Sport

Die Flyers stecken in der Krise. Mit Nichtstun wäre alles anders gekommen. Bild: KEYSTONE

Alternative Geschichtsschreibung

Die Krise der Kloten Flyers: Ach, es wäre alles so einfach gewesen …

Alternative Geschichtsschreibung ist reizvoll und lehrreich. Sie hilft uns beispielsweise die Krise der Kloten Flyers besser zu verstehen.

19.02.15, 07:31 19.02.15, 08:40

Nach dem Krieg ist jeder Soldat ein Feldherr und jeder Chronist ein Erfolgstrainer. Hinterher wissen alle alles besser. Kritik ist mit Blick in den Rückspiegel immer ein wenig billig und wir sollten immer daran denken, dass Eishockey ein unberechenbares Spiel ist, das auf einer rutschigen Unterlage ausgetragen wird. Aber wir können bei der Krisen-Analyse einen fairen wissenschaftlichen Weg wählen. Die alternative Geschichtsschreibung fragt, was gewesen wäre, wenn. Wie wäre beispielsweise die Geschichte verlaufen, wenn ...

Alternative Geschichtsschreibung ist auch auf das Schweizer Eishockey anwendbar, reizvoll und lehrreich. Beispielsweise im Falle der Kloten Flyers.

Philippe Gaydoul (links, bei der Präsentation von Trainer Sean Simpson) hat zu viel verändert. Bild: KEYSTONE

Wie wäre beispielsweise diese Saison verlaufen, wenn der neue Präsident und Besitzer Philippe Gaydoul nach der Übernahme im Sommer 2012 die intakte sportliche Abteilung der Flyers nicht verändert hätte? Wenn er alles gelassen hätte, wie es war? Wenn er also sozusagen nichts getan hätte?  

Dann wäre in der Tat jetzt vieles anders.

Tja, das alles wäre wohl so gekommen, wenn man in Kloten im Sommer 2012 in der sportlichen Abteilung nichts verändert, wenn man buchstäblich nichts getan hätte. Die alternative Geschichtsschreibung öffnet uns also die Augen und wir erkennen: Philippe Gaydoul hatte eigentlich eine einfachere Ausgangslage als beispielsweise seinerzeit Walter Frey bei der Kreation der ZSC Lions oder Marc Lüthi 1998 nach der Nachlassstundung beim SC Bern. Oft wird vergessen, dass Jürg Bircher in Kloten ein sportlich bestens funktionierendes Eishockey-Unternehmen aufgebaut hatte. Sein Pech war es, dass ihm das Geld ausging und so konnte er das alljährlich anfallende Defizit nicht mehr ausgleichen.

Aber auch das ist eine Erkenntnis aus der alternativen Geschichtsschreibung: Wahrscheinlich hat es in der neueren Geschichte unseres Hockeys nicht oft eine Krise gegeben, die so hausgemacht und selbstverschuldet ist wie jene der Kloten Flyers in der Saison 2014/15. Ach, es wäre alles so einfach gewesen. Oder?

