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HAMBURG, GERMANY - JANUARY 19:  Benoit Laporte, head coach of Hamburg gestures during the DEL ice hockey match between Hamburg Freezers and Straubing Tigers at O2 World on January 19, 2014 in Hamburg, Germany.  (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

Kommt das gut? Mit der Verpflichtung von Benoît Laporte wagen sich die Tigers auf dünnes Eis.  Bild: Bongarts

Benoît Laporte kommt – wann fliegt der erste Koffer aufs Eis?

Aufstiegstrainer Bengt-Ake Gustafsson (57) den Laufpass zu geben, war mutig. Benoît Laporte (54) als neuen Trainer zu verpflichten ist hingegen tollkühn. Nun ist Langnaus Sportchef Jörg Reber der einsamste Mann der Liga.

19.04.15, 20:36


Loslassen, die ruhmreiche Vergangenheit vergessen, mutig neue Wege gehen – so kann ein kleines Sportunternehmen erfolgreich sein. Die Kleinen müssen mutiger und kreativer sein als die Grossen.

So gesehen war es richtig, dass Langnaus Sportchef Jörg Reber den Vertrag mit dem schwedischen Aufstiegstrainer Bengt-Ake Gustafsson nicht mehr verlängert hat. Auch der Stilwechsel – weg vom skandinavischen Selbstverantwortungs-Voodoo und hin zum rauen nordamerikanischen Hockey – macht durchaus Sinn.

Aber am Ende des Tages sind nicht Stilrichtungen und Spielsysteme entscheidend. Sondern die Persönlichkeiten, die dahinter stecken.

ZUR ERNENNENUNG VON BENOIT LAPORTE ALS NACHFOLGER VON SCL TIGERS TRAINER BENGT-AKE GUSTAFSSON STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Headcoach Benoit Laporte vom HC Ambri- Piotta, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem HC Ambri-Piotta und den SC Langnau Tigers, am Samstag, 2. Oktober 2010, in der Valascia Eishalle in Ambri. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Der neue Bandengeneral bei den Tigers: Benoît Laporte. Bild: KEYSTONE

Ein liebenswerter Clown

Was spricht für Benoît Laporte? Nun, der kanadisch-französische Doppelbürger kennt das europäische Hockey als Spieler und Trainer. Er versteht es durchaus, autoritär aufzutreten. Aber im Herzen ist er ein freundlicher, liebenswerter Clown, und wenn die Spieler sein Wirken und Wesen durchschaut haben, dann ist er rettungslos verloren. Seine grösste Qualität ist das Eigenmarketing. Als er bei Basel war, sei es immer schon sein Traum gewesen, Trainer in Ambri zu werden. Das sagte er, als er den Job in Ambri bekam. Als er bei Ingolstadt war, sei es immer schon sein Traum gewesen, Trainer in Hamburg zu werden. Das sagte er, als er den Job in Hamburg bekam.

Nach dem freundlichen Bengt-Ake Gustafsson nun mit Benoît Laporte ein freundlicher Kanadier. Das macht Sinn. Der Kulturschock wäre mit einem richtigen Nordamerikaner wie Doug Shedden oder Hans Kossmann wohl zu gross gewesen. Aber ist Benoît Laporte der richtige Trainer für einen Aussenseiter? Kann er die taktischen Varianten einschulen, die es braucht, um gegen spielerisch überlegene Gegner zu bestehen? Kann er die einzelnen Spieler dazu bringen, unter schwierigsten Bedingungen das beste Hockey zu spielen? Ist er vertraut im Umgang mit einer neuen Spielergeneration, die Fragen hat und Antworten erwartet? Bei einem Trainer der SCL Tigers darf es auf diese Fragen nur ein klares «Ja» geben. Sonst ist die Trainerwahl riskant.

Bei Benoît Laporte gibt es auf keine dieser Fragen ein klares «Ja». Höchstens ein «Ja, vielleicht» oder ein «Ja, aber». Bei den meisten sogar ein klares «Nein». Mit Basel verlor er als Nothelfer die Liga-Qualifikation 2008 gegen Biel mit 0:4. Mit Ambri kam er im Frühjahr 2010 in seiner ersten Saison auf den letzten Platz und rettete die Mannschaft in der ersten Playoutrunde gegen Biel. Im Herbst wurden die Fans ungeduldig und während eines Spiels warf ein Zuschauer in der Valascia einen Koffer aufs Eis, um der Forderung nach einem Trainerwechsel Ausdruck zu verleihen. Am 18. Oktober 2010 ist Benoît Laporte gefeuert worden. Er hat sich anschliessend in der Deutschen Operetten-Liga DEL immerhin bei Hamburg bis im September 2014 gehalten. Die Struktur eines DEL-Teams ist allerdings nicht mit jener einer NLA-Mannschaft vergleichbar. Weil das halbe Kader aus Ausländern besteht, die für die NLA nicht gut genug wären.

