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17.11.2015; Langnau; Eishockey NLA - SCL Tigers - EHC Biel; Raphael Herburger (Biel) links gegen Dan Weisskopf (Tigers) (Christian Pfander/freshfocus)

Biel und die Tigers sollen auch weiterhin um den Abstieg kämpfen müssen.
Bild: Christian Pfander/freshfocus

Eismeister Zaugg

Kein Abstieg? Salary Cap? Mehr Ausländer? Gute Ideen, um die National League A zu zerstören

Lohnbegrenzungen, mehr Ausländer und eine geschlossene Liga. Solchen Unsinn planen unsere Ligageneräle in regelmässigen Abständen. Zum Glück konnten sie nichts davon dauerhaft in die Praxis umsetzen.



Die grösste Gefahr für unsere Nationalliga kommt von innen. Von den Klubmanagern. In regelmässigen Abständen brüten sie Ideen aus, die, in die Praxis umgesetzt, die Liga zerstören würden. Weil es für kurzfristige Änderungen ein qualifiziertes Mehr braucht (drei Viertel der Stimmen) ist es bis heute gelungen, den Unsinn jeweils zu stoppen. Deshalb funktioniert unser Klubhockey. Hier die grössten Dummheiten, die wieder mal diskutiert werden.

Geschlossene Liga ohne Auf- und Abstieg

Die Argumente sind immer die gleichen: Man könne Geld sparen, weil ohne Abstiegsgefahr Feuerwehrübungen ausbleiben und die Planungssicherheit grösser werde. In keiner europäischen Liga hat sich die Abschaffung des Abstieges bewährt. Wenn es keinen Abstieg mehr gibt, ist für die Mannschaften des letzten Tabellenviertels die Saison nach Weihnachten gelaufen. Die Zuschauer bleiben aus und die Klubs sind ruiniert. Weil auch die Leistungskultur ruiniert wird.

Diese Saison sind die Trainer in Bern und Lugano nicht wegen Abstiegsgefahr entlassen worden. Der SCB verpulvert diese Saison sein Geld für mittelmässige bis unbrauchbare Ausländer nicht wegen Abstiegsgefahr. Die Abschaffung des Abstieges widerspricht zutiefst dem Leistungssport. Niederlagen und Versagen sollen Konsequenzen haben. Die Zuschauer wollen das Drama der Niederlage und den Triumph des Sieges. Verlierer sollen die Liga verlassen und Siegern Platz machen.

Tigers Yannick-Lennart Albrecht, jubelt, waehrend dem Meisterschaftsspiel in der NLA, zwischen den SCL Tigers und dem EHC Biel, am Dienstag, 17. November 2015, in der Ilfishalle in Langnau.(KEYSTONE/Marcel Bieri)

Die Tigers konnten letztes Jahr endlich wiedereinmal über schwarze Zahlen jubeln.
Bild: KEYSTONE

Es ist ein Segen für die ganze Liga, dass wir im letzten Frühjahr die Lakers durch Langnau ersetzen konnten. Langnau hat der Abstieg sogar genützt: Der Wiederaufstieg ist ohne unvernünftige Einkäufe gelungen und im Aufstiegsjahr schrieben die Emmentaler erstmals in diesem Jahrhundert schwarze Zahlen.

Einführung einer Lohnobergrenze

Die ist in der Schweiz anders als in Nordamerika nicht machbar. Weil sie nicht durchgesetzt werden kann und zudem gegen verschiedene Gesetze verstösst. Hier ein ganz banales Beispiel: niemand kann einem Spieler verbieten, neben dem Klubsalär einen schönen Lohn für eine berufliche Tätigkeit oder ein Beratermandat anzunehmen. Bei einer Lohnobergrenze würde nur betrogen, wer sich daran hält.

Anzahl Ausländer erhöhen

Dies soll mit grösserer Konkurrenz die Löhne der Schweizer reduzieren. Auch das ist barer und gefährlicher Unsinn. Wer Meister werden oder sich sportlich entwickeln will, verpflichtet die besten Ausländer und die besten Schweizer. Die Löhne bleiben genau gleich hoch. Aber die höhere Anzahl Ausländer erhöht die Kosten: selbst durchschnittliches ausländisches Personal kostet mehr als ein durchschnittlicher Schweizer. Schon jetzt ist es den Sportchefs fast nicht möglich, vier gute ausländische Spieler zu finden. Wenn sie fünf oder sechs oder gar noch verpflichten müssen, werden es regelmässig nicht mehr einen oder zwei sondern drei oder vier Nieten sein, die alle im Laufe der Saison für teures Geld ausgewechselt werden. Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) hat das deutsche Hockey durch eine unbegrenzte Anzahl Ausländer für Jahre ruiniert.

