Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Enttaeuschung bei Langnaus Samuel Erni, Langnaus Eero Elo und Langnaus Aaron Gagnon, von links, beim Eishockeyspiel der National League zwischen dem EV Zug und den SCL Tigers, am Freitag, 2. Februar 2018, in der Bossard Arena in Zug.  (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Trotz der 2:3-Niederlage in Zug haben die SCL Tigers die Playoff-Qualifikation in den eigenen Händen. Bild: KEYSTONE

Das Geheimnis des Langnauer Erfolgs – ein Brockenstuben-Team mit zwei Premium-Goalies

Dank dem lettischen Nationaltorhüter Ivars Punnenovs träumen die SCL Tigers weiterhin von der zweiten Playoff-Teilnahme der Klub-Geschichte. Wird der talentierte Youngster ab 2019 in Zug der Nachfolger von Tobias Stephan?

03.02.18, 09:46 03.02.18, 10:59


Verloren – na und? Die tapferen Langnauer haben gestern mit Damiano Ciaccio im Tor beim EV Zug dramatisch und knapp verloren (2:3). Aber es spielt keine Rolle. Sie sind inzwischen nämlich so gut, dass sie trotzdem aus eigener Kraft eines der grossen Sportwunder des Jahres 2018 schaffen können. Die Playoffs.

Die Highlights der Partie Zug vs. Tigers. Video: YouTube/MySports

Die Ausgangslage ist einfach: Gewinnen die SCL Tigers nach der olympischen Pause mit drei Punkten daheim gegen Servette und die beiden letzten Spiele gegen Kloten, dann sind sie auf jeden Fall, was auch immer kommen mag, zum zweiten Mal nach 2011 in den Playoffs. Noch drei Siege bis «Buffalo». Vielleicht reichen sogar zwei.

Eigentlich müssten die Emmentaler nach den gängigen Lehren des Hockeys Schlusslicht sein. Gestern stand in Zug kein Feldspieler im Einsatz, der bei der Konkurrenz einen Platz in den ersten zwei Formationen hätte. Es ist das extremste «Brockenstuben-Team» der Neuzeit und kostet mit weniger als sechs Millionen Lohnsumme etwa halb so viel wie Zug. Captain Pascal Berger ist mit 280'000 Franken brutto der teuerste Spieler

Kein Langnauer im Olympia-Team

Nationaltrainer Patrick Fischer hat diese Saison von allen Klubs Spieler aufgeboten – ausser von Langnau. Schlusslicht Kloten hat mit Denis Hollenstein und Vincent Praplan gar zwei olympische Helden. Die zwei einzigen Stürmer oder Verteidiger mit Schweizer Pass, die an einem guten Abend in einem bedeutungslosen Spiel bei der Konkurrenz in der zweiten Linie eingesetzt würden, verlassen Langnau. Verteidiger Miro Zryd und Stürmer Yannick-Lennart Albrecht wechseln zum EV Zug.

Die SCL Tigers stehen als Beispiel, wie viel ein guter Trainer und gute Torhüter ausmachen. Nach dem Abstieg der Rapperswil-Jona Lakers im Frühjahr 2015 beauftragte Ivars Punnenovs seinen Agenten Sandro Bertaggia, einen Platz in einem NLA-Team zu suchen. «Es war mir egal wo. Aber in der NLA musste es sein.» So einfach ist Langnaus Sportchef Jörg Reber für weniger als 200'000 Franken zu seiner Rolex vom Transferwühltisch gekommen.

Zugs Torhueter Tobias Stephan, links, im Spiel gegen Langnaus Yannick Lennart Albrecht, rechts, beim Eishockeyspiel der National League zwischen dem EV Zug und den SCL Tigers, am Freitag, 2. Februar 2018, in der Bossard Arena in Zug.  (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Yannick-Lennart Albrecht stürmt in der nächsten Saison für Zug. Bild: KEYSTONE

Der Lette mit Schweizer Lizenz dürfte inzwischen der meistunterschätzte und meistunterbezahlte Spieler der Liga sein. Er hat im Schnitt weniger Gegentreffer zugelassen als Jonas Hiller, Elvis Merzlikins, Luca Boltshauser und beide HCD-Goalies. Zuletzt hat er Langnau die Siege gegen Gottéron (2:1) und Davos (2:1) ermöglicht und sich als Nummer 1 durchgesetzt.

Aber Aufstiegsgoalie Damiano Ciaccio ist so gut, dass auch er Triumphe herauszuhexen vermag. Zuletzt in Lausanne (1:0 n. P.), in Ambri (3:2) und gegen Lugano (4:0). Brockenstuben-Feldspieler, aber zwei Premium-Torhüter: das ist eines der Erfolgsgeheimnisse der Überraschungsmannschaft der Saison.

