Sport

Wolfsburgs Nati-Star Ricardo Rodriguez in der Champions League gegen Jesse Lingard von Manchester United.
Bild: Carl Recine/REUTERS

Alle klagen, dass es zu viele Spiele gibt – aber Wolfsburg-Manager Allofs will noch mehr

Spieler und Trainer sind sich einig: Die Belastung durch Meisterschaft, Cup, Champions League und Länderspiele ist jetzt schon hoch. Dennoch fordert Klaus Allofs, der Manager des VfL Wolfsburg, man müsse sich über einen zusätzlichen Wettbewerb Gedanken machen.

02.02.16, 08:39 02.02.16, 11:31

50 bis 60 Partien im Jahr bestreitet ein Fussballprofi, wenn er bei einem Club spielt, der international dabei ist und wenn er dazu für die Nationalmannschaft aktiv ist. Eine Zahl, die viele Spieler und Trainer für zu hoch halten. Die Zeit, um dem Körper wertvolle Ruhepausen zu geben, wird immer weniger.

Dennoch sagt Klaus Allofs, der Manager des Bundesliga-Spitzenklubs VfL Wolfsburg: «Man kann auch noch einen anderen Wettbewerb schaffen.» Allofs nennt in der «SportBild» das Beispiel England, wo es nebst der Meisterschaft und dem Cup noch einen Liga-Cup gibt.

Manager Allofs und Goalie Benaglio mit dem DFB-Pokal.
Bild: HANNIBAL HANSCHKE/REUTERS

Bundesligisten wollen mehr Geld

Klar ist, worauf die Idee abzielt: Mehr Wettbewerbe ergeben auch die Möglichkeit, höhere TV-Einnahmen zu erzielen. Deutschlands Topklubs haben Angst, dass sie von den hochpotenten Arbeitgebern der Premier League je länger je mehr abgehängt werden.

Bahnbrechend ist diese Idee nicht. Schon zwischen 1997 und 2007 gab es in Deutschland einen Ligapokal. Das während der Saisonvorbereitung im Sommer ausgetragene Turnier besass jedoch nur ein geringes Prestige, sowohl in den Augen der Beteiligten wie auch der Betrachter.

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Deutsche Pflichtspiele in Asien?

Dem Boss von Diego Benaglio und Ricardo Rodriguez schwebt vor, Pflichtspiele fernab der Heimat auszutragen. «Die Frage ist doch: Müssen wir Spiele nach China, Indonesien oder andere Märkte vergeben? Ja!» Das gehe nicht von heute auf morgen, ist sich Allofs bewusst. Aber man müsse sich Gedanken machen über die Wettbewerbe und ihre Attraktivität. Das deutsche Vorbild könnte Italien sein, das den Supercup in den letzten fünf Jahren vier Mal im Ausland austrug: Zuletzt in Schanghai, zuvor in Doha und zwei Mal in Peking.

Konkret schlägt der Torschützenkönig der EM 1980 vor, den Supercup auszubauen. Heute wird dieser in einer Partie zwischen Meister und Pokalsieger ausgespielt. Allofs hat sich Gedanken zu einem neuen Modus gemacht: «Wieso spielen nicht der Meister, der Vizemeister, der Pokalsieger und der Pokalfinalist den Supercup aus? Es gäbe dann zwei Halbfinals und ein Endspiel.»

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Luca Brasi 02.02.2016 10:05
    Highlight Und nach dem neuen Supercup-Final -ausgetragen in China- kommt Jiangsu Suning, Shanghai Shenhua, etc. und kauft den Deutschen die Spieler weg. Vielleicht sollten sich die Chinesen bald überlegen ihren Supercup in Europa auszutragen. ;)
    3 0 Melden
  • Amboss 02.02.2016 09:50
    Highlight Mich wundert es ehrlich gesagt, dass Fussball so zieht (es gibt ja kaum mehr was anderes zu sehen im TV).
    Der Fussball ist doch so öde geworden...

    Jedes Weekend Ligaspiele, wo immer die gleichen Teams vorne dabei sind. Jeden Di/Mi Chelsea gegen Real gegen Roma gegen PSG gegen Barça gegen ManU gegen was auch immer.
    Dazwischen Länderspiele wo die einzige Spannung besteht, ob jetzt Ungarn oder Lettland die Quali schafft...

    Aber gut. Solange der Rubel rollt, ist ja nichts dagegen einzuwenden. Und wenn noch Platz ist für einen Supercup, gespielt in Indonesien: Why not?

    9 12 Melden
    • alessawardo 02.02.2016 10:06
      Highlight Hockey 💜
      5 10 Melden
    • Amboss 02.02.2016 10:26
      Highlight Richtig, in der Schweiz gibt es zum Glück noch Eishockey - und bald ist Playoff. Da freu ich mich drauf.
      7 5 Melden
    • Luca Brasi 02.02.2016 10:29
      Highlight Fussball zieht noch immer. Selbst Fussballkritiker klicken jeden Fussballartikel an und kommentieren ihn. Sogar Hockeyfans scheinen von ihrem Sport so gelangweilt, dass sie auf Fussballartikel schwenken. ;)
      6 6 Melden
  • Gelöschter Benutzer 02.02.2016 09:30
    Highlight hat der jemals selber als profi gespielt oder sieht er nur das 💰?
    0 4 Melden
    • Ralf Meile 02.02.2016 09:49
      Highlight Äh ... ja, und wie: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Allofs
      8 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 02.02.2016 10:04
      Highlight okey, aber dazumals (-1993) spielte man weniger spiele und verm. auch weniger intensiv wie heute...

      ich finde aber einfach dass es jetzt schon viel spiele sind. noch mehr bringt nur mehr probleme für die spieler, eine gefahr der zu grossen sättigung der zuschauer, der sponsoren und am ende gibt es trotzdem keine besseren spiele, da die akteure früher in der saison auf dem "zahnfleisch" laufen, ausgelaugt und unfallgefährdet sind.

      just my humble opinion.
      3 1 Melden
    • Amboss 02.02.2016 10:24
      Highlight @Ralf: Wobei das Gekicke in den 70er, 80er und frühen 90er Jahren ist Strandfussball-Niveau gegenüber dem heutigen Fussball.
      Bezüglich Intensität, Geschwindigkeit, Taktik, Belastung sind Welten dazwischen. Die Spannung war damals aber vermutlich höher.

      Insofern ist die Frage nicht so dumm. Und die Antwort: Ja, er sieht nur das $-Zeichen
      3 0 Melden
    • Hoppla! 02.02.2016 14:33
      Highlight Wie gross die Anzahl Spiele ist finde ich gar nicht so relevant. Ob es nun 10 oder 100 sind, der Klub muss schlussendlich seinen Kader darauf ausrichten. Das bedeutet auch, dass (mit den bereits vorhandenen Spielern!) rotiert werden muss.

      Wenn ich sehe, dass z.B. Chelsea 25 Spieler im ersten Kader und dazu 32 Spieler zu anderen Vereinen verliehen hat, kann ich das Jammern wegen zu vielen Spielen nicht verstehen.

      Bei 60 Spielen macht jeder des ersten Teams 26 spiele. Bei allen Profis sind es keine 12 Spiele.
      1 0 Melden

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