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    Alle Leser-Kommentare
  • supi 20.02.2015 20:38
    Highlight Wann endlich erscheint ein Tatsachenbericht zum Fall Arosa ... Den ZSC kostete es Mio. Und Bern wurde mehrfach Meister .. übrigens Arosa steht vor dem Abstieg ... Und der Arosa Ex Präsi hat Mio. Ohne Erfolg in Kloten verlocht ..honit soit qui mal y pense ..
    1 1 Melden
  • einfach ich 19.02.2015 23:16
    Highlight Auch wenn ich nicht immer KZ's Meinung teile, muss man Objektiv aber doch gestehen das Gaydoul wiedermal ein Mann ist der im Management überragend ist aber im Sport keinen blassen Schimmer hat.
    Kloten war sehr erfolgreich im Sport zu dieser Zeit und wurde nur schlechter durch die vielen Änderungen... that's it.
    5 1 Melden
  • Yotanke 19.02.2015 16:39
    Highlight Es ist bekannt, dass Klaus Zaugg etwas gegen die Flyers hat. Herrn Gaydoul kann man es nicht genug hoch anrechnen, dass er die Flyers gerettet hat. Mutig war der Entscheid für Simpson. Aber da wird man nächste Saison sehen, dass der richtig war. Fige hat vieles der aktuellen Misere zu verantworten. Ein "Fehler" war die Besetzung vieler zentraler Positionen mit Rookies (Sportchef, CEO, Marketing, Medienveranwortliche etc.). Aber diese Fehler kann man korrigieren. Es braucht einen neuen Sportchef (J. Alston?) und die Ausländerposten müssen neu besetzt werden. Dann fliegen die Flyers wieder!
    9 9 Melden
  • Bruno Wüthrich 19.02.2015 14:40
    Highlight Interessant ist die Frage, was gewesen wäre, wenn Philippe Gaydoul nicht Präsident von Swiss Ice Hockey geworden wäre. Die Rettung der Kloten Flyers ist und bleibt die einzige gute Tat von PG im Schweizer Eishockey. Diese wird allerdings gleich mehrfach massiv geschmälert. Einerseits deswegen, weil er sie als amtierender Präsident des Verbandes rettete und dabei die Reglemente beugte. Zudem bemühte er als Milliardär die Steuerzahler. Und danach machte er wirklich alles falsch, was man falsch machen kann. Zurück bleibt ein zwar geretteter, aber unbeliebter Klub fast ohne Sponsoren.
    12 10 Melden
  • Senftube 19.02.2015 10:52
    Highlight Der von Gaydoul und dem Blick/Sonntagsblick find ich gut... :-)))) Ach wie langweilig wäre der Nicht-Hockey-Alltag ohne Klaus Zauggs Artikel. Aber was Biel betrifft, bin ich mit Klaus natürlich überhaupt nicht einverstanden...!!! ;-) Da muss man schon bei Adam und Eva anfangen.
    Denn was wäre passiert, wenn Arosa nicht freiwillig in die 1. Liga abgestiegen wäre, hä? GENAU! DAS ist doch der springende Punkt und DIE zentrale Frage, Klaus! :-))) Dieses Ereignis hat in der Folge die ganze Geschichte der Nationalliga aufs gröbste "verfälscht" und auf den Kopf gestellt.
    14 8 Melden
    • Rio 19.02.2015 12:10
      Highlight Ooooh, ist das arme 'Senftüchen' etwas betupft weil sein Verlierverein nicht so gut ist ;-)))
      4 9 Melden
    • Senftube 19.02.2015 13:06
      Highlight @Rio: Besser als dein SCL alleweil... und grüss mir "Simi".
      5 3 Melden
    • Staal 19.02.2015 13:10
      Highlight Wie wahr, die Postbaracke hieße immer noch Allen, Tosio wäre zu Freiburg und diese 3x Meister
      1 2 Melden
  • Gato 19.02.2015 09:29
    Highlight Klaus hat in seiner Aufzählung etwas Wichtiges vergessen:

    Hätte Gaydoul die Flyers nicht gerettet, hätte sich Klaus wohl auch nicht mit ihm angelegt und würde noch immer für Ringier und Tamedia arbeiten...

    Einen grossen Anteil am Verpassen der Playoffs 2013 hatte wohl der tubulente Sommer und damit die Vernächlässigung des Sommertrainings.
    29 3 Melden
  • Brrrringsallyup 19.02.2015 08:14
    Highlight Hauptsache noch schnell reingedrückt, dass die SCL Tigers nicht abgestiegen wären. Classic Zaugg wieder mal.
    35 7 Melden
    • Martin Wespe 19.02.2015 08:40
      Highlight Hauptsache jetzt der gefühlt 500. Bericht zu den Kot-Flyers.
      11 12 Melden
    • hereal 19.02.2015 09:42
      Highlight so wie klassisches "müller meier irgendwer"-scl-bashing:
      von mehr als einem dutzend faktoren
      pickt man sich den raus,der die eigene theorie bestätigt...billig und irrelevant!
      8 2 Melden
  • chandler 19.02.2015 07:47
    Highlight Was wäre wenn Gaydoul die Flyers nicht gerettet hätte? Und warum ist Bircher das Geld ausgegangen? Wohl kaum nur "Pech"...
    30 2 Melden

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