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Lugano-Praesidentin Vicky Mantegazza beim ersten Training des HC Lugano fuer die Saison 2015/16, am Sonntag, 2. August 2015, in Lugano. (KEYSTONE/Ti-Press/Carlo Reguzzi)

Die Chefin: Vicky Mantegazza. 
Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Luganos Chefin Vicky Mantegazza: Milliarden – aber Geld mit Geist

Es gibt in unserem Hockey eine grosse Ungerechtigkeit. Sie wird von den Chronisten auf der Alpennordseite lustvoll und sorgsam gehegt und gepflegt. Es ist das Image des HC Lugano, ein «Geldklub» mit unbegrenzten finanziellen Mitteln zu sein.



Luganos Geld war in den 1980er Jahren in der Tat ein Schock für die Deutschschweizer, bescherte Lugano die ersten vier Titel (1986, 1987, 1988 und 1990) und prägt bis heute ihre Wahrnehmung dieses Hockeyunternehmens. Der Milliardär Geo Mantegazza (89) baute den ersten Hockey-Profiklub nach heutigem Sinne auf und leitete damit die Entwicklung ein, die im WM-Silber von 2013 ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden hat.

Geo Mantegazza, Maezen des HC Lugano, aufgenommen an der Saison-Pressekonferenz, am Mittwoch, 3. September 2014, in Lugano. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Geo Mantegazza baute den ersten Hockey-Profiklub nach heutigem Sinn auf und bescherte Lugano vier Titel Ende der 1980er Jahre.
Bild: TI-PRESS

Und so kommt es, dass auch das Lugano unter dem Vorsitz von Vicky Mantegazza (50) den Stallgeruch des Geldes nicht aus den Kleidern bekommt. Das ist gegenüber der Tochter von Geo Mantegazza im höchsten Masse unfair. Zumal Lugano längst eine gut funktionierende Nachwuchsorganisation aufgebaut hat, aus deren Reihen bereits drei NHL-Drafts hervorgegangen sind (Sannitz, Jörg, Merzlikins).

Der Fremde, der heute nach Lugano reist, und nichts weiss über den sagenhaften Reichtum des Mantegazza-Clans (gemäss dem Magazin «Bilanz» rund drei Milliarden) und auch keine Ahnung hat, wer die Präsidentin ist, bekommt im Jahr des 75-jährigen Jubiläums einen ganz anderen Eindruck von diesem Hockeyunternehmen. Die Präsidentin kümmert sich im Stadion ganz offensichtlich intensiver als andere Bosse um «ihren» Klub. Sie ist freundlich mit allen, wird überall herzlich begrüsst und ist überaus beliebt.

Vicky Mantegazza, Praesidentin des HC Lugano, bei der Teampraesentation am Samstag, 15. August 2015 in der Resega in Lugano. ( KEYSTONE/Ti-Press/Carlo Reguzzi)

Vicky Mantegazza ist in ihrem HC Lugano nicht nur Präsidentin, sondern auch die gute Seele.
Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Sie ist der Mannschaft auch näher als alle ihre männlichen Amtskollegen und taucht nach den Heimspielen stets im Bereich der Kabine auf. Sie geniesst eine echte Beliebtheit, die nichts mit jener geschuldeten Anerkennung zu tun hat, die allen entgegengebracht wird, die am Ende des Tages die Rechnungen bezahlen. Die Präsidentin ist im besten Sinne eine Person des Eishockeys, die «gute Seele».

«Ich wurde in eine Familie geboren, in der sich alles um Eishockey dreht. Schon als Kind begleitete ich meinen Vater an jeden Match, auch auswärts», erzählte sie einmal der «NZZ» und fügte an, sie sei praktisch mit dem Eishockey verheiratet. Womit wir dem Erfolgsgeheimnis auf die Spur kommen: Vicky Mantegazza bringt mehr als Geld in dieses Hockey-Unternehmen. Sie hat jene Leidenschaft in die Mannschaft gebracht, die seit dem letzten Titel von 2006 so oft gefehlt hat.

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Unter dieser Präsidentin ist Lugano erstmals seit den Zeiten, als ihr Vater noch den Vorsitz hatte, wieder auf einer «Mission». Geld kann keine Titel kaufen. Leidenschaft aber kann Titel erringen. Sie hat Geld und Geist erstmals seit 2006 wieder vereint. Was all ihren männlichen Vorgängern nicht mehr gelungen ist.

