Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Switzerland's goaltender Robert Mayer, right, takes the winner goal past Switzerland's Felicien Du Bois, left, during the overtime of the IIHF 2016 World Championship preliminary round game between Norway and Switzerland, at the Ice Palace, in Moscow, Russia, Sunday, May 8, 2016. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Der Puck ist drin, die Schweiz verliert: Goalie Mayer und Verteidiger Du Bois sind geschlagen.
Bild: KEYSTONE

Nach zwei Niederlagen zum WM-Auftakt: Erste Risse im Selbstvertrauen der Schweizer Nati

Zwei Spiele, zwei Niederlagen – was nun? Die WM 2016 steht auf der Kippe. Trainer und Spieler haben den Viertelfinal im Kopf, aber den Abstieg in Händen und Füssen.



Woran zeigen sich Risse im Selbstvertrauen? Ganz einfach: Wenn auf einmal der Schiedsrichter schuld ist. Die ersten Risse im Selbstvertrauen eines Trainers sind kritische Worte gegen die Schiedsrichter. So ist Lugano gegen den SC Bern untergegangen. So gehen die Schweizer in Moskau hoffentlich nicht unter.

Natitrainer Patrick Fischer sagt in seiner Matchanalyse bei der offiziellen Medienkonferenz (also nicht im kleinen Kreis), der Schiedsrichterentscheid, der in der Verlängerung den Norwegern das 4:3-Siegestor im Powerplay ermöglicht hat, sei «fragwürdig» gewesen. Das ist bei einer WM ungewöhnlich. War der Schiedsrichterentscheid «fragwürdig»? Nein. Er war korrekt.

abspielen

Die Strafe gegen Weber in der Verlängerung.
srf

Wie so oft: Die Schweizer sind einfach nicht effizient genug

Später wiederholt der Nationaltrainer im kleinen Kreis diese Kritik. Und er reagiert etwas unwirsch auf die Frage eines vorwitzigen Chronisten, ob ihn diese Nationalmannschaft nicht ein wenig an das Lugano des letzten Herbstes (vor der Ankunft von Doug Shedden) erinnere? Nein, Lugano sei weit weg und er sei mit der Kritik des fehlenden Konzeptes nicht einverstanden. Fischer zitiert die Statistik, die besagt, dass man gegen Norwegen nur 26 Schüsse und bisher in zwei Partien bei fünf gegen fünf Feldspielern bloss zwei Tore zugelassen habe. «Wir müssen unsere Effizienz verbessern, das ist das Problem.» Aus 90 Schüssen haben die Schweizer bisher erst fünf Tore erzielt.

Mit der Statistik ist es so eine Sache. Man kann alles beweisen. Tatsächlich sind die Schweizer rein statistisch defensiv nicht so schlecht. Aber die Effizienz hat auch etwas mit dem Spielkonzept zu tun. Mit der schnellen Auslösung der Angriffe, mit der Struktur des Angriffsspiels.

Patrick Fischer, head coach of Switzerland national ice hockey team, looks on behind his players Julian Walker, left, Nino Niederreiter, 2nd left, Haas Gaeetan, 2nd right, and Morris Trachsler, right, during the IIHF 2016 World Championship preliminary round game between Norway and Switzerland, at the Ice Palace, in Moscow, Russia, Sunday, May 8, 2016. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Trainer Fischer durfte an der WM noch nicht oft jubeln. Bild: KEYSTONE

Hofmann: «Wir wollten fast zu viel»

Die Schweizer stehen in Moskau nach zwei Niederlagen auf dünnem Eis. Aber sie stehen noch. Nicht nur die WM steht jetzt auf der Kippe, zwischen Sturm auf Medaillen und Abstieg. Sondern ein ganzes, auf Marketing ausgerichtetes Nationalmannschaftskonzept («Swissness»).

Entscheidend wird sein, wie die Schweizer den Ruhetag nützen. Ob es Patrick Fischer gelingt, seine Jungs für die nächste Partie am Dienstag gegen Dänemark (15.15 Uhr im watson-Liveticker) wieder aufzurichten.

Auch im Selbstvertrauen der Spieler haben sich erste Risse gezeigt. Woran zeigen sich Risse im Selbstvertrauen der Spieler? Im Übereifer. Gregory Hofmann sagt es so: «Wir waren bereit. Aber wir wollten fast zu viel und dann passieren Fehler, für die man auf diesem Niveau einen hohen Preis bezahlt.»

Switzerland's Samuel Walser, right, celebrates his goal with teammates Lino Martschini, left, and Gregory Hofmann, center, after he scored the 0:1, during the IIHF 2016 World Championship preliminary round game between Norway and Switzerland, at the Ice Palace, in Moscow, Russia, Monday, May 8, 2016. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Da war noch alles in Ordnung: Martschini, Hofmann und Walser (von links) feiern das frühe Schweizer 1:0.
Bild: KEYSTONE

Es fehlte nicht an Wille und Leidenschaft – sondern an einem Konzept

Was optimistisch stimmt: Zu keinem Zeitpunkt ist die Mannschaft auseinander gefallen. Patrick Fischer hat recht, wenn er sagt, er sei stolz auf seine Jungs. Auf die Art und Weise, wie sie gekämpft hätten, wie sie aus einem 1:3 mit einem Treffer zehn Sekunden vor Schluss noch ein 3:3 gemacht haben.

