihm alles Gute.»

Joerg Reber Sportchef SCL Tigers, vor dem vierten Spiel im Playoff Final der NLB, zwischen dem EHC Olten und den SCL Tigers, am Dienstag, 24. Maerz 2015, im Stadion Kleinholz in Olten. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Jörg Reber muss wieder auf Ausländersuche. Bild: KEYSTONE

Dass Jörg Reber knurrig ist, hat noch einen Grund: Mehrarbeit! Es obliegt ihm, bis zum 15. Februar mindestens einen weiteren ausländischen Spieler suchen. Er hat immer noch zwei Lizenzen nicht eingelöst.

So sahen Goalie-Masken früher aus

Unvergessene Eishockey-Geschichten

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

31.03.2009: Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweizer Nati gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

Bobby Orr entscheidet mit dem «Flying Goal» den Stanley-Cup-Final

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

NHL-Star Darryl Sittler stellt einen Rekord für die Ewigkeit auf

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

Ralph Krueger schreibt das wichtigste SMS der Schweizer Hockey-Geschichte 

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Daily Newsletter

12
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • hanibal79 02.02.2017 22:04
    Highlight Das Geld, dass frei wird, investiert man besser in ein neues Eisfeld. Die Playoffs sind ein ambitioniertes Ziel und die Playoutplätze sind hoffentlich schon vergeben.
    1 0 Melden
  • Grundi72 31.01.2017 22:55
    Highlight Langnau, so spannend...

    Chhhh chhh chhhhh...
    17 38 Melden
    • sidthekid 01.02.2017 06:23
      Highlight Ach komm schon. Lies es doch einfach nicht! Oder nimmts die öppe glich wunder? 😊
      32 8 Melden
  • lushütte 31.01.2017 22:00
    Highlight Chlöisu hat den Eklat wieder einmal im Voraus gewusst!
    Gondeli.... ich glaube Du hast nicht nur eine gelbrote Brille sondern wohl gar keine Du brauchst dringend einen Optiker!
    32 6 Melden
  • Gondeli 31.01.2017 19:50
    Highlight Richtig so! Danke für Nichts! Bye-bye Rob...
    ...nur bei einem im Bericht nicht einverstanden: Kein Talent? Was ist mit Ciaccio (gehört in die Nati!), den Moggis, Dido (the best beast), Nüssli ??? Alle kein Talent?

    Ho-ho-hopp Langnou - Plee-offs mir chöme!
    16 109 Melden
    • exeswiss 31.01.2017 20:50
      Highlight scheinst wohl nicht so auf dem neusten stand zu sein was? es spielt nur noch 1 Moggi, Dido ist momentan der schlechteste ausländer und die natitorhüter positionen sind vergeben.
      101 3 Melden
    • Hallo22 31.01.2017 20:53
      Highlight Ciaccio in die Nati. Das ich nicht lache. Da gibt es noch andere Kaliber. Berra, Hiller, Genoni, Stephan, Flueler, Mayer und Manzato sind meiners Erachtens besser. Senn, van Pottelberghe und wahrscheinlich auch Boltshauser haben ausserdem ein grösseres Potential...
      51 8 Melden
    • sidthekid 31.01.2017 21:28
      Highlight @exeswiss, wo du Recht hast, hast du Recht. Aber ob nun DiDomenico tatsächlich schlechter drauf ist, als ein Macenauer wag ich zu bezweifeln. Auch Elo ist nicht mehr der Scharfschütze wie zu Beginn. DiDomenico bringt halt die Assists (zum Teil geniale, siehe Ambri-Match), anstatt Tore. Cool wäre natürlich beides. Bin der Meinung, dass Schremp fehlen wird und durch Macenauer weder kompensiert noch ersetzt werden konnte.
      20 3 Melden
    • Steven86 31.01.2017 22:15
      Highlight Ciaccio? nati? jeden Fliegenfänger brauchen wir auch nicht in der Nati. Monggi Talent 😂 ok, über Dido müssen wir nicht sprechen 🙈
      34 8 Melden
    • RoJo 31.01.2017 22:48
      Highlight Exeswiss. Du solltest wissen, dass Statistiken nur die halbe Wahrheit sind! Natürlich hat Dido in dieser Saison noch nicht so viele Tore erzielt! Wenn du sein Spiel einmal etwas genauer verfolgst ( nicht nur in der TV-Zusammenfassung), wirst du feststellen, dass nicht mancher Ausländer in der NLA solche Pässe spielt.....
      13 8 Melden
    • Mia_san_mia 31.01.2017 22:49
      Highlight Dido ist doch Di Domenico oder? Der kann ja gar nichts 😂
      9 31 Melden
    • exeswiss 31.01.2017 22:53
      Highlight @steven86 naja fangquotenmässig ist ciaccio der 4. beste torhüter der liga. von fliegenfänger würde ich da eher nicht reden.
      30 10 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

Artikel lesen