Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Basel's Geoffroy Serey Die, center, fights for the ball against ValenciaÕs Eduardo Vargas, left, and ValenciaÕs Seydou Keita, right, during the UEFA Europa League quarter final second leg soccer match between Spain's Valencia CF and Switzerland's FC Basel 1893 at the Mestalla stadium in Valencia, Spain, on Thursday, April 10, 2014. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Bild: Keystone

Basler Europa-Reise vorbei

Das Out in Valencia ist extrem bitter – aber eigentlich ein grosser Segen

Päng! Päng! Päng! Päng! Päng! Der FC Basel kassiert in Valencia nach einem 3:0-Sieg im Hinspiel eine 0:5-Ohrfeige. Die tut im ersten Moment fürchterlich weh. Doch wenn die Schmerzen verklungen sind, werden die Basler die guten Seiten der Klatsche erkennen.

11.04.14, 08:23 11.04.14, 09:40

Wenn selbst eine Weltklasse-Leistung von Goalie Yann Sommer nur zu einem 0:5 genügt, dann ist zum Basler Spiel eigentlich schon fast alles gesagt. Der Schweizer Meister war gegen Valencia komplett chancenlos. «Wir müssen akzeptieren, dass Valencia besser war», suchte Trainer Murat Yakin nach der Pleite keine Ausreden.

Der Hauptgrund liegt auf der Hand: Basel fehlte fast eine ganze Mannschaft; lauter Spieler, die zumindest Kandidaten für die Startelf waren. Basel II war in Valencia zum Scheitern verurteilt, zumal die Spanier schon im Hinspiel besser waren, als das deutliche 0:3 den Anschein machte.

Das rot-blaue Himmelfahrtskommando, das die 120 Minuten im Hexenkessel Mestalla in Angriff nahm. Bild: Keystone

Captain Marco Streller fehlte verletzt, ebenso Valentin Stocker, die treibende Kraft im Hinspiel. Ebenfalls im Lazarett, statt im lauten Estadio Mestalla: Stammverteidiger Kay Voser, die Backups Philipp Degen, Arlind Ajeti und Ivan Ivanov. Der zuletzt starke Davide Callà ist im Europacup nicht spielberechtigt, dazu war Marek Suchy gesperrt.

Wobei trotz der Absenzen anzumerken ist, dass dennoch jede Menge Routine auf dem Feld stand. Doch die Erfahrung alleine macht noch kein Team.

Hinten wie San Marino, vorne wie Liechtenstein

Trainer Murat Yakin wählte deshalb eine Taktik, die fast eine Halbzeit lang aufging: Hinten dicht machen wie San Marino gegen Deutschland, vorne hoffen wie Liechtenstein gegen England. Legitim, wenn man 0:2 verlieren darf und trotzdem weiter kommt.

Womit Basel nicht gerechnet hat: mit der Spiellust Valencias, das die Fähigkeit besitzt, sich in einen Rausch zu kombinieren. Wohin das führen kann, hat im Herbst schon der FC St. Gallen erlebt, der im Mestalla 1:5 unterging.

Die Angsthasen-Taktik ergibt auch am Tag danach noch Sinn. Unvergessen sind Christian Gross' Worte vor dem Basler Champions-League-Heimspiel gegen den FC Barcelona im Herbst 2008, als er sinngemäss sagte, auch diese Mannschaft koche bloss mit Wasser und man wolle deshalb nicht nur verteidigen, sondern mutig sein und mitspielen.

Nach 22 Minuten stand es damals schon 0:3, am Ende durfte Basel froh darüber sein, dass Barça es bei fünf Toren beliess und in der letzten halben Stunde drei Gänge zurückschaltete. Wer dieses Valencia gestern gesehen hat, kann getrost prognostizieren: ohne Mauern wäre der FCB dem spielstarken Gegner ins offene Messer gelaufen und wäre schon nach 90 Minuten ausgeschieden, nicht erst nach Verlängerung.

