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16.01.2016; Kloten; Eishockey NLA - Kloten Flyers - HC Fribourg Gotteron; Die Goalies Martin Gerber und Luca Boltshauser (Kloten)
(Steffen Schmidt/freshfocus)

Sie spielen in Kloten einen ganz wichtigen Part: Die Goalies Luca Boltshauser (l.) und Martin Gerber. Bild: freshfocus

Kloten mit wiedergewonnener Bodenständigkeit – das Zünglein an der Waage sind die Goalies

Kloten ist zu seinen Wurzeln zurückgekehrt und ist bodenständig wie nie mehr seit den 1960er Jahren. Aber die Mannschaft steht auf dünnem Eis.



Kein Schweizer Hockeyunternehmen ist in den letzten Jahren so erschüttert worden wie die Kloten Flyers. Mehrmals – im Sommer 2012 und im Frühjahr 2016 – drohte sogar der Konkurs und damit der Rückzug aus der NLA. Der Traditionsverein (seit 1962 in der NLA, länger als jeder andere Klub) ist dank dem Unternehmer und SVP-Politiker Hans-Ulrich Lehmann gerettet worden. Er hat Kloten von den fremden Vögten aus Kanada befreit. Mit ihm beginnt eine neue Ära der Bescheidenheit. Das Unternehmen heisst wieder EHC Kloten, die «Flyers» sind Vergangenheit.

Der einstige Hauptsponsor Swissair (deshalb vor 16 Jahren die Bezeichnung «Flyers») ist längst untergegangen, Klotens Hockeykultur aber lebt weiter – aber auf bescheidenem Niveau. Das Budget ist um rund 30 Prozent gesenkt worden. Spät, aber vielleicht nicht zu spät, positionieren sich die Klotener als Alternative zu den grossen, mächtigen ZSC Lions. Sie versuchen nicht mehr, den grossen Rivalen herauszufordern. Die Klotener sind vom meisterlichen Grössenwahn – eine Spätfolge der Jahre des Ruhmes mit vier Titeln zwischen 1993 und 1996 – geheilt.

Anlaesslich einer Pressekonferenz in Kloten haben Mitglieder und Spieler des Eishockeyvereins am Mittwoch, 23. August 2000, das neue Logo und den neuen Namen 'Kloten Flyers'  - ehemals EHC Kloten - praesentiert. Im Rahmen der Medienorientierung informierte Verwaltungsratspraesident Armin Daume ueber die zukuenftigen Zielsetzungen. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)   === ELECTRONIC IMAGE ===

Die Namensänderung in Kloten Flyers erfolgte 2000. Bild: KEYSTONE

In den letzten Jahren ist von Philippe Gaydoul und seinen kanadischen Nachfolgern viel dorfpolitisches und sonstiges Geschirr zerschlagen worden. Es blieb nur der Weg zurück in die wirtschaftliche und damit sportliche Bescheidenheit. Die grosse, die bange Frage ist, ob es dem neuen Besitzer gelingt, sein Unternehmen so in der Umgebung zu verankern, wie Ambri und Langnau, die erfolgreichen Gegenentwürfe zu Lugano und Bern. Das ist die Voraussetzung, um die Zuschauer zurückzuholen und schwarze Zahlen zu schreiben.

ARCHIV --- ZUR MELDUNG, DASS KANADISCHE INVESTOREN BEI KLOTEN UEBERNEHMEN, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Kloten Flyers Investor Philippe Gaydoul spricht anlaesslich der Generalversammlung der Kloten Flyers am Montag, 20. August 2012 in Kloten. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Philippe Gaydouls Hockey-Visionen fruchteten nicht. Bild: KEYSTONE

Der Stanley-Cup-Sieger und der Nationalgoalie

Zur neuen Bescheidenheit gehört der Verzicht auf grosse Namen auch beim Trainer. Pekka Tirkkonen hat in Finnland nie bei den grossen Hockeyunternehmen gearbeitet und sich in der Provinz einen exzellenten Ruf erarbeitet. Er ist so etwas wie ein Arno Del Curto des armen Mannes. Und es ist ein Vorteil, dass er – anders als sein Vorgänger Sean Simpson – weiss, wie es ist, mit wenig Geld und Talent zu arbeiten. Als Trainer von SaiPa operierte er mit dem kleinsten Budget der Liga und trotzdem führte er die Mannschaft zuletzt dreimal hintereinander in die Playoffs.

