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Mathias Seger ist am Samstagabend in Bern der Leitwolf seiner Mannschaft. Bild: KEYSTONE

Weshalb der Saurier das Spitzenspiel entschied – und es trotzdem nicht zum Happy End kommt

Die ZSC Lions gewinnen in Bern ein hochstehendes Gipfeltreffen in der Verlängerung 2:1. Die Geschichte des Spiels hat der Verteidiger-Saurier Mathias Seger (39) geschrieben. Trotzdem muss er Ende Saison gehen.

05.02.17, 04:26 05.02.17, 14:18

Nehmen wir einmal an, die ZSC Lions hätten einen Verteidiger, der so vielseitig ist, dass er sogar in einem ultimativen Spitzenspiel als Flügelstürmer Akzente zu setzen vermag.

Nehmen wir weiter an, dass dieser Verteidiger im ultimativen Spitzenspiel auf den Aussenbahnen tanzt, so frisch, beschwingt und konditionsstark, dass er im Schlussdrittel zum reissenden Leitwolf seines Teams wird, zwei Strafen herausholt, weil ihn die Gegenspieler zurückhalten müssen.

Und nehmen wir weiter an, dass seine Mitstreiter die zweite dieser so herausgeholten Strafen zum ersten Treffer nützen, der sie schliesslich in die Verlängerung bringt, die sie dann gewinnen.

Und es wäre dann noch so, dass dieser stürmende Verteidiger, dessen Berufseinstellung sowieso ohne Fehl und Tadel ist, auch noch einen auslaufenden Vertrag hat und sehr gerne auch nächste Saison spielen möchte.

Was würden wir, wenn das alles so wäre, dem Sportchef raten? Sofort den Vertrag verlängern!

Vertrag als Stürmer?

Tja, wenn das Leben und insbesondere das Eishockey nur so einfach wären. Seit Wochen überlegt sich ZSC-Sportchef Edgar Salis (46), ob er es verantworten kann, den Vertrag mit Mathias Seger (39) zu verlängern. Und wie er im Falle eines Falles angesichts der grössten Nachwuchsabteilung Europas eine Weiterbeschäftigung mit einem «Saurier» wie Mathias Seger rechtfertigen könnte, der im Dezember 40 wird.

Das Gipfeltreffen zwischen dem SC Bern und den ZSC Lions hat Edgar Salis nicht geholfen. Sondern seine Pein noch verschlimmert. Es war nämlich in Bern alles genauso wie eingangs geschildert. Die Behauptung, ohne Mathias Seger hätten die ZSC Lions den Match wahrscheinlich verloren, ist weder polemisch noch bösartig. Sie ist fachlich durchaus korrekt.

Nun folgt die Nationalmannschafts-Pause und es obliegt Edgar Salis, die «Causa Seger» zu regeln. Das Herz und der Verstand fordern nach dieser Partie: mit Mathias Seger verlängern! Aber darf ein Sportchef einen solchen Entscheid aus den Emotionen eines Spitzenspiels heraus entscheiden? Nun, vielleicht gibt er ihm einen Vertrag als … Stürmer.

Da brüllt der Löwe: Mathias Seger steckte mit seiner Energie die ganze Mannschaft an.  Bild: KEYSTONE

Kurz nach Mitternacht herrscht Klarheit

Oder doch nicht? Offiziell äussert sich bei den ZSC Lions nach wie vor niemand zum «Fall Seger». Dabei ist der Entscheid intern bereits gefallen.

Nach dem Spiel sitzen nämlich in Bern ein paar Chronisten und alte Hockey-Kenner in der Stadionsbeiz um über Gott und die Welt zu reden. «Refaire le monde» nennen die Welschen eine solche Gesprächsrunde.

