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Der Davoser Sven Jung, links,  gegen den Bieler Ahren Spylo, beim Eishockeyspiel der National League A zwischen dem HC Davos und dem EHC Biel, am Samstag, 4. Oktober 2014, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Ahren Spylo (r.) 2014 im Biel-Dress gegen seinen Ex- und Neo-Klub HC Davos (Sven Jung). Bild: KEYSTONE

«Steuerflüchtling» Spylo wird beim HCD dieses Wochenende bereits spielen

Ahren Spylo (33) darf schon am Wochenende erstmals für den HC Davos stürmen. Aber seine Steuerschulden muss er selbst bezahlen.

02.02.17, 04:09 02.02.17, 06:26


Arno Del Curto sagt, sein neuer kanadischer Stürmer sei noch nicht in Form. «Aber ich werde ihn am Wochenende entweder gegen Zug oder gegen Ambri zum ersten Mal einsetzen.» Es ist sozusagen ein «Aufbautraining im scharfen Schuss». Nur so bekommt der letztjährige Ausländer des EHC Biel wieder Beine. Er hat diese Saison keine Spiele bestritten und sich in seiner nordamerikanischen Heimat fit gehalten.

Seine Steuerschulden im Kanton Bern aus seiner Tätigkeit bei Biel muss der Kanadier hingegen selber bezahlen. HCD-Präsident Gaudenz Domenig sagt: «Darum muss er sich selber kümmern, wir haben mit dieser Angelegenheit nichts zu tun und wir haben davon auch keine Kenntnis.»

«Wir haben damit nichts zu tun.»

Gaudenz Domenig und Martin Steinegger

Biels Sportchef Martin Steinegger dementiert Meldungen des «Bieler Tagblattes» nicht, wonach Ahren Spylo noch knapp 50'000 Franken Steuerschulden habe. «Wir haben aber damit nichts zu tun.»

Der NHL-Rueckkehrer Jonas Hiller, Mitte, spricht neben Daniel Villard, Geschaeftsfuehrer des EHC Biel, links und Martin Steinegger, Sportchef des EHC Biel, rechts, an einer Medienkonferenz am Dienstag, 3. Mai 2016, in der Tissot Arena in Biel. Der 34-jaehrige Jonas Hiller verspruehte bei seiner offiziellen Vorstellung beim EHC Biel Optimismus. Der EHC Biel habe sich sehr um ihn bemueht sagte der Goalie weiter. (KEYSTONE/Manuel Lopez)

Martin Steinegger weiss bescheid, hält sich aber raus. Bild: KEYSTONE

Stark vereinfacht gesagt: Die Klubs bezahlen die Einkommenssteuern für ihr ausländisches Personal direkt (Quellensteuer). Das war auch in Biel auf einem Bruttoeinkommen von 315'000 Franken so. (Martin Steinegger: «Aber dieser Lohn stimmt nicht»). Um die Einkommenssteuer muss sich der Spieler also nicht kümmern. Hingegen ist jeder ausländische Spieler verpflichtet, zusätzlich eine persönliche Steuerdeklaration für sein Vermögen einzureichen. Darum kümmern sich die Klubs nicht.

Prozedere kann einige Monate dauern

Die kantonalen Steuerverwaltungen besteuern Vermögen unterschiedlich. Unterlässt ein Spieler die Deklaration seines Vermögens, dann wird er eingeschätzt. In der Regel gilt bei Hockeyprofi: Ab 30 Jahren und mehrjähriger Tätigkeit in der Schweiz wird aufgrund der ligaüblichen Saläre ein Vermögen von rund einer Million angenommen. Ahren Spylo hat sechs Jahre für Biel gespielt (2010 bis 2016) – und damit ergibt sich für ihn aufgrund der im Kanton Bern üblichen Praxis tatsächlich eine Vermögenssteuer von rund 50'000 Franken, die er nun noch zu entrichten hat.

Auf seine Tätigkeit in Davos haben diese Schulden keinen Einfluss. Die bernischen Steuervögte haben die Möglichkeit, die Schulden auf dem Rechtsweg (Betreibung) einzufordern. Die Steuerschuld dürfte ein sogenannter «Rechtsöffnungstitel» sein, das Verfahren verkürzen und den Weg zu einer Lohnpfändung öffnen. Aber auch dann dauert das Prozedere einige Wochen. Mit ein bisschen Glück und Nerven kann Ahren Spylo also in Davos spielen und dann unser Land unbehelligt wieder verlassen, bevor die bernische Steuerobrigkeit an sein Geld herankommt, das er bis Saisonende in Davos verdient. Ahren Spylo wäre dann sozusagen ein «Steuerflüchtling». Auf seine Ein- und Ausreise haben Steuerschulden keinen Einfluss.

