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Lugano’s goalkeeper Elvis Merzlikins , left, celebrate the victory with Lugano’s player Gregory Hofmann, right, during the fifth match of the playoff final of the National League of the ice hockey Swiss Championship between the HC Lugano and the ZSC Lions, at the ice stadium Resega in Lugano, Switzerland, Saturday, April 21, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Zuhause können sie jubeln, aber können sie es auch am Mittwoch im Hallenstadion? Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Der «Betriebsunfall», der Lugano den Titel kosten kann

Das wahre Lugano ist besser als die wahren ZSC Lions. Die Zürcher waren in Lugano chancenlos und verloren 0:4. Sie können am Mittwoch trotzdem Meister werden. Aber sie können nur noch am Mittwoch Meister werden.

22.04.18, 03:30 22.04.18, 15:37


Kann es sein, dass die bessere Mannschaft nach fünf Finalspielen 2:3 zurückliegt? Ja, das kann sein. Was heisst besser? Der Zweck des Spiels ist der Sieg. Die letzte Wahrheit steht also oben auf der Resultattafel. Das ist die unromantische Realität. Die Zürcher führen im Finale mit 3:2-Siegen. Also sind sie besser. Punkt.

Es gibt auch eine hockeyromantische Sicht der Dinge: Lugano spielt das spektakulärere Hockey. Das schnellere Hockey. Das elegantere Hockey. Das dynamischere Hockey. Aber nur das wahre Lugano kann die wahren ZSC Lions besiegen.

Wir haben erst am Samstagabend zum ersten Mal in diesem Finale das wahre Lugano von der ersten bis zur letzten Minute gesehen. Und zum ersten Mal waren die ZSC Lions in diesem Finale chancenlos. Bereits nach 27 Sekunden trifft Gregory Hofmann zum 1:0. Dabei bleibt es zwar bis zur 43. Minute. Erst dann doppelt der gleiche Stürmer zum 2:0 nach. Obwohl das Resultat so lange Zeit knapp war, obwohl die Zürcher noch einen Schuss an die Torumrandung beklagten – eine Siegeschance hatten sie nie.

Zurich's goalkeeper Lukas Flueeler, left, fights for the puck with Lugano’s player Alessio Bertaggia, right, during the fifth match of the playoff final of the National League of the ice hockey Swiss Championship between the HC Lugano and the ZSC Lions, at the ice stadium Resega in Lugano, Switzerland, Saturday, April 21, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Davide Agosta)

Luganos Alessio Bertaggia kämpft gegen den Zürcher Goalie Lukas Flüeler. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Das «wahre» Lugano wird nur zu Hause sichtbar

Und so wird der Heimvorteil das besondere Merkmal dieser Finalserie. Dabei spielt der Heimvorteil im Finale keine zentrale Rolle. Seit Einführung der Playoffs (1986) ist der Titel 1986 1989, 1990, 1991, 1992, 1996, 1997, 1998, 1999, 2001, 2002, 2004, 2009, 2011, 2012, 2014, 2015, 2016 und 2017 auf fremden Eis gefeiert worden. Eher Heimnachteil als Heimvorteil.

Nun erleben wir die «Renaissance des Heimvorteils». Das wahre Lugano haben wir bisher nur in Lugano gesehen. Am eindrücklichsten am Samstag beim 4:0. Luganos Philippe Furrer zelebriert jetzt das beste Hockey seiner Karriere (am Samstag mit einer 4:0-Bilanz). Wenn er vom Titel spricht, dann redet er nicht einfach daher, wie jeder reden muss – es kann ja keiner sagen, er wolle nicht Meister werden.

Philippe Furrer ist durch und durch davon überzeugt, dass es Lugano schaffen kann. «Wir haben bereits beim letzten Spiel im Hallenstadion 25 Minuten lang das wahre Lugano gesehen.» Am Ende gab es trotz einer 2:0-Führung eine 2:3-Niederlage in der Verlängerung. Nun gehe es darum, am Mittwoch in Zürich 60 Minuten lang wie das wahre Lugano aufzutreten.