Natürlich ist irgendwann auch Mathias Seger ein Thema. Und das Rätselraten über die Zukunft des ZSC-Captains hat kurz nach Mitternacht ein Ende. Einer sagt nämlich: «Ich habe den Theo vor dem Spiel getroffen. Er hat mir gesagt, dass der Mathias keinen Vertrag mehr bekommt. Der Entscheid ist gefallen.» Weiter führt er aus, Theo habe ihm erzählt, der Trainer habe sich gegen die Vertragsverlängerung ausgesprochen.

Aha, so ist das also. Da der betreffende ältere Herr, der diese Neuigkeit zu erzählen weiss, tatsächlich seit Jahren mit Theo Seger, dem Vater von Mathias Seger bekannt ist, gilt diese Neuigkeit in der Runde als Wahrheit. Gospel.

Und sogleich wird spekuliert, wo der Mathias nächste Saison seine Karriere fortsetzen könnte. Bei den Lakers, wo einst seine NLA-Laufbahn begann? Warum nicht? Die Lakers wollen ja spätestens 2018 wieder aufsteigen. Und einst hat ja Andreas «Granit» Beutler, meisterlicher Kult- und Nationalverteidiger beim SCB seine Karriere in Langnau ausklingen lassen und den Emmentalern 1998 zum Wiederaufstieg verholfen. Mathias Seger 20 Jahre später so wie Andreas Beutler 1998?

Trifft der Nachfolger zum Sieg? 

Mathias Seger hat uns die also die Story für das Gipfeltreffen geliefert. Die ZSC Lions haben in der Verlängerung 2:1 gewonnen. Zum fünften Mal in dieser Saison hat es in der Partie zwischen diesen beiden Teams einen Auswärtssieg gegeben.

In dieser Verlängerung wäre alles möglich gewesen. Am Ende hat das Genie von Robert Nilsson die Differenz gemacht. Seinen Pass schlenzt Patrick Geering (26) mit Direktschuss unhaltbar zum 2:1 ins Netz. Auch das passt irgendwie zu einem Abend, dessen Geschichte Mathias Seger geschrieben hat. Patrick Geering ist wahrscheinlich nächste Saison der neue Captain der ZSC Lions.

Die Zürcher jubeln nach Geerings Treffer über den Sieg im Spitzenkampf. Bild: KEYSTONE

Die Berner hätten vorher alles klarmachen können. Der neue Kanadier Aaron Gagnon scheiterte alleine vor Lukas Flüeler. Aber die Würfel der Hockey-Götter sind für die ZSC Lions gefallen.

Immerhin gibt es nach diesem Spektakel doch eine Erkenntnis für ZSC-Sportchef Edgar Salis: lange schien es, als sei Niklas Schlegel, die Nummer 2, der bessere Goalie. Aber gestern hat der wehrhafte Riese Lukas Flüeler seinen Status als Nummer 1 bestätigt. Er wird in den Playoffs im Tor stehen.

SCB zu wenig böse

Auch SCB-Trainer Kari Jalonen kann aus dieser Partie etwas lernen: Seine Jungs spielen zu weich, zu skandinavisch. Die ZSC Lions können das. Sie haben genug Talent. Der SCB hat dafür zu wenig Talent. Wenn der Meister den Titel verteidigen will, dann muss es ganz anders «räblen» (rumpeln). Dann muss der SCB wieder zu seinem geradlinigen, einfachen, rauen, provokativen, intensiven Spiel des letzten Frühjahres zurückfinden.

Gegen die ZSC Lions haben wir einen weichen und verspielten SCB gesehen. Das Spiel der Berner war mitreissend, zeitweise spektakulär und im hockeytechnischen Sinne «schön».

Aber inzwischen gibt es nicht einmal mehr im Schwingen einen «Schönschwinger-Preis». Und als es diese Auszeichnung noch gab, hat sie nie der König gewonnen. Der König der Schwinger ist immer «böse».

