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Pius Suter (hinter dem Tor) und Passgeber Patrick Thoresen feiern das 1:0 für den ZSC. Bild: KEYSTONE

Haben die ZSC Lions zu viel Talent und was hat der Cunti-«Irrtum» zu bedeuten?

Die ZSC Lions gewinnen gegen Zug den Spitzenkampf «nur» im Penalty-Schiessen. Wird Luca Cunti ein Transferkandidat?

19.10.16, 10:13 19.10.16, 14:33


Sind die Zürcher durch zu viel Talent zu schöner, aber brotlosen Spielkunst verführt worden? Die Frage erstaunte ZSC-Cheftrainer Hans Wallson. «Zu viel Talent? Nein. Wir haben einen Weg gefunden um das Spiel zu gewinnen. Dafür braucht es Talent.» Aber er räumte ein. «Es stimmt, wir haben viel zu wenig effizient gespielt. Das war unser Problem am Anfang der Saison und es schien, als hätten wir es inzwischen überwunden. Aber diesmal hat direkte Zug aufs Tor wieder gefehlt und das hat es den Zugern leichtgemacht. Es ist ihnen nicht schwergefallen uns vom Tor weg in die Ecken abzudrängen.»

ZSC-Trainer Hans Wallson gestand gewissen Effizienzmangel ein. Bild: KEYSTONE

Immerhin sei es gelungen, endlich ein Penaltyschiessen zu gewinnen. «Das wird uns helfen. Die Erleichterung ist gross, ich habe in der Kabine nach dem Spiel viele lachende Gesichter gesehen.» Die ZSC Lions hatten zuvor 21 von 25 Penaltyschiessen verloren, zuletzt elf in Serie. So betrachtet ist es gut, «nur» nach Penaltys gewonnen zu haben.

Die Zuger hatten in diesem Spitzenkampf den Fehler gemacht, sich auf dieses Laufhockey der Zürcher einzulassen. Sie vermochten den Gegner zwar verhältnismässig leicht zu kontrollieren – aber Aussichten auf einen Sieg gab es so keine. Sie hatten mit Lino Martschini nur einen talentierten Tänzer, die Zürcher mit Roman Wick, Pius Sutter, Patrick Thoresen, Robert Nilsson und Mattias Sjögren – und das ist nur eine Auswahl – gleich mehrere.

«Auf einen Irrtum zurückzuführen»

Wie gut die Zürcher besetzt sind, lässt sich an einer Episode zeigen. Luca Cunti, einer der besten Schweizer Center, WM-Silberheld von 2013, erschien in der offiziellen Mannschaftsaufstellung lediglich als 13. Stürmer.

Luca Cunti hat beim ZSC aktuell einen schweren Stand. Bild: KEYSTONE

Um nicht den Verdacht einer billigen Polemik zu erwecken orientieren wir uns nebst dem Matchblatt nur an der offiziellen Statistik. Luca Cunti kam zwar zum Einsatz – aber nur für 9:37 Minuten. Für einen Mittelstürmer mit seinem Spielvolumen kommt dies fast einer Degradierung gleich. Zum Vergleich: Die anderen Tenöre wie Patrick Thoresen (20:04 Minuten), Robert Nilsson (19:48) oder Roman Wick (19:58) kamen auf mehr als doppelt so viel Eiszeit. Und Luca Cuntis Bilanz nach 13 Partien ist mit zwei Toren und einem Assist bescheiden.

Trainer Hans Wallson lässt sich nicht zu einer Polemik provozieren. Er sagt: «Dass Luca auf der Mannschaftsaufstellung nur als 13. Stürmer aufgeführt war, ist auf einen Irrtum zurückzuführen. Wir haben halt so viele gute Stürmer …» Sportchefs, die auf nächste Saison einen Center suchen, sollten Luca Cuntis Agenten in den nächsten Wochen unbedingt anrufen.

Ein möglicher Interessent: der SCB

Diaz' Fehlen

Die Zuger hätten eine viel grössere Aussicht auf Erfolg gehabt, wenn sie den Zürchern die Räume enger und die Zeit knapper gemacht, wenn sie rauer, böser, provokativer aufgetreten wären und so fehlendes Talent kompensiert hätten. Und der spielstärkste Zuger, der vielleicht eine Differenz hätte machen können, fehlte gestern schon zum dritten Mal hintereinander. Rafael Diaz, der elegante Dirigent der Defensive, der auch die Offensive zu orchestrieren vermag, hat im Champion Hockey League-Rückspiel gegen die Eisbären Berlin eine Gehirnerschütterung erlitten. Kein Schweizer Team kann auf Dauer einen Spieler wie Rafael Diaz ersetzen. Sportchef Reto Kläy sagt nicht, wie lange die Erholungszeit dauert