Hockey von morgen mit einem Trainer von gestern

Der fachliche Unterschied zwischen Bengt-Ake Gustafsson und Benoît Laporte lässt sich so beschreiben: Eine IT-Firma verzichtet auf die Weiterbeschäftigung ihres Chefingenieurs, der erfolgreich Programme entwickelt hat. Als Nachfolger wird ein Monteur eingestellt, der nur Erfahrung im Verlegen von Telefonkabeln hat.

Die SCL Tigers feiern den NLB Titel 2014/15 nach dem siebten Spiel im Playoff Final der NLB zwischen den SCL Tigers und dem EHC Olten, am Dienstag, 31. Maerz 2015, in der Ilfishalle Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Können die SCL Tigers auch unter Benoît Laporte jubeln? Bild: KEYSTONE

Rückwärts in die Zukunft. Mit einem Trainer von gestern heute das Eishockey von morgen spielen. So lässt sich mit einem Flair für Boshaftigkeit Langnaus neue Philosophie auf den Punkt bringen. Der freundliche, umgängliche neue Trainer wird sich vorerst einmal grösster Beliebtheit im Dorf und bei den Fans erfreuen und bei den Spielern gut ankommen. Es wird es schon ein wenig rumpeln lassen. Aber auf Dauer fühlen sich Spieler und Fans nur wohl, wenn die Mannschaft erfolgreich ist.

Langnaus Sportchef Jörg Reber hat wahrlich den Mut zu einsamen, unkonventionellen Personalentscheiden. Mit der Verpflichtung von Benoît Laporte hat er sich zum einsamsten Mann der Liga und des Bernbiets gemacht. Schaffen es die SCL Tigers, dann wird er Sportchef des Jahres. Scheitert Benoît Laporte, dann ist auch Jörg Reber auf der ganzen Linie gescheitert und die SCL Tigers werden vor einem Scherbenhaufen stehen. Schlimmer als nach dem Abstieg im Frühjahr 2013.

