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Les joueurs neuchatelois celebrent le 4eme but proche de la deception du joueur argovien Sead Hajrovic, gauche, lors de la rencontre de football de Challenge League entre le Neuchatel Xamax FCS et FC Wohlen ce dimanche 29 octobre 2017 au stade de la Maladiere a Neuchatel. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Bild: KEYSTONE

Knall im Freiamt: Der FC Wohlen steigt Ende Saison freiwillig aus der Challenge League ab

Das Jahr 2018 beginnt für den Aargauer Profifussball denkbar schlecht: Am Tag des Trainingsstarts kommt aus, dass der FC Wohlen nach dem Saisonende freiwillig aus der Challenge League absteigt.

Sebastian Wendel / aargauer zeitung



Die düsteren Vorahnungen haben sich bewahrheitet: Die Verantwortlichen des FC Wohlen blasen am Ende der Saison zum Rückzug aus der Challenge League. Somit wird im Sommer nach 16 Jahren ein Aargauer Fussballmärchen enden: Als der Dorfklub aus dem Freiamt 2002 den Aufstieg in den Profifussball schaffte, galt er Jahr für Jahr als sportlicher Abstiegskandidat Nummer 1. Doch dank viel Ehrenamt und der finanziellen Hilfe einer verschworenen Gönnergemeinschaft hielt sich der FCW wacker im Profigeschäft.

Mit einem letzten Kraftakt haben Ehrenpräsident René Meier, Verwaltungsratspräsident Lucien Tschachtli und Co. die Finanzierung der Rückrunde gesichert.

Für eine Zukunft im Profigeschäft über den Sommer hinaus reichen die Lust und die Kraft der beiden FCW-Köpfe sowie ihrer Mitstreiter jedoch nicht mehr aus. Mit dem freiwilligen Abstieg sind auch die Pläne einer neuen Flutlichtanlage im Stadion Niedermatten gestorben. In welcher Liga der FC Wohlen in der Zukunft antreten wird, ist noch offen.

Fast-Aufstieg mit Sforza

Höhepunkt der 16 Jahre im Profifussball war neben dem Aufstieg zweifellos die Saison 2014/15: In dieser avancierte der FC Wohlen unter Trainer Ciriaco Sforza kurzzeitig zum Spitzenteam der Challenge League und schnupperte am Aufstieg: Erst als die Klubverantwortlichen bekannt gaben, dass sie auf einen Aufstieg verzichten würden, verlor Wohlen den Anschluss an den späteren Aufsteiger Lugano und beendete die Saison als Dritter.

Wohlens Trainer Ciriaco Sforza beim Fussball Meisterschaftsspiel der Challenge League zwischen dem FC Chiasso und dem FC Wohlen, am Samstag, 2. Mai 2015, in Chiasso. (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)

Unter Ciriaco Sforza feierte der FC Wohlen seine grössten Erfolge. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Desaster Challenge League

Unter dem Strich ist der FC Wohlen ein Opfer der immer strengeren und umfangreicheren Lizenzauflagen der Swiss Football League geworden. Auf dem Weg zur Professionalisierung des Schweizer Klubfussballs, welchen die SFL vorantreibt, sind schon einige Vereine auf der Strecke geblieben.

Besonders die zweithöchste Spielklasse, die Challenge League: Seit der Verkleinerung von 16 auf 10 Teams im Jahr 2012, verbunden mit höheren Sicherheits-, Struktur- und Finanzauflagen, sind fünf von sechs Absteigern nicht sportlich, sondern am grünen Tisch abgestiegen. Ein Desaster. Die strukturell und finanziell schwachen Klubs können und wollen die Auflagen nicht mehr erfüllen. Anders gesagt: Der Markt gibt nicht her, was die SFL will.

30 Karrieren gefährdet

Ein Desaster ist der freiwillige Zwangsabstieg auch für die Angestellten des FC Wohlen: Die Spieler, der Trainerstaff um Chefcoach Ranko Jakovljevic und die Angestellten der Geschäftsstelle müssen sich nach neuen Jobs umsuchen. Es geht um rund 30 berufliche Existenzen. Immerhin haben sie durch die frühe Bekanntgabe des Rückzugs einige Monate Zeit dafür.

Auch für den Aargauer Spitzenfussball ist es ein schwarzer Tag in ohnehin schwierigen Zeiten: Packende Derbys zwischen dem FC Wohlen und dem FC Aarau wird es ab Sommer keine mehr geben. Und wie es mit dem verblieben Aargauer Vertreter im Profifussball, dem FCA, weitergehen wird, steht wegen der ungelösten Stadionproblematik ebenfalls in den Sternen.

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 04.01.2018 06:43
    Highlight Highlight Bravo! Ein Vorbild für den FC Aarau!
  • BigMic 03.01.2018 19:21
    Highlight Highlight Juhui, Winti bleibt oben!
  • Ketchum 03.01.2018 19:10
    Highlight Highlight Das kann's ja wirklich nicht sein. Jahr für Jahr verlässt ein Klub die Pleiteliga freiwillig. Die Fussballmafia SFV muss endlich handeln. Ich sehe nur eine Lösung: Reamateurisierung und Aufstockung der "NLB", dafür die Super League auf 14, 16 Vereine rauf. Für mehr Profiteams reicht's in der Schweiz nur in den Verbandsträumen.
  • The_ugly_truth 03.01.2018 19:06
    Highlight Highlight Ach dieses Gejammer... der FC Wohlen interessiert niemanden und wird auch nicht vermisst werden. Die Challenge League funktioniert blendend, und es werden genug Clubs nachkommen, welche die Ansprüche erfüllen.

