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06.04.2015; Rapperswil; Eishockey Ligaqualifikation - Rapperswil-Jona Lakers - SCL Tigers;
Lakers Spieler nach dem Spiel (Sandro Stutz/freshfocus)

Bei den Lakers macht sich die Ratlosigkeit immer breiter. Bild: Sandro Stutz/freshfocus

Eismeister Zaugg

Der Präsident geht vor dem wichtigsten Spiel der Klub-Geschichte – für die Lakers ist es endgültig Zeit für einen Neuanfang in der NLB

Lakers-Präsident Lucas Schluep tritt einen Tag vor dem alles entscheidenden Spiel gegen die SCL Tigers zurück. Ein beispielloser Eklat, der zeigt, dass es für die Lakers Zeit ist, die höchste Spielklasse zu verlassen.



Das hat es in unserem Hockey noch nicht gegeben. Der Präsident tritt vor dem wichtigsten Spiel der Klubgeschichte zurück. Die offizielle Rücktritts-Begründung stimmt nachdenklich. Der Präsident verlässt die Kommando-Brücke eines Unternehmens aus Rücksicht auf seine Familie. Er sei bedroht worden. Dabei ist doch Eishockey ein Teil der Unterhaltungsindustrie. Auf einmal wird aus einem unberechenbaren Spiel auf rutschiger Unterlage eine so ernste Sache.

Und doch hat all dies seine Logik. Eishockey weckt Emotionen. Die destruktive Kraft der negativen Emotionen, die aus Niederlagen kommt, wird immer wieder unterschätzt. Nichts setzt der Kultur eines Sportunternehmens so sehr zu wie Niederlagen. Die Lakers sind in den letzten vier Jahren dreimal auf dem letzten Platz gelandet. Zu viele Spiele sind verloren gegangen.

Bild

Lucas H. Schluep hat keine Lust mehr. bild: eq images

Auch andere Hockeyunternehmen müssen (und mussten) mit Niederlagen leben lernen. Auch und gerade die SCL Tigers, die jetzt drauf und dran sind, auf Kosten der Lakers aufzusteigen. Aber die SCL Tigers haben eine ganz andere Unternehmenskultur. Die Mannschaft wird von den treusten Fans des Schweizer Sports getragen.

Kritische Fragen und ehrliche Antworten

Niederlagen haben seit jeher im Emmental eher positive als negative Emotionen entfacht. Niederlagen haben eher zu einem «so-jetzt-aber-erst- recht» als zu Aggressionen gegen die eigenen Leute geführt. Unvergessen bleibt die Solidarität der Fans nach den zwei Abstiegen in die 1. Liga – in beiden Saisons in der obersten Amateurklasse kamen im Schnitt mehr als 4000 Zuschauer pro Heimspiel und unter der Führung von Simon Schenk gelang eine sportliche und finanzielle Erneuerung, die den Klub zurück in die NLA bringen sollte.

Tigers Head Coach Alex Reinhard und Simon Moser, im vierten Playout-Halbfinalspiel der National League A zwischen den SCL Tigers und den Kloten Flyers, am Samstag, 9. Maerz 2013, in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Simon Moser konnte den Abstieg der Tigers 2013 nicht verhindern. Bild: KEYSTONE

Das vielleicht beste Beispiel, das für eine Hockeykultur steht, ist der Tag nach dem Abstieg der SCL Tigers im Frühjahr 2013. Präsident Peter Jakob und Captain Simon Moser stellten sich in einem Podiumsgespräch des Kult-Lokalradios Neo1 dem Publikum. Gut 700 Anhängerinnen und Anhänger der Tigers kamen – und es gab kritische Fragen, ehrliche Antworten und kein böses Wort.

Präsident Peter Jakob ist immer noch im Amt und kann die SCL Tigers wieder in die NLA zurückführen. Bei den Lakers geht der Präsident am Tag vor dem wichtigsten Spiel seit dem Wiederaufstieg von 1994 – verlieren die Lakers am Donnerstag in Langnau, dann steigen sie erstmals in ihrer Geschichte aus der NLA ab. Bei den SCL Tigers ist der Präsident auch nach dem unnötigen Abstieg von 2013, dem bittersten Moment in der Geschichte des Klubs, geblieben.

