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21.04.2014; Bern; Fussball Schweizer Cup Final - FC Zuerich - FC Basel; Trainer Murat Yakin (Basel) enttaeuscht (Valeriano Di Domenico/freshfocus)

Bild: freshfocus

Abgang beim Schweizer Meister

Knall in Basel: Murat Yakin verlässt den FCB

Trainer Murat Yakin und die Klubführung des FC Basel 1893 haben sich gemäss Communiqué «gemeinsam entschieden, die erfolgreiche Zusammenarbeit in der kommenden Saison 2014/2015 nicht fortzusetzen». Yakin hatte sein Amt im Oktober 2012 angetreten.

17.05.14, 12:30 17.05.14, 14:41

Dieser Abgang ist zwar überraschend, kommt aber nicht ganz aus heiterem Himmel: Der FC Basel und sein Meistertrainer gehen getrennte Wege. Nur zwei Tage nach dem Gewinn des Meistertitels mit dem Sieg über den FC Aarau in der vorletzten Runde hat sich die FCB-Führung nach beiderseitigem Einvernehmen entschlossen, die Ära mit dem früheren Spieler zu beenden.

FCB-Präsident Bernhard Heusler sah offensichtlich keine Zukunft mehr mit Yakin. Bild: KEYSTONE

«Und wenn man zum Schluss kommt, diese Ziele nicht erreichen zu können, kann es Veränderungen brauchen.»

FCB-Präsident Bernhard Heusler im Interview vor fünf Tagen aargauerzeitung.ch

Der offizielle Wortlaut der Trennung

Gemäss der Medienstelle des FC Basels befanden sich Murat Yakin und der FCB in den vergangenen Wochen «im permanenten Austausch über die sportliche und atmosphärische Entwicklung innerhalb der Mannschaft. Unter Berücksichtigung aller Umstände sind dabei beide Seiten zum Schluss gekommen, die Zusammenarbeit auf jeden Fall bis Ende der laufenden Saison 2013/14 fortzuführen.» 

Und weiter: «Übereinstimmend war man der Meinung, dass mit dem so abgesprochenen Vorgehen das wichtigste Ziel der Saison, der Gewinn der Schweizer Meisterschaft, nicht beeinträchtigt würde, was sich – nicht zuletzt dank der Professionalität und Loyalität des Trainers – erfreulicherweise so bestätigt hat», teilt die Basler Führung mit. Über die Konditionen der vorzeitigen Auflösung des Vertrages haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. 

«Wer ein Unternehmen führt, muss immer wieder Probleme sehen, sie intern ansprechen, damit sie auch gemeinsam gelöst werden können. Wenn man das Gefühl hat, in einem problemlosen Zustand zu leben, gehts nur noch abwärts.»

Heusler im Interview vor fünf Tagen aargauerzeitung.ch

Medien spekulierten öfters über den Abgang

Das Damoklesschwert hing schon seit längerem über dem polarisierenden Trainer. Der 39-Jährige hatte offensichtlich bei einigen Spielern einen schlechten Stand. So gab es trotz sportlichem Erfolg immer wieder Spieler, die unzufrieden mit der Art und Weise waren, wie der charismatische, aber auch eigenwillige und unnahbare Yakin die Mannschaft führte. Des weiteren trug die teilweise doch defensive Spielweise nicht dazu bei, Kritiker zu besänftigen.

Erstmals Unruhe rund um den St.-Jakob-Park war im vergangenen Herbst aufgekommen, als sich Spieler öffentlich über den Trainer und dessen Kommunikationsstil beklagten. Anfang Jahr wurde Yakins Vertrag schliesslich angepasst und neu eine feste Laufzeit bis 30. Juni 2015 mit Option für ein weiteres Jahr hineingeschrieben. Zuvor war die Vertragsdauer bis Sommer nächsten Jahres an gewisse Bedingungen geknüpft gewesen. Die Stimmung zwischen Vorstand und Yakin galt jedoch auch nach dieser Vertragsmodifikation als unterkühlt.

FCB muss auf Trainersuche

Als Folge der Vertragsauflösung ist Murat Yakin ohne jede Bindung oder Verpflichtung gegenüber dem FCB frei, seine Karriere als Trainer fortzusetzen. Der FCB steht in diesem Sommer, nach fünf Meistertiteln in Serie, vor der neuerlichen Herausforderung, einen gewissen Umbruch im Team vornehmen zu müssen. Ganz zuoberst auf der Traktandenliste: Ein neuer Trainer. 

Vor zwei Tagen wurde Murat Yakin noch gefeiert. Bild: Daniela Frutiger

«Es war eine erfolgreiche, intensive und schöne Zeit,»

Murat Yakin

Unter dem Strich ist die Ära Murat Yakin eine erfolgreiche Zeit 

Yakin hatte die Mannschaft des FCB im Oktober 2012 von Heiko Vogel übernommen, in der Folge zu zwei Schweizer Meistertiteln und je einmal in den UEFA-Europa-League-Halb- und Viertelfinal geführt. 

Ausserdem qualifizierte er sich mit seinem Team für die Gruppenphase der UEFA Champions League 2013 und erreichte zweimal den Final im Würth Schweizer Cup. Sein Vertrag wäre noch bis zum Ende der Saison 2014/15 gültig gewesen (mit einer Option auf Verlängerung um ein Jahr). «Es war eine erfolgreiche, intensive und schöne Zeit», bilanzierte Yakin, der vom FCB im Umfeld der letzten Meisterschaftspartie gegen Lausanne-Sport morgen Sonntag verabschiedet werden wird. 