    Ein Hoch auf den SFV. Die immer strengeren Richtlinien bezüglich Infrastruktur haben den Schweizer Clubfussball weit nach vorne gebracht.

    Wie es nicht geht, zeigt Österreich: Lasche Anforderungen an die Clubs, kaum Zuschauer und jetzt neu ein Micky-Mouse-Ligamodus mit Punkteteilung nach der Vorrunde.
  • LeserNrX 03.01.2018 18:49
    Highlight Highlight Und gleichzeitig fabulieren einige Träumer davon, dass die Barrage wieder eingeführt werden sollte..
    • fcsg 03.01.2018 19:37
      Highlight Highlight Das Problem ist ja nicht die Ligaspitze, da gibt es immer mindestens drei Vereine mit Ambitionen, einer ausreichenden Infrastruktur und einer stabilen Finanzierung. Das Problem ist, dass für die anderen Vereine schlicht ein Profibereich nicht finanziert werden kann. Das treibt dann halt die Vereine in die Arme von dubiosen Investoren (siehe Wil oder Xamax).

      Die einzige Lösung ist entweder eine Reform der Finanzierung (Verteilung von Einnahmen an die schwachen Teams), Reduzierung der Liga auf z.B. acht Teams und/oder tiefere Ansprüche an die Infrastruktur.
  • Hurlibueb 03.01.2018 16:32
    Highlight Highlight Was für ein Armutszeugnis für die CHL, bzw. SFL. Der Fakt, dass die letzten Absteiger nicht aus sportlichen Gründen runter mussten spricht für sich...
    Das Konzept CHL funktioniert offensichtlich nicht. Da muss jetzt von der SFL gehandelt werden. Ansonsten wird diese Liga extrem langweilig und dadurch immer wditer an Attraktivität verlieren. Xamax wird ziemlich sicher aufsteigen, für den Rest der Liga gehts um gar nichts mehr...
    • Staedy 03.01.2018 16:52
      Highlight Highlight Trifft den Nagel auf den Kopf. Du hast mehr Durchblick als die SFL-Präsidenten welche u.a. die letzte Ligareform im Nov./Dez. 17 bachab schickten. Aber der Claudius Schäfer von der SFL wird dann schon noch erklären, dass eigentlich alles in Ordnung ist. Stockt die CHL auf 18 Teams auf inkl. 4 Nachwuchsteams, Gruppe Ost/West, 2 Doppelrunden gibt 32 Spiele, ob Amateur, Profi- oder Halbprofibetrieb ist den Klubs freigestellt und schafft die Promotion League dafür ab.
    • Kak Attack 03.01.2018 19:49
      Highlight Highlight Runter musste nur Servette wegen Lizenzverweigerung, die anderen wollten nicht mehr oder wurden wie Biel an die Wand gefahren.
      Schade ist die Entwicklung der 2. Liga in der Schweiz aber allemal, spätestens seit der Reduktion auf die 10er-Liga kämpft die halbe Liga ums Überleben, sportlich eigentlich spannend, für die betroffenen Vereine aber auch immer wieder nötig ans und ein wenig übers Limit zu gehen. Und Wohlen war 15 Jahre meist mittendrin ;-)
      Ein Lizenzgesuch darf übrigens auch eingereicht werden ohne Profibetrieb mit 30 Vollzeitstellen. Es wird zwangsläufig Platz für solche Teams geben.
  • Gzuz187ers 03.01.2018 16:15
    Highlight Highlight Schade aber war zu erwarten
  • Guzmaniac 03.01.2018 15:34
    Highlight Highlight Schade schade....
    ....aber die Massen konnte der FCW ja nie bewegen.
    Tschüüüüss FCW!
  • Sloping 03.01.2018 15:13
    Highlight Highlight Die Challenge League ist doch für die meisten Vereine eine Totgräberliga: Drei Vereine mit durchschnittlich unter 1000 Zuschauern pro Spiel und teure Auflagen des Verbandes. Trotz der erhöhten Fernsehgelder kann da nur ein Verein mit einem Investor überleben, der jährlich die Löcher stopft. Dazu sind oft Spieler nur in Teilzeit von den Vereinen angestellt und beziehen den Rest über das RAV. Das ist für niemanden eine nachhaltige Lösung. Kein Wunder findet selbst ein Verein wie der FCW mit rund 3000 Zuschauern keinen Präsidenten mehr. Diese Liga ist finanziell ein Fass ohne Boden.
  • c-bra 03.01.2018 15:04
    Highlight Highlight Pfui SFV!

    Wir sind hier weder in Deutschland, noch in England, hier muss, vorallem in den unteren Ligen, mit anderen Ellen gemessen werden. Das sind keine stinkreichen Proficlubs mit Zugang zu einem Goldtopf ohne Boden, nein das sind Provinzclubs die sich ehrenamtlich über Wasser halten können. Die ganzen völlig übertiebenen Auflagen der Liga sollten dringend überdenkt werden. So wird der Fussball nach und nach zerstört.
    • Hoppla! 03.01.2018 17:47
      Highlight Highlight Aus reinem Interesse: Was sind das genau für Auflagen?
    • Hoppla! 04.01.2018 18:27
      Highlight Highlight Okay, danke. Es stellt sich halt die Frage welche Rolle eine Challenge League übernehmen soll. Momentan sind die Ambitionen wohl etwas heterogen.

      Mein Quartierverein in der Promotionliga erfüllt diese Voraussetzungen übrigens.

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