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Marc Wieser, Davos, Torhueter Leonardo Genoni, Davos, Eric Blum, Bern, Noah Schneeberger, Davos, Marc Aeschlimann, Davos, Simon Moser, Bern, Claude-Curdin Paschoud, Davos, Pascal Berger, Davos, Justin Krueger (GER/CAN), Davos, von links, kaempfen im ersten Playoff-Halbfinalspiel der National League A zwischen dem HC Davos und dem SC Bern am Donnerstag, 17. Maerz 2016, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Juergen Staiger)

Ramba-Zamba in Spiel 1: Der SCB überrumpelte den Favoriten Davos.
Bild: KEYSTONE

Wer mit dem Steinbock tanzt, ist verloren – darum steht der Berner Bär ihm auf die Füsse

Noch selten war die Analyse nach einer Sensation so einfach. Der HC Davos hat sich vom SC Bern vom rechten spielerischen Weg abbringen lassen und deshalb 4:5 n.V verloren. Arno Del Curto vor Spiel 2 heute Abend.



Wer mit den Steinbock tanzt, ist verloren. Wie die Kloten Flyers im Viertelfinal. Gegen die Davoser hat nur eine Chance, wer nicht mit ihnen tanzt. Wer ihnen auf die Füsse steht. Wer sie vom rechten spielerischen Weg abbringt. So wie es der SC Bern zum Auftakt getan hat.

Der Bär tanzt ohnehin nicht gerne. Das archaische, raue Hockey gehört zur SCB-Kultur. So wie das Tempo- und Laufhockey zum HCD gehört. Die «bösen» Berner haben so in der «Ära Del Curto» (seit 1996) vier Titel gewonnen. Arno Del Curto mit seinem «guten», modernen Hockey sechs.

Davos heute ohne Walser

HCD-Stürmer Samuel Walser fällt für Spiel 2 in Bern wegen einem Fingerbruch aus. Davos-Trainer Arno Del Curto: «Ich hoffe, dass er am Dienstag wieder spielen kann.»

Die Mittel des spielerisch unterlegenen Aussenseiters sind seit ewigen Zeiten die Härte, die Checks, die Provokation, die Emotion, das «Böse». Erst recht in Zeiten der Playoffs. In Nordamerika ist es so üblich. Bei uns eher nicht.

Der Davoser Dick Axelsson (SWE) scheitert vor dem Berner Torhueter Jakub Stepanek, im ersten Playoff-Halbfinalspiel der National League A zwischen dem HC Davos und dem SC Bern am Donnerstag, 17. Maerz 2016, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Juergen Staiger)

Davos stolpert im ersten Halbfinal-Spiel: Dick Axelsson liegt auf dem Rücken.
Bild: KEYSTONE

«Ich würde durchdrehen!»

HCD-Trainer Arno Del Curto hat die Auftaktniederlage (4:5 n.V.) inzwischen analysiert. Er sagt: «Wenn ich Spieler wäre, würde ich durchdrehen!» Zu viele Stockschläge, zu viele Provokationen. Aber er will das nicht als Ausrede verstanden wissen. «Wir sind selber schuld. Der SCB hat alles richtig gemacht und sehr gut gespielt. Wir sind in dieser Saison noch nie so unter Druck geraten. Wir sind uns das gar nicht gewohnt», so Del Curto.

Die Berner hätten auf dem ganzen Eisfeld jeden Check fertig gemacht und sie hätten die Davoser auch 60 Minuten lang provoziert, führt der Kult-Trainer weiter aus. «Auch wenn ich das nicht mag und ich eine andere Vorstellung vom idealen Hockey habe, so muss ich doch sagen: So sind eben Playoffs. Der SCB-Sieg ist verdient. Wir hatten Glück, dass wir überhaupt noch ausgleichen konnten.»