Begrenzung der Zuwendungen durch Mäzen

Auch das ist gefährlicher Unsinn. Weil nicht kontrollier- und durchsetzbar. Ein ganz banales Beispiel: Falls nötig, kann ein Klub jederzeit eine Aktienkapitalerhöhung durchführen, die ein einzelner Gönner bezahlt. Niemand wird einem Klub verbieten können, sich legal zu sanieren. Und was heisst hier Begrenzung? Will man Walter Frey etwa verbieten, in den Nachwuchs zu investieren? Notfalls könnte er so viel in den Nachwuchs einzahlen, dass die Nachwuchsabteilung das Defizit der ZSC Lions bezahlt. Die Klubmanager sollten froh sein, dass es noch Männer und Frauen gibt, die ihr Geld ins Hockey investieren.

03.09.2014; Zuerich; Sport allgemein - Ehrung der Zuercher Sportlerinnen und Sportler im Muraltengut; Der Stadtrat ehrt die Teams; Volero Zuerich, ZSC Lions, FC Zuerich und FC Zuerich Frauen fuer ihre Erfolge in der letzten Saison. Im Bild ZSC Praesident Walter Frey (Valeriano Di Domenico/freshfocus)

Walter Frey ist Gönner bei den ZSC Lions.
Bild: Valeriano Di Domenico/freshfocus

Das Fazit

Es gibt unter den Klubs keine Solidarität. Die Manager sind bezahlt, um die Interessen ihres Klubs zu vertreten und wenn sie den kleinsten Vorteil wittern, verraten sie die Ligainteressen. Das war schon immer so und wird immer so bleiben. Dieses fehlende Ligadenken gehört zum Geschäft und sorgt für Dynamik im Hockeygeschäft.

Sind die Löhne zu hoch? Nein. Der Durchschnittslohn liegt inzwischen bei 200'000 Franken und Topstars haben die Schallmauer von 600'000 Franken durchbrochen. Na und? Es sind am Ende des Tages die Klubmanager, die diese Verträge unterschreiben. Diese Löhne werden bezahlt, weil das Geld vorhanden ist. Würde jeder Klub eine Million mehr zur Verfügung haben, würde dieses Geld umgehend in die Löhne investiert. Wenn die Einnahmen zurückgehen, dann werden auch die Löhne wieder sinken. So einfach ist das.

Es genügt, bei einer Lohnforderung «Nein» zu sagen. Selbst Lugano und die Kloten Flyers, die schlimmsten Lohntreiber der letzten Jahre, können pro Spiel nur 22 Mann aufs Matchblatt schreiben. Lugano mit seinen unbegrenzten finanziellen Mitteln hat seit 2006 nie mehr eine Playoffserie gewonnen.

Ein bisschen gesunder Menschenverstand hilft viel mehr, als unsinnige Reglemente auszuarbeiten. Beispiel: Wenn ein Spieler bzw. dessen Agent pokert, hilft ein Telefon von Sportchef zu Sportchef.

REPEATED WITH CORRECTED NAME Luganos Trainer Doug Shedden spricht zu seinen Spielern, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem HC Lugano und den SCL Tigers, am Freitag, 30. Oktober 2015 in der Resega-Eishalle in Lugano. (KEYSTONE/Francesca Agosta)

Doug Shedden möchte Lugano erstmals seit 2006 wieder zu einem Sieg in einer Playoffserie führen.
Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Unsere Klubs werden ganz gut gemanagt. Aber wenn diese Manager an Reglementen schrauben dürfen, dann wird es gefährlich. Sie sollen managen und es dabei bewenden lassen. Und ihre guten Ideen, die bloss die Liga zerstören würden, auf Papier bringen und das Papier dann entsorgen. So war es bis heute – und so soll es bleiben.