Zu keinem Zeitpunkt war die Leistung miserabel oder desolat. Ungenügend schon. Aber nicht, weil Wille, Leidenschaft und Zusammenhalt fehlten. Sondern weil ein klares Konzept fehlte – auch wenn Trainer Fischer das nicht so sieht.

Fischer weigert sich, über den drohenden Abstieg zu reden

Vielleicht ist das grösste Problem die Chance, dass noch immer alles möglich ist. Patrick Fischer hat sich geweigert, das Wort «Abstieg» in den Mund zu nehmen. «Wenn ich dieses Wort in den Mund nehme, dann wären wir tatsächlich in Abstiegsgefahr.»

Es gibt auch eine polemische, eine boshafte Analyse in dieser Sache: Die Schweizer verbringen den Ruhetag auf dem 8. und letzten Platz. Auf dem Abstiegsplatz. Sie haben den Viertelfinal im Kopf, aber den Abstieg in den Füssen und Händen. Sie spielen gut und verlieren trotzdem. Das ist gefährlich. So sind wir 1993 als WM-Halbfinalisten des Vorjahres in München abgestiegen.

Aber wir wollen hoffen und nicht den Teufel an die Wand malen.

Diese 5 Spieler muss man an der Hockey-WM im Auge behalten

Bobby Orr entscheidet mit dem «Flying Goal» den Stanley-Cup-Final

Link zum Artikel

Ralph Krueger schreibt das wichtigste SMS der Schweizer Hockey-Geschichte 

Link zum Artikel

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

Link zum Artikel

NHL-Star Darryl Sittler stellt einen Rekord für die Ewigkeit auf

Link zum Artikel

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

Link zum Artikel

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

Link zum Artikel

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

Link zum Artikel

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

Link zum Artikel

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

Link zum Artikel

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

Link zum Artikel

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

Link zum Artikel

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

Link zum Artikel

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

Link zum Artikel

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

Link zum Artikel

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

Link zum Artikel

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

Link zum Artikel

31.03.2009: Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweizer Nati gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

Link zum Artikel

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

Link zum Artikel

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

Link zum Artikel

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

Link zum Artikel

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • meinsch? 09.05.2016 12:01
    Highlight Highlight Überrascht der bisherige Verlauf wirklich einen?
    Nun ist es halt so, der Verband hat sich für ein Trio an der Bande entschieden das weder über einen Plan, Erfolg noch Erfahrung verfügt, Erfolgschancen 1%, der Fall ist leider(noch) nicht eingetreten und die Aussichten werden auch nicht besser.
    Aufgebote wurden und werden immer wieder diskutiert, wer dabei wer nicht, das war bei Krüger schon nicht anders.
    Helfen kann wahrscheinlich höchstens noch Josi wenn er nochmals so überragend ist wie 2013
  • Yotanke 09.05.2016 10:05
    Highlight Highlight Ich hab es in diesen Foren immer wieder gesagt, dass wir genau das erleben werden. Habe viele "Blitze" dafür bekommen. Unterdessen finde ich es nur noch arrogant, was wir da abliefern. Die WM ist (mit Ausnahme der in der NHL Beschäftigten) das Stell-Dich-Ein der Weltspitze. Unser Verband schickt an diesen Anlass unerfahrene Trainer, die keinen Erfolgsausweis haben (im Gegenteil) und lässt ohne Taktik spielen. Hat der CH-Eishockverband wirklich gedacht, diese drei Typen könnten das Welteishockey revolutionieren? Leider droht so der Abstieg.
  • Tikkanen 09.05.2016 06:38
    Highlight Highlight Der schlimmste ist aber RvA. Wird vom Luschenbach hochgejubelt mit seinen Aussagen wie" der Zuccero aus NY wird von uns speziell bearbeitet"😩 Schlimm, dass sich ein Hockeyland wie CH von solch Hubi's an der WM coachen lassen muss😭 Bei dem ist doch nach dem Schiri fuck you sagen das Pulver verschossen😂😂

Sensationeller Sieg gegen Schweden: Schweizer Junioren stehen im WM-Halbfinal

Die Schweizer Junioren greifen an der U20-Weltmeisterschaft in Vancouver und Victoria nach einer Medaille. Das Team von Trainer Christian Wohlwend gewann im Viertelfinal gegen Schweden 2:0.

Die Schweizer spielten in der Vorrunde in allen vier Partien auf sehr hohem Niveau, dennoch schaute bloss gegen Dänemark (4:0) ein Sieg heraus. Ausgerechnet im Viertelfinal gelang nun aber der fällige Exploit.

Yannick Brüschweiler brachte den Aussenseiter in der 16. Minute mit seinem zweiten Turniertor in …

Artikel lesen
Link zum Artikel