Der Davoser Trainer Arno Del Curto, Mitte, beschwert sich beim Schiedsrichter, rechts, beobachtet vom Davoser Perttu Lindgren (FIN), links, im ersten Playoff-Halbfinalspiel der National League A zwischen dem HC Davos und dem SC Bern am Donnerstag, 17. Maerz 2016, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Juergen Staiger)

Del Curto geigt dem Schiri die Meinung.
Bild: KEYSTONE

«Wir müssen ruhig bleiben und ich darf nicht ausflippen»

Arno Del Curto sagt, der Grund für die Niederlage sei, dass seine Spieler mit diesem Stil der Berner nicht zurechtgekommen seien. «Wir haben uns ablenken lassen und wir haben uns immer mehr aufgeregt.» Das dürfe nun nicht mehr passieren. «Wir müssen ruhig bleiben und ich darf nicht ausflippen.» Er sei sich bewusst, dass es jetzt wohl so weitergehen wird: «Wir werden in Bern durch die Hölle gehen müssen.»

Die Frage ist ja auch: Hat der HCD noch genug Energie, um sich letztlich doch mit Tempospiel durchsetzen zu können? Ist diese Auftakt-Niederlage bloss ein Betriebsunfall, den der HCD mit schwungvollem Tempospiel korrigieren und den SCB vom Eis fegen wird? Oder ist sie der Anfang vom Ende?

Der Davoser Beat Forster, links, nimmt sich den Berner Cory Conacher vor, im ersten Playoff-Halbfinalspiel der National League A zwischen dem HC Davos und dem SC Bern am Donnerstag, 17. Maerz 2016, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Juergen Staiger)

Forster (links) und Conacher teilen Zärtlichkeiten aus.
Bild: KEYSTONE

Der ewige Hinweis auf schwindende Kräfte

Del Curto ist schon ein wenig beunruhigt. «Der Grund, warum wir uns so aus der Ruhe bringen liessen, dass wir uns so aufgeregt haben, könnte auch sein, dass uns die Kraft ausgeht.» Er habe bereits im Laufe der Saison einen Zusammenbruch durch die Mehrfachbelastung (Meisterschaft, Champions League, Spengler Cup) befürchtet, der dann aber nicht gekommen sei. «Aber vielleicht sind wir nun am Ende der Saison nicht mehr dazu in der Lage, ganz so schnell und präzis zu spielen, wie wir sollten.»

Die Leistung der Berner hat Arno Del Curto beeindruckt – aber nicht so sehr überrascht. «Sie hatten so viele verletzte Spieler wie wir. Aber wir hatten mit Leonardo Genoni einen Torhüter, der uns durch diese Zeit gerettet hat. Der SCB hatte keinen solchen Torhüter und geriet deshalb in eine Krise. Aber jetzt hat der SCB einen Goalie.»

1989 hat der SC Bern bei einer ähnlichen Ausgangslage im Finale gegen Lugano mit Härte, Taktik und Provokationen über Tempo und spielerische Klasse triumphiert. Der kanadische Leitwolf Alan Haworth war der härteste Spieler der Liga. In diese Rolle des Provokateurs ist jetzt Thomas Rüfenacht geschlüpft. Spielerisch bei weitem nicht so gut wie damals Haworth. Aber er ist eher noch «böser» und geht mit seinen Provokationen den Gegenspielern noch mehr unter die Haut.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Flames67 21.03.2016 12:56
    Highlight Highlight Gehe jede Wette ein dass der SCB Morgen Abend verlieren - und Davos diese Serie noch drehen wird. Gegen Schluss des spiels am Samstag drehte Davos noch kurz auf, schoss das 2:1 und der SCB schwamm diese drei vier Minuten bis zum geht nicht mehr. Ab Morgen wird es so weiter gehen und der SCB wird nichts mehr zu bestellen haben. Eine Duftmarke am Schluss um zu zeigen was man eigentlich kann. Mein Tipp 4:2 in der Serie für de HCD. Bin für Ambri. Ich hoffe sehr dass es nicht zum Horrorszenario Final ervette vs SCB kommen wird, wäre ein Final zum Abgewöhnen. Dann viel lieber Davos vs Lugano!
    • MARC AUREL 22.03.2016 18:12
      Highlight Highlight Flames, das liegt an Bern das Davos nicht seine Stärken ausspielen kann! Diese 3-4min die du ansprichst wo Davos druck machte lag nur daran das Bern nachliess und Davos gewähren liess!
  • MARC AUREL 19.03.2016 22:59
    Highlight Highlight Larry, wenn Davos nicht schnell konstanzer spielt sind sie schnell mal ausgeschieden. Liegt auch an Bern die Davos kein Raum lässt für ihr Tempospiel.
  • Бɘгинʌгđ БaͤгɘиБөιđ 19.03.2016 19:57
    Highlight Highlight Auch wenn es natürlich zum Erfolgsrezept von Arno gehört, geht dieses ewige Understatement so was von auf den Sack. Er kann unseren SCB so stark reden wie er will, in Bern fühlt sich davon niemand geehrt. Sollten wir die Serie gewinnen, wird er ehrfürchtig gratulieren und natürlich erzählen, dass der SCB für ihn ja eigentlich der Favorit war... etc. bla bla bla. So pseudo cool und locker wie er sich jeweils nach Niederlagen gibt, ist er nicht. Er HASST es zu verlieren und es NAGT an ihm...