SCL Tigers Aufstieg NLA

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rüfi 20.04.2015 14:42
    Highlight Liebe Traktörler.....dieser Deal vom Herr Jakob und seinem Zwerg Reber ist echt schlau eingefädelt......wird der Jakobsmarkt in Zollbrück seine Koffer nicht los.....verpflichtet man Benoit Laporte....Reber bekommt dafür Gartenzwerge für sein Gärtli auf Lebzeiten...kennsch es?
    8 5 Melden
  • Avalanche 20.04.2015 12:55
    Highlight "Skandinavischer Selbstverantwortungs-Voodoo"? – Ehrlich, Eismeister, manchmal kommt schon nur Quatsch raus!
    14 5 Melden
  • MARC AUREL 20.04.2015 08:42
    Highlight naja senftube, langnau hat auch schon über 10 Jahren Im NLA HERUMGEWURSTELT UND DAZU NOCH ERFOLGLOSER! Der einizige Unterschied ist das Langnau zahlreiche und treue Fans hat!
    15 2 Melden
  • Senftube 20.04.2015 06:22
    Highlight Sorry Jöre Reber, aber dir hat die Aufstiegsfeier nicht gut getan. Hast du irgend ein spezielles Gras geraucht oder sonst irgend ein Halluzinogen eingezogen? Gerade Du, der seinerzeit mit Biel gegen Laporte (Basel) auch mit 4:0 den Aufstieg schaffte, solltest es doch besser wissen!?! Oder ist das Budget der Grund? Nun, vielleicht gelingt es ja Laporte ausgerechnet mit dem SCL seine eklatante Erfolglosigkeit in der Schweiz endlich abzustreifen. Wobei auch seine "Erfolge" in der DEL einem nicht gerade vom Hocker hauen und somit das Loser-Image bekräftigen. Jöre, damit gehst Du in deiner noch rel. jungen Karriere als Sportchef gleich ein maximales Risiko ein. Wenn Laporte Erfolg haben sollte, ist es wie Klaus sagt. Dann wird diese Verpflichtung zu deinem Ritterschlag als Sportchef. Aber wehe es kommt so wie praktischer jeder vermutet: Dann wird diese Rochade zum grössten Lacher der Saison 2015/16. Und sollte der SCL gar in die LQ geraten, wirst Du diesen Job wohl an den Nagel hängen müssen, denn man wird die Schuld Dir in die Schuhe schieben.
    29 5 Melden
  • 83grad 20.04.2015 00:09
    Highlight Es gibt noch 11 andere NLA Clubs über die man berichten könnte. Oder ist Langnau der Mittelpunkt der schweizer hockey szene...? da hab ich wohl was verpasst...
    19 32 Melden
    • Against all odds 20.04.2015 08:10
      Highlight Stimmt schon, aber die Langnauer sind die einzigen die gestern einen Trainer verpflichtet haben. Und darüber darf man ruhig schreiben. Ausserdem ist es gerade sehr lustig was im Moment dort abläuft.
      37 2 Melden
  • Topoisomerase 19.04.2015 22:58
    Highlight Ach ja, der Laporte.
    Und auch Jahre nach dem Zwischenfall frage ich mich, wie jemand einen Koffer in die Valascia schmuggeln konnte :)
    32 1 Melden
  • exeswiss 19.04.2015 22:51
    Highlight besser könnte ich es nicht schreiben. nach oktober ist laporte nicht mehr trainer.
    23 2 Melden
    • Senftube 20.04.2015 07:06
      Highlight Nein, mind. bis Weihnachten wird er sich schon halten! Aber wenn dann Jakob & Co. so langsam aber sicher nervös werden... dann muss "die Türe" la porte zum Ausgang nehmen... ;-)
      9 4 Melden
  • Clark Kent 19.04.2015 22:40
    Highlight mal schauen, wie lange es dauert, bis sich die hockeyschweiz - ausgenommen herr zaugg - die lakers anstelle von langnau zurückwünscht. natürlich wird das noch etwas dauern. heute werden die verpeilten und von den medienpolemikern beeinflussten leser hier noch wie wild aufs blitzchen klicken. aber schon bald wird langnau das neue opfer sein. was dann wohl herr zaugg schreiben wird?
    19 31 Melden
    • Senftube 20.04.2015 07:07
      Highlight Sorry, aber ausser die Rappifans will nun wirklich NIEMAND die Lakers je wieder in der NLA wursteln sehen.
      45 14 Melden
    • Mia_san_mia 20.04.2015 18:11
      Highlight @Senftube: Bald werden alle merken das es nicht drauf an kommt welches Team im A "wurstelt". Wenn Rappi wieder aufsteigt, kommt wenigstens wieder eine Mannschaft die im A auch mal etwas erreicht hat.
      5 10 Melden
  • Toastbrot 19.04.2015 21:20
    Highlight Laporte, letzte Saison nach 9 Niederlagen in Folge entlassen. Kann er das in Langnau toppen?
    28 1 Melden
    • MARC AUREL 20.04.2015 11:38
      Highlight Ja, ganz bestimmt!
      11 1 Melden
  • Mia_san_mia 19.04.2015 21:01
    Highlight Die sollten lieber schauen, dass sie NLA-taugliche Spieler holen. Wer die Spiele gegen Rappi gesehen hat, weiss von was ich rede. Nicht mal der Topscorer hat einigermassen das Niveau um im A zu bestehen.
    20 30 Melden
    • MARC AUREL 20.04.2015 11:46
      Highlight Da hast du nicht ganz unrecht.. aber so schlecht ist Dido auch wieder nicht.. dominieren wird er im NLA sicher nicht wie im NLB! Es wird auch so sehr schwer für die Tigers, alles andere würde mich schwer überraschen. Denn schon Lausanne ist besser besetzt als die Tigerli.
      10 0 Melden
    • Mia_san_mia 20.04.2015 18:05
      Highlight Also mir hat er gar nicht gefallen. Vor allem physisch war da gar nichts. Bei jeder Berührung fiel der um wie ein Fussballer... Im A wird er auf Gegenspieler treffen die ihm mit Freude zeigen werden wie hart Hockey sein kann. Rappi hatte leider nicht mal das drauf.
      6 3 Melden
  • MARC AUREL 19.04.2015 20:44
    Highlight Naja, ob der Laporte Langnull weiter bringt bezweifle ich.. aber wir werden es sehen! Jedenfalls hatte der Schwede ein mehrfaches an Erfahrung wie auch Erfolg gegenüber Laporte..
    51 5 Melden
    • Mia_san_mia 19.04.2015 21:37
      Highlight Nichts wird der bringen. Bei so einer schlechten Mannschaft machts nichs aus wer an der Bande steht.
      14 26 Melden
    • hanibal79 20.04.2015 10:52
      Highlight Du musst es wissen. Soweit ich mich an Deine Kommentare erinnern kann, hast Du die Lakers gegen Langnau spielen sehen.
      3 2 Melden
    • Mia_san_mia 20.04.2015 11:57
      Highlight Ja habe ich. Gegen dieses desolate Rappi zu gewinnen war echt keine Glanzleistung, das hätten sogar andere B Mannschaften geschafft. Auf dieses 4:0 müssen sich die Langnauer nichts einbilden, im A werden sie noch auf die Welt kommen.
      10 6 Melden
    • hanibal79 20.04.2015 17:20
      Highlight Die letzte Mannschaft, die vor Rapperswil mit 4:0 abgestiegen ist, spielt nicht mehr in der Nationalliga.
      Langnau hat Gelegenheit, denn Trainer vor der Ligaqualifikation zu ersetzten.
      3 2 Melden
    • Mia_san_mia 20.04.2015 18:07
      Highlight @hanibal79: Schön dass Du Rappi jetzt noch mit Basel vergleichst, aber dass ändert nichts daran, dass Langnau auch nicht NLA würdig ist
      3 5 Melden
    • hanibal79 20.04.2015 18:49
      Highlight @ Thomas Irgend eine Mannschaft muss ja Aufsteigen. Ansonsten müsste man die Liga verkleinern. Ich wünsche Dir noch einen angenehmen Abend.
      5 0 Melden
    • Mia_san_mia 20.04.2015 20:59
      Highlight @hanibal79: Danke gleichfalls :-)
      2 2 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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