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Le joueur bernois Philippe Rytz, droite, et ses coequipiers montrent leur deception lors du 2eme match de la finale de Play Off de National League B, LNB, du championnat suisse de hockey sur glace, entre le EHC Visp et SC Langnau Tigers ce vendredi 28 mars 2014 a la Litterna Halle a Viege Visp. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Bild: Keystone

Erste Niederlage im NLB-Final

Trotz der Karachoniederlage in Visp: Die Chancen für Langnaus direkten Wiederaufstieg stehen bei 65 Prozent

Die SCL Tigers sind in Visp mit Karacho 1:4 untergegangen. Trotzdem sind die Chancen auf den NLB-Titel und den sofortigen Wiederaufstieg intakt.

29.03.14, 12:39 29.03.14, 13:46

Am Freitag warten drei Fans der SCL Tigers in Kandersteg mit ihrer Benzinkutsche kurz nach 17 Uhr auf die Abfahrt des Autoreisezuges nach Goppenstein. Sie wundern sich, dass auch vier NLA-Schieds- und Linienrichter (Danny Kurmann, Markus Kämpfer, Roger Arm, Peter Küng) ein Ticket für den gleichen Autozug durch den Lötschberg gelöst haben. Vier Spitzenrefs für einen NLB-Final in Visp? Ist das nicht ein wenig übertrieben?

Später zeigt sich: Gott sei Dank hat die Liga grosse Tiere im Zebrafell ins ferne Visp ennet den Bergen entsandt. Es rumpelt nämlich gehörig. Mehr als 120 Strafminuten. Es ist ein Verdienst der sehr guten Head- und Linienrichter, dass ein grandioses Spektakel nicht ausartet. Dass die immer wieder aufflammende Rauflust schon im Ansatz gekühlt werden und dieses zweite NLB-Finalspiel letztlich einigermassen anständig über die Bühne gebracht werden kann. Visp gewinnt 4:1 und gleicht im NLB-Finale zum 1:1 aus. Spiel 3 folgt am Sonntag.

De gauche a droite, le gardien bernois Lorenzo Croce, les joueurs bernois Sandro Moggi et Nicolas Steiner montrent leur deception lors du 2eme match de la finale de Play Off de National League B, LNB, du championnat suisse de hockey sur glace, entre le EHC Visp et SC Langnau Tigers ce vendredi 28 mars 2014 a la Litterna Halle a Viege Visp. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Konsternierte Langnauer nach der Niederlage in Visp. Bild: Keystone

Ein so raues, emotionales Hockeyschauspiel wird im 21. Jahrhundert wohl nur noch im wilden Oberwallis aufgeführt. Dort, wo die Alten dem Stock noch «Chnebli» und dem Puck «Chluntschi» sagen. Diese Kampfkraft und Leidenschaft gibt es in der NLA in dieser Urform nicht mehr. Und das bei jederzeit anständigen Zuschauern.

Langnau kassiert einen Treffer in Überzahl (0:1), einen bei vier gegen vier Feldspielern (0:2) und in der letzten Minute noch zwei ins leere, von Lorenzo Croce verlassene Gehäuse (1:3 und 1:4). Das mag zeigen, dass Langnau im besten Wortsinne mit Karacho untergegangen ist.



Die SCL Tigers hatten diese intensive, unterhaltsame Partie so begonnen wie eine Mannschaft, die in den letzten Wochen viel zu leicht zu viele Playoffpartien (8 von 10) gegen die Operettenteams vom Thurgau und La Chaux-de-Fonds gewonnen hatte: Arrogant, überheblich, unkonzentriert.

Die taktisch undisziplinierten Schillerfalter Lukas Haas, Claudio und Sandro Moggi spekulieren im ersten Powerplay hochmütig und defensiv verantwortungslos vorwärts. Und – rumms – schon kassieren die Langnauer das 0:1 in Überzahl. 

Mit wuchtigem Rumpelhockey gegen Langnaus Talent

Visp hat bei weitem nicht so viel Talent wie Langnau. Deshalb überfallen die Walliser den übermächtigen Gegner gleich in der Startphase mit wuchtigem Rumpelhockey. Um ihn in Schockstarre zu versetzen, zu betäuben und daran zu hindern, die Herrlichkeit des Talentes zu entfalten. Das gelingt. Nach sieben Minuten steht es 2:0. Der 41-jährige Alexej Kowaljew schleudert aus dem Handgelenk den Puck einem Blitz gleich ins Netz.