Stolz praesentiert Luganos Praesidentin Vicky Mantegazza, dritte von links, fuenf von sechs Spielerinnen des Olympia-Bronzemedaillenteams und des Lugano-Ladiesteams, naemlich Evelina Raselli, Nicole Bullo, Anja Stiefel, Romy Eggimann und Sarah Forster, im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem HC Lugano und dem EV Zug, am Samstag, 1. Maerz 2014, in der Resega Halle von Lugano. (KEYSTONE/Karl Mathis)

Bei den Lugano Ladies stieg Mantegazza ins Eishockey-Geschäft ein. Hier posiert sie mit fünf der sechs Olympia-Bronze-Gewinnerinnen ihres Klubs.
Bild: KEYSTONE

Vicky Mantegazzas Einstieg auf Klubebene erfolgte mit den «Lugano Ladies», die in den letzten zehn Jahren sechsmal die Meisterschaft gewonnen und soeben den Playoff-Final gegen die ZSC Lions verloren haben. Dort hat sie das Hockeygeschäft von Grund auf gelernt. Sie kümmerte sich um alles, angefangen von der Verpflichtung von Spielerinnen bis hin zur Suche nach Sponsoren. Dort hat sie sich den Ruf erworben, ohne Bedenken Techniker auszuwechseln, wenn es die Sache erfordert.

Und so hat sie im letzten Herbst auch ihren Lieblingstrainer Patrick Fischer entlassen und durch Doug Shedden ersetzt. Obwohl Fischers Vertrag kurz zuvor noch vorzeitig um zwei Jahre verlängert worden war. Das Wohl des Klubs geht über Sympathie.

Die Praesidentin des HC Lugano, Vicky Mantegazza, links, und dem Team Sportdirektor, Roland Habisreutinger, informieren an der heutigen Pressekonferenz zur sofortigen Freistellung des Headcoachs Patrick Fischer und seines Assistenten Peter Andersson am Donnerstag, 22. Oktober 2015, in Lugano. Der Tessiner HC Lugano ist NLA-Tabellenletzter und bleibt mit fuenf Siegen aus den ersten 15 Runden deutlich unter den Erwartungen. (KEYTONE/Gabriele Putzu)

Das Wohl des Klubs geht über die Sympathie: Vicky Mantegazza (l.) informiert mit Sportchef Roland Habisreutinger (r.) über die Entlassung ihres Lieblingstrainers Patrick Fischer im Oktober 2015. 
Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Sie hat einmal gesagt, die Erfahrungen aus dem Frauenhockey könne man aber nicht telquel auf die Männer übertragen: «Die Frauen sind emotionaler, sie spielen mit Leidenschaft. Für die Männer ist Eishockey mehr Erwerbsleben, sie sind berechenbarer.» Aber auch teurer. Das hat sie aber nicht gesagt.

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    Alle Leser-Kommentare
  • nomadi 01.04.2016 11:14
    Highlight Highlight Wow - der Artikel könnte von Vicky persönlich stammen. Den selben Blödsinn erzählt sie schon seit Wochen. Dass man Lugano jetzt auch noch die WM Silber-Medaille gutschreibt ist allerdings neu. :D Juniorenförderung ok - war auch schon schlechter aber BITTE nicht gleich übertreiben. Und dass man zusammen mit Zürich/ Bern die wohl mit Abstand teuersten Mannschaften hat lässt sich ja wohl auch kaum leugnen, ist ja egal aber bitte hört doch auf was anderes zu behaupten.
    • Danyboy 21.04.2016 14:41
      Highlight Highlight Allerdings... Wenn Lugano einen Spieler unbedingt will, können höchstens Bern und Zürich mithalten. Das ist halt so, sei ihnen und der Vicky gegönnt. Ändert aber nix daran, dass 10 Jahre ohne Titel mit diesen finanziellen Mitteln eine extrem lausige Bilanz sind. Da fehlen mindestens 2 Titel in den 10 Jahren...
  • Yotanke 31.03.2016 21:08
    Highlight Highlight Der HC Lugano, bzw. die M. haben viel für den CH-Eishockeysport gemacht. Mit der Verpflichtung von Sletvoll hielt damals der Professionalismus auch im Schweizer Eishockey Einzug. Leider hatte diese Medaille auch seine Schattenseite, welche bis heute anhält: die Preistreiberei. Lugano zahlt nach wie vor sehr, sehr hohe Löhne und dreht jedes Jahr kräftig an der Preisspirale (z.B. jüngst D. Brunner, der wohl knapp 1 Mio. CHF verdienen dürfte). Da sind dann z.B. die Kloten Flyers - auf welchen Zaugg immer rumhackt - Waisenknaben.
    • Hayek1902 01.04.2016 01:18
      Highlight Highlight bloss ist brunner ein absolut überdurchschnittlicher spieler und nicht irgend ein 3. linie nla-durchschnittsklotener
  • Echo der Zeit 31.03.2016 20:56
    Highlight Highlight Die Vicky hat noch nie was geleistet auser die Kohle vom Papa auszugeben. Und apros Zaugg - jetzt auf einmal kein Problem mehr mit denn Preistreiberclubs.
  • tomdance 31.03.2016 19:09
    Highlight Highlight Das Internet ist so gemein zu Klaus Zaugg. Da findet man doch wirklich Artikel des gleichen Autors, der ein 180 Grad anderes Bild von Lugano und Vicky zeichnet. Glaubwürdig ist irgendwie anders... http://www.watson.ch/!185005317
    • Hayek1902 01.04.2016 01:19
      Highlight Highlight so schnell kanns gehen... ;)
  • Grundi72 31.03.2016 13:04
    Highlight Highlight Zaugg wechselt seine Meinungen zu diversen Themen wie andere ihre Unterhosen...