Umfrage

Steigen die SCL Tigers in die National League A auf?

  • Abstimmen

3,155

  • Ja, jetzt sind sie nicht mehr zu stoppen.82%
  • Nein, die Lakers haben den längeren Atem.18%

Rückkehr mit neuen Spielern und neuer Dressfarbe

Die Lakers brauchen dringend eine Denkpause. Der Abstieg wäre für dieses Sportunternehmen eine Wohltat. Schaffen die Lakers doch noch den Ligaerhalt, dann wird auch die nächste Saison zur Qual. Eine Besserung ist nicht in Sicht.

04.04.2015; Langnau; Eishockey Ligaqualifikation - SCL Tigers - Rapperswil-Jona Lakers; Trainer Michel Zeiter (Lakers) (Sandro Stutz/freshfocus)

Lakers-Coach Michel Zeiter braucht vier Siege in Serie. Bild: Sandro Stutz/freshfocus

In der NLB könnten die Lakers hingegen nach Jahren des Darbens endlich wieder am wahren Aphrodisiakum des Sports laben: Am Erfolg. Und dann, geläutert, nach ein paar Jahren wieder in die NLA zurückkehren. Mit neuen Spielern und einer neuen Dressfarbe.

Alle Schweizer Eishockey-Meister seit Einführung der Play-offs 1985/86

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21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sste87 08.04.2015 22:04
    Highlight Highlight Miau!
    Benutzer Bild
  • Ardkev 08.04.2015 16:58
    Highlight Highlight Die NLB ist eine gute Liga. Olten Chaux-de-Fonds Langenthal Visp sind alles gute Teams. Mit Olten zudem auch ein Team das sicher irgendwann Aufsteigen kann und auch will. Rappi ( wenn sie Absteigen) wird Mühe haben am Anfang. Vorallem, welche Spieler bleihen? wie Treu sind die Fans? Das sind Fragen die nur in der Zulunft beantwortet weren kann.Aber nun, Hopp Langnou
  • Jürg Bünter 08.04.2015 16:04
    Highlight Highlight Als Rappi Fan blutet das Eishockey-Klub-Herz... aber der Niedergang hat schon vor Jahren begonnen (was auch KZ weiss...) Die Lakers gegen die SC Rapperswil-Jona, Klub-Farbenstreit etc. Genug Niederlagen um zu lernen, aber wurde wirklich gelernt? Ich hasse dass wir höchstwahrscheinlich morgen absteigen und gratuliere den SCL Tigers und deren Fans! Unser Aufstieg 1994 bleibt unvergessen, der Abstieg ist hoffentlich ein Neuanfang zum Besseren...
    • pierolefou 08.04.2015 18:36
      Highlight Highlight @Jürg Bünter.
      Für Deine ehrliche und sicher nicht einfache Analyse
      kann ich nur gratuliere.
    • päscu7 08.04.2015 19:09
      Highlight Highlight schliesse mich hier an - Respekt @Jürg Bünter
      Und als Tiger weiss ich bestens wie ein Herz bluten kann
  • urano 08.04.2015 14:28
    Highlight Highlight denke, eine modus-änderung ist schon längst fällig. eine aufstockung der liga ist ebenfalls eine variante. das schlechtest ist wohl, wenn ein klub bereits im dezember weiss, dass er in den playouts spielen wird
    • Amboss 08.04.2015 14:58
      Highlight Highlight Liga aufstocken? Und die NLB? Sollen die restlichen sechs, sieben NLB-Teams jeweils achtmal gegeneinander spielen?

      Eine funktionierende NLB ist für unser Hockey extrem wichtig und wenn die NLB kleiner als zehn Teams ist, funktioniert sie eigentlich schon nicht mehr richtig.

      Aber einen einfacheren Auf- und Abstieg wäre durchaus zu überlegen.
      Aber klar, das Modell Rappi (die Meisterschaft kräftesparend runterzuspielen und sich dann via Playout zu halten) hat jetzt endlich nicht mehr funktioniert.

