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Leiten weiterhin die Schweizer Nati: Tommy Albelin, Patrick Fischer und Christian Wohlwend. Bild: KEYSTONE

Zwei weitere Jahre Patrick Fischer – wenn glauben wichtiger ist als siegen

Der Vertrag mit Nationaltrainer Patrick Fischer ist um zwei Jahre verlängert worden. Sportlich hoch riskant. Marketingtechnisch grandios.

22.12.17, 17:00 22.12.17, 17:26

Bis zur Heim-WM 2020 mit Patrick Fischer. Sein Kontrakt, der Ende Saison ausgelaufen wäre, ist vorzeitig um zwei Jahre verlängert worden. Obwohl er in seiner Amtszeit (erste WM 2016) bis bis auf eine Viertelfinal-Qualifikation 2017 noch rein gar nichts erreicht hat und die Schweizer beim Karjala Cup alle Spiele verloren und teilweise kläglich gespielt haben.

«Es gibt zwei Gründe, um mit einem Trainer zu verlängern. Da sind einmal die Resultate. Aber es geht gerade beim Nationaltrainer um mehr: es geht darum, ob er unsere Philosophie vertritt»

Raeto Raffainer

Obwohl es für den Nationaltrainer gar keinen Markt und damit überhaupt keine Notwendigkeit gibt, vorzeitig zu verlängern. Warum denn nicht den Spengler Cup, das Olympische Turnier und die WM abwarten? Kein Klub hat Interesse an den Diensten des gescheiterten Lugano-Trainer.

Es ist eine Vertragsverlängerung ohne Not und ohne Sinn. Nationalmannschaftsdirektor Raeto Raffainer bringt gute Argumente gegen diese polemische Behauptung vor: «Es gibt zwei Gründe, um mit einem Trainer zu verlängern. Da sind einmal die Resultate. Aber es geht gerade beim Nationaltrainer um mehr: Es geht darum, ob er unsere Philosophie vertritt, wie er Schlüsse aus den erzielten Resultaten erzielt und wie er mit dem gesamten Coaching-Team zusammenarbeitet.» 

Also sind es nicht primär die durch Resultate geschaffenen Fakten, die zur Vertragsverlängerung geführt haben. Sondern eher die Arbeitsweise, die Philosophie des Nationaltrainers. «Das können wir so sagen» bestätigt Raffainer. «Ein Nationaltrainer ist ja heute über seine Trainertätigkeit hinaus so etwas wie ein Nationalmannschafts-Manager.»

So ist das also: Der charismatische Kommunikator Patrick Fischer ist mehr ein «Verkäufer» der Nationalmannschaft bei den Klubs, den Werbepartner und den Medien. Reden beim Business-Lunch und die Personifizierung und Popularisierung der «Swissness-Philosophie» so wichtig wie das Coaching und die Ausarbeitung der Taktik. Das können auch die Assistenten.

Raeto Raffainer gibt Fischer auch den Auftrag die Nati zu verkaufen. Bild: KEYSTONE

Der Nationaltrainer mehr als «Posterboy» unserer Hockey-Kultur als einfach ein langweiliger, profaner Resultate-Schmied. Gut Reden wird langfristig so wichtig sein wie Siege. Der Glaube, dass es schon gut kommen wird, ist grösser als die Gewissheit aus Resultaten und Siegen der Vergangenheit. Sportlich hoch riskant. Marketingtechnisch grandios.

Einen besseren Zeitpunkt für die Vertragsverlängerung hätte Raeto Raffainer nicht wählen können. Die Nationalmannschaft tritt erstmals seit 1979 und zum insgesamt 11. Mal beim Spengler Cup auf. Auch da geht es mehr um gute Stimmung als um profanes Resultatdenken. Da kann nichts schiefgehen.

Die Nationalmannschaft taumelte in den 1960er und 1970er Jahren zwischen Skandal und billiger Zirkusnummer durchs Turnier und die letzten drei Teilnahmen (1977, 1978 und 1979) endeten mit einem schmählichen letzten Platz.

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  • 10%Ich will nur das Resultat sehen.

Der erste Erfolg nach der Vertragsverlängerung ist für Patrick Fischer programmiert: Er wird mit der Nationalmannschaft beim Spengler Cup so gut sein wie nie zuvor. Er wird das beste Resultat einer Nationalmannschaft bei diesem Turnier erreichen.

