Sport

Fussball-EM, Frauen

Die Österreicherinnen bejubeln den einzigen Treffer der Partie. Bild: KEYSTONE

«Nicht das, was wir uns vorgenommen haben»: Die Schweiz unterliegt Österreich zum Auftakt 

Die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft steht an der EM in den Niederlanden bereits nach dem ersten Spiel mit dem Rücken zur Wand. Die Mannschaft von Martina Voss-Tecklenburg verlor das wegweisende Auftaktspiel gegen Österreich 0:1.

18.07.17, 20:09 19.07.17, 06:29

Ein früher Treffer von Österreichs Captain Nina Burger nach einer Viertelstunde entschied das Duell der beiden EM-Debütanten vor knapp 5000 Zuschauern in Deventer. Die Stürmerin des SC Sand zeigte sich nach einem schwachen Abschlag der Schweizer Keeperin Gaëlle Thalmann und zwei schnellen direkten Pässen von Laura Feiersinger und Sarah Zadrazil kaltblütig im Abschluss und traf in die nahe Ecke.

Nina Burger trifft zum 1:0. Video: streamable

Der Sieg der Österreicherinnen war verdient. Die ÖFB-Auswahl trat bei ihrer Premiere an einer Endrunde unerschrocken auf, spielte taktisch klug und war 70 Minuten lang das bessere Team. Die Schweizerinnen kamen nach einem lange Zeit schwachen Auftritt erst in der Schlussphase besser ins Spiel. Vanessa Bernauer mit einem schönen Weitschuss (74.) und Ramona Bachmann, deren abgelenkter Schuss knapp über das Tor flog (81.), hatten den Ausgleich auf dem Fuss.

«Heute hat nicht viel zusammengepasst. Überheblich waren wir sicher nicht, vielleicht konnten wir aber mit dem Druck nicht so gut umgehen.» 

Lia Wälti

Die Schweizerinnen hatten sehr nervös begonnen. Bereits in der 3. Minute bekundeten sie Glück, als der Ball im eigenen Strafraum an die Hand von Ana-Maria Crnogorcevic sprang, das Vergehen aber nicht als Penalty taxiert wurde. Ein haarsträubender Abspielfehler von Captain Caroline Abbé folgte zwei Minuten später, Nicole Billa wusste diesen aber nicht zu nutzen.

Die SFV-Auswahl kam nach der Pause besser ins Spiel und erarbeitete sich durch einen Kopfball von Rahel Kiwic auch eine erste Torchance (52.), nach einer Stunde folgte aber der nächste Rückschlag. Nach einem Prellball foulte Kiwic als letzte Frau die durchgebrochene Burger und sah zurecht die Rote Karte.

Rahel Kiwic sieht ihren Kopfball auf der Linie geklärt.  Video: streamable

Etwas später zerrt Kiwic Burger zu Boden und muss vorzeitig unter die Dusche. Video: streamable

Immer wieder versuchten die Schweizerinnen einen gepflegten Spielaufbau, womit sie sich selbst in die Bredouille brachten und den Österreicherinnen in die Karten spielten. Dabei hatte der SFV im Vorfeld das offensive Pressing und den schnellen Abschluss bei der ÖFB-Auswahl als deren Stärke ausgemacht.

«In Unterzahl hat es dann plötzlich irgendwie besser funktioniert, doch in der ersten Halbzeit sind wir nie an unsere Leistung herangekommen. Das ist nicht das, was wir uns vorgenommen haben.»

Martina Voss-Tecklenburg

In der zweiten Partie der Vorrunde steht die Schweiz am Samstag in Doetinchem gegen Island unter Zugzwang. Und zum Abschluss trifft die SFV-Auswahl in Breda noch auf den Gruppenfavoriten Frankreich. Auch dort müssen die Schweizerinnen wohl punkten, wollen sie ihr Ziel, die Viertelfinals, noch erreichen. 

Martina Voss-Tecklenburg muss mit ihrer Mannschaft einen Rückschlag hinnehmen. Bild: KEYSTONE

Frankreich startet mit Mini-Sieg gegen Island

Frankreich gewann gegen Island dank einem Penalty-Tor kurz vor Schluss mit 1:0.