Fabians unter sich: Frei tröstet Schär, dem an diesem Abend nichts gelingen wollte. Bild: Keystone

Insbesondere in diesen 30 Zusatzminuten sah man der Basler Equipe die vielen Spiele in dieser Saison an. Die Spieler gingen auf dem Zahnfleisch: Fabian Frei, der Dauerläufer, konnte wie seine Mitspieler bloss hinterherlaufen. Fabian Schär, zuletzt oft verletzt und angeschlagen, stand völlig neben den Schuhen.

Kaum hatte ein Basler den Ball, war er auch schon wieder verloren. Von den Feldspielern zeigte nur der unermüdliche Geoffrey Serey Die eine akzeptable Leistung.

Das sind die positiven Seiten des Viertelfinal-Outs

Das Ausscheiden der Basler ist wegen der Resultatfolge 3:0/0:5 natürlich äusserst bitter. Dennoch ist es ein Segen und es sollten mit ein wenig Abstand die positiven Erkenntnisse überwiegen:

Das wollen Spieler und Fans in diesem Jahr zum fünften Mal erleben: die Meisterfeier auf dem Barfüsserplatz in der Basler Innenstadt. Bild: Keystone

Die Ohrfeige, die wirklich schmerzen würde

Priorität muss beim FC Basel immer die Meisterschaft haben, den Verlockungen des Schlaraffenlands Europacup zum Trotz. In dieser Saison gilt das besonders: der Schweizer Meister qualifiziert sich direkt und ohne Umweg für die Champions League.

Erreicht hat die Super League diesen Status in erster Linie wegen der Erfolge der Basler. Es wäre eine Ohrfeige, die noch viel mehr schmerzen würde als das 0:5 in Valencia, wenn sich der FCB  nach vier Titeln in Serie ausgerechnet in dieser Saison die Meisterschaft wegschnappen liesse.

Nachlesen: Das sagen Spieler, Trainer und Präsident zum 0:5

Anschauen: Die fünf Gegentore in Valencia als GIF

Übersicht: Alles zur Europa League

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • YNWA 11.04.2014 14:59
    Highlight Also ich fand den gestrigen Fussballabend herrlich!
    1 0 Melden
  • droelfmalbumst 11.04.2014 08:49
    Highlight Billige Ausrede von wegen im Nachhinein ist es besser.
    Es war wieder ein klassischer FC Basel Abend! Zuerst gewinnt man 3-0 zuhause (die wissen selber nicht wie die es hinbekommen haben) und macht einen auf "wir sind die obergeilen" und dann werden sie so richtig quer genommen! Lupenrein! Blamiert würde ich schon fast sagen! Wenn man ein 3-0 vorsprung in den Sand setzt, das ist peinlich! egal wer der Gegner ist. Und Valencia ist zwar ein gutes Team, aber ganz bestimmt kein Spitzenteam!

    Das ganze "ist schon besser so" könnt ihr euch sparen.
    Was bringts wenn man gegen Chelsea verliert und dann aber auf diese Weise demoliert wird?

    Zur Erinnerung: Chelsea ist im CL-Halbfinale...trotz Niederlagen gegen Basel. Nun entscheidet ihr selber was wohl besser ist...
    6 5 Melden
    • sewi 11.04.2014 11:46
      Highlight Tja die Bisler halt.....
      3 0 Melden

«Irgendeinisch fingt z'Glück eim»: der YB-Euphorie auf der Spur

32 Jahre lang war der Fussballgott ein Sadist. Zumindest aus der Sicht aller YB-Anhänger. Jetzt hat sich das Blatt gewendet. Warum eigentlich? Und was macht das mit einem? Ein Erklärungsversuch von vier Bernern, die es wissen müssen.

Sie sind nach dem letzten YB-Titel geboren und kennen nur zweite Plätze. Trotzdem geben sie viel Herzblut für den Klub und sorgen mit ihren Livesendungen für Unterhaltung auf höchstem Niveau. Jetzt stehen Brian Ruchti und Gabriel Haldimann von Radio Gelb-Schwarz unmittelbar vor dem grossen Triumph. Sie planen bereits einen Grosseneinsatz für den Moment, wenn YB den Kübel holt: «Wir werden vor dem Cupfinal eine Woche lang aus dem Wankdorf durchsenden», verraten die YB-Radiomacher. 

Und sie …

Artikel lesen