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Der Davoser Trainer Arno Del Curto, beim Eishockeyspiel der National League A zwischen dem HC Davos und den Rapperswil-Jona Lakers, am Freitag, 24. Oktober 2014, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

HCD-Chef Arno Del Curto. Bild: KEYSTONE

Gedankenspiele

Del Curto von Davos zu YB?! Das vergebliche Warten auf den verrücktesten Personalentscheid des Schweizer Sports

Arno Del Curto dominiert mit dem HC Davos die Liga und provoziert die Frage: Könnte er auch, was Ralph Krueger kann? Nämlich nicht nur ein erfolgreicher Eishockey-Trainer, sondern auch im Fussballgeschäft ein Big Player sein.

17.11.14, 12:09 17.11.14, 16:33

Vor und nach dem samstäglichen Davos-Spiel in Bern ist vorerst einmal nicht Arno Del Curto das Gesprächsthema. Sondern Ralph Krueger. Und das kam so: Steve Tambellini war fünf Jahre lang General Manager bei den Edmonton Oilers und machte dort Krueger zum NHL-Cheftrainer. Sein Sturz im Frühjahr 2013 hat Krueger den Job gekostet und den Entwicklungsprozess der jungen Mannschaft beendet: Die Oilers sind seither in der Agonie versunken.

Steve Tambellini ist jetzt für «Hockey Canada» unterwegs. Sein Hockey-Clan hat Arbeit beim kanadischen Verband gefunden. Tom Renney, in Edmonton Kruegers Vorgänger, hat sich nach jahrelanger notorischer Erfolgslosigkeit als Trainer nun auf den Präsidentenstuhl des kanadischen Verbandes gerettet und sogleich seinem Freund Steve Tambellini einen Job besorgt. So läuft das Geschäft – «Old Boys Network».

Edmonton Oilers general manager Steve Tambellini, left, announces Ralph Krueger, right, as the new head coach for the Edmonton Oilers NHL hockey team in Edmonton, Alberta, Wednesday, June 27, 2012. (AP Photo/The Canadian Press, Jason Franson)

Tambellini (links) stellt Krueger 2012 als neuen Headcoach der Edmonton Oilers vor. Bild: AP CP

Kruegers Arbeit in Southampton beeindruckt

Steve Tambellini stellte das kanadische Team für den Deutschland Cup zusammen und ist nun in gleicher Mission für den Spengler Cup unterwegs. Deshalb ist er nach Bern gereist. SCB-Trainer Guy Boucher soll ja Team Canada beim Spengler Cup coachen. Doch wir unterhalten uns vor allem über Ralph Krueger. Der Kanadier ist fasziniert vom Erfolg seines einstigen Cheftrainers im britischen Fussball, in der wichtigsten Fussballliga der Welt.

Ralph Krueger hat als General Manager den Aussenseiter Southampton zum Spitzenteam geformt. Sein ehemaliger Chef kommt zur Schlussfolgerung: «Dieses Beispiel zeigt, dass es offensichtlich möglich ist, nach den gleichen Prinzipien in zwei verschiedenen Mannschaftssportarten Erfolg zu haben.»

Del Curto, der glühende Bewunderer der britischen Fussballkultur

Nach dem Spiel geht es wieder um Fussball. Arno Del Curto unterhält sich mit SCB-Verteidiger Justin Krueger über den britischen Fussball. Die erfolgreiche Fussballmission von Justins Vater beeindruckt den Arsenal-Fan Arno Del Curto. Der HCD-Trainer ist ein glühender Bewunderer der britischen Fussballkultur und schwärmt von der Intensität der Spiele, der Leidenschaft der Fans, der Einsatzbereitschaft der Spieler. Er hat sich auch schon mit Ralph Krueger über dessen Fussballabenteuer unterhalten.

Ralph Krueger und Arno Del Curto sind zwei extreme Führungspersönlichkeiten. Ihr Stil ist sehr ähnlich. Absolut und emotional. Die Kritiker, die sagen, eine Mannschaft, die von Arno Del Curto oder Ralph Krueger geführt wird, habe etwas von einer Sekte, liegen nicht ganz falsch – sofern wir den Begriff positiv auslegen. Beide Trainer prägen ihre Teams durch ein einheitliches Denken und dulden im biblischen Sinne («Wer nicht für mich ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut») keine taktischen Abweichler.

Eishockey Nationaltrainer Ralph Krueger, Mitte, kontrolliert den Trainingsablauf, waehrend im Hintergrund der Davoser Trainer Arno Del Curto die Halle verlaesst, am Dienstag, 1. Februar 2005, im Rahmen des ersten Trainings in der Davoser Eishalle. Die Schweizer Eishockey Nationalmannschaft ist am Montag in Davos zum Trainingslager fuer die bevorstehende Olympia-Qualifikation zusammengetroffen. (KEYSTONE/Arno Balzarini)

Hatten sich nie viel zu sagen: Del Curto (im Hintergrund) und Krueger auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2005. Bild: KEYSTONE

Die Abneigung wich dem Respekt

Zu Beginn dieses Jahrhunderts dynamisierte der Konflikt zwischen Nationaltrainer Ralph Krueger («Kruegerianer») und HCD-Zampano Arno Del Curto («Zeugen Del Curtos») unser Hockey. Zumal damals beide in Davos lebten und praktisch Tür an Tür wohnten.

