Sport

Die Nati ist gestern Abend in Belfast angekommen. Bild: KEYSTONE

Petkovics Problemzonen vor der WM-Barrage: 4 Fragezeichen, 4 Lösungen

Johan Djourou ist verletzt, der Einsatz von Aggressivleader Valon Behrami ist noch fraglich und einige Spieler der Schweizer Nationalmannschaft sind ausser Form – Gedanken zur Aufstellung der Schweizer gegen Nordirland.

08.11.17, 08:52

Etienne Wuillemin / Nordwestschweiz

Der Empfang in Belfast gestern Abend ist kühl. Und doch viel wärmer als damals in der Türkei. In Nordirland ist nur das Wetter garstig. Auf dem Flughafen läuft alles nach Plan. Keine wütenden Nordiren, die provozieren. Keine Plakate mit der Aufschrift «Hurren Son» oder Ähnlichem. Keine Zollbeamte, die ewig in den Pässen der Schweizer blättern. Nur ein kleines, mit einem Lächeln garnierten «am Donnerstag werdet ihr verlieren».

Um 19:24 Uhr setzt sich der Schweizer Bus in Bewegung Richtung Hotel. Vladimir Petkovic und seine Equipe können sich ganz auf sich selbst konzentrieren. Auf die Antworten zu den diversen Fragezeichen, die dieses Team umschwirren.

Die Akte Mehmedi

Die ist eigentlich ziemlich schnell erzählt. Keiner der Stammspieler hat derzeit mehr Probleme als er. In Leverkusen seit Ende September überzählig, reicht seine Form kaum, um ihn bedenkenlos einzusetzen. Darum könnte Steven Zubers grosse Chance kommen.

Admir Mehmedi muss wohl über die Klinge springen. Bild: EPA/KEYSTONE

Die Akte Dzemaili

Der Routinier war in Portugal ziemlich überfordert. Sein Wechsel in die MLS hat ihm zumindest nicht geholfen. Eine Rückkehr zu Bologna zeichnet sich ab. Nur: Was bedeutet das für die Barrage? Die Alternativen heissen Gavranovic und Frei. Wobei die beiden auch valable Einwechselspieler wären. Keine Option kann derzeit Embolo sein.

Für mehr als einen Jokereinsatz reicht sein Fitnesszustand kaum. Petkovic dürfte an Dzemaili festhalten. Klar ist aber: Nun muss er liefern. Die Frage ist einzig, ob ihm die Rolle als 10er wirklich behagt oder er in einem 4-3-3 als 8er nicht besser aufgehoben wäre.

Blerim Dzemaili muss in Belfast endlich liefern. Bild: KEYSTONE

Die Akte Behrami

Der Aggressivleader wird am Donnerstag im Hinspiel kaum auflaufen. Denis Zakaria stünde bereit. Mit seinem Punch und seiner Unerschrockenheit wäre dieser gewiss die bessere Lösung als Remo Freuler, der in Portugal schon neben den Schuhen stand, als das Team noch nicht taumelte.

Udinese wollte Behrami gar nicht zur Nati gehen lassen:

Die Akte Innenverteidigung

Johan Djourou fehlt verletzt. Die Alternativen heissen Manuel Akanji und Nico Elvedi. Akanji, 20-jährig, vom FC Basel, imponiert mit Tempo und Kopfballstärke. Dazu hat er die Klasse, das Spiel mit klugen Pässen zu lancieren. Zusammen mit Fabian Schär ergäbe das eine interessante Kombination.

Gerade gegen ein Nordirland, das nicht viel von Ballbesitz hält und die Räume eng macht. Nur: Auch Akanji war in diesem Herbst nicht frei von Fehlern. Es gab Spiele, da liess er sich von der kollektiven Basler Desorientierung anstecken.

Ist Manuel Akanji der Djourou-Ersatz? Bild: KEYSTONE

Elvedi hat im Gegensatz zu Akanji Erfahrung in der Bundesliga. Seit Sommer 2016 spielt er bei Borussia Mönchengladbach regelmässig. Das Problem: meistens als Rechtsverteidiger. Vor kurzem durfte er endlich in die Mitte wechseln. Hinterliess aber nicht immer einen sattelfesten Eindruck. Prognose: Vorteil Akanji.