Pekka Tirkkonen, neuer Trainer des EHC Kloten, links, stellt sich neben Sportchef Pascal Mueller, rechts, an einem Round Table den Medien vor am Donnerstag, 30. Juni 2016, in Kloten. (KEYSTONE/Siggi Bucher)

Pekka Tirkkonen ist der neue Trainer in Kloten, hinter ihm sichtbar Sportchef Pascal Müller. Bild: KEYSTONE

Der neuen Sportchef Pascal Müller hat mit einem knappen Budget eine erstaunliche Transferbilanz erzielt. Er hat mit Michael Liniger und Peter Guggisberg nur zwei wichtige Spieler verloren und dafür mit Tim Ramholt Zug einen der besten Schweizer Verteidiger ausgespannt und aus Ambri den Powerflügel Daniele Grassi geholt.

20.02.2016; Zug; Eishockey NLA EV Zug -  HC Davos; Tim Ramholt (Zug) (Daniela Frutiger/Freshfocus)

Von Tim Ramholt erhofft man sich in Kloten defensive Stabilität. Bild: Daniela Frutiger/freshfocus

Die logische Schlussfolgerung wäre also eine sichere Playoff-Qualifikation. Aber Kloten ist neben dem HC Davos das zweite NLA-Team mit einem Torhüterproblem. Auf den ersten Blick scheint diese Behauptung reichlich absurd. Martin Gerber ist ein Stanley Cup-Sieger und Luca Boltshauser ein Nationaltorhüter. Aber Gerber ist bereits 41 Jahre alt und der 18 Jahre jüngere Boltshauser verdankt seinen Nationalspieler-Status einem einzigen Länderspiel mit fünf Gegentreffern in Schweden. Martin Gerber zu alt und Luca Boltshauser noch nicht gut genug für die NLA? Dann schafft Kloten die Playoffs nicht. Martin Gerber der beste alte, Luca Boltshauser der beste junge Goalie der Liga? Dann gibt es eine sportlich sorgenfreie Saison.

In Kloten ist fast alles eine Frage der Goalies.

Was ist neu?

Die Schlüsselspieler beim EHC Kloten

Transferbilanz:

Gut gehalten

Jobsicherheit des Trainers:

Maximal

Die bange Frage:

Die Saison zu viel für Martin Gerber?

Prognose: Platz 8 oder 9

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • leu84 02.09.2016 18:16
    Highlight Highlight Meister-Slideshow: Der Wandel der Meisterpokale. Einfach grässlich 😂
    4 7 Melden
  • Dan Rifter 02.09.2016 17:17
    Highlight Highlight Gerbers Saison zuviel war eigentlich schon letztes Jahr.
    42 2 Melden
  • Bruno Wüthrich 02.09.2016 17:02
    Highlight Highlight Um der lieben SVP nicht allzu viel Ehre anzutun sei erwähnt, dass Thomas Matter, ebenfalls SVP-Politiker, dem damaligen designierten Präsidenten Philippe Gaydoul auch ein Bisschen half, trotz verlochter (ähm erlassener) AHV-Millionen und mit falschen Versprechungen den Klub nochmals in falsche Bahnen zu lenken.

    Ich bin dafür, dass bei sportlichen und wirtschaftlichen Artikeln nicht immer noch die Parteizugehörigkeit der Protagonisten erwähnt wird. Das ist nichts anderes als schlecht versteckte Parteienwerbung.
    17 13 Melden
    • winglet55 02.09.2016 22:16
      Highlight Highlight und mit den fremden Vögten, hat der liebe Kläusu, zudem noch dem Alleinherrscher und Übervater aus Herrliberg gehuldigt! 😏
      3 5 Melden
  • p00pypaws 02.09.2016 13:44
    Highlight Highlight Kleine Anm.: Sanguinetti steht in dem Bild in einem Dress der Carolina Hurricanes da.
    5 3 Melden
  • Santale1934 02.09.2016 13:43
    Highlight Highlight Guter Artikel.
    Kann nur alles besser werden als letzte Saison, sebst wenn es in die Playouts geht.
    EHCK! <3
    46 13 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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