Die Schweiz, in den 1960er und 1970er Jahren zweitweise international drittklassig, gehört heute als WM-Finalisten von 2013 zu den Titanen des Welthockeys. Wer sagt, dass ausser gegen Team Canada beim Spengler Cup jede Niederlage als Schmach gewertet werden muss, ist nicht einmal ein Polemiker.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Sunray 23.12.2017 07:43
    Highlight "Patrick Fischers erster Schritt vom glücklosen Bandenoberst zum grossen Bandengeneral
    Die Geschichte lehrt uns, dass Trainer oft erst unter dem Druck heftiger Kritik zu grossen Sportgenerälen werden. Patrick Fischer wie einst die Weltmeistermacher Aimé Jacquet und Enzo Bearzot?"17.5.2017 Zaugg Klaus
    "Von Langweilern zu Spektakelmachern – Fischer hat die Nati «gebrandet»
    Das Minimalziel Viertelfinal ist erreicht. Wie weit die Schweizer bei dieser WM noch kommen, ist unerheblich. Paris 2017 hat so oder so gute Chancen auf einen besonderen Platz in unserer Hockey-Historie." Zaugg Klaus 16.5.2017
    4 1 Melden
    • Sunray 23.12.2017 07:52
      Highlight Der Artikel ist auch noch interessant,allerdings ziemlich wissenschaftlich; er erschien wenige Tage darauf ,am 6 Juni 2017in einer der weltweit wichtigsten Wissenschafts -Zeitschriften,dem British Medical Journal :"Moderate alcohol consumption as risk factor for adverse brain outcomes and cognitive decline: longitudinal cohort study
      BMJ 2017; 357 doi: https://doi.org/10.1136/bmj.j2353 (Published 06 June 2017)
      Cite this as: BMJ 2017;357:j2353"
      5 0 Melden
    • Sunray 23.12.2017 10:18
      Highlight Der wissenschaftliche Artikel kurz zusammengefasst: das Seepferdchen im Gehirn - der Hippocampus - Sitz des Gedächnisses,hat keine grosse Freude, wenn da zuviel gegorene Flüssigkeit ankommt und wenig Kamillentee,Hahnenwasser und dergleichen....
      1 0 Melden
  • ujay 23.12.2017 05:10
    Highlight Find I guet. Im Gegensatz zum Klubeishockey funktioniert das hire and fire System in keinem Nationalteam. Schon längst erwiesen. Einige Optimisten glauben daran, weil sie die Qualität des CH Eishockeys masslos überschätzen. Viertelfinal ist das Mass aller Dinge, mehr eine Frage der Tagesform. Bleibt mal auf dem Teppich.
    7 1 Melden
  • Pajassfan 23.12.2017 01:54
    Highlight Den Eismeister nervt bloss, dass er die Verlängerung aus einer ganz gewöhnlichen Medienmitteilung erfahren hat.
    5 2 Melden
  • Rock'n'Rohrbi 22.12.2017 23:58
    Highlight Bin auch der Meinung, dass man den Naticoach auch langfristig binden kann. Ohne dass dieser bereits kurzfristig was gewinnen konnte. Die Spiele im Frühling in Paris haben Spass und Lust auf mehr gemacht. Die Olympiade birgt grosse Chancen und selbst wenn es keine Medaille wird, ist 4. oder 5.
    auch noch ein Erfolg. Lasst Patrick arbeiten und finde er ist näher an den Spielern dran als es ein Ausländer sein könnte.
    Der Natitrainer muss nicht wie ein Clubtrainer mit kurzfristigem Erfolg gemessen werden. Druck macht er sich selbst am meisten und will erfolgreich sein.
    9 9 Melden
  • Gelöschter Benutzer 22.12.2017 20:48
    Highlight (Themenfremde) Frage eines Eishockey-Laien:
    Aus welchem Grund werden eigentlich die in der NHL spielenden Schweizer kaum für die Spiele an Olympia oder der WM aufgeboten?
    Danke im Voraus...
    5 9 Melden
    • Max Pauer 22.12.2017 21:25
      Highlight Die NHL spielt während den OS weiter.
      16 0 Melden
    • glointhegrat 22.12.2017 21:54
      Highlight Grund 1 geld
      Grund 2 macht
      Grund 3 um alle ausserhalb der organisation zu schikanieren..... Ich merke gerade,.... die nhl hat viel mit deiner religion gemeinsam 😂
      ..... Jetz mal ohne witz, für olympia wurden die nhl spieler von der liga nicht freigegeben weil der spielplan weiterläuft. Im Heimmarkt lässt sich mehr geld verdienen als in südkorea. Für die wm würde man gerne jeden nhl spieler mehmen. die einen sind aber noch in den playoffs und andere verletzt oder ohne neuen vertrag und gehen kein risiko ein. Wm im eishockey ist auch jedes jahr, der wunsch mitzumachen daher nicht so gross.
      12 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 22.12.2017 22:17
      Highlight Ok..Danke für die Antwort!
      Geld und Ansehen scheinen auch ausserhalb der katholischen Kirche zu regieren! ;)
      Den WM Titel im Palmares zu haben, wäre doch grundsätzlich eine Teilnahme wert, daher war es für mich ein Rätsel...jetzt ist es mir klarer
      5 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 22.12.2017 22:25
      Highlight Ok, danke für die Antwort!
