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Manchester City's Sergio Aguero, left, celebrates scoring his side's second goal of the game during the English Premier League soccer match between Manchester City and Arsenal, at the Etihad Stadium, in Manchester, Sunday, Nov. 5, 2017. (Martin Rickett/PA via AP)

Noch nie verloren: Manchester City ist das Team der Stunde. Bild: AP/PA

Guardiolas Rache – ManCity spielt gerade den Fussball der Zukunft

Noch letzte Saison wurde Pep Guardiola für das schwache Abschneiden von Manchester City und seine Transferpolitik harsch kritisiert. Nach 16 Siegen in 17 Pflichtspielen ist die Kritik verstummt: Denn Guardiolas Mannen spielen beinahe perfekten Fussball.

06.11.17, 16:35 06.11.17, 17:02


Pep Guardiolas grösste Schwäche? Seine Sturheit. Das war zumindest Ende der letzten Saison vielerorts zu lesen, als er mit Manchester City in der Premier League nur auf Rang 3 landete und in der Champions League bereits im Achtelfinal an Monaco  scheiterte. Der Katalane sei taktisch zu wenig flexibel und beharre starrsinnig auf seinem üblichen Ballbesitz-Fussball. Wenn sein Tiki-Taka-Spielsystem nicht aufgehe, habe er keinen zweiten Pfeil im Köcher.

Ein halbes Jahr später sind Guardiolas Kritiker verstummt. Kein Wunder: Am Wochenende hat ManCity das 15. Pflichtspiel in Serie gewonnen. Nicht irgendwie: Das 3:1 gegen Titelkonkurrent Arsenal war mal wieder eine Machtdemonstration. Kein Tiki-Taka-Ballgeschiebe, sondern modernster Hochgeschwindigkeitsfussball mit Kurzpassspiel, Druck über die Flügel, einstudierten Laufwegen, Pressing und Gegenpressing. Die «Gunners» wurden teilweise regelrecht schwindlig gespielt.

Die Highlights der Partie ManCity vs. Arsenal. Video: YouTube/DAZN Premier League

Nach elf Spieltagen beträgt der Vorsprung in der Meisterschaft bereits acht Punkte auf den ersten Verfolger. In der Champions League steht man nach vier Spieltagen bereits im Achtelfinal.

Die Tabellenspitze der Premier League:

Bild: srf

Defensive der Schlüssel zum Erfolg

Das Aushängeschild der «Citizens» ist weiterhin die Offensive um die Starspieler Sergio Agüero, Kevin De Bruyne, David Silva, Gabriel Jesus und Raheem Sterling und Leroy Sané. Wettbewerbsübergreifend hat City in 17 Partien sagenhafte 52 Tore erzielt, durchschnittlich mehr als drei pro Spiel.

Stabilität gibt der Mannschaft aber die im Sommer für viel Geld neu bestückte Defensive. Für 178,5 Millionen holte Guardiola drei Verteidiger – Kyle Walker, Benjamin Mendy, Danilo – und einen Torhüter – Ederson. Dank diesen Investitionen ist das Team nun endlich ganz nach dem Geschmack des Katalanen bestückt. Früh in der Saison wurde klar, warum Guardiola genau in der Defensive nachgerüstet hat. Dank der nötigen Breite im Kader können die Ausfälle von Captain Vincent Kompany und Mendy mühelos kompensiert werden.

Zudem hat Guardiolas Mannschaft nach einem schwierigen ersten Jahr das Spiel des Trainers mittlerweile verinnerlicht, die Puzzle-Teile passen jetzt ineinander. Von taktischer Hilflosigkeit, wie oft moniert wurde, ist bei Guardiola nichts zu sehen. Egal ob im 3-1-4-2-, im 4-1-4-1- oder im offensiveren 4-3-3-System – seine Mannschaft funktioniert.

«Wir haben die Balance in unserem Spiel gefunden, verfügen über einen guten Teamspirit und machen viele Sachen besser in dieser Saison», freut sich Guardiola über die positive Entwicklung seiner Mannschaft. «Wenn ein neuer Trainer kommt, erwarten die Leute gleich Ergebnisse. Aber man braucht Zeit, um Dinge anzuschieben – egal, wie viele Erfolge man in der Vergangenheit hatte.»