Seit Ralph Krueger den Job als Schweizer Nationaltrainer nach dem Olympischen Turnier von 2010 aufgegeben hat, ist aus der erbitterten Rivalität grosser gegenseitiger Respekt geworden. Die beiden charismatischsten Trainer des Schweizer Sports der letzten 25 Jahre erkennen mehr und mehr, wie ähnlich sie sich im Wesen und Wirken sind.

Bern dank Del Curto die Sporthauptstadt Mitteleuropas?

Und damit sind wir bei der Eingangs gestellten Frage: Könnte nicht auch Arno Del Curto, was Ralph Krueger kann und Erfolg im Fussball haben? Beispielsweise in einer Organisation, die das Bayern München der Schweiz sein könnte, aber durch dilettantisches Management einfach nicht dazu in der Lage ist, ihr enormes Potenzial zu entfalten? Beispielsweise YB? Auf der einen Strassenseite SCB-General Marc Lüthi und gegenüber YB-General Arno Del Curto? YB unter Arno Del Curto wie Southampton unter Ralph Krueger? Bern als Sporthauptstadt Mitteleuropas? Oder könnte einer wie Arno Del Curto den zerstrittenen Intrigenclub GC zu alter Grösse zurückführen?

Mit ziemlicher Sicherheit würde es funktionieren. Klubbesitzerin Katharina Liebherr hatte den Mut, in Southampton einen NHL-Cheftrainer zum General Manager ihres Fussballunternehmens zu machen. Eine der verrücktesten Personalentscheidungen aller Zeiten. Und es funktioniert. Wir warten vergeblich auf die Katharina Liebherr des Schweizer Fussballs, auf den verrücktesten Personalentscheid unseres Sportes.

SOUTHAMPTON, ENGLAND - MARCH 15:  Southampton Chairman Ralph Krueger gives the thumbs up as Southampton owner and director Katharina Liebherr looks on during the Barclays Premier League match between Southampton and Norwich City at St Mary's Stadium on March 15, 2014 in Southampton, England.  (Photo by Christopher Lee/Getty Images)

Krueger und Southamptons Präsidentin Liebherr. Bild: Getty Images Europe



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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rüfi 17.11.2014 22:44
    Highlight Foresthill....alles rund um den SCB ist sicherlich lesenswerter als Artikel deines ZSC und seinem ichnehmedeneinfachstenweg Wick!
    1 9 Melden
  • Goon 17.11.2014 20:25
    Highlight In welchem Rausch würde den das geschrieben? *shock*
    6 0 Melden
  • forest hill 17.11.2014 17:14
    Highlight Lieber Klaus, langsam aber sicher demolierst du deinen Ruf als Sportjournalist des Jahres 2013 und lässt deine Qualitäten in Sachen Eishockey links liegen.

    Ja, du bist ein Kantonalberner, ist ja ok. Aber diese stetig wiederkehrenden Geschichten von SCB Flops und SCB Tops gehen mittlerweile ziemlich auf den Sack. Der letzte Nicht-SCB-Artikel dürfte gefühlte zwei Jahre her sein.

    Aber dieses Arno-YB Geschreibsel schlägt jetzt doch dem Fass den Boden raus. Überlass doch solche Geschichtchen dem Blick und gönne uns wieder mehr Qualität, bitte.

    Und recht hat der Wagner, Bern interessiert nicht !!
    20 10 Melden
    • pierolefou 17.11.2014 17:24
      Highlight Wenn Herr Zaugg so einen Stuss zu lesen ist, rate ich
      das nächste mal gleich zumüberspringen.
      2 9 Melden
  • pierolefou 17.11.2014 16:59
    Highlight Herr Wagner, nur nicht so "gäch". Was haben all die Berner
    verbrochen? Nach meiner Statistikliste belegt der Kt. Bern
    beim Finanzausgleich nicht den 1. Platz. Ja nun, was soll's.
    Den ganzen Artikel von Herrn Zaugg habe ich auf jedenfall
    überlegenswert und gut entfunden. Wünsche noch einen
    schönen Nachmittag.
    4 5 Melden
  • Wagner 17.11.2014 12:27
    Highlight Bern als Sporthauptstadt Mitteleuropas? Ei Ei Ei Ei...

    Was ist nur immer mit diesem Bern, ausser das dort das Bundeshaus steht, interessiert das doch kein Schwein!

    Nur beim Finanzausgleich stehen sie jeweils an erster Stelle!!
    51 33 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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