Bild: EPA/EFE FILE

Auf seiner Homepage bedankt sich der FCB ganz herzlich bei Murat Yakin, «der als ehemaliger Spieler und Captain und nun auch noch als Trainer tiefe Spuren in der Vereinsgeschichte des FC Basel 1893 hinterlassen hat.»

Ein Nachfolger für Yakin steht noch nicht fest, die Verantwortlichen werden in den kommenden Tagen eine diesbezügliche Evaluation vornehmen und die Öffentlichkeit informieren, wenn eine Wahl getroffen sein wird. (syl/si)

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    Alle Leser-Kommentare
  • cicero 17.05.2014 22:17
    Highlight varitatio delectat - abwechslung erfreut! ich gönne basel und "muuri" den titel. nur ist es ratsam, die wege zu trennen, wenn die kommunikation nicht mehr offen und konstruktiv ist. wird es still, kann man nicht "nicht-kommunizieren" ... ich flehe ihn an, den fussballgott (nein, nicht den paten aus dem oberwallis), lass weder fringer, noch loddar, noch sforza, noch klein-hakan, noch einen stimmgequälten gross in dieses amt steigen! setz auf etwas neues, junges, frisches! sei es aus mainz oder argovia. salvete!
    1 0 Melden
  • cicero 17.05.2014 20:57
    Highlight nil admirari - sich über nichts wundern!
    ... denn alles hat seinen grund. sparen ist die erste einnahme, und es wird wohl ein junger, hungriger trainer folgen, der sich auf (s)eine mannschaft konzentriert und andern im staff wieder etwas mehr spielraum gibt. nicht loddar (der shiva der fussballpropheten), nicht sforza, nicht hakan, nicht fringer ... nein, die lücke entsteht womöglich im argovia ...
    salvete!
    1 0 Melden
  • Micha Moser 17.05.2014 16:55
    Highlight Tippe auf Micha Moser
    1 0 Melden
  • Eselsohr 17.05.2014 16:48
    Highlight Fakten zählen. Der FCB als Unternehmen muss diesen Schritt vollziehen. Wenn die Abweichung zur Zielerreichung zu gross ist, bedarf es zwingend einer Reaktion. Der Verwaltungsrat muss demzufolge eine Reaktion auslösen. Diese Entscheidung ist zwar hart für MY, jedoch war Erfolg gefordert. Erfolg der über dem liegt was der FCB in dieser Saison erreicht hat.
    2 0 Melden
  • Loeru 17.05.2014 14:47
    Highlight Na ja , der Fink möchte sicher auch wieder mal erfolgreich sein :-)
    2 1 Melden
  • amade.ch 17.05.2014 14:16
    Highlight Verständlich, dass man sich diesen Langweiler-Fussball in Basel nicht mehr länger ansehen mag. Mit so einem Budget wäre doch auch richtiges Spektakel möglich. Man darf gespannt sein...
    5 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 17.05.2014 14:11
    Highlight Skippe
    0 6 Melden
    • amade.ch 17.05.2014 15:35
      Highlight Ist das ein Wortspiel?
      1 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 17.05.2014 13:42
    Highlight die sollten den Herrn Heusler schicken, der leidet unter groben Wahrnehmungsstörungen betreffend Fan-
    Kultur, Trainer und sich selbst
    8 6 Melden
    • amade.ch 17.05.2014 15:37
      Highlight Im Gegensatz zu allen anderen Präsidenten beschäftigt sich Heusler tatsächlich mit der Problematik. Seine differenzierte Haltung ist in dieser hitzen Debatte jeweils sehr wohltuend.
      3 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 17.05.2014 13:04
    Highlight Gilbert Gress der wurde ja bei SRF freigestellt ;)
    Weiler, Skibbe oder doch einer aus dem Ausland... Dem FC Basel traue ich alles zu.
    Nur bitte nicht Uli Forte! (YB Fan)
    4 0 Melden
    • Romeo 17.05.2014 14:51
      Highlight Ja, Gress. Wie alt ist der Gress eigentlich. Würde er das verkraften?
      2 1 Melden
  • ran 17.05.2014 12:54
    Highlight Tippe auf René Weiler als Nachfolger ;-)
    4 1 Melden
    • Oberon 17.05.2014 13:13
      Highlight Ich hoffe mal nicht, aber verstehen würde ich es schon. ;)
      2 0 Melden
  • tschouns 17.05.2014 12:52
    Highlight es kann nur skibbe sein
    2 3 Melden
    • Romeo 17.05.2014 14:47
      Highlight Hitzfeld wird frei ;-) ha ha ha
      3 1 Melden

Wer auch immer gegen Seferovic gepfiffen hat – schaut in dieses Gesicht und schämt euch!

Es läuft die Schlussphase im Basler St.Jakob-Park, Nordirland rennt – je länger das Spiel läuft – immer mehr an. Die Schweiz wird in die Defensive zurückgedrängt, zittert sich regelrecht an die WM. In der Nachspielzeit sollte Rodriguez gar auf der Linie klären müssen.

Vladimir Petkovic reagiert spät. Erst in der 86. Minute nimmt er den völlig ausgepumpten und während der ganzen Partie glücklos agierenden Haris Seferovic vom Platz. Als der Schweizer den Rasen verlässt, wird er tatsächlich …

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