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Gottéron – wenn keine Lösung die beste Lösung ist

Slawa Bykow (56) wird Berater von Larry Huras (61). Fribourg-Gottéron hat eine salomonische Lösung gefunden. Aber noch keinen Torhüter.

30.01.17, 17:49 31.01.17, 19:10


Sportchef Christian Dubé hatte nach der samstäglichen Niederlage gegen Lugano (2:5) Massnahmen angekündigt. Das musste er tun. Denn gross ist die Not. Das Volk erwartet, dass nun «etwas» getan wird.

Der modebewusste Kanadier – er gilt als bestgekleideter Sportchef Europas – hat sich selber in diese heikle Lage gebracht. Dabei wäre die Lösung ja so einfach wie die beim gordischen Knoten in der griechischen Mythologie. Der Sage nach prophezeite ein Orakel, dass derjenige die Herrschaft über Asien erringen werde, der den Gordischen Knoten lösen könne. Viele kluge und starke Männer versuchten sich an dieser Aufgabe, aber keinem gelang es. Alexander der Grosse hat diesen Knoten einfach mit einem Schwerthieb durchschlagen. Er ist als einer der grössten Eroberer in die Geschichte eingegangen.

«Christian der Grosse zu Gottéron» könnte sein Problem auch so einfach lösen. Nicht mit einem Schwerthieb zwar. Aber mit einem Telefonanruf bei einem tüchtigen Spieleragenten. Ein guter ausländischer Torhüter würde nämlich seine Probleme lösen. Denn Gottérons Krise ist in allererster Linie eine Goalie-Krise. Benjamin Conz ist der miserabelste Torhüter der Liga.

Benjamin Conz ist mit Fribourg in der Krise. Bild: KEYSTONE

Aber leichtsinnigerweise hat der umtriebige Sportchef bereits alle seine acht ausländischen Lizenzen für grösstenteils höchst durchschnittliches Personal verjubelt.

Eine grosse Persönlichkeit als Berater

Eine Trainerentlassung wäre auch möglich. Aber anders als bei Ambri ist bei Gottéron die Einsicht gereift, dass es nicht am Trainer liegt. Ja, es gibt Spieler, die sagen, man habe jetzt den besten Trainer seit Jahren. Und es wäre gar nicht möglich gewesen, Larry Huras in der angekündigten Frist von 48 Stunden zu entlassen. Der Kanadier hält sich bis und mit Dienstag mit seiner Mannschaft zwecks «Teambuilding» ausserhalb der Stadt auf.

Slawa Bykow führte Russland als Trainer zu zwei WM-Titeln. Bild: KEYSTONE

Und so ist nun eine wahrlich salomonische Lösung gefunden worden. Verwaltungsrat Slawa Bykow wird «Berater» von Larry Huras. Er ist eine der grössten Spieler- und Trainerpersönlichkeiten des Welteishockeys. Mehrfacher Weltmeister und Olympiasieger als Spieler, mehrfacher Landes- und Weltmeister als Trainer.

Klugerweise hat der in Fribourg heimisch gewordene Russe das Traineramt stets abgelehnt. Zum Assistenten hätte man ihn auch nicht machen können. Die ganze Hockeywelt hätte über diese Lösung gelacht. Aber Berater, das geht. Denn der Berater hat keine klar umschriebene Funktion, aber grossen Einfluss und grosses Ansehen. Larry Huras und Slawa Bykow sind überzeugt, dass diese Lösung der Mannschaft helfen kann. Und das ist nicht einmal geheuchelt: der Verwaltungsrat und sein Trainer werden miteinander auskommen. Larry Huras hat nichts mehr zu verlieren und zu beweisen und ist froh, mit einem der Grossen des Welteishockeys arbeiten zu dürfen.