Die mögliche Aufstellung im Hinspiel:

Sommer

Lichtsteiner – Schär – Akanji – Rodriguez


Xhaka – Zakaria

Shaqiri – Dzemaili – Zuber

Seferovic

Zufrieden? Oder wie würdest du die Nati für das Barrage-Hinspiel gegen Nordirland aufstellen! Diskutiere in der Kommentar-Spalte mit!

Die Rekordspieler der Schweizer Nati

Unvergessene Nati-Geschichten

27 zeitlose Klassiker: Die  schönsten Tore der Schweizer Nati

Die Nati der Vergessenen – 11 Schweizer, deren Karriere ganz anders verlief als erhofft

Wie die Schweiz sich für die Fussball-WM 1998 bewarb – und total blamierte

07.03.2007: Johann Vogel droht Köbi Kuhn, in den Flieger zu steigen, um ihm «eins zu tätschen»

10.09.2008: Luxemburgerli vernaschen? Denkste! – Die Schweizer Nati kassiert die bitterste Niederlage ihrer Geschichte

29.02.2012: Ausgerechnet gegen die Schweiz erzielt Lionel Messi seinen ersten Nati-Hattrick

18.06.1994: Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

25.03.1998: Bei seinem Debüt führt Gilbert Gress die Nati gegen England fast zum Sieg – dann patzt sein Lieblingsgoalie

13.11.1991: Weil die Schweizer Nati in der «Hölle von Bukarest» auf 0:0 spielt, vergeigt sie die EM-Qualifikation im letzten Moment doch noch

28.03.2001: Alex Frei macht Kubilay Türkyilmaz vergessen und sorgt dafür, dass Andy Egli einfach mal die Klappe halten muss

24.04.1996: Das Ende der kurzen Ära von Nati-Trainer Artur Jorge beginnt ausgerechnet mit einem Sieg

11.07.1966: Die «Nacht von Sheffield», der grösste Skandal der Schweizer Fussballgeschichte

12.10.2012: Ottmar Hitzfeld zeigt dem Schiedsrichter den Stinkefinger und macht sich danach mit faulen Ausflüchten lächerlich

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
16
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rüdiger Rasenmeier 08.11.2017 15:21
    Highlight Dzemaili reicht es knapp noch fürden FCZ, sonst ist beim Penaltygott der Ofen aus.
    2 0 Melden
  • marel 08.11.2017 12:56
    Highlight Ich glaube, es ist nicht so entscheidend, wen Petkovic in die Startelf nimmt. Die Schweizer sind den Nordiren spielerisch alle überlegen. Es ist die Einstellung, die zählen wird und grad z.B. Mehmedi läuft sich in der Nati regelmässig die Lunge aus dem Leib. Die Jungs dürfen sich von den kämpferischen Nordiren nicht einschüchtern lassen, dann kommt das auf jeden Fall gut. Schon nur, dass wir über diverse Alternativen überhaupt diskutieren können, zeigt, dass wir eine Nati haben, die noch nie so gut und breit aufgestellt war.
    11 2 Melden
  • Therealmonti 08.11.2017 12:30
    Highlight Kommt nicht gross drauf an, wer spielt. Für Petkovics Söldnertruppe gibt es in Nordirland nichts zu holen. Man kann bloss hoffen, dass das Resultat so ausfällt, dass man im Retourspiel in Basel noch eine Chance hat.
    3 19 Melden
    • demian 08.11.2017 15:49
      Highlight Erwartest du, dass uns die Nordiren mit 5:0 nach Hause schicken?

      Solange man keine Konter zulässt und Standardsituationen vermeidet, wirds für die Iren schwer Tore zu schiessen.
      1 0 Melden
    • Therealmonti 09.11.2017 04:09
      Highlight Nein, ein 5:0 erwarte ich nicht. Aber die Schweiz wird im Retourspiel auch höchstens 2 Tore schiessen.
      1 0 Melden
  • Army Neilstrong 08.11.2017 10:52
    Highlight Ich bin kein Basel-Fan, aber ich finde ein Renato Steffen oder Luca Zuffi hätten dem Aufgebot gut getan.
    Beide erfahren und spielen regelmäßig.