Gaudenz F. Domenig, Praesident des HC Davos, posiert nach der kombinierten Generalversammlung des Vereins und der Hockey Club Davos AG, am Sonntag, 19. Oktober 2014, in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Gaudenz Domenig hat eine ganz pragmatische Lösung für das Steuer-Problem. Bild: KEYSTONE

HCD-Präsident Gaudenz Domenig hat noch einen anderen Vorschlag. «Immer vorausgesetzt, dass diese angeblichen Steuerforderungen rechtens sind, gibt es eine ganz einfache Lösung: Ahren Spylo kann ja zahlen…»

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • andre63 02.02.2017 12:17
    Highlight wenn ich die steuern 3 jahre nicht bezahlen würde 🤔🤔
    eine frechheit diese steuerbehörden!
    13 1 Melden
  • Yotanke 02.02.2017 11:07
    Highlight Es wäre schon erstrebenswert, wenn leider wohl unrealistisch, dass der HCD darauf drängen würde, dass sein Angestellter seine Steuerschulden begleicht.
    14 3 Melden
    • riqqo 03.02.2017 14:05
      Highlight Unrealisitisch? Hä? Domenig sagt ja: «…gibt es eine ganz einfache Lösung: Ahren Spylo kann ja zahlen…»
      Ich denke, dass Davos Spylo dringend empfiehlt, dem Fiskus die ausgebliebenenen Zahlungen zu überweisen.

      Aber: Intressiert es deinen neuen Arbeitsgeber, ob du bei denem alten etwas bei den Steuern falsch gemacht hast? Nein, es intressiert ihn – solange du nicht vor Gericht oder im Knast bist – nicht. (Denn du bist erwachsen und für dein Tun und deine Taten selber verantwortlich)

      Davos holt ihn ja als Sportler und nicht als Steuer-Berater.
      4 0 Melden
    • Yotanke 03.02.2017 15:03
      Highlight @riqqo: sag mal lieber Riqqo. Wie alt bist Du eigentlich? Aus Deinen vielen Beiträgen hier bei watson entsteht der Eindruck dass Du entweder sehr jung oder sehr naiv bist. Oder beides? Ein Unternehmen in der Schweiz, welches vom guten Ruf in der Öffentlichkeit lebt würde nie tolerieren, dass einer der wichtigsten Angestellten Steuerschulden hat. Das wäre zu negativ für den Ruf.
      3 6 Melden
    • Hockrates 03.02.2017 15:54
      Highlight Also mal ganz abgesehen davon, dass er seine Steuern wie jeder andere bezahlen soll: Ob jemand privat Schulden hat, geschieden ist oder in seiner Freizeit gerne Strapse anzieht geht den Arbeitsgeber erst mal rein gar nichts an, solange es keinen Bezug zur Arbeit hat.
      6 1 Melden
    • Yotanke 03.02.2017 16:44
      Highlight @Hockrates: Du hast recht. Juristisch gesehen hast Du mit Deinen Aussagen recht. Glücklicherweise ist es heute der Fall, dass z.B. die Medien, die Öffentlichkeit etc. moralischen Druck ausüben können. Es gibt durchaus immer wieder Beispiel, dass Firmen - gerade solche die im Fokus der Öffentlichkeit stehen oder darauf angewiesen sind einen guten Ruf zu haben - aus moralischen Gesichtspunkten handeln und solches Tun nicht tolerieren. Egal ob juristisch korrekt oder nicht. Und das ist gut so, falls der Sachverhalt auch bewiesen ist.
      1 1 Melden
    • riqqo 03.02.2017 17:01
      Highlight Vielleicht bin ich auch beides? Vielleicht täuschst du dich ja auch. Die Indianer dachten ja auch, der Weisse sei ihr Freund.

      Ich habe geschrieben, Davos sei
      sicher daran interessiert, dass dieses Problem gelöst wird. Oder denkst du, die haben gesagt, dass es ihnen egal ist? Doch: Hat er sich strafbar gemacht? Nein. Hat er Steuern hinterzogen? Nein. Er muss bloss die Steuern noch bezahlen.

      Bayern hat sich ja auch nie von Uli distanziert.


      Ich wusste gar nicht, dass sich unser Kapitalismus an der Firma-Beliebtheit orientiert. Wieder etwas gelernt als junger naiver Knabe – danke!
      1 2 Melden
  • Nosgar 02.02.2017 08:01
    Highlight Wieso sollte Steinegger die Meldung dementieren? Das stand ja alles im Amtsanzeiger.
    27 3 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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