      Geld und Ansehen scheinen auch ausserhalb der katholischen Kirche zu regieren! ;)
      Den WM Titel im Palmares zu haben, wäre doch grundsätzlich eine Teilnahme wert...jetzt verstehe ich warum!
      2 2 Melden
    • Darkside 22.12.2017 22:32
      Highlight Die NHL spielt durch. Während Olympia alle Teams, im Mai für die WM können dann einige Spieler deren Teams die Playoffs nicht geschafft haben zum Turnier stossen. Playoffs drüben dauern bis in den Juni.
      3 0 Melden
    • Darkside 22.12.2017 23:36
      Highlight @gloin
      Klar dass es dem Raffzahn Bettman nur ums Geld geht. Er verdient ja mehr als die allermeisten Spieler. Was für mich keinen Sinn macht ist dass er ja offenbar den asiatischen Markt erschließen will, und sei es nur um der KHL (wo schon ein chinesisches Team spielt) ans Bein zu pissen. Er organisiert sogar Preseason Games in China. Bessere und günstigere Promo als mit Olympia kann er da drüben gar nicht kriegen. Aber offenbar ist der kurzfristige Profit dann doch wichtiger. Dass Fasel nein zu jedweden Zahlungen gesagt hat ist stark und richtig, aber bedauerlich für den Hockeysport.
      9 1 Melden
  • Wasmeinschdenndu? 22.12.2017 20:24
    Highlight Grandiose Marketing-Strategie!!! Niederlagen sind ja bekanntlich beste Werbung. Fischer ist der Sami Hyypiä des Eishockeys...
    15 7 Melden
  • AlpenMaradona 22.12.2017 19:17
    Highlight Darf ich Nati-Coach sein? I cha ou guet schnurrä...
    23 10 Melden
    • Hockrates 22.12.2017 21:04
      Highlight Nein, kannst du nicht.
      11 8 Melden
  • plaga versus 22.12.2017 18:24
    Highlight Ich verstehe die Verlängerung nicht. Da gehe ich mit einig, dass man warten müsste nach der WM. Das ist total wider dem üblichen Leistungsdenken im Spitzensport.
    43 5 Melden
  • dondor 22.12.2017 18:18
    Highlight Herr Zaugg mit Verlaub, aber sie kennen das Spiel nur aus zweiter Hand. Wenn dem anders wäre würden sie das System thematisieren und zwar ernsthaft. Da gibts durchaus Dinge die der Kenner ansprechen würde aber sie sind eben nur ein Kenner von Geschichten über das Spiel, nicht ein Kenner des Spiels.
    49 24 Melden
  • Darkside 22.12.2017 18:07
    Highlight Wie gehabt, die galoppierende Inkompetenz im Verband setzt sich fort. Raffainer ist ein Clown, sorry. Wieso nicht warten bis nach Olympia, wo die Chancen auf einen Erfolg ja nicht schlecht stehen. Fischer hat bisher null und nichts erreicht, wenn sich das in Südkorea nicht ändert müsste er an jedem anderen Ort gehen. Aber hier hat er es gemütlich in der weltfernen SIHF Oase, wo Leistungskultur ein Fremdwort ist.
    46 5 Melden
  • Sandro Lightwood 22.12.2017 17:51
    Highlight Was ist nun schlussendlich „Marketingtechnisch grandios“ daran, einfach mal so zu verlängern - ohne Not? Habs irgendwie nicht gepöggt.
    67 5 Melden
  • Raembe 22.12.2017 17:42
    Highlight Ich mag mich noch erinnern wie Klaus Zaugg die Nati und Fischers System letzte WM noch in den Himmel lobte.
    32 6 Melden
  • mukeleven 22.12.2017 17:16
    Highlight uff klaus - 2 weitere jahre an denen dir der zugang zur jeweiligen nati-pk von fischi verweigert wird. das sind düstere aussichten fuer den eismeister. 🎅🏽
    142 5 Melden
    • Avalanche89 22.12.2017 20:39
      Highlight Ist dass so? Darf Zaugg die Nati PK‘s nicht besuchen?
      8 4 Melden
    • Fabian Lehner 23.12.2017 11:29
      Highlight Klaus ist schon dabei, er darf einfach keine Fragen stellen :)
      1 1 Melden
  • länzu 22.12.2017 17:15
    Highlight Dieser inkompetente Raffeiner kann machen was er will. Einen Vertrag mit einem Coach verlängern, der als Coach sowohl bei der Nati, als auch bei Lugano gar nichts gerissen hat, ist doch hirnrissig. Söihäfeli, Söidecheli sagt man bei uns in Bern zu solchen Machenschaften.
    86 34 Melden
    • Amboss 22.12.2017 18:36
      Highlight Anders gefragt: Gibt es einen Grund, den Patrick Fischer auszuwechseln?
      Ich finde nicht. Fischer ist ein guter Typ, die Nati hat das erreicht, was sie muss (Viertelfinal) und hat sehr erfreulich gespielt.
      Bessere Resultate hatte sie unter Simpson nicht erbracht, im Gegenteil, die Leistungen in seiner Zeit waren ziemlich erbärmlich. Bis auf dieses eine Jahr, wo einfach alles gepasst hat.

      Es gibt doch keinen Grund, Fischer nicht einfach machen zu lassen und ihm die Möglichkeit zu geben, "dieses eine Jahr wo alles passt" zu erbringen
      22 14 Melden
    • äti 22.12.2017 21:57
      Highlight Falsch: sehr guter Entscheid. Langfristiges Denken und Planen ist von Vorteil.
      11 6 Melden

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