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Alano 06.02.2017 00:41
    Highlight Der Chronist hat ein anderes Spiel gesehen oder zuviel Zeit im Presseraum verbracht.
    Seger - welchen ich als verdienstvollen Spieler schätze, ist in den ersten zwei Dritteln nicht aufgefallen. Das Tempo hält er nicht mehr mit und Akzente setzt er - im Sturm - schon gar nicht. Provozieren und reklamieren, das ist noch sein aktuelles Handwerk. Die Zeit ist um Segi - für die PO reicht das nicht mehr.... 4. Linie.
    10 2 Melden
  • San_Fernando 05.02.2017 18:07
    Highlight Das war definitiv kein Spitzenspiel. Das Tempo war ok, aber die Intensität war gleich Null.
    Ich hoffe, dass die Geschichte um und mit Seger nicht gleich endet wie in Davos mit von Arx.
    Seger hätte das nicht verdient. Von den Leistungen her ist es halt schon so, dass er v.a. In der Verteidigung häufig einen Schritt zu spät dran ist...
    Aber bezüglich Einsatz und Leidenschaft könnten sich viele Stürmer (jung und alt) ein Beispel nehmen!!!!
    17 0 Melden
  • deed 05.02.2017 16:27
    Highlight Aus meiner wesentlich zuverlässigeren Quelle als der ältere Herr, welcher angeblich Theo Seger kennt, weiss ich, dass der Entscheid noch NICHT gefallen ist. Wohl deutet der mutmassliche, aber ebenfalls noch nicht bestätigte Transfer von Verteidiger Dave Sutter vom EHC Biel zu den ZSC Lions tatsächlich darauf hin, dass Seger's Tage gezählt sind. Aber wie bereits gesagt, es ist noch nichts definitiv entschieden.
    10 1 Melden
  • Tikkanen 05.02.2017 11:20
    Highlight ...das Spiel war unterhaltsam, das Emmentaler- Fondue mit feinem Weissen unterlegt😀 Wieso sollte Bern jetzt schon Vollpower Playoff Hockey spielen? Das gibt's dann ab dem QF zu sehen, mit dem Resultat der epochalen Titelverteidigung mit dreifachem Sweep, sprich 12 Spiele bis Käru den🏆stemmt👍🏻 Item, die Züzis schaffens heuer wieder nicht ins Finale. Ich tippe auf Zug wie 97😳 Herrlich wars damals am Gründonnerstag in der Herti. Hatten einen gemütlichen Schieber in der alten Spunte ob dem Eis gejasst, gestartet um 16 Uhr mit Eichhof🍺zum Jass, fertig Karfreitag 10Uhr mit Gurten🍺in Bern😂😎
    21 60 Melden
    • DeineMudda 05.02.2017 15:02
      Highlight Ich hör nur blablabla
      21 7 Melden
    • Hallo22 08.02.2017 08:54
      Highlight In einem muss ich dir recht geben. Auch ich sehe Bern, allerdings zusammen mit Zug als den heissesten Titelanwärter..
      3 0 Melden
  • Dr F 05.02.2017 11:16
    Highlight ... was soll das mit der Nummer 55 beim CBeee???

    😩😩😩
    1 12 Melden
  • Mia_san_mia 05.02.2017 10:48
    Highlight Seger soll seine Kariere in Rappi beenden, wo sie angefangen hat. Er könnte die Lakers nächste Saison zum Aufstieg führen...
    23 12 Melden
    • deed 05.02.2017 18:38
      Highlight Rappi würde nicht mal mit Crosby & Ovechkin aufsteigen :)
      10 4 Melden
    • Mia_san_mia 05.02.2017 20:03
      Highlight Jaja warten wir mal ab...
      5 1 Melden
    • Stogge 07.02.2017 17:10
      Highlight 2'660 Zuschauer im Schnitt. Sorry, ihr gehört nicht in die NLA...
      0 3 Melden
    • Mia_san_mia 07.02.2017 17:42
      Highlight @Stogge: Im A wäre der Schnitt auch wieder höher...
      1 0 Melden
  • Mister#83 05.02.2017 09:09
    Highlight Ich bin nicht ZSC Fan , werde es sicher auch nie . Aber solche Spieler wie Seger gibt es im Schweizer Eishockey nur noch wenige . Er müsste diesen Vertrag bekommen, egal ob er viel scored oder nicht, er ist ein Leitwolf , wie man es eben nicht mehr ift sieht,leider. Und das der Trainer entscheidet über die Zukunft von Seger, wahr aber absurd. Der hat doch keine Ahnung. Auch wenn ich wirklich nicht ZSC Fan bin. Abef der Trainer hat keine Ahnung was Seger für ein grossartiger Spieler ist. Schade.
    25 6 Melden
  • Turist 05.02.2017 08:54
    Highlight Irgendwie habe ich das Gefühl, er wird nach Rappi gehen. In Rappi hat seine NLA-Karriere begonnen.
    Und wenn ich mich nicht irre, hat er einst gesagt, wenn er nochmals den Club wechselt, dann habe Rappi Priorität...

