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FILE - In this March 6, 2006 file photo German soccer legend Franz Beckenbauer gestures in front of the logo of the soccer world cup 2006 taking place in Germany during the FIFA team workshop in Duesseldorf, western Germany. Pressure is growing on Franz Beckenbauer to speak on the latest corruption allegations surrounding the 2006 World Cup in Germany. (AP Photo/Frank Augstein, file)

Franz Beckenbauer gerät noch mehr unter Beschuss.
Bild: Frank Augstein/AP/KEYSTONE

WM-Vergabe 2006: Beckenbauer Schlüsselfigur bei Millionenzahlung auf Schweizer Konto

Die vom DFB beauftragten Ermittler haben keine Beweise für einen Stimmenkauf vor der WM-Vergabe 2006 gefunden. Fest stehe jedoch, dass der Verband versucht hat, eine Zahlung von 6,7 Millionen Euro zu verschleiern.

04.03.16, 14:00 04.03.16, 15:08


Ein Artikel von

Die ominöse Zahlung von 6,7 Millionen Euro vom Deutschen Fussball-Bund (DFB) an die FIFA im Vorfeld der WM-Vergabe 2006 ist aufgeklärt. Die Zahlung war gemäss der untersuchenden Wirtschaftskanzlei Freshfields von Anfang an nicht für die als Grund angegebene, später abgesagte FIFA-Gala gedacht, sondern für den inzwischen verstorbenen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus.

Die Kernfrage um die WM 2006 dagegen bleibt ungeklärt. Auch die vom DFB beauftragten Ermittler können nicht beweisen, ob vor dem Zuschlag für das Sommermärchen bestochen wurde. «Wir haben keinen Beweis für einen Stimmenkauf gefunden, können diesen aber auch nicht ausschliessen», steht in der Zusammenfassung der 361 Seiten, die Freshfields vorlegte.

Die Rolle von Franz Beckenbauer ist weiter dubios. Die Anwälte der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer, die gut vier Monate lang im Auftrag des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) den Korruptionsverdacht rund um das deutsche Sommermärchen untersuchten, haben immerhin herausgefunden, dass Beckenbauer in die öminöse Zahlung verstrickt ist. 

FILE - In this July 6, 2000 file picture FIFA president Joseph Blatter, left, hands over the World Cup documents to Franz Beckenbauer of the German delegation in Zurich, Switzerland,  after soccer's world governing body FIFA announced Germany will host the soccer World Cup 2006.  A highly anticipated independent report to be released Friday March 4, 2016 could throw light into corruption allegations against Germany's 2006 World Cup organizers and the fate of a dubious payment to FIFA.  (AP Photo/Diether Endlicher,file)

OB die WM-Vergabe 2006 gekauft war, bleibt ungeklärt.
Bild: 5/AP/KEYSTONE

Demnach flossen ab Ende Mai 2002 sechs Millionen Schweizer Franken in mehreren Tranchen von einem Konto, das «Robert Schwan oder Franz Beckenbauer» als Inhaber auswies, auf ein Konto der Kanzlei Gabriel & Müller in Sarnen im Schweizer Kanton Obwalden. Robert Schwan war der Manager von Franz Beckenbauer.

Wenige Tage später sollen diese sechs Millionen gestückelt auf ein Konto der Firma Kemco bei der Doha-Bank in Katar weitergeleitet worden sein – der Firmengruppe des früheren FIFA-Exekutivkomitee-Mitglieds Mohamed Bin Hammam, der 2011 wegen Korruptionsvorwürfen von der FIFA lebenslang gesperrt wurde. Sämtliche Tranchen an Bin Hammam, so Freshfields, seien unter dem Verwendungszweck «Erwerb von TV- und Marketingrechten Asienspiele 2006» gelaufen.

«Asian Games 2006 Schlusszahlung»

Erst dann kam nach den Erkenntnissen von Freshfields Robert Louis-Dreyfus ins Spiel. Der frühere Adidas-Boss überwies am 16. August 2002 zehn Millionen Schweizer Franken auf ein Konto von Gabriel & Müller bei der Obwaldner Kantonalbank in Sarnen. Das Louis-Dreyfus-Geld wurde wenige Tage später weitergeleitet. Am 3. September 2002 flossen sechs Millionen Franken auf ein Konto Franz Beckenbauers.

Damit erhielt Beckenbauer die Summe zurück, die er Bin Hammam zuvor hatte zukommen lassen. Am 5. September 2002 flossen die restlichen vier der zehn Louis-Dreyfus-Millionen auf ein Konto der Firma Kemco in Katars Hauptstadt Doha. Machte zusammen zehn Millionen Franken für den Katarer, Verwendungszweck: «Asian Games 2006 Schlusszahlung».

Beckenbauer überrascht

Die Aufklärer von Freshfields erhielten die Hinweise auf diese Geldströme und auf die Rolle der Kanzlei Gabriel & Müller in Sarnen erst jüngst vom Zürcher Testamentsvollstrecker des 2009 verstorbenen Louis-Dreyfus. Franz Beckenbauer sagte zu den Freshfields-Anwälten in dieser Woche, er sei überrascht über die gewonnenen Erkenntnisse. Bin Hammam äusserte sich bis Donnerstag nicht zu einer Anfrage von Freshfields.

German soccer fans cheer as Germany scores the first goal during the World Cup soccer match Germany against Ecuador as they watch the game on a giant TV screen at the public viewing area in Berlin, Tuesday, June 20, 2006. The other teams in Group A are Costa Rica and Poland.  (AP Photo/Franka Bruns) ** zu unserem Paket 'DEU FUSSBALL WM RUECKBLICK' **

Zumindest die Fans werden das Sommermärchen in bester Erinnerung behalten.
Bild: AP

Der Anwalt Othmar Gabriel sagt, Robert Schwan habe die Überweisungen ab Ende Mai 2002 angewiesen, Beckenbauer sei nie wirtschaftlich Begünstigter eines bei dem Büro geführten Kontos gewesen. Schwan kann dazu nichts mehr sagen, er starb im Juli 2002, vier Tage nach der Überweisung der letzten Tranche der sechs Millionen Franken an Gabriel. (spon/spre)

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    Alle Leser-Kommentare
  • maxi 04.03.2016 15:22
    Highlight dfb und dfl sind die wahren verbecher im deutschenfussball! hoffentlich kommen alle Schandtaten aus!
    1 0 Melden

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