Der grosse Favorit auf den Gruppensieg in der Gruppe C musste am Ende länger zittern als ihm lieb war. Erst durch einen Penaltytreffer von Eugénie Le Sommer in der 86. Minute konnten die Aussenseiterinnen aus Island bezwungen werden.

Die Favoritinnen aus Frankreich hatten es mehrmals verpasst, ihre Nerven frühzeitig zu beruhigen. Zwar hatte die Weltnummer 3 im Frauenfussball mehrheitlich den Ball in den eigenen Reihen gehalten, die aufsässigen Isländerinnen stemmten sich aber lange erfolgreich gegen den technisch überlegenen Gegner – ihre Defizite in den technischen Fertigkeiten kompensierten sie mit physischer Präsenz. (jsc/sda)

Das Telegramm

Österreich - Schweiz 1:0 (1:0)
Deventer. - 4781 Zuschauer. -
SR Steinhaus (GER). -
Tor: 15. Burger (Zadrazil) 1:0.
Österreich: Zinsberger; Schiechtl (77. Schnaderbeck), Kirchberger, Wenninger, Puntigam, Aschauer; Feiersinger, Zadrazil, Billa (83. Pinther), Makas (39. Prohaska); Burger.
Schweiz: Thalmann; Crnogorcevic, Abbé (57. Bernauer), Kiwic, Maritz; Wälti; Bachmann, Moser, Dickenmann; Reuteler (62. Brunner), Humm (57. Aigbogun). Bemerkungen: 60. Platzverweis Kiwic (Notbremse).
Verwarnungen: 19. Abbé (Foul). 55. Kirchberger (Foul). 71. Burger (Foul). (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • welefant 19.07.2017 12:25
    Highlight also schauen kann man's schon. man sollte einfach nicht fussball erwarten, wie man ihn kennt. es ist was ganz anderes aber mit fussball wie wirs kennen hats meiner meinung nach nicht viel zu tun.
    5 1 Melden
    • Citation Needed 19.07.2017 20:56
      Highlight Heute -- bzw. jetzt gerade -- läuft Fussball. England vs. Scotland. Holy crap. Beide ab Sekunde 1 vollgas und 200 % präsent. Gerade fällt das 1:0 für England.. Da muss die CH noch zulegen, wenn sie gegen solche Teams etwas reissen will...
      1 1 Melden
  • Citation Needed 19.07.2017 07:24
    Highlight Legen eine Hammer-Quali hin und kaum gilt es ernst, weiss keine mehr, wo ihr der Kopf steht.
    Man müsste das Mentaltraining intensivieren, bloss: woher das Geld nehmen? Bei den Flugkosten kann man nicht gross einsparen, denn die Damen fliegen eh schon Eco.
    3 1 Melden
  • beaetel 18.07.2017 22:24
    Highlight Anspiel und schon Ballverlust - und so ging das die ganze erste Halbzeit. Kein Ballhalten, hinten herum spielen, Sicherheit gewinnen, den Gegner laufen lassen. Stattdessen den Ball so schnell wie möglich nach vorne ... den sofortigen Erfolg suchend. Taktisch ein totaler Schwachsinn.
    25 1 Melden
    • Citation Needed 19.07.2017 07:12
      Highlight Recht hast Du, bloss war das kaum die Taktik, sondern reines Unvermögen. 😖
      2 0 Melden
  • Dan Rifter 18.07.2017 21:57
    Highlight Bei den Eishockeyfrauen sind die Goalies im Vergleich zu den Feldspielerinnen meistens überdurchschnittlich gut.. ist im Fussball leider umgekehrt.. bei den Schweizerinnen ist der Unterschied (Thalmann vs Schelling) exorbitant.
    17 1 Melden
    • Züzi31 18.07.2017 22:22
      Highlight Ich bin seit der WM Sympathisant von Frauenfussball. Aber bei den Goalies hast du absolut recht. Thalmann hat ungefähr das Niveau eines U14 Nati Juniors. Und bei der anderen Nationen ist es nicht viel besser bis auf wenige Ausnahmen.
      14 1 Melden
    • Fly Boy Tschoko 18.07.2017 23:22
      Highlight Die weiblichen Goalies sehen in den riesifen Toren aber auch total verloren aus.
      1 5 Melden
    • Citation Needed 19.07.2017 07:32
      Highlight Das Tor war ja auch bei den Mannen lange eine Sorgenposition. Pascolo? Stiel? Zeitweise ganz oassabel, aber vor Benaglio oder Sommer lieferte eigtl. kein CH-Keeper je konstant gute Leistungen ab..
      3 3 Melden
    • Citation Needed 19.07.2017 14:02
      Highlight PS: ich fand Thalmann bis auf einige verunglückte Spieleröffnungen (leider inkl. Gegentor-Verursachung) sonst ziemlich gut. Es scheint aber weniger Auswahl an Goalies zu geben als an Feldspielern/Feldspielerinnen. Sehe das in unserm Team. Wenn die Besetzung in der Kiste stimmt, dann ist hintenrum Ruhe und ALLE spielen besser, so ist es einfach.. Aber finde mal jemanden, der/die hinten diese Ruhe reinbringt, da muss viel (ähem, alles!) passen..
      1 0 Melden
  • Mia_san_mia 18.07.2017 21:52
    Highlight Ich habe dem Frauenfussball wieder einmal eine Chance gegeben aber das war grauenhaft...
    50 10 Melden
    • Citation Needed 19.07.2017 07:14
      Highlight Nicht das beste Spiel, es wiedermal zu versuchen, im Gegenteil.
      2 0 Melden
  • ujay 18.07.2017 21:19
    Highlight Mit dieser mentalen Einstellung ist's leider schon nach der Vorrunde zu Ende.
    13 0 Melden
  • BigMic 18.07.2017 21:10
    Highlight Hab dem Damen Fussball mal wieder ne Chance gegeben und mir das Spiel angeschaut. Sorry, no Way! Das war unterirdisch!
    50 7 Melden
    • Mia_san_mia 18.07.2017 21:52
      Highlight Ja geht mir genau gleich.
      20 4 Melden
    • themachine 18.07.2017 22:01
      Highlight Ging mir genau gleich. Habe mich nie gross für Frauenfussball interessiert. Heute aber dachte ich mir, gebe ich den Ladies mal eine Chance (wegen Gleichberechtigung und so) Mein Fazit: Ich habe noch nie ein so schlechtes Fussballspiel gesehen und zwar in allen Belangen. Ich musste zwischendurch immer wieder wegzappen weil ich's teilweise einfach nicht mehr ausgehalten habe. Ich dachte echt der Frauenfussball im Jahre 2017 sei auf einem beachtlichen Level, aber dann sowas. Bin enttäuscht😔
      37 6 Melden
  • Luca Brasi 18.07.2017 21:06
    Highlight Da freut man sich ja noch mehr auf die beginnende Super League-Saison. Endlich Fussball!