Lugano’s player Philippe Furrer celebrates the 3-0, during the fifth match of the playoff final of the National League of the ice hockey Swiss Championship between the HC Lugano and the ZSC Lions, at the ice stadium Resega in Lugano, Switzerland, Saturday, April 21, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Philippe Furrer zeigte am Samstag, was er kann. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Tatsächlich hat Lugano ja alles, um erstmals seit 2006 die Meisterschaft zu gewinnen. Mit Elvis Merzlikins den besseren Torhüter. Mit Maxim Lapierre den besseren ausländischen Leitwolf. Mit Philippe Furrer den kompletteren, den besseren Verteidigungsminister. Mit Gregory Hofmann den abschlussstärksten Schweizer Stürmer.

Lugano konnte bisher in Zürich nicht gewinnen

Und doch könnten die Zürcher am Mittwoch Meister werden. Es wäre einer der erstaunlichsten Titel und für Lugano eine bittere Finalniederlage. Noch zehn Jahre lang würden sich die Tessiner ärgern und sagen: «Aber damals, 2018, hätten wir einfach Meister werden müssen. Wir hatten die bessere Mannschaft.»

Lugano war bisher nur auf eigenem Eis, mit Europas temperamentvollstem Hockey im Rücken das wahre Lugano. Das schnelle, dynamische, mutige, leidenschaftliche, begeisternde Lugano.

Die Zürcher sind im eigenen Stadion mutiger, schneller, und bissiger.

Im Hallenstadion hat Lugano diese Saison noch nie gewonnen. Einerseits, weil bisher der Mut fehlte, das wahre Gesicht zu zeigen, das wahre Lugano zu sein. Und andererseits, weil die Zürcher im eigenen Stadion mutiger, schneller, bissiger sind.

Die Zuercher jubeln im vierten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem HC Lugano am Mittwoch, 18. April 2018, im Zuercher Hallenstadion. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Spielen zu Hause besser: Der ZSC jubelte im vierten Playoff-Finalspiel im Hallenstadion. Bild: KEYSTONE

Weil sie im eigenen Stadion die scheibenführenden Gegenspieler und die Scheibe jagen. Weil sie im eigenen Stadion den spielerisch besseren Gegner mit ihrem Forechecking am entfalten seines Talentes hindern. Weil sie nur im eigenen Stadion den Mut haben, die wahren ZSC Lions zu sein. Das erklärt, warum die Zürcher in diesem Finale im Hallenstadion bisher in zwei Partien 8 Treffer erzielt haben – und in Lugano in drei Spielen nur einen einzigen.

Verliert ZSC am Mittwoch, sind sie in Lugano chancenlos

Gegen das wahre Lugano haben die Zürcher keine Chance und immer mehr zeigt sich: ein Betriebsunfall kann Lugano den Titel kosten. Die 0:1-Heim-Niederlage im ersten Finalspiel war für Lugano eine vermeidbare, ja im Rückblick erst recht eine unverzeihliche Niederlage. Lugano auf eigenem Eis nicht das wahre Lugano. Ein Betriebsunfall. Kein Problem. Können wir korrigieren. Die letzte Chance zur Korrektur folgt am Mittwoch.

Die ZSC Lions müssen am Mittwoch im Hallenstadion den Titel holen. Verlieren sie, dann werden sie im 7. Spiel am Freitag in Lugano chancenlos sein. Weil wir dann in Lugano das wahre Lugano sehen werden. Und gegen das wahre Lugano haben selbst die wahren ZSC Lions keine Chance.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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26
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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • supi 22.04.2018 16:52
    Highlight Zwei Partien waren klar, die drei engen Spiele gewannen die Zürcher.

    Wie auch immer ich freue mich das die Geprügelten der Quali noch spiele.

    Als Fan ist beides toll..entweder Gewinn des 6. Spiels und Meister oder wir sehen die Löwen nochmals in einem 7. Spiel vor der Sommerpause.