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    Alle Leser-Kommentare
  • gio melo 17.12.2015 10:26
    Highlight Highlight Statt die Anzahl Ausländer zu erhöhen (um Geld zu sparen) sollten die Teams verpflichtet werden eine gewisse Anzahl junge Spieler in ihrem 22 Mann Team zu haben (z.B 2 U21 Spieler) welche dann auch eine Eiszeit bekommen sollen/müssen.
    Weiter sollten diese unnötigen 6 Zusatzrunden abgeschafft werden. Eventuell könnte dann der Cup in die Saisonkarten integriert werden, damit es auch da mehr als die 2000 Zuschauer pro Spiel gibt...
  • MARC AUREL 16.12.2015 20:42
    Highlight Highlight Am besten wie im Fussball. Einer steigt direkt ab und der Qualisieger steigt auf.. Das würde Spannung bei den Strichklubs Langnull, Biel und Ambri geben. Dazu spielt der Zweitplatzierter im NLB Playoffs gegen den 11ten der NLA.
  • Staal 16.12.2015 12:35
    Highlight Highlight die Preistreiberei bei den Löhnen ( Zahner und Lugano ) muss gebremst werden. beim Rest hat KZ recht. eher nur 3 Ausländer
  • Tom Garret 16.12.2015 12:28
    Highlight Highlight mir gefällt noch immer die Idee von Zaugg mit der Modusänderung so dass es einfacher ist auf und ab zu steigen... Ich bin für mehr abwechslung...
  • manolo 16.12.2015 11:07
    Highlight Highlight @ben-fliggo - lieber kleiner klugscheisser!
    natürlich wird es immer gross und klein geben. hier geht es aber um die ausgeglichenheit der liga! nur das gibt die würze und spannung für den hockeyfan!
  • manolo 16.12.2015 10:11
    Highlight Highlight stimmt eben nicht lieber "klausi"! es gibt vereine, diespieler verpflichten, die sie sich normalerweise gar nicht leisten können! siehe die jährlichen defizite und schuldaufhäufungen! wenn du alles in frage stellst: mach doch einmal einen gescheiten vorschlag, wie das gefälle zwischen gross und klein
    ausgleichen könnte. die 4 grossen brauchen die anderen um eine attraktive meisterschaft durchziehen zu können!
    • ben_fliggo 16.12.2015 10:28
      Highlight Highlight Es wird immer grosse und kleine geben, Alter. Das ist Sport – und das ist ja genau das schöne daran.
  • Amboss 16.12.2015 09:53
    Highlight Highlight Da gibt's eigentlich nichts hinzuzufügen.
    Die Liga ist gut, ausgeglichen, die Zuschauer kommen, es ist spannend (Playoff-Quali, Meister, Abstieg)

    An der NLA gibt's nichts zu ändern.
    Eher sollte sich die Frage gestellt werden, was für die NLB verbessert werden könnte.
    Die läuft mit zehn Teilnehmern schon an der unteren Grenze und die diversen Vereine, die Konkurs gingen zeigen, dass es da schwierig ist, zu überleben...

    • Sapere Aude 16.12.2015 11:11
      Highlight Highlight Man könnte die NLB auf 8 reduzieren und die Durchlässigkeit zur NLA erhöhen. Beispielsweise anstatt der Qualirunde eine Auf/Abstiegsrunde mit den vier besten der NLB gegen die vier schlechtesten der NLA.
    • Amboss 16.12.2015 11:28
      Highlight Highlight Nur 8 Teams? Das ist aber schon sehr, sehr wenig...
      Ist es attraktiv, sechs Mal gegen den gleichen Gegner zu spielen?

      Ich denke, es sollte eher das Ziel sein, mit 12 Teams spielen zu können. Die NLB bräuchte aus meiner Sicht vor allem mehr Präsenz.
      ZB Resultate im "Sport Aktuell" zeigen. Live-Spiele im TV (SSF)? Rundenzusammenfassung auf YouTube?

      Und die Durchlässigkeit zwischen den Ligen zu erhöhen wäre sicher überlegenswert...
      Dann wäre vielleicht auch ein "Grosser" mal unten... Ist der SCB mal in der NLB erhöht sich die Aufmerksamkeit markant
    • Sapere Aude 16.12.2015 11:56
      Highlight Highlight Guter Einwand, die Frage ist, ob für 12 Teams ein Markt bestehen würde. Manche NLB Klubs haben jetzt schon Schwierigkeite sich zu finanzieren, während andere einen höheren Besucherschnitt haben als NLA Klubs.
    Weitere Antworten anzeigen
  • lushütte 16.12.2015 09:45
    Highlight Highlight Guter Artikel!
    Haben wohl die Sportchefs den Hinweis verstanden.....sprecht doch miteinander, dann werden die Spieleragenten an Macht verlieren!
  • f303 16.12.2015 08:54
    Highlight Highlight Dem ist fast nichts hinzuzufügen. Einzig, dass die geringe Ausländerzahl extrem wichtig für die Qualität der Nati ist, hätte man durchaus noch etwas deutlicher herausheben können. Denn unsere Nati ist auch deshalb so weit oben im Ranking, weil CH Spieler und Nachwuchs Platz und Verantwortung in der NLA haben und sich auf hohen Niveau entwickeln können. ... dazu wird es allerdings auch weiterhin Mäzene oder halt Gastrokohle wie beim SCB brauchen.
  • Bruno Wüthrich 16.12.2015 08:24
    Highlight Highlight Generell richtig so. Sämtliche aufgeführten Punkte sind entweder kontraproduktiv oder nicht machbar. Einzig die Lobhuddelei an die Mäzene (da gibt es übrigens auch Frauen) ist nur bedingt angebracht. Ihr Geld fliesst (es gibt Ausnahmen) meistens vollständig in die Taschen der Spieler. Mit ihrem Geld wird Lohntreiberei betrieben. Ihr Gelds deckt die Unfähigkeit der Manager und die Fehler der Sportchefs zu, die eben auch zu einer attraktiven Liga gehören. Aber sie verbieten oder beschränken zu wollen, ist trotztem barer Unsinn. Die Klubmanager sollen sich lieber um ihr Marketing kümmern.

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