    PS: Warum wird eigentlich nie über Frauen-Eishockey, Frauen-Schwingen oder Frauen-Chriesispucken berichtet?

    Felix Austria

    Blitzgewitter in 3,2,1...

    😜
    26 6 Melden
    • c_meier 19.07.2017 00:16
      Highlight 1x pro Woche 1 Artikel über Frauen-Eishockey müsste doch drinliegen oder? (dafür evt. 1 Eismeister-Artikel über Langnau oder Bern weniger ;)
      Schliesslich findet im Februar 2018 (7Monate) die nächste Olympiade in Südkorea statt und die Hockey-Frauen waren doch recht erfolgreich im 2014 (obwohl sie dafür soweit ich weiss nur Brosamen erhalten haben...)
      5 2 Melden
  • gunner 18.07.2017 20:40
    Highlight Mit all den männern werden wir noch disqualifiziert: da spielen thalmann, dickenmann und bachmann. Dachte das ist die frauenfussball-em?!nein im ernst: war heute wohl zu viel was nicht gepasst hat im spiel der schweizerinnen.
    20 11 Melden
  • Grigor 18.07.2017 20:32
    Highlight Ich habe das Spiel gesehen und werde das wenn möglich weiterhin tun. Trotzdem muss ich sagen, dass das Niveau ziemlich bescheiden war. In den letzten 10 Minuten hatte das Spiel wenig mit Fussball zu tun.
    31 1 Melden

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