    Boys have Fun und geniesst diese Zeit.
    9 1 Melden
  • TGG83 22.04.2018 13:39
    Highlight Was hat dies eigentlich mit einer Chronik zu tun?
    Wenn jemand sich wirklich mal die Mühe macht die Texte als Chronik zu lesen, wird er nur Verwirrung in der Geschichtsschreibung entdecken🤔
    18 1 Melden
  • N0pe 22.04.2018 10:40
    Highlight Lange gab es in diesen Playoffs keinen „Heimvorteil“ - mittlerweile scheint aber genau dies wieder der Fall zu sein. Und ja, völlig klar wenn der Z es am Mittwoch vergeigt stehen sie vor einer Herkules-Aufgabe. Aber auch einfach weil sie dann Lugano unglaublich in die Serie zurückgeholfen haben.
    Hoffen wir also auf den Mittwoch. Go ZSC
    30 28 Melden
  • Chäslade 22.04.2018 10:18
    Highlight vom ZSC wirtschaftlich sehr geschickt, alle Kohle muss rein, daher auch nochmals das 3. Heimspiel
    11 65 Melden
    • Faethor 22.04.2018 10:39
      Highlight Yepp, wenn ich mir das Spiel von gestern so revue passieren lasse könnte man wirklich auf diesen Gedanken kommen. War ein grottenschlechtes Spiel vom Z... Hoffe es war die Ausnahme.
      24 18 Melden
    • Einer Wie Alle 22.04.2018 10:48
      Highlight Klar, deshalb hat man gegen Zug auch auswärts die Serie entschieden und 2014 das Finale mit 4 Spielen entschieden.
      26 4 Melden
    • MARC AUREL 22.04.2018 10:49
      Highlight Geld spielt keine Rolle.. Frey zahlt alles! Die Schulden von 1-2mio werden ende Jahr getilgt..
      19 42 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • San_Fernando 22.04.2018 09:34
    Highlight Lugano hat in erster Linie so gut gespielt, weil der ZSC nicht bereit war. Das ist das einzige, was mich bei den Zürchern beunruhigt. Aber im Playoff spielt das keine Rolle. Man kann viermal knapp siegen und gewinnt trotzdem die Serie, auch wenn man in drei Auswärtsspielen nur ein Tor erzielt.
    24 22 Melden
    • MARC AUREL 22.04.2018 10:53
      Highlight Ja, die Lions sind unangefochten die Besten und es liegt natürlich nur daran das sie verloren haben weil sie nicht bereit waren...😂 Ach ja Bern hat auch NUR verloren weil sie nicht bereit waren... welch arroganz!
      35 55 Melden
    • grumpy_af 22.04.2018 13:42
      Highlight MARC AUREL: Von allen SCB-Fans sollten gerade du und Tikkanen nicht von Arroganz sprechen.
      37 4 Melden
  • MARC AUREL 22.04.2018 09:14
    Highlight Ja, sollte Lugano in Zürich gewinnen was sie schon letztes mal hätten, sollen, müssen glaube ich das Lugano Meister wird!
    42 33 Melden
    • Chäslade 22.04.2018 18:18
      Highlight Welch qualifizierte Aussage!
      Wieso bist du noch hier? Oder schon zurück? und die Besseren spielen immer noch!
      14 4 Melden
    • MARC AUREL 22.04.2018 18:41
      Highlight Du disqualifizierst dich gerade selber....
      2 16 Melden
  • Jogle 22.04.2018 08:31
    Highlight Jetzt gebe ich ihm Recht. Der ZSC war gestern wirklich schlecht. Die Beine wurden nicht bewegt und keine Geradlienigkeit, besonders von der Ausländerlienie und zuviele Fehlpässe. Jetzt müssen wir wie eine Wand stehen am Mittwoch, sonst wird es eng.
    Hopp ZSC
    47 13 Melden
    • Chäslade 22.04.2018 18:28
      Highlight wenn die schon die Beine nicht bewegen, sollen sie diese wenigstens zusammen halten, dann geht doch keiner rein
      0 2 Melden
  • no-way 22.04.2018 07:30
    Highlight Aber war Lugano nicht ein Freilos?
    205 12 Melden
  • dirtyharry 22.04.2018 06:11
    Highlight Immer diese Prophezeiungen. Es kann auch sein, dass Lugano in Zürich gewinnt und dann zuhause doch verliert. Aus Zürcher Sicht, das gestern war rein gar nichts und Lugano war top, Respekt. Sei Beginn der Serie hat sich nicht viel geändert. Die Chancen stehen 50:50.
    161 11 Melden
  • hockeytown 22.04.2018 04:26
    Highlight 👏👍
    23 5 Melden
    • Geisi 22.04.2018 10:01
      Highlight Herr Zaugg. Es ist nicht sehr schwierig gegen eine Mannschaft die im B-Niveau spielt, sein bestes Eishockey zu spielen. Ich weiss, dass bei Ihnen ein "alles nur nicht der ZSC" Herz schlägt. Darum nehme ich es Ihnen auch nicht übel, wenn sie im Momentum den HC Lugano etwas überbewerten... 😉
      33 43 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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