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Davos Trainer Arno Del Curto waehrend dem Eishockeyspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem HC Davos, am Samstag, 25. November 2017, in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Arno Del Curto mag trotz vielen Abgängen nicht jammern. Bild: KEYSTONE

Arno Del Curto im Transfer-Wahnsinn: «Jetzt bin ich am Ende meines Lateins»

HCD-Trainer Arno Del Curto (61) über die Situation beim HC Davos nach den Abgängen der Nationalstürmer Samuel Walser und Gregory Sciaroni.



Arno Del Curto, Samuel Walser werden Sie mit Luca Hischier ersetzen. Wen holen Sie als Ersatz für Gregory Sciaroni?
Arno Del Curto: Niemanden.

Sie holen keinen Ersatz?
Nein. Warum sollte ich?

Immerhin ist Sciaroni Nationalstürmer!
Wissen Sie, wie viele Spiele er für uns in den letzten vier Jahren bestritten hat?

Gregory Sciaroni von Davos, rechts, gegen Goran Bezina von Servette, beim Eishockey-Qualifikationsspiel der National League zwischen dem HC Davos und dem Geneve-Servette HC am Dienstag, 12. September 2017, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Gregory Sciaroni spielt nächste Saison beim SC Bern. Bild: KEYSTONE

Äh, nein, da müsste ich nachsehen.
Es waren jeweils nur etwas mehr als die Hälfte der Spiele.

Sie meinen, er war gar kein Faktor in Ihrer Mannschaft?
Das sagen Sie. Nicht ich. Er ist ein feiner Typ! Ein Charakterspieler! Ein Kämpfer! Er schiesst gut! Er kann das Spiel lesen! Ja, er hat eigentlich alles für die NHL!

Aber…
… aber er viel Verletzungspech gehabt.

Weil er verletzungsanfällig ist?
Nein. Weil er einfach Pech gehabt hat. Drei, nein vier Gehirnerschütterungen, eine schwere Handverletzung.

Auch jetzt spielt er wieder nicht. Was ist los?
Er hatte eine kleine Verletzung und rückte trotzdem mit der Nationalmannschaft ein. Weil er unbedingt ins Olympiateam will. Nun ist daraus eine grössere Verletzung geworden.

Dann ist Gregory Sciaroni für den SCB ein «High Risk Transfer»?
Nein. Vielleicht wird ein, zwei, ja drei, vier oder fünf Jahre lang verletzungsfrei jede Partie für den SCB spielen.

Davos' Samuel Walser, rechts, gegen Ambris Matt D'Agostini, beim Eishockey-Qualifikationsspiel der National League A zwischen dem HC Davos und dem HC Ambri Piotta, am Sonntag, 24. September 2017, in der Vaillant Arena in Davos. (PPR/Gian Ehrenzeller)

Auch Samuel Walser verlässt Davos: Er wechselt nach Fribourg. Bild: PPR

Warum wollte weg?
Er hat die Ausstiegsklausel im Vertrag eingelöst.

Ja, aber warum?
Er will zum SCB. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Ist er durch die vielen Verletzungen gehemmt?
Nein. Aber er ist gezeichnet.

Sind Sie beunruhigt, wenn immer wieder Spieler gehen? Sie verlieren Jahr für Jahr wichtige Spieler, die bei der Konkurrenz eine wichtige Rolle übernehmen. Gregory Hofmann, Leonardo Genoni, Beat Forster und nun Samuel Walser und Gregory Sciaroni.
Nein. Es ist wie es ist. Wir müssen mit dieser Situation leben und wir setzen auf die jungen Spieler. Wir haben Leonardo Genoni durch zwei Torhüter im Juniorenalter ersetzt. Wir mussten diese Saison die meiste Zeit ohne Lindgren, unseren besten Spieler auskommen und in den meisten Partien mit drei Ausländern spielen. Am Dienstag werden wir, wenn alle Transfer-Formalitäten erledigt sind, Anton Rödin einsetzen und endlich wieder mit vier Ausländern antreten. Und trotz alledem haben wir die Chance, mit einem Sieg gegen Lugano am Dienstag auf Platz zwei vorzurücken! Was soll ich also jammern?

Le defenseur davosiens Noah Schneeberger, gauche, lutte pour le puck avec l'attaquant fribourgeois Andrei Bykov, droite, lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League entre le HC Fribourg-Gotteron et le HC Davos ce samedi, 4 novembre 2017 a la BCF Arena de Fribourg. (KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Noah Schneeberger soll ebenfalls vor dem Absprung stehen. Bild: KEYSTONE

Geht nun auch noch Noah Schneeberger?
Fragen Sie ihn.

Nein, ich frage Sie.
Ich weiss es nicht. Wir sind uns nicht einig geworden.

Wegen des Geldes?
Fragen Sie ihn. Ich sage dazu nichts mehr.

Holen Sie allenfalls Samuel Guerra von den ZSC Lions als Ersatz? Kann es sein, dass weitere Verteidiger gehen?
Stopp! Halt! Jetzt bin ich am Ende meines Lateins! Jetzt verlange ich ein Time-Out! Jetzt sage ich nichts mehr! Ich habe in den letzten Tagen so viel telefoniert und ich hatte so viel um die Ohren, dass ich jetzt 48 Stunden lang einfach nichts mehr hören und sagen will. Damit ich unsere Situation überdenken und die Dinge in meinem Kopf ordnen kann.

Sie machen nun eine Auslegeordnung?
Ja, das werde ich jetzt tun.

«Arno, Arno, Arnoo-ho!»