Manchester City manager Pep Guardiola gestures during the English Premier League soccer match between Manchester City and Stoke City at Etihad Stadium, Manchester, England, Saturday, Oct. 14, 2017. (Mike Egerton/PA via AP)

Pep Guardiola leidet an der Seitenlinie mit. Bild: AP/PA

Der Erfolgstrainer freut sich vor allem über die Bilanz gegen die anderen Topklubs: «In der vergangenen Saison haben wir nur zwei Spiele gegen Titelanwärter gewonnen. In dieser Saison haben wir im November schon dreimal gewonnen», rechnet Guardiola vor und betont: «Wenn du Meister werden willst, musst du Chelsea, Liverpool, Arsenal und die anderen Mannschaften an der Spitze schlagen.»

Wer soll ManCity stoppen?

Und auch seine Spieler sind begeistert. Ilkay Gundogan schwärmt in der Sun: «So wie wir spielen und die Gegner dominieren, ist es schon etwas ganz Besonderes.» Das Team, das ManCity am ähnlichsten sei, sei wohl der FC Barcelona, als er unter Guardiola seine beste Zeit hatte, meint Gundogan. Er beschwichtigt aber sofort: «Ich sage nicht, dass wir dieses Niveau schon haben. Aber wir kommen dem sehr nahe.» Dieser Meinung ist übrigens auch David Silva, der mit Spanien Welt- und Europameister wurde.

Rundum zufrieden ist auch Kevin De Bruyne: «Pep lässt den Fussball spielen, den ich mag. Das macht alles einfacher. Jedem in der Mannschaft gefällt dieser Stil.» Der Belgier hat sich unter Guardiola zum wohl spektakulärsten Spieler der Premier League entwickelt. Der 26-jährige Blondschopf ist blitzschnell, hat Übersicht, spielt den perfekten Pass und ist im Abschluss selbst brandgefährlich. «Er ist der komplette Spieler» – das sagt nicht Pep Guardiola, sondern Chelsea-Trainer Antonio Conte.

Wer soll dieses Manchester City in dieser Saison also erstmals bezwingen? England-Legende Alan Shearer sieht in der Premier League derzeit niemanden, der Guardiolas perfekt organisierte «Citizens» in Bedrängnis bringen könnte. Zu inkonstant spielen die anderen, zu fehlerlos der Leader unter der Ägide Guardiolas.

«City ist im Moment wie ein unaufhaltsamer Zug. Die Mannschaft spielt Fussball auf einem anderen Level», sagt Ex-ManUnited-Profi und BBC-Experte Phil Neville. Da fragt man sich, warum ManCity noch immer hinter Arsenals Alexis Sánchez her ist. Nun ja. Wer mit sich im Reinen ist, könnte ja beginnen, die Gegner zu schwächen.

ManUnited, Liverpool und? Diese Klubs wurden in England schon Meister

Betrinken und Beklagen mit Quentin

Video: watson/Quentin Aeberli, Emily Engkent

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • PatCrabs 07.11.2017 08:23
    Highlight "Blondschopf" :D
    3 0 Melden
  • mrcharliebrown 06.11.2017 22:31
    Highlight Naja. "Machtdemonstration". City hatte mehr vom Spiel, aber das 3:1 war Abseits und auch Ederson, ihr Torwart, musste sich mal lang machen.
    6 4 Melden
  • bokl 06.11.2017 22:19
    Highlight Zeigt uns die Situation wirklich, dass Guardiola ein begnadeter Trainer ist? Ich denke eben genau nein. Es zeigt, dass Geld allein keinen Erfolg garantiert. Man kann sich nicht den nächsten Titel kaufen. Mit Geduld, noch mehr Geld und einem einigermassen begabten Trainer klappt es aber dann halt schon. So nach 2-3 Jahren hat auch Guardiola sich seine Wunschelf zusammengekauft.