    Aber nimms locker Arno: War dir doch von Anfang an klar, dass ihr ausscheiden werdet... ;)
    • mukeleven 22.03.2016 01:32
      Highlight Highlight dream on beni...
  • Pana 19.03.2016 19:50
    Highlight Highlight Davos heute mit Evan McGrath. Der hat bei Thurgau eine ganz starke Saison gezeigt (bis zu seiner Verletzung). Bin gespannt.
    • Tikkanen 19.03.2016 22:24
      Highlight Highlight ..am Dienstag bringt der Arno wahrscheinlich noch eine Top 1.Liga Centernulpe anstelle des Mac sowieso😂😂
  • MacB 19.03.2016 19:10
    Highlight Highlight Ich machs wie immer kurz: Hopp HCD hihi
  • Almos Talented 19.03.2016 16:44
    Highlight Highlight Als HCD fan liebe ich das Tempo Hockey unter Del Curto.
    Trotzdem gefällt mir der Spielstil vom SCB. Es zeigt die andere Seite vom Sport. Rock'em Sock'em würde der Don das wohl nennen. Der SCB erinnert mich an die 2011 Boston Bruins.

    Aber es wird nicht reichen 😉 Viva la grischa!
  • Tikkanen 19.03.2016 13:56
    Highlight Highlight Ja, wenn sogar der behäbige Justin gleich beide Wiesers bodigt ist damit zu rechnen dass am nächsten Donnerstag Abend das Eis in der Holzhütte abgetaut werden kann😂😂 Glück auf, Bern. Nur noch sieben Spiele bis zur Meisterfeier in der Hauptstadt👍
    • larry boy barese 19.03.2016 16:44
      Highlight Highlight der hcd hat (fast) die ganze saison so gespielt wie in drittel 3 vom ersten spiel. bern hingegen spielt erst seit den playoffs ein bisschen ansprechend. wir werden sehen ob der scb die nötige konstanz ausweisen kann um wirklich zu bestehen. meisterfeier würde ich jedenfalls noch länger nicht in den mund nehmen.
    • Grinder 19.03.2016 18:10
      Highlight Highlight na na ... immer schön sachte, ein break ist erst dann ein break wenn ... du weisst schon:-).
      Der HCD ist erfahrungsgemäss auswärts stärker ... ein selbstläufer wird das garantiert nicht! und sir danny kurmann will heute wohl auch wieder nichts ändern wollen an seinem ruf in bern.... so und jetzt ab in die allmend ! c'mon mutzä!
  • Staal 19.03.2016 13:21
    Highlight Highlight dem ist nichts beizufügen
    • Tikkanen 19.03.2016 18:27
      Highlight Highlight ..merci für Deine Bestätigung meines Beitrages. "dem gibts nicht hinzuzufügen" Scheinbar befindest Du dich auf dem Weg der Besserung👍 Fählt numä no Hopp Bärn u dr Staal isch ä chäche Bursch👏🏻
    • Staal 20.03.2016 10:22
      Highlight Highlight zu lange Hockeyfan lieber Tikkanen. Bern hat die Form. Und der HCD hatte den Kübel 2015, gute CHL Saison, gute Quali. Davon können andere nur träumen. In 1-2 Jahren wird der Nächste folgen

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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