Sport

Kari Jalonen hat gleich in seiner ersten Saison mit dem SC Bern den Titel geholt. Bild: KEYSTONE

Kari Jalonens Erfolgsrezept: «Ich war jeden Tag um 6 Uhr in meinem Büro im Stadion»

SCB-Meistertrainer Kari Jalonen (57) sagt, warum er die Meisterzigarre noch nicht geraucht hat, warum er nie zweifelte und warum er jeden Tag um 6 Uhr mit der Arbeit beginnt.

18.04.17, 08:20 18.04.17, 12:51

Sie haben Ihre Meisterzigarre in die Hemdtasche gesteckt. Sind Sie Nichtraucher?
Kari Jalonen: Oh nein, ich werde diese Zigarre rauchen. Wenn ich Zeit für mich habe und in der richtigen Stimmung bin, werde ich diese Zigarre aber nicht einfach rauchen. Ich werde sie geniessen.

Und nicht mit einem Bier dazu, sondern mit Wein.
Ja, wahrscheinlich mit einem Glas Wein.

Ihre Mannschaft hat die Qualifikation und die Playoffs dominiert. Es gab eigentlich nie Zweifel an der Titelverteidigung.
Das so zu sagen wäre anmassend, auch gegenüber unseren Gegnern. Richtig ist, dass ich nie daran gezweifelt habe, dass wir alles für den Erfolg getan haben, und dass in Bern alles vorhanden ist, um eine Meisterschaft zugewinnen.

Haben Sie auch nicht gezweifelt, als Leonardo Genoni das 1:1 kassiert und Ihre Mannschaft in der Verlängerung das dritte Spiel verloren hat?
Ich habe keinen Augenblick an Leo (Leonardo Genoni – die Red.) gezweifelt. Er ist der Beste. Ja, in diesem Spiel hatten wir kein Glück. Pfostenschüsse, das offene Tor nicht getroffen und dann dieses 1:1. Na und? Das kann im Eishockey passieren. Wir haben uns dadurch nicht beirren lassen. Wir haben nichts geändert und sind unseren Weg weitergegangen.

Sie glauben im Eishockey nicht an Glück und Pech?
Nein. Ich bin auch kein Magier, der etwas aus dem Hut zaubert. Ich glaube an den Erfolg der täglichen Arbeit. Dann kommt auch das Glück. Ich war diese Saison jeden Tag um 6 Uhr in meinem Büro im Stadion ...

Kari Jalonen und Thomas Rüfenacht: Ein Herz und eine Seele. Bild: KEYSTONE

Moment, um 6 Uhr?
Ja, so früh. Dann habe ich den Kopf frei, ich kann mich in aller Ruhe mit Ville (Assistenz-Trainer Ville Peltonen – die Red.) unterhalten und mir Gedanken machen, was zu tun ist. Diese tägliche Arbeit während der Qualifikation ist die Voraussetzung für den Erfolg in den Playoffs und ich kann das gar nicht oft genug betonen. Wir hatten im Laufe der Qualifikation viele Meetings und viele Einzelgespräche. Als die Playoffs begannen, waren wir alle bereit. Es ist nicht mehr möglich, während den Playoffs noch etwas zu ändern oder etwas Neues zu trainieren. Wir haben während der 16 Spiele in den Playoffs einfach das umgesetzt, was wir während der Qualifikation erarbeitet hatten.

Diese fünf Spieler ragten aus dem SCB-Meisterkollektiv heraus

Aber 6 ist schon früh ...
... nicht für mich. Sie glauben gar nicht, wie sehr ich während meiner Zeit als Nationaltrainer die tägliche Arbeit mit den Spielern vermisst habe. Ich bin so glücklich, dass ich in Bern die Chance bekommen habe, wieder mit einer Klubmannschaft arbeiten zu können.

Sie kamen bereits im Juni für Einzelgespräche mit den Spielern nach Bern.
Das ist einer der Gründe, warum wir erfolgreich sind. Es war für Ville und mich sehr wichtig, die Spieler kennen zu lernen, ihre Ansichten, ihre Sorgen. Wir müssen wissen, wie die Spieler denken, was sie bewegt und die Spieler müssen wissen, was wir wollen. Es ist so wichtig,eine Vertrauensbasis zu schaffen und eine gute Stimmung in der Kabine zu haben.

Die rauschende SCB-Partynacht

Unvergessene Eishockey-Geschichten

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

02.05.2000: In St. Petersburg schreibt ein SMS Hockeygeschichte

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

31.03.2009: Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweizer Nati gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Baccara 18.04.2017 14:22
    Highlight Und wie er jetzt strahlt! Es ist herrlich zu sehen, dass hinter seiner eiskalt wirkenden Fassade ein solch herzlicher und aufgestellter Mensch mit einem tollen Lachen steckt!
    35 1 Melden
  • Connor McSavior 18.04.2017 10:21
    Highlight Sehr sympathischer Typ. Mag zwar gegen Aussen wie eine langweilige Person wirken, allerdings schätze ich seine Einstellung gegenüber dem Sport sehr! Harte Arbeit, Bescheidenheit und eine gewisse Liebe zum Detail waren schlussendlich wahrscheinlich die entscheidenden Faktoren. Neben der Kontinuität und dem nötigen bisschen Wettkampfglück natürlich.
    80 1 Melden

Alle sagen, moderner Fussball sei super. Ich sage: Im modernen Fussball haben sich Saumoden eingenistet, die mich laufend kotzen lassen

Gestern. Chelsea vs. PSG. Ibrahimovic foult Oscar. Rote Karte. Rudelbildung. Rudelbildung! Gefühlte 45 Minuten Rudelbildung! 

Von den Junioren bis zum Erreichen des Champions-League-Niveaus spielen Profis ungefähr eine Zillion Spiele und erleben dabei eine Zillion strittige Szenen. Und in wie vielen Fällen hat der Schiedsrichter seine Meinung geändert? Nie.

Nie.

Fucking NIE!

Meiner zweijährigen Tochter brauche ich die Dinge zwischen zwei- bis fünfmal zu sagen, bis sie es begreift. Ein Hund …

Artikel lesen