Die Langnauer verlieren im ersten Drittel die Nerven und am Ende das Spiel. Der Versuch, mit Alexej Kowaljew in den «Infight» zu gehen, beschert Claudio Moggi bereits nach einer Viertelstunde einen Restausschluss und die Zuschauer werden Zeugen eines Wunders. Der Russe, gestählt aus über 1000 NHL-Partien, spielt schlau den sterbenden Schwan. Als die Fünfminutenstrafe gegen Claudio Moggi ausgesprochen ist, erfolgt sogleich eine Blitzheilung: Alexej Kowaljew kann sich nicht nur erheben, er spielt auch sogleich weiter.

Claudio Moggi knallt Alexej Kowaljew in die Bande. Bild: Keystone

In der ersten Pause kann Trainer Bengt-Ake Gustafsson seine durcheinander geratene, ja versprengte Herde zwar wieder einsammeln, ordnen und einigermassen beruhigen. Aber fortan verteidigen die tapferen und mutigen Einheimischen ihren Vorsprung mit Zähnen und Klauen. Dabei ist Torhüter Matthias Schoder ein sicherer Rückhalt. Den SCL Tigers verbleiben schliesslich 29 Minuten Zeit um einen 1:2-Rückstand aufzuholen. Sie schaffen es nicht. Sie erleiden eine heilsame Niederlage.

Nun interessiert natürlich eine Frage: Wie gross ist eigentlich die Gefahr für den Verlierer der NLA-Playouts, gegen die SCL Tigers den Klassenerhalt in der Ligaqualifikation zu verlieren? Sofern nicht noch der Kirchturm auf den Bären fällt, können wir nämlich davon ausgehen, dass die Emmentaler dieses NLB-Finale in sechs Spielen entscheiden. Weil sie die Belastung besser auf vier Linien verteilen können. Und weil Torhüter Lorenzo Croce nicht mehr spielt wie ein Lottergoalie.

Le joueur viegeois Niki Altorfer, gauche, marque le premier but au gardien bernois Lorenzo Croce, droite, lors du 2eme match de la finale de Play Off de National League B, LNB, du championnat suisse de hockey sur glace, entre le EHC Visp et SC Langnau Tigers ce vendredi 28 mars 2014 a la Litterna Halle a Viege Visp. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Tigers-Keeper Lorenzo Croce hat sich zum stabilen Rückhalt entwickelt. Bild: Keystone

Langnaus Aufstiegschancen bei 65 Prozent

Visp wird höchstens noch ein zweites Heimspiel gewinnen. Wenn Langnau mit dieser Mannschaft die NLB-Meisterschaft nicht gewinnen sollte, dann wäre es eine Schmach mit ähnlichen Dimensionen wie das diesjährige SCB-Debakel.

In der Ligaqualifikation stehen die Chancen der SCL Tigers auf den sofortigen Wiederaufstieg mindestens bei 65 Prozent. Unabhängig davon, ob der Gegner Biel oder Rapperswil-Jona heissen wird. Für beide gilt dann: Hütet euch an der Ilfis. Die eingehende Begründung für diese Prognose werden wir liefern, wenn es soweit ist. Denn wir wollen bei aller Zuversicht nicht vergessen: Trotz der klaren Ausgangslage gilt: «It’s not over until the fat lady sings» (frei übersetzt: «Es ist noch nicht aller Tage Abend»).

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Senftube 08.04.2014 22:55
    Highlight 65%? Herr Zaugg, Sie kennen offenbar das Leiterlispiel noch nicht. Zurück auf Feld 1!
    0 0 Melden
  • Ari Gold 29.03.2014 16:19
    Highlight Wie kann man die Wiederaufstiegschancen auf einen Prozentsatz errechnen?
    Rumpelhockey plus Operetten-Gotthelf-Gretzky geteilt durch Lottergoalie!
    0 0 Melden
    • Clark Kent 30.03.2014 01:31
      Highlight hahaha.. genauso. 65% chchch.. lach mich schief!
      0 0 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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