Punnenovs als Stephan-Ersatz nach Zug?

Ein Faktor ist Damiano Ciacco (28) auf dem Transfermarkt nicht mehr. Ivars Punnenovs (23) hingegen schon. Ende der nächsten Saison laufen in Langnau die Verträge beider Torhüter aus und schon jetzt ist klar: Sollte Leonardo Genoni im Frühjahr 2019 in Bern nicht verlängern, Elvis Merzlikins in die NHL wechseln oder Arno Del Curto sein Experiment mit Gilles Senn und Joren van Pottelbergeh beenden – dann schlägt Ivars Punnenovs' grosse Stunde.

Das heisseste Gerücht ist aber sein Wechsel 2019 zum EV Zug. Dort läuft 2019 der Vertrag von Tobias Stephan (34) aus. Zugs Sportchef Reto Kläy sagt sibyllinisch: «Einmal kommt die Zeit der Wachablösung und man muss sich frühzeitig Gedanken machen ...» Bei einer günstigen Konstellation wird Ivars Punnenovs sein Salär verfünffachen können.

SCL Tigers Torhueter Ivars Punnenovs spuckt Wasser aus seinem Mund waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem EHC Kloten und den SCL Tigers am Samstag, 26. November 2016, in der SWISS Arena in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Die Rolex auf dem Transferwühltisch: Ivars Punnenovs. Bild: KEYSTONE

Von solchen Spekulationen hält er gar nichts. 2019 zu einem der Titanen der Liga? Er sagt: «Das wäre noch zu früh. Ich muss noch besser werden.» Er schätzt es, dass er in Langnau täglich intensiv mit Torhütertrainer Dusan Sidor arbeiten darf.

Der Slowake hat den lettischen Nationalgoalie zu einem modernen Butterfly-Stilisten geformt. Mit Tobias Stephan und Ivars Punnenovs hätten die Zuger also dann einen etwas altmodischen und einen neumodischen Butterfly-Goalie.

Die Stadien der 12 NLA-Klubs

Unvergessene Eishockey-Geschichten

Bobby Orr entscheidet mit dem «Flying Goal» den Stanley-Cup-Final

Ralph Krueger schreibt das wichtigste SMS der Schweizer Hockey-Geschichte 

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

NHL-Star Darryl Sittler stellt einen Rekord für die Ewigkeit auf

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

31.03.2009: Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweizer Nati gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

23
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mia_san_mia 03.02.2018 17:31
    Highlight Wie wärs ma mit einem Bericht über den Cupfinal? Dies sinnlosen Langnau-Artikel baucht es nicht.
    7 19 Melden
    • hockeyaner 03.02.2018 17:37
      Highlight Das reicht wenn morgen wider ein Loblied über Arno kommt nach dem Cup Sieg von Davos.....🤗
      12 2 Melden
    • Mia_san_mia 03.02.2018 17:43
      Highlight Ja das kann gut sein 😄
      7 1 Melden
    • Beaudin 03.02.2018 20:57
      Highlight Der Cup Interessiert doch nicht. Aber für Rappi ist das schön, dass sie als Unterklassige im Final stehen.
      Stellenwert 0
      Hoffe noch lange ein Rappi im B

      11 5 Melden
  • Clark Kent 03.02.2018 17:16
    Highlight zur zeit wird in rapperswil hockeygeschichte geschrieben und nicht in langnau. aber klar, man kann den cupfinal auch ignorieren und jeden tag die nebenschauplätze beleuchten.
    6 27 Melden
    • Goon 03.02.2018 17:50
      Highlight Hockeygeschichte in Rapperswil?

      Sorry, für Rappi wird es sicherlich ein Jahrtausendspiel werden falls sie gewinnen. 100 Jahre werden sie diesen Tag immer wieder hervorkramen. Schlimmer wie die Zugerli.

