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epa04206071 Players of Sevilla celebrate after the penalty shoot-out of the UEFA Europa League 2014 final between Sevilla FC and Benfica Lisbon in Turin, Italy, 14 May 2014. Sevilla won 4-2 after penalties.  EPA/SRDJAN SUKI

Bild: EPA/EPA

Achte Finalniederlage für Benfica

Sevillas dritter Final-Triumph

Der FC Sevilla triumphiert in der Europa League. Die Spanier setzten sich nach torlosen 120 Minuten im Penaltyschiessen gegen Benfica 4:2 durch. Keeper Beto stoppte zwei Bälle.

Auch der achte Final in Folge seit dem legendären Erfolg im Meistercup endete für Benfica mit einer schweren Enttäuschung – der vom einstigen Europacup-Held Bela Guttmann ausgestossene Fluch ist offenbar nicht zu überwinden. Hier gibt's das dramatische Finale im Liveticker zum Nachlesen.

Vor zwölf Monaten beweinte der populärste Verein Portugals im europäischen Endspiel gegen Chelsea eine Last-Minute-Niederlage, nun versagten die Nerven im Shootout. Zunächst scheiterte Cardozo, dann zögerte Rodrigo im ungünstigsten Moment – Beto, der schon zuvor mehrfach im Mittelpunkt stand, sorgte für die minimale Differenz. 

Alle Penalty-Tore 

Video: YouTube/Fifa Crase

Sevilla lebte letztlich vor, was der Titelhalter aus Lusitanien seit 52 Jahren vergeblich anstrebt: Die Nummer 9 der Primera Division demonstrierte Coolness – und verwertete die Matchbälle. Innerhalb von acht Jahren steht der Klub des gebürtigen Schweiz-Kroaten Ivan Rakitic zum dritten Mal zuoberst auf dem europäischen Podium. 

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Sevilla's captain Ivan Rakitic celebrates with the trophy after defeating Benfica in their Europa League final soccer match at the Juventus stadium in Turin May 14, 2014.     REUTERS/Stefano Rellandini (ITALY  - Tags: SOCCER SPORT TPX IMAGES OF THE DAY)

Captain Ivan Rakitic darf als erster die Trophäe stemmen. Bild: Keystone

Stürmisch, aber glücklos

Er stürmte ohne Rücksicht auf Verluste, er riskierte ohne Einschränkung, ja er umklammerte den zum Teil blassen Herausforderer regelrecht – mit einem grossen Makel allerdings: Der 33-fache portugiesische Champion verdarb sich die hohe Spielkunst mit seiner Ineffizienz selber und hätte sich die dramatische und missratene Finalissima vom Elfmeterpunkt aus ersparen können. 

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Die Portugiesen vergaben teils hochkarätige Chancen. Gif: srf

Nicht nur Sevillas Goalie Beto stand im Weg, dem Favorit fehlte mehr als einmal im entscheidenden Augenblick die Ruhe oder die Qualität, den Knock-out der taumelnden Widersacher früher zu erzwingen. Und während des torlosen Powerplays drohte Benfica nach einem Konter gar selber der Kollaps – Bacca vergab nach einem 50-m-Sprint die hochprozentige Chance, alles auf den Kopf zu stellen.  

Zwei Penalty-Szenen

Benfica stand einem ersten Vorteil bereits während der regulären Spielzeit mehrheitlich weitaus näher als der lange zu destruktive FC Sevilla, der einzig bei mehreren energischen Vorstössen von José Antonio Reyes ein Erscheinung trat. Vor der Overtime stellten nur er und Ivan Rakitic die dominanten Portugiesen kurzzeitig vor ein paar Probleme.

Benfica's Uruguayan defender Maxi Pereira and Benfica's Brazilian forward Rodrigo Lima, Benfica's defender Andre Almeida and Benfica's midfielder Andre Gomez look dejected at the end of the UEFA Europa league final football match between Benfica and Sevilla on May 14, 2014 at the Juventus stadium in Turin. FC Sevila's won in the penalty shoot out.   AFP PHOTO / OLIVIER MORIN

Bild: AFP

Doch der beträchtliche Aufwand lohnte sich auch deshalb nicht, weil der deutsche WM-Schiedsrichter Felix Brych in zwei prekären Momenten umstrittene Interventionen im Strafraum von Sevilla zu Gunsten der Verteidiger auslegte – Gaitan (45.) und Lima (56.) beschwerten sich sicherlich nicht zu Unrecht, in beiden Fällen wäre ein Penalty für Benfica vertretbar gewesen. 

Härte statt Raffinesse

Zunächst hatten sich die Finalisten fast ausschliesslich mit physischer Wucht bekämpft. Beidseits wurde vor allem in der ersten Hälfte mit ähnlichen Prioritäten operiert: Die rustikale Methode kam durchwegs vor der Raffinesse. Speziell Sevilla verschonte den Kontrahenten nicht - Sulejmani schied nach einem (weiteren) harten Rencontre früh mit einer Schulterverletzung aus. 

Während den ersten 44 Minuten zahlte sich die Gangart Sevillas für die spanischen Beteiligten aus. Benfica bemühte sich lange ohne Ergebnis. Unmittelbar vor der Pause veränderte sich das Bild allerdings schlagartig. Innert Sekunden stand der andalusische Keeper Beto mehrfach im Brennpunkt und stoppte Maxi Pereira mit einer brillanten Aktion. 

Die Lockerung der taktischen Fesseln hob den Unterhaltungswert spürbar an. Und Benfica fuhr zu Beginn der zweiten Hälfte im gleichen Stil vor. Die heiklen Szenen in der Zone Sevillas häuften sich – Pareja musste einen Abschluss von Rodrigo für seinen ausmanövrierten Torhüter auf der Torlinie entschärfen. 

Sevilla's players celebrate with the trophy after defeating Benfica in their Europa League final soccer match at the Juventus stadium in Turin May 14, 2014.         REUTERS/Stefano Rellandini (ITALY  - Tags: SOCCER SPORT)

Bild: Keystone

Sevilla kam dank Rakitic auf

Mit ihrer Risikobereitschaft animierten die Portugiesen aber nicht nur die Partien, sondern vorübergehend auch den Gegner. Als es die erste längere Druckphasen mit Glück überstanden hatten, setzte das Team von Trainer Unai Emery seinerseits zu ein paar offensiven Aktionen an.

In den Vordergrund rückte dabei immer wieder der frühere FCB-Profi Ivan Rakitic. Der Regisseur, der sich 2007 als Cupsieger aus Basel und zum Leidwesen des SFV zeitgleich auch aus der Schweizer Auswahl verabschiedete, war mit seinem Einfallsreichtum massgeblich am Aufschwung beteiligt. 

Sevilla's goalkeeper Beto stops Benfica's Rodrigo's penalty during their Europa League final soccer match at the Juventus stadium in Turin May 14, 2014.      REUTERS/Alessandro Garofalo (ITALY  - Tags: SPORT SOCCER)

Bild: Keystone

Doch das vorübergehende Aufkommen der Spanier flaute nach knapp 15 Minuten wieder ab. Derweil Benfica in der Zusatzschicht auf einen weiteren Stürmer setzte, zog sich Sevilla immer stärker zurück. Es war zu spüren: Emery spekulierte nur noch auf ein Penaltyschiessen - und behielt dank Betos Paraden recht. Dass Beto die Penalties der Portugiesen jeweils zwei Meter vor der Grundlinie, passte zum Abend von Benfica. (si/syl)



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