  • faustus 31.03.2016 12:49
    Highlight Highlight Wie ich gehört habe, wird das Damenteam stiefmütterlich behandelt, seit Frau Mantegazza das Zepter bei den Herren übernommen hat.
    Das finde ich etwas schade!
    Bitte vergessen Sie die Damen nicht Frau Mantegazza und machen Sie mit den Herren weiter so.
    Übrigens Herr Lüthi:
    Ein Damenteam würde auch dem SCB gut zu Gesicht stehen, selbst auf die Gefahr hin, dass es ein paar Franken kostet.
    Und an unseren Eismeister; in Kanada wird die A-WM der Damen gespielt. Wie wärs mit einem Artikel dazu?
    • Hayek1902 31.03.2016 14:11
      Highlight Highlight Kommt dann schon noch und sei's nur wegen der schönen Frau Schelling.
  • Staal 31.03.2016 12:31
    Highlight Highlight warum nur erinnert mich Vicky an eine ( freundliche ) Kopie von Martullo Blocher
    • Hayek1902 31.03.2016 14:12
      Highlight Highlight Kurze Haare + Chefin, ähnliches Alter
    • Vernon Roche 31.03.2016 16:43
      Highlight Highlight Stimmt, bisschen wie Gandalf und Saruman;)
  • Dansilverman 31.03.2016 12:13
    Highlight Highlight Ein Artikel über den HC Lugano und Geld. Aber kein Wort über ausländische Spieler, die schwarz finanziert wurden.
    Lächerlich.
    • Thomtackle 31.03.2016 13:30
      Highlight Highlight das war vor der Zeit von Vicky... Bleib bei den Tatsachen
    • ch2mesro 31.03.2016 13:41
      Highlight Highlight und dansilvernan so: aber lugano hat doch mal mit schwarzgeld und so.... mimimi 😢
  • Thomtackle 31.03.2016 11:43
    Highlight Highlight Klaus, der genau über Jahre dieses Image befeuert hat. Er sollte mal seine Artikel lesen.... Frechheit so was.
  • raphidet 31.03.2016 11:33
    Highlight Highlight Ich weiss ja nicht... 3 NHL-Drafts sind meiner Meinung nach nicht ein Wahsinnszeugnis.
    Oder seh ich das falsch?
  • Tikkanen 31.03.2016 10:18
    Highlight Highlight ...nette Frau. Äs tuuret eimä de schier, wenn sie nach Spiel 4 so traurig die Pokalübergabe ans Heimteam mitverfolgen muss😭 Jänu liebe Vicky, nach äm Räge hüür schiint de viläch nächscht Saison dSunnä im Tessin🤔 Wie auch immer. Auf geht's Bern, nach dem Ausrutscher gegen die Murmelis ist wieder ein Sweep fällig...😂😂
    • Alle haben bessere Namen als ich. 31.03.2016 11:03
      Highlight Highlight Ich verstand zwar nicht alles, scheint aber wiedermal sehr abgehoben zu sein.
    • ch2mesro 31.03.2016 11:07
      Highlight Highlight ein blitz von mir tikkanen, weil ich das diametral anders sehe. der scb sweept nur den lars ende saison 😎
    • 19_Invictus_21 31.03.2016 11:59
      Highlight Highlight Eigentlich würde ich als Davos Fan dieses Jahr den Bernern den Titel echt gönnen. Einfach weil sie in den PlayOffs soviel Moral bewiesen haben.
      Aber wenn ich die Kommentare von Tikkanen so lese hoffe ich schon fast wieder auf Lugano, nur damit dieses abgehobenen Kommentare von ihm etwas zurück gehen.

      Wie dem auch sei, ich hoffe nun auf einen spannenden Final.
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  • Ville_16 31.03.2016 09:43
    Highlight Highlight Bravo Chläusu, sehr guter und sachlicher Artikel. Ist mann sich von Ihnen nicht gewohnt in Zusammenhang Lugano und Geld...

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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