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Williams development driver Susie Wolff, wife of Toto Wolff, executive director of the Mercedes AMG Petronas Formula One Team, during the 2nd practice session at the Shanghai International circuit in Shanghai, China, 12 April 2013. The 2013 Chinese Formula One Grand Prix will take place on 14 April.  EPA/SRDJAN SUKI

Susie Wolff Bild: EPA

Schneller als der Weltmeister

Diese Frau trocknete Sebastian Vettel ab

Bei Testfahrten in der Formel 1 haben die Rundenzeiten grundsätzlich wenig Gewicht. Aber wenn ein Neuling dem dreifachen Weltmeister Sebastian Vettel fast sieben Zehntel abnimmt – und erst noch eine Frau ist – dann lässt dies doch aufhorchen.

15.05.14, 09:13 15.05.14, 13:34

Susie Wolff durfte am Mittwoch erstmals Formel-1-Testfahrten bestreiten. In Barcelona sorgte die Britin mit Wohnsitz in der Schweiz dabei gleich für Aufsehen.

Kurz nach dem Start der Tests drehte sie sich und landete im Kiesbett. Gegenüber der «Bild» erklärte die 31-Jährige den Zwischenfall: «Es ist einfach ein total anderes Auto als letztes Jahr. Da steckt so viel Drehmoment drin, das musst du erst einmal unter Kontrolle halten. Es passierte in meiner zweiten Runde. Als ich vom dritten in den vierten Gang geschaltet hab, hab ich über dem Randstein die Kontrolle über das Heck verloren. Nicht spektakulär, das passiert eben am Anfang.»

Nach dem Ausflug ins Kiesbett: «Ich habe viel gelernt heute. Dieser Motor hat einen unglaublichen Drehmoment.»

Danach legte die Ehefrau von Toto Wolff, dem Mercedes-Motorsportchef, aber einen Gang zu. Kurz vor Schluss absolvierte sie die Runde im Williams-Boliden in 1:27,280 Minuten, eine ganz passable Zeit für die Strecke in Katalonien. Am Testtag bedeutete dies die gute fünftbeste Zeit – und damit fast sieben Zehntelsekunden schneller als Weltmeister Sebastian Vettel. Allerdings war Pastor Maldonado der schnellste Fahrer des Testtages. Damit ist schon vieles gesagt.

Auch dieser Twitterer sieht die Schlappe von Vettel sehr gelassen.

«Die Entwicklung in der Formel 1 geht in eine Richtung, die Frauen helfen könnte»

Wolff, die bis 2012 in der DTM mitfuhr und ist seither bei Williams als Testfahrerin angestellt. Das Ziel bleibt natürlich ein Cockpit in der Formel 1. Wolff wäre nach Giovanna Amati die erste Frau seit 1992, die in der Königsklasse mitfahren dürfte. 

Susie Wolff bei der Teampräsentation von Williams mit Felipe Massa und Valtteri Bottas. Bild: EPA/Williams Martini Racing

Gegenüber «Focus» stellte sie schon vor den Tests klar: «Die Testreihe am Mittwoch ist eine riesige Chance für mich, da kann ich mich zeigen. Generell geht die Entwicklung in der Formel 1 aber in eine Richtung, die Frauen helfen könnte: Die Fahrer haben immer weniger Gewicht, die Autos sind leichter zu fahren als früher. Es geht also alles in eine gute Richtung.»

Susie Wolff würde auf jeden Fall frischen Wind in die Formel 1 bringen.

Ziel von Wolff sind jetzt die Tests in Silverstone und Hockenheim. Und dann winkt vielleicht bald ein wirkliches Duell mit Sebastian Vettel. Mal schauen, ob sich der Heppenheimer auch dann von einer Frau schlagen lässt, wenn es wirklich zählt. 

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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