    • chandler 08.04.2015 15:06
      Highlight Highlight Die Modus-Änderung wird es nie geben. Das Gejammer um den Modus aus Biel, Ambri und Langnau hatte auch nie etwas bewirkt. Mit grosser Sicherheit wird auch Rappi nicht mehr Sympathien für diesen Vorstoss finden...
    • urano 08.04.2015 16:13
      Highlight Highlight @amboss arosa will ja in die nati-b...aber, Du hast schon recht...wir haben wahrscheinlich zuwenig Klubs, die sich Profi-Eishockey wirklich leisten können
    Weitere Antworten anzeigen
  • deed 08.04.2015 14:11
    Highlight Highlight Das Kinderpyjama-Hellblau dürfte mit Sicherheit einer der Gründe gewesen sein, weshalb die Lakers kaum ernst genommen wurden. Selbst die Fans trugen all die Jahre konsequent die alten Clubfarben. Wollen die Lakers aus der NLB einen Neustart für eine erfolgreichere Zukunft wagen, sollten sie sich auch von Sportchef und Co-Sponsor Harry Rogenmoser trennen. Er hat, gemessen an seiner Machtfülle, zuwenig Kompetenz, und ist der Hauptverantwortliche für das Debakel.
  • Topoisomerase 08.04.2015 13:52
    Highlight Highlight "Die Mannschaft wird von den treusten Fans des Schweizer Sports getragen." Die SCLT-Fans sind treu, aber die treusten?
    Ambrì?
    • hereal 08.04.2015 14:42
      Highlight Highlight ich würde di hände zwischen ambri -und tigers anhängern nicht undrehrn.
      was bei verklärten betrachtungen über die bianco blu vergessen geht,ist die tatsache,dass der zuschauerschnitt nach niederlagenserien in der vallascia schnell absackt....manchmal auf wrniger als 3000...!
      diesen umstand siejt man bei den tigetfans nicht...!
    • Jack Russel 08.04.2015 15:02
      Highlight Highlight ambri spielte vor 3-4 jahren wochenweise vor maximal 2000 fans ! als man ganz schlecht dran war. der SCL hatte selbst in der ersten Liga über 4000
    • Topoisomerase 08.04.2015 15:32
      Highlight Highlight Das stimmt, jedoch leben in Ambrì-Piotta 800 Menschen, während in Langnau 10 mal mehr sesshaft sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dan38 08.04.2015 13:44
    Highlight Highlight Es ist richtig, Rappi gehört nach so vielen Niederlagen in die NLB. In welche Richtung der Verein sich dann entwickelt wird zum jetzigen Zeitpunkt sehr schwierig abzuschätzen sein. Eines ist klar, die alten roten Shirts müssen wieder her. Man sollte nie seine Werte verleugnen.
    Biel macht das gleiche und spielt in blauen Heimshirts. Noch was zu den Langnauer Fans, die sind sicher treu. Aber in der Ilfishalle war in der Finalserie der Gästesektor auch immer voll. Der FC Basel ist der grösste CH Sportverein, die hatten sogar über 30'000 Zuschauer in der NLB. Nicht nur Langnau hat treue Fans!
  • Clark Kent 08.04.2015 13:41
    Highlight Highlight wow, der oberpolemiker hat wieder gesprochen. nach monatelanger hetzjagd gegen die lakers sollen jetzt die dunkelblauen oder weissen shirts schuld sein? hahaha.. mich nimmt wunder, wer dann nächstes jahr opfer wird. gaydoul hat ihm bereits einen maulkorb verpasst, die lakers sind weg. beim hcd muss er kriechen, sonst darf er nicht mehr am spengler cup einschleichen. hmmm.. wird spannend.
    • hereal 08.04.2015 14:45
      Highlight Highlight dass du john slettvoll vergisst,zeigt,dass du KZ noch nicht sehr lange verfolgst...hehehe..
      tja,ein hofberichterstatter ist er net;der klaus.....aber er fühlt eishockey!definitiv!

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