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Eingestein 26.11.2017 19:17
    Highlight Highlight In Davos ist für viele Junge Spieler vielleicht ein Abnützungskampf und nicht grad der beste Lohn. Wirtschaftlich gesehen ist die Region auch nicht auf Rosen Gebettet. Und die Jungs können auch nicht Profit ziehen. Und wenn ich sehe auf wie vielen Bühnen (Meisterschaft, CUP, Euro Liga, Nati, und auch noch der Spengler Cup) die Tanzen müssen. Totale Abnützung und wenig Profit in Davos.
    • Schreiberling 26.11.2017 19:24
      Highlight Highlight Also sich auf möglichst vielen Bühnen präsentieren zu können ist also schlecht für junge Spieler?

      Wo ist denn da die Logik?
  • Sloping 26.11.2017 17:37
    Highlight Highlight Ergänzung zum HCD und der finanziellen Pyramide der NLA: Ich sehe den SCB, HCL und Z zuoberst (Rangfolge offen), dann den EVZ, neu Lausanne und den HCD auf ähnlicher Stufe. Nahe dabei wohl auch wieder Fribourg, wenn man sieht, was auf die neue Saison alles investiert wird. Was den HCD über die letzten Jahre ausgezeichnet hat: Die haben ein extrem gutes Scouting/Ausbildung bezüglich unterbewerteter und zu schleifender Rohdiamanten bei Feldspielern und Torhütern: Sciaroni, Jörg, Simeon und früher auch Hiller/Genoni/Berra als Beispiele.
    • Danyboy 26.11.2017 18:02
      Highlight Highlight Ja das trifft den Nagel auf den Kopf. Finanziell sind die 3 erstgenannten deutlich vorne (auch wenn sie selber das lächerlicherweise immer bestreiten. Wer ein paar Kontakte hat und die richtigen Leute kennt, weiss dass die Kräfteverhältnisse bzgl Geld korrekt sind).
      Dann folgen in einigem Abstand Davos, Zug und Fribourg. Lausanne wohl tatsächlich auch. Und dann ist nochmal eine deutliche Lücke.
    • no-way 26.11.2017 21:51
      Highlight Highlight Corvi ist das beste Beispiel. Aus dem ersten Liga herausgeholt.
    • Robert E. Lee 27.11.2017 12:52
      Highlight Highlight Sehe es in etwa ähnlich mit der Pyramide. Frage mich aber wie Fribourg plötzlich wieder soviel Geld generieren kann bei diesem in die Jahre gekommenen Stadions (Sitzplätze, Logen, etc.). Ganz ähnlich wie Ambri in der Vergangenheit....
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sloping 26.11.2017 17:26
    Highlight Highlight Im Schweizer Eishockey ist es nicht anders als in anderen Sportarten: Es gibt über eine Liga gesehen eine ich will es mal finanzielle Pyramide nennen. Die Vereine am oberen Ende der Pyramide holen die Spieler der Vereine die darunter stehen. Jene Vereine, die ganz unten in der Pyramide der NLA stehen, können durch geschickte Transfers aus der NLB oder Kanadas Juniorenligen (Zwerger bei Ambri als Beispiel) sowie der Ausbildung eigener Junioren überleben. Zudem können sie Spieler engagieren, die sich in den Vereinen zu oberst in der Pyramide nicht durchsetzen.
  • Dan Rifter 26.11.2017 16:56
    Highlight Highlight Ich kann dieses Rumgeheule aus Davos nicht mehr hören.

    Woher kamen denn all diese Scarionis, Guerras, Hofmanns, Walsers etc. etc.?

    Die wurden von ihren Stammclubs ausgebildet und kaum hatten sie für ihre Klubs wirklich Mehrwert, hat der Arno gewunken und weg waren sie.

    Typen wie die von Arxen, Marha, Rizzi kommen halt trotz genialem Feinschliff von Arno (muss man auch anerkennen - wegen der Kohle gehen die nicht nach Davos) auch nur alle 10-15 Jahre .. dann reichts halt nicht mehr für einen Titel alle zwei Jahre.

    Trotzdem kein Grund sich einen Wolf zu heulen.
    • Adrian Buergler 26.11.2017 17:04
      Highlight Highlight @Dan Rifter: Hast du das Interview gelesen? Del Curto sagt: « Was soll ich also jammern?».
    • Danyboy 26.11.2017 17:16
      Highlight Highlight Hmm Adrian, solche Interviews mit Arno bringen seit Jahren eigentlich so gut wie nix... Und ich höre da ehrlich gesagt jede Menge Gejammer raus, trotz (oder erst recht) wegen seines Dementi „was soll ich jammern“...
    • Dan Rifter 26.11.2017 18:04
      Highlight Highlight Ich verfolge das Schweizer Eishockey schon recht lange und verstehe dementsprechend auch schon ein wenig Arnogisisch:

      "Was soll ich jammern" heisst: "Danke, dass ihr mir eine Plattform gebt, es ist nämlich uh schlimm"

      Arnogisisch Nonverbal:
      Kamera wegschieben/Hand vor Kameralinse heisst: "Hallo, ja, genau. Hier bin ich! Filmt mich!"

      Arnogisisch coachen:
      Timeout nach 3 Minuten. Noch kein Gegentor heisst: "Der Massy will an den Spengler Cup, pfeift eh nix: Darum Ellbogen rauf und gumpen beim checken, gell Büehli. Aja: Geiles Time Out, oder? Der Kommentar hat meinen Namen sicher 3x gesagt."
    Weitere Antworten anzeigen

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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