    Auch eine Meistermannschaft zusammenkaufen kann nicht jeder. Aber beeindruckt von Guoardiola bin ich erst, wenn er mal so ein Leicester City-Ding hinlegt wie Ranieri...
    15 9 Melden
    • greeZH 06.11.2017 23:00
      Highlight Hätte Ranieri während seiner ganzen Laufbahn stets gute Resultate geliefert, wäre ein "Leicester City-Ding" nicht nötig gewesen. Der ging nicht da hin weil er sich den Arbeitgeber aussuchen konnte.
      7 0 Melden
  • ksayu45 06.11.2017 20:05
    Highlight


    Intressantes und unterhaltsames Interview von Eto'o über Pep
    21 1 Melden
  • JAR-JAR 06.11.2017 17:47
    Highlight "Titelkonkurrent Arsenal" 😂😂
    174 12 Melden
  • Freilos 06.11.2017 17:47
    Highlight Wenn er es auch schafft eigene Jugendspieler zu integrieren (nicht zugekaufte), dann ist er tatsächlich ein ganz grosser. Vorher nicht.
    64 16 Melden
    • greeZH 07.11.2017 09:49
      Highlight Bei dieser Logik wären so einige keine grossen, so z.B. Mourinho und Ancelotti. Zumal Pep vorallem zu Barcazeiten einige aus dem Nachwuchs integriert hatte. Bei Bayern war es mangels Optionen schwieriger. Kimmich wurde jedoch auch top eingesetzt, Zukauf oder nicht.
      5 1 Melden
  • greeZH 06.11.2017 17:32
    Highlight Bin so gar nicht schockiert. Guardiola schuf schon immer den Fussball der Zukunft. Ein gewisses Level an Talent im Kader ist dafür jedoch notwendig. Peps Phylosophie verträgt sich wahrscheinlich eher weniger mit Vereinen in den hinteren Tabellenregionen.
    57 6 Melden
  • Schso 06.11.2017 17:32
    Highlight Top Trainer. Aber so eine nie versiegende Geldquelle hilft eben auch ...

    Wäre schön, wenn UEFA und FIFA mit Financial Fairplay endlich ernst machen. Wird aber wohl leider nicht passieren.
    139 4 Melden
  • Velowerfer 06.11.2017 16:55
    Highlight Sie spielen wirklich hervorragend. Bin aber gespann wie sie sich die nächsten Wochen bis Januar schlagen. Vor einem Jahr hatten sie auch einen super Start hingelegt, doch dann ging ihnen die Puste aus. Hoffe vor allem nicht dass im Februar die Meisterschaft schon entschieden ist.
    32 0 Melden
  • N. Y. P. D. 06.11.2017 16:55
    Highlight Wow, Hammerleistung !
    Mit einem 730 Millionen Franken Kader führt Pep die Premier League an. Das muss ihm erst mal einer nachmachen. Auch mit Barcelona und Bayern holte er Titel. Mit den besten Spielern der Welt.

    Ich wünschte mir, dass er mal einen mittelmässigen Club in die Champions League bringt oder einen abstiegsgefährdeten Club ins Mittelfeld.

    Bei Barcelona fand ich den Typ einigermassen sympathisch, heute strahlt er nur noch unsympathische Arroganz aus.

    197 87 Melden
    • Pedro Salami 06.11.2017 17:45
      Highlight Ein Trainer der auf Club-Ebene alles gewonnen hat was es zu gewinnen gibt, übernimmt nicht ein mittelmässiges Kader. Also werden wir nie erfahren wie sich Pep da schlagen würde.
      Und zu Barca: Als Pep da übernahm, war das Team mehr als kaputt...
      Als Pep mit Barca alles gewann, meinten viele er solle sich mal in einer anderen Liga beweisen. Ist er aber auch in einer anderen Liga erfolgreich, ist es wegen den Transfermillionen. Alles hat seine Berechtigung aber soll er jetzt um es allen zu beweisen ein mittelmässiges Team coachen? Wäre ja schön blöd wenn er mit Weltklassespieler arbeiten kann.
      71 16 Melden
    • N. Y. P. D. 06.11.2017 18:03
      Highlight Natürlich wird er nie ein mittelmässiges Team übernehmen. In Barcelona hatte er eine dankbare Aufgabe. Ein kapputes Team übernehmen. Was konnte er also verlieren ? Nichts. Eigentlich nur gewinnen. Geld war ja vorhanden.
      Für nächste Saison hat Pep bereits wieder 200 Millionen für Einkäufe geplant. Der Scheich muss nur noch einen Kugelschreiber in seine Griffel nehmen und die Ausgaben veranlassen.
      Fan sein von Man City ? NIE ! Gekaufte Titel ? Machen keinen froh.
      25 11 Melden
    • FrancoL 06.11.2017 18:07
      Highlight Wieso blöd? Mourinho tat es mit Inter auch und gewann Meisterschaft und die CL!
      14 7 Melden
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