      Aber Hockeygeschichte.....wo ist die Fasnachtszeitung?
      21 11 Melden
  • Lance 03.02.2018 13:38
    Highlight Ja, mehr Berichte aus dem Jura, allez HCA****
    et La h..la..h..la cd.!!!
    Chdf und Ajoie sind mindestens ebenso kultig wie die Tigers. Nur nicht mit der Fanfront der Tigers.
    Nationale Plattform....A und B wär schon geil.
    Zu Thema: Ich bin HCB sympi....geile Saison**
    aber ich würde es auch den Tigers gönnen. Für mich hat ihr Erfolg letztendlich einen Namen
    Ehlers**

    20 4 Melden
  • hockey_guru 03.02.2018 12:35
    Highlight Ach Herr Zaugg, finde eure berichte echt gut, aber beleuchten sie doch mal die Gründe des bieler erfolgs, fribourg's krampf um playoffs trotz solch einem kader, Rapperswil's suveränität in der Swiss League ect. Unser CH hockey bringt spannung in allen fasetten und Landesregionen😉
    63 3 Melden
    • exeswiss 03.02.2018 18:04
      Highlight rappis souveränität hat auch viel damit zu tun das seit langnaus aufstieg 2 neue farmteams dazugekommen sind, die tabelle sieht nicht viel anders aus als in der saison in der langnau aufgestiegen ist...
      4 9 Melden
  • aby 03.02.2018 11:22
    Highlight ...“das Salär verfünfachen“ - pffffffhhhuuuuuuuaaaa!!! Chlöüsu, jetzt geht Deine Fantasie definitiv mit Dir durch!
    Ach ja, wie wär‘s, wenn Du wieder mal was anderes schreibst als ständig über „Deine“ Tigers?!
    80 3 Melden
  • Herr Berger 03.02.2018 11:21
    Highlight Wenn ein Team im Moment Erfolg hat, dann ist es Biel und sicher nicht die Bauern. Hopp SCB
    70 42 Melden
    • Beaudin 03.02.2018 17:25
      Highlight Ja richtig die Bauern aus Bern sind nicht so in Form Hopp Biel
      15 4 Melden
  • länzu 03.02.2018 10:01
    Highlight Eismeister Zaugg, von Erfolg können Sie dann sprechen, wenn die Tigers die Playoffs auch wirklich schaffen. Sonst ist es einfach eine weitere durchzogene Saison.
    106 6 Melden
  • schwiizermeischterevz 03.02.2018 09:48
    Highlight meine güte klaus... jetzt schreibst du schon wieder von den tigerlis. also beim besten willen, die luschen haben wir gestern im standgas vernichtet und völlig verdient im playout versenkt. eine solche gurkentruppe hat nichts, aber wirklich gar nichts im playoff zu suchen. himmeltraurig
    41 98 Melden
    • eldo 03.02.2018 10:51
      Highlight Bei diesem Artikel geht es KZ nicht um die Tigerlis, sondern er will damit schon mal die Torhüterdiskussion beim EVZ in die Gänge bringen...Polemik ist gut fürs journalistische Geschäft.
      67 2 Melden
    • hockeyaner 03.02.2018 10:56
      Highlight Das einzigste was hier bedenklich ist bist Du 🙈 schon nur der Name....ist das ein Text aus Gebrüder Grimm? 😄 Wer hier die Gurken sind sieht man jede Saison wieder....💪🏽😅 wie geht das 🚂 entgleist 😅
      41 26 Melden
    • arconite 03.02.2018 13:33
      Highlight Was für ein Typ bist denn Du? Man findet wohl in jedem Verein einen wie Dich... Fanbrille und keinen Respekt vor den Gegnern... Man sollte schätzen was andere Teams für gute Arbeit leisten, denn das gibt auch Dir die Möglichkeit NLA Hockey zu sehen. Aber soweit zu denken ist Dir wahrscheinlich nicht zuzumuten...himmeltraurig. Bin ja froh sind nicht alle so beim EVZ...

      Hättest Du gestern mal statt in deinen Bierbecher auf's Eis geschaut, hättest Du bemerkt dass den Langnauern nicht viel gefehlt hätte.. sie hatten viel Herzblut und das können nicht alle immer von sich behaupten...
      54 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

Reto Berra hat beschlossen, kein Lottergoalie zu sein

Biel kann spielen wie eine grosse Mannschaft. Aber Biel ist noch keine grosse Mannschaft. Gottérons Reto Berra ist noch kein grosser Goalie. Aber kann spielen wie ein grosser Goalie. Deshalb hat Gottéron die Krise überwunden.

Hohe Erwartungen. Und dann dieser Fehlstart! 1:5 gegen Lausanne, 1:3 in Genf und 3:6 gegen Zug.

Gottéron in der Krise? Nein.

Reto Berra (31) hat in diesen drei Partien nacheinander mit 88,74, 92,31 Prozent und 78,25 Prozent der Pucks abgewehrt.

Ein Lottergoalie? Nein.

Bei einen «gewöhnlichen» Team würde dieser Fehlstart eine Krise auslösen. Bei jedem anderen Goalie wäre bei diesen Fangquoten das Urteil «Lottergoalie» richtig.

Aber hier geht es um Gottéron und um Reto Berra. Hier gehen die …

Artikel lesen