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Le coach genevois Chris McSorley regarde son equipe jouer pendant le match du championnat suisse de hockey sur glace de National League A, saison 2013-2014, entre le Geneve Servette HC et le EHC Kloten Flyers ce mardi 25 fevrier 2014, a la patinoire des Vernets a Geneve.  (KEYSTONE/Valentin Flauraud)

Bild: Keystone

«Operation Sichelschnitt»

Servettes Bandengeneral Chris McSorley stellt die Playoffgesetze auf den Kopf und erwischt den ZSC eiskalt

Auch wenn wir Krieg, Politik und Sport nicht vermischen sollten: Die «Operation Sichelschnitt» erklärt uns so treffend Servettes Taktik und den 5:0-Sieg im Hallenstadion.

29.03.14, 08:19 29.03.14, 16:35

Die «Operation Sichelschnitt» ist eine der berühmtesten Feldzüge der Militärweltgeschichte und führte innert weniger Wochen zu Frankreichs Niederlage im Zweiten Weltkrieg. Denn die «Operation Sichelschnitt» war vor allem eines: Der Triumph der Offensive über eine fast übermächtige Defensive in Zeiten, als man glaubte, die Verteidiger seien Angreifern immer überlegen. Es war der überraschende Triumph des offensiven Risikos.

Verteidigung als Erfolgsrezept

Seit Menschengedenken (in der Schweiz seit Einführung der Playoffs 1986) gilt: Die Defensive entscheidet die Playoffs. Am Ende des Tages gewinnt die Mannschaft mit der besseren Abwehr.

Le joueur lausannois Federico Lardi, gauche, et le gardien lausannois Cristobal Huet, dessous, luttent pour le puck avec le joueur zuerichois Chris Baltisberger, au milieu, lors du 6eme match des quarts de finale de Play Off de National League A, LNA, du championnat suisse de hockey sur glace, entre le Lausanne HC, LHC, et les ZSC Lions, ce samedi 22 mars 2014 a la patinoire de Malley a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Die starke Lausanner Verteidigung brachte die Lions an den Rand eines Ausscheidens. Bild: KEYSTONE

Diese These ist etwa im ersten Spiel zwischen Gottéron und Kloten (2:4) eindrücklich bestätigt worden. Zudem hatten die Kloten Flyers das Viertelfinale gegen Davos in erster Linie dank einer starken Defensivleistung gewonnen. Und Lausanne brachte die ZSC Lions in der ersten Runde durch eine starke Verteidigung an den Rande eines sensationellen Ausscheidens. Das Resultat des 7. und alles entscheidenden Spiels (1:0 für die ZSC Lions) zeigte noch einmal die Wichtigkeit der Defensive.

Servettes charismatischer Bandengeneral Chris McSorley hat seine Mannschaft nicht nach diesen klassischen Playoff-Lehren aufgebaut. Auch aus wirtschaftlichen Gründen: Erstklassige Verteidiger sind rar und teuer. Gute Stürmer sind eher zu bekommen. So extrem offensiv ausgelegt wie Servette war in den letzten Jahren kein Halbfinalteam. Der Sturm ist bei Servette meisterlich besetzt. Wenn wir Goran Bezina weglassen, dann ist die Verteidigung hingegen nominell auf Playoutniveau. Aber abgesichert von Nationaltorhüter Tobias Stephan, der zurzeit in der Form seines Lebens spielt.

McSorley stellt das «Gesetz» mit seiner Taktik auf den Kopf. Bild: Keystone

Servettes Stürmer sind schnell, sie spielen geradlinig und hart, sie sind mutig, bissig und selbstsicher. Sie sind nie passiv, sie gehen ihren Gegenspielern unter die Haut. Und jene, die weniger Talent haben, machen ihren Job als Ergänzungsspieler: Es war schon immer eine der Stärken von Chris McSorley, Spieler mit wenig Talent durch klare taktische Aufgaben besser, effizienter, für's Team brauchbarer zu machen.

Die Spieler von Servette jubeln nach ihrem 1:0 Goal beim ersten Playoff-Halbfinalspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und dem Geneve-Servette HC am Donnerstag, 27. Maerz 2014, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Die gewaltige Ladung an Offensiv-Power überraschte die Zürcher. Bild: Keystone

Bis heute ist Servette am Ende doch an Gegnern mit mehr Talent und grösserer Ausgeglichenheit gescheitert. Zweimal im Finale. 2008 nach einer 2:0-Führung gegen die ZSC Lions und 2010 in sieben Spielen gegen den SC Bern. Und im letzten Frühjahr brachte Servette im Viertelfinale gegen den späteren Meister SC Bern eine 3:1-Führung nicht über die Runden. Es ist den Gegnern von Servette in entscheidungsschweren Serien gelungen, doch ein Mittel gegen die Taktik von Chris McSorley zu finden und den feuerköpfigen Kanadier zum «übercoachen» zu provozieren.

Die entscheidende Frage ist also: Können sich die ZSC Lions noch rechtzeitig auf die überraschende Offensivtaktik der Genfer einstellen und Chris McSorley so provozieren, dass er seine Ruhe verliert und sich mit den Schiedsrichtern überwirft? Die Ausgangslage ist hochinteressant: Mit einer Konzentration auf die Abwehrarbeit ist dieses Servette nicht zu stoppen. Zumal Torhüter Lukas Flüeler nicht die Form hat, um sein Team «herauszuhexen».

Der Zuercher Goalkeeper Lukas Flueeler, Mitte, spielt um den Puck gegen Arnaud Jacquemet, oben, von Servette beim ersten Playoff-Halbfinalspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und dem Geneve-Servette HC am Donnerstag, 27. Maerz 2014, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Lukas Flüeler hat momentan Probleme, seine Leistungen der Qualifikation abzurufen. Bild: Keystone

Servette ist nur an «an den Wurzeln» zu packen: Also in der eigenen Zone. Durch Verlagerung des Spektakels vor das Tor der Genfer. Durch mutiges, geradliniges Offensivspiel. Aber hat ZSC-Bandengeneral Marc Crawford den Mut, in den Playoffs alles auf die Offensive zu setzen?



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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Staal 29.03.2014 08:23
    Highlight Der ZSC wird scheitern, denn sie haben ein notorischer Verlierertrainer ohne ChRisma und Souveränität
    2 6 Melden
    • pksubban 29.03.2014 15:12
      Highlight Ich gehe davon aus, dass dieser Kommentar ebenso polemisierend wie die Beiträge des Eismeisters gemeint ist. Ansonsten wären dir nicht wirklich tiefgründige Eishockeykenntnisse anrechnen zu lassen.
      0 0 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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