    So könnte Shaqiri beispielsweise auf der 10 auflaufen (was er ja sowieso mag) und außen hätte man mit Zuber und Steffen schnelle und agile Flügelspieler, die den Mann aus Sursee füttern könnten.
    51 4 Melden
    • Kunibert der fiese 08.11.2017 11:28
      Highlight Find ich auch. Schade das vor allem zuffi zu wenig berücksichtigt wird. Und steffen/zuber auf den aussen wär die optimale lösung.
      11 2 Melden
  • Luca Brasi 08.11.2017 10:05
    Highlight Ich finde, dass Freuler sehr schlecht wegkommt in diesem Artikel. Ich denke, dass seine Leistungen in Bergamo für sich sprechen. Gegen Portugal war er nicht so toll, aber auch Zakaria hat dort nicht geglänzt.
    Dzemaili hat mir gegen Portugal überhaupt nicht gefallen und mit Frei und Gavranovic hätte man auch Alternativen.

    50 4 Melden
    • demian 08.11.2017 15:40
      Highlight Stimme dir absolut zu. Wer hat denn gegen Portugal geglänzt? Leider im Kollektiv versagt.
      3 0 Melden
    • Luca Brasi 08.11.2017 21:34
      Highlight Das stimmt. Man darf aber auch nicht vergessen, dass viele der Spieler ein paar Tage zuvor gegen Ungarn eine gute Leistung gebracht haben.
      Man wird morgen sehen, ob sie ihre Lehren daraus gezogen haben. ;)
      0 0 Melden
  • demian 08.11.2017 09:58
    Highlight Am meisten Sorgen macht Dzemaili, der sich an das MLS Niveau angepasst hat. Für die anderen Positionen stehen gute Alternativen bereit.

    Behrami kann vielleicht nicht von der Mentalität ersetzt werden, aber das ist der Moment wo Xhaka in die Bresche springen muss.
    Falls es in Belfast noch nicht reicht um vorzulegen, bin ich mir sicher wird Behrami im Rückspiel auflaufen.

    Mehmedi muss im Winter wechseln um regelmässig zu spielen, ansonsten macht eine Nomination kein Sinn.
    43 2 Melden
    • Army Neilstrong 08.11.2017 10:47
      Highlight Hannover fände ich perfekt für Mehmedi
      19 0 Melden
  • naegi 08.11.2017 09:57
    Highlight Ein Dzemaili gehört für mich in der momentanen Verfassung nicht ein mal ins Aufgebot - geschweige denn in eine Startformation. Was der gegen Portugal geliefert hat war eine Frechheit. Da sieht man wiedereinmal, dass die MLS international nicht mithalten kann.
    Daher lieber Frei auf der Position Dzemaili laufen lassen.
    36 2 Melden
  • dave1771 08.11.2017 09:28
    Highlight Mehmedi in der Nati ist sowieso ein Witz... er hat immer dieselbe Geschichte: Wechsel, 2-3 Monate dabei, dann Bank und wieder von vorne... FCThun würde er spielen!
    15 17 Melden
    • Sesa 08.11.2017 11:02
      Highlight naja, bei Leverkusen spielt er nun seit Sommer 2015. Davor war er bei Freiburg ein erfolgreicher Stürmer (60 Spiele, 16 Tore). Bei Leverkusen kommt er nicht in die Gänge. Bei jeder Transferperiode kommen Gerüchte für einen Wechsel auf und jedes Mal sagt ihm die Vereinsführung, dass sie auf ihn setzen. Ich frage mich, warum sie ihn nicht gehen lassen, wenn sie schlussendlich ja wieder nicht auf ihn setzen...
      19 0 Melden
    • Kunibert der fiese 08.11.2017 11:30
      Highlight Ich als thuner hätte nichts dagegen, wenn mehmedi bei uns spielen würde. Wäre vom budhet her wohl etwas knapp 😉
      11 0 Melden

Alle sagen, moderner Fussball sei super. Ich sage: Im modernen Fussball haben sich Saumoden eingenistet, die mich laufend kotzen lassen

Gestern. Chelsea vs. PSG. Ibrahimovic foult Oscar. Rote Karte. Rudelbildung. Rudelbildung! Gefühlte 45 Minuten Rudelbildung! 

Von den Junioren bis zum Erreichen des Champions-League-Niveaus spielen Profis ungefähr eine Zillion Spiele und erleben dabei eine Zillion strittige Szenen. Und in wie vielen Fällen hat der Schiedsrichter seine Meinung geändert? Nie.

Nie.

Fucking NIE!

Meiner zweijährigen Tochter brauche ich die Dinge zwischen zwei- bis fünfmal zu sagen, bis sie es begreift. Ein Hund …

Artikel lesen