Aber trotz vielen «Wäre» und «Hätte» haben die Zuger erstmals 12. November 2012 im Hallenstadion einen Punkt geholt. Das mag zeigen, dass es diesmal verhältnismässig einfach gewesen wäre, im Hallenstadion gleich drei Zähler zu ergattern.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Tikkanen 19.10.2016 18:59
    Highlight Cupola's Neffe gehört sowieso nach Bern. Sind halt die logischen Probleme bei dem Hippsterville'schen Lehrgang im Schwedenschach😂😂😂
    8 37 Melden
    • Altorez 19.10.2016 20:11
      Highlight Warum musst du bei jedem Artikel der auch nur annähernd mit Hockey zu tun hat deinen Super-SCB loben? Aber wir Zürcher sind ja arrogant ;)
      Istbes wirklich nötig alle immer so zu provozieren?
      34 7 Melden
    • weepee 19.10.2016 22:21
      Highlight In Bern habt ihr den Gigu Tristan, das Tikkansche Wunderkind, das reicht allemal für Berner Rock 'n' Roll.
      3 11 Melden
    • rüfi 20.10.2016 00:59
      Highlight Ab und zu auch zum Titel...Gigu Tristan hat durchaus ne gute Meisterquote...😉!
      4 4 Melden
    • Tower204CH 20.10.2016 11:39
      Highlight @ Rufi Ruh ab it Physio und lueg das bald weder uf em Ice stohsch isch labgwilig ohni dech.
      1 2 Melden
  • Lueg 19.10.2016 17:00
    Highlight Stürzt der ZSC mit diesem Talent und Kaderbreite ab oder ist das der neue Trend im Hockey? Wenn sich ein Torhüter oder Ausländer verletzt, dann geht bei vielen Teams die hektische Suche nach Ersatz los. Die Zürcher spielen wochenweise mit weniger Ausländer.
    Die Mehrbelastung CHL, Nati, etc. belastet die Schlüsselspieler enorm. Überlastete Spieler verletzten sich schneller.Es geht auch nicht an, dass der der gut verdient auch automatisch spielen darf. Spieler die so denken sind bald auf dem Abstellgleis - Leistung ist gefragt. Ich gehe eher davon aus, dass die Kader überall breiter werden.
    21 5 Melden
    • weepee 19.10.2016 17:35
      Highlight Breite Kader sind, abgesehen von der NLA, schon länger Trend. Zum einen aufgrund der genannten Beispiele wie Kompensation von verletzten Spielern oder der Mehrbelastung durch die verschiedenen Wettbewerbe wie CHL, Cup, Nati etc. Andererseits liegt es (sollte es zumindest) in der Natur der Sache, dass ein gewisser, interner Konkurrenzkampf herrscht unter den Spielern. Muss nicht gleich im NHL-Ausmass sein, aber ohne einen gewissen Druck im Nacken, wird es - legitimerweise - jedem irgendwann zu wohl. Insofern begrüsse ich die neue Leistungskultur der Herren Wallson/Johansson.
      14 3 Melden
    • Lueg 19.10.2016 22:10
      Highlight Lieber Kritiker_2
      Dein letzter Satz kann vorübergehend Realität werden.
      Wer hätte vor der Erfindung der Kunsteisbahn gedacht, dass es ausset Davos eine andere Maschaft Meister wird. Wer hätte vor der Uhrenkriesegedacht, dass La Chf und Co aus der NLA verschwinden?
      Als Lug auf Profis umstellte war der Vorsprung unendlich und der SCB pleite. Egal was passierte das System hat sich angepasst. Auch diese Veränderung wird über die Zeit ausgeglichen
      5 2 Melden
  • c_meier 19.10.2016 16:22
    Highlight "Um nicht den Verdacht einer billigen Polemik zu erwecken..."
    Der Eismeister und Polemik? Niiiiiemals... ;)
    18 1 Melden
    • Mario le magnifique 19.10.2016 19:16
      Highlight Schon gar nicht "billig"!
      4 1 Melden
  • Yotanke 19.10.2016 14:58
    Highlight Ich glaube auch nicht, dass die Playoff-Bärte der Z-Spieler diese Saison sehr lang werden. Im Playoff werden sie spätestens in der zweiten Runde vom Gegner aus dem Rink gearbeitet werden. Dem Z muss man es aber hoch anrechnen, dass er für das CH-Eishockey so viele gute Spieler produziert. Aber als junger Spieler würde ich mir überlegen, ob ich angesichts dieser Konkurrenz nicht mal den Verein wechseln sollte um dort in einer ersten oder zweiten Linie Spielpraxis zu sammeln. In jungen Jahren die wahre Möglichkeit sich weiterentwickeln zu können.
    16 13 Melden
    • HabbyHab 19.10.2016 15:38
      Highlight Also Zürich hat schon auch Spieler, die arbeiten können.. Thoresen, Sjögren, Baltisberger, Herzog, Kenins, Schäppi, Trachsler..
      13 3 Melden
    • Yotanke 19.10.2016 15:54
      Highlight @HabbyHab: Ok. Da nennst Du jetzt ein, zwei neue Spieler. Aber das letzte Jahr hast Du die Playoff-Serie des Z schon gesehen? Und es geht nicht ums Arbeiten. Es geht um Wasserverdrängung.
      8 21 Melden
    • HabbyHab 19.10.2016 16:05
      Highlight Wasseeverdrängung? Das haben die auch genug.. Ausserdem kann man für das Ausscheiden auch Crawford ein wenig verantwortlich machen.
      19 6 Melden
    • Altorez 19.10.2016 17:10
      Highlight @Yotanke
      Ich kann mir immer noch nicht wirklich erklären was in der (kurzen) Playoffserie letztes Jahr schief gelaufen ist. Bzw eher warum es schief gelaufen ist. Ich glaube aber nicht, dass der ZSC zu wenig Wasserverdrängung hat. Vor allem kamen ja mit Marti, Kenins, Sjögren und eigentlich auch Thoresen noch mehr dazu. Ich war bis jetzt diese Saison an jedem Heimspiel und ausser 2 Ausnahmen (gegen Lugano und Genf) empfand ich das Spiel der Mannschaft nicht auf einem für ihre Erwartungen "hohen Niveau". Das man trotzdem auch nach Verlustpunkten weit vorne mit mischt spricht für die Lions.
      9 5 Melden
  • MARC AUREL 19.10.2016 12:45
    Highlight Sage ich schon lange was der Z betrifft! Zu viele Stars. Sie können sogar 5 top Linien aufstellen. Sogar die 3 und 4 Linie würde in Bern die 1 oder 2 linie einnehmen. Die Saison dauert natürlich noch sehr lange und trotzdem würde es mich nicht verwundern wenn sie früh ausscheiden wie gegen Bern. Sie gewinnen mit leichtigkeit ohne sich zu verausgaben.
    11 24 Melden
    • PizzaPestoni 19.10.2016 13:28
      Highlight Arcobello Lasch und Moser würden auch beim Z zu hundert Prozent in der 1. oder maximal 2. Linie spielen.