Larry Huras kriegt einen Berater. Das kann ihm recht sein. Bild: KEYSTONE

Aber eben: das Problem ist nicht gelöst. Gottéron hat nach wie vor keinen erstklassigen Torhüter. So gesehen ist die nun gefundene Lösung zwar die bestmögliche. Aber eben doch keine Lösung. Deshalb wird Gottéron die Playouts bestreiten müssen.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Amboss 30.01.2017 19:44
    Highlight Wieso muss es eigentlich ein AUSLÄNDISCHER Goalie sein?

    Es gäbe ja zB noch einen Melvin Nyffeler. Wäre der nicht gut genug?
    17 6 Melden
    • mad_aleister 31.01.2017 09:46
      Highlight Der hat eben beim SCRJ bis Ende Saison 2018 unterschrieben. Da war Fribourg zu langsam...
      13 1 Melden
    • Amboss 31.01.2017 10:07
      Highlight Okay, dies hab ich verpasst :)

      Oder gäbe es nicht noch andere schweizer Alternativen? Flückiger? Bäumle?
      3 1 Melden
    • p***ylover 31.01.2017 14:18
      Highlight der war schon einmal in fribourg in der saison als kossmann entlassen wurde - hat sich nicht durchsetzen können
      3 0 Melden
    • Max Pauer 01.02.2017 01:26
      Highlight Nyffeler unterschrieb bei Rappi weil er in dieser Saison nicht mehr zu einem NLA-Club wechseln durfte.
      1 0 Melden
    • mad_aleister 01.02.2017 07:47
      Highlight Dann hätte Nyffeler ja auch nur bis Ende Saison 16/17 beim SCRJ bleiben können und danach wieder auf einen NLA Klub pokern. Macjt er aber nicht.
      Auch Ambri soll interesse an Nyffeler für nächste Saison gehabt haben.
      1 0 Melden
    • Max Pauer 01.02.2017 10:31
      Highlight Rappi steigt ja auch auf. Irgendeinisch 😃
      3 1 Melden
    • mad_aleister 01.02.2017 12:33
      Highlight Wäre auch mein Wunsch. 🤓 Mal sehn ob das klappt.
      1 0 Melden
  • Yano 30.01.2017 18:58
    Highlight Unglaublich, was da in Fribourg abgeht. Da ja bekanntlicherweise der Fisch beim Kopf zu stinken beginnt, müsste im VR, insbesondere beim Präsidenten angesetzt werden. Dubé wäre nur der Hals und würde deshalb später stinken. Da Fische, genau wie, Conz keinen Hals haben, [...]
    24 5 Melden
  • Sloping 30.01.2017 18:53
    Highlight Das zauggsche Dreamteam der hiesigen Sportchefs: Dubé ("der bestgekleideste Europas"), Habisreutinger ("der Vergolder") und Zanatta ("der völlig überforderte"). Ich frage mich gerade, wer einen dieser Dreien nach einer Kündigung noch einstellen würde... . Ausser dem Verband kommt mir da spontan niemand in den Sinn ;-)
    38 0 Melden
  • Sloping 30.01.2017 18:22
    Highlight Drachen geführt von Eseln...Eine "gründliche Analyse der sportlichen Lage" kommt zum Schluss, dass Huras nicht der "alleine für den Misserfolg mit zuletzt sieben Meisterschafts-Niederlagen in Serie verantwortlich zu machen sei." Wer ist oder sind denn die Verantwortlichen?!? Wenn man das Gebahren der Vereinsführungen inkl. Sportchefs der Vereine Ambri, Lugano und Fribourg betrachtet, müsste man meinen, dass die NLA eine "Operetten-Liga" sei. Die überbieten sich gegenseitig mit Torheiten. Der einzige Profiteur: Sie liefern dem Eismeister Stoff für seine Komödien :-)
    84 6 Melden
    • RedWing19 30.01.2017 19:05
      Highlight Immerhin haben sie den "bestgekleideten Sportchef Europas" in ihren Reihen. :-D
      27 2 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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