    Wir werden sehen...
    17 2 Melden
    • Mia_san_mia 05.02.2017 20:04
      Highlight Genau das gleiche habe ich auch gedacht 😊
      2 0 Melden
  • Tschäpp@ 05.02.2017 06:44
    Highlight Hochstehendes Gipfeltreffen? Da hat Herr Zaugg wohl ein anderes Spiel gesehen als ich. Das war das Geknorz der Saison.
    64 13 Melden
    • Leuenberger 05.02.2017 08:19
      Highlight War es nur ein Gipfelitreffen?
      12 4 Melden
    • Grinder 05.02.2017 09:48
      Highlight genau! die spiele 2017 vom scb werden immer wie schlimmer, noch kein guter match gesehen im 2017der mutzen! hoffe man findet die form bis anfang märz! sonst ist sehr schnell lichterlöschen... der zsc hingegen sack starch, einzig verpasste man es den sack zuzumachen, bern vorallem körperlich chancenlos, und beim z fehlten gestern noch die baltisbergers und sjögren die auch rumpeln können ... der titel wird wohl leider wieder an die limmat gehen ...
      14 8 Melden
    • länzu 05.02.2017 12:39
      Highlight Der Zaug war wohl schon von Anfang an im Stadionrestaurant. Das war ein richtig schlechtes Spiel von beiden Seiten. Beim SCB passte ja gar nichts zusammen. Einige Spieler wirkten absolut lustlos. Arcobello zum Beispiel gab nicht einen einzigen guten Pass und verweigerte Mal für Mal das Zurücklaufen. Blum und Untersander wähnte sich wohl bereits auf einem anderen Planeten und hatten das Gefühl, der Gegner seien die Saturn-Stars. So pomadid kann man einfach nicht spielen. Einzig Genoni und Plüs waren gut.. Und sonst dämpt das den Optimismus im Hinblick auf die Playoffs.
      9 1 Melden
    • Thomas J. aus B. 05.02.2017 12:57
      Highlight Ich fand das Spiel gestern ziemlich gut. Bern etwas zu unpräzise im Sturm, defensiv spielten beide Mannschaften sehr stark. Bern kam nicht zu vielen Grosschancen, beim ZSC hielt sich das auch im überschaubaren Rahmen. Es war halt für einmal nicht das sonst in der NLA übliche hin und her und auf und ab. Und die Qualität eines Spiels bemisst sich m.E. auch nicht daran, ob der SCB 5:1 gewinnt oder halt n.V. 1:2 verliert.
      Überragend fand ich die zwei Torhüter, Blindenbacher, Geering und Untersander.
      Denke, der Titel führt über den ZSC, wenn sie so spielen wie gestern.
      12 1 Melden
  • Darkside 05.02.2017 05:07
    Highlight Segi hat die Grösse selber zu erkennen wann es genug ist. Den werden sie niemals rauswerfen müssen. Wenn er nicht mehr in der NLA spielen kann wäre er auf jeden Fall eine grosse Leitfigur für die Jungen bei GCK wie damals Micheli, falls er denn möchte. Dass er noch zu einem anderen Club in den beiden Topligen wechselt kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. GRANDE SEGI!
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