      Der ZSC wird diese Saison einfach nicht in eine Kriese fallen, da das Kader einfach zu gut ist.

      Man nehme an, dass sich kurz vor den Play-Offs mehrere Stammkräfte verletzen doch weil man ein so grosses und qualitativ hochstehendes Kader hat kann man dies abfangen
      19 5 Melden
    • chara 19.10.2016 18:20
      Highlight Ja klar, die 3te und 4te Linie vom Z bei Bern als 1te und 3te. Damit qualifizieren Sie sich selbst!

      War es nicht die 3te und 4te Linievon Bern welche vor kurzem den Z in die Ferien entlassen hat?
      8 13 Melden
  • Tower204CH 19.10.2016 10:48
    Highlight Mann sagt ja so schön Eishockey ist eine Mischung zwischen Eiskunstlauf und Mord. Mir scheint der Z hat zuviel Stephane Lambiel dafür zuwenig Todd Elik.
    45 5 Melden
    • PizzaPestoni 19.10.2016 12:51
      Highlight Stimmt sicher noch, jedoch wollte man mit den Transfers von Marti, Sjögren und Kenins genau dies kompensieren.

      Kenins spielt eine schwache Saison, jedoch wird er sicher im Play-off enorm wichtig werden, da er eben ein Spieler mit weniger technischem Talent ist, als beispielsweise Cunti oder Pestoni.

      Dieses Manko muss er mit Einsatz und Kampf wettmachen, die Kernfähigkeiten im Play-off
      18 1 Melden
    • weepee 19.10.2016 13:00
      Highlight Hat schon was wahres dieser Kommentar, die richtig "bösen Buben" hat der Z wahrlich nicht. Fakt ist aber auch, dass die "Todd Eliks" rund um den Globus Auslaufmodelle sind. http://2
      23 2 Melden
    • AllknowingP 19.10.2016 13:08
      Highlight Nun ja mit Marti, Kenins, Sjögren, Herzog & Künzle hat Zürich nun schon ein paar Harte Hunde. Ich bin mir überzeugt Zürich wird nicht wieder Scheitern. Zuviel Depth hat noch nie geschadet.
      18 3 Melden
    • PizzaPestoni 19.10.2016 13:29
      Highlight C. Baltisberger nicht vergessen, einer der